Der Heilige Geist in uns allen?


Frage: Es heißt, der heilige Geist ist in uns allen …

Wieso muss man nach Aussage der Bibel dann eine Personifikation / einen Gott anbeten,  wenn man sich doch einfach darauf besinnen kann, dass diese heilige Energie in und um uns alle herum ist und man sie demnach in jedem Wesen finden und ansprechen kann?

 


 

Antwort:

 

Ich nehme jetzt einfach mal an, dass diese Frage sich auf diese oder eine ähnliche Bibelstelle bezieht:

 

1 Kor 3, 16

Wisst ihr nicht, dass ihr GottesTempel seid

und der Geist Gottes in euch wohnt?

 

 

oder

 

1 Kor 6, 19

Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib

ein Tempel des Heiligen Geistes ist,

der in euch ist und den ihr von

Gott habt, und dass ihr nicht

euch selbst gehört?

Wenn man diese Stellen aus dem Kontext (Zusammenhang) heraus nimmt, könnte man auf den ersten Blick tatsächlich meinen, dass der Heilige Geist in uns allen wohnt. Doch wenn man den näheren und weiteren Zusammenhang dieser Stellen beachtet, wird sehr schnell deutlich, dass das so ohne Einschränkung nicht gemeint ist.

 

Diese beiden Stellen, die ich herausgegriffen habe, stehen im Brief des Paulus an die Korinther. Damit ist eine Gemeinde in Korinth gemeint, die - wie alle christlichen Gemeinden in der neutestamentlichen Zeit - noch relativ neu war. Die Menschen hatten erst vor kurzem von Jesus gehört und hatten sich dann zu ihm bekehrt - entweder aus dem jüdischen Glauben heraus, aber in Korinth, das in Griechenland liegt, vermutlich sehr viel mehr aus dem Glauben an diverse sogenannte Götter heraus. Die Griechen hatten zu der Zeit viele “selbstgemachte” Götter - für jede Angelegenheit einen eigenen “Gott” sozusagen.

 

Paulus war auf seinen Reisen auch nach Griechenland gekommen und hatte dort den Menschen von Gott und von Jesus erzählt. Als er in Athen einen Spaziergang machte, um sich mit den Gegebenheiten der Stadt und der Kultur vertraut zu machen, sah er unzählige Altäre, die allen möglichen Göttern gewidmet waren. Einer davon war dem “unbekannten Gott” gewidmet, und daran anlehnend beginnt Paulus, den Athenern von dem lebendigen Gott, von dem die meisten von ihnen wohl noch nie etwas gehört hatten, zu erzählen (Apostelgeschichte 17, ab Vers 16).

 

Ähnlich war es auch in anderen griechischen Städten, z. B. in Ephesus (Apg 19) - und auch in Korinth wird es ähnlich gewesen sein, auch wenn es dazu jetzt keine explizite Beschreibung in der Bibel gibt. Und überall, wo er predigte, erkannten Menschen den lebendigen Gott und beschlossen, von nun an mit ihm zu leben. Daraus sind die ersten christlichen Gemeinden entstanden.

 

Und wie das so ist, wenn Menschen etwas ganz neu kennen lernen - dann ist das Ganze für sie erst einmal neu und fremd, und sie müssen sich mit der Zeit in ihren neuen Glauben hineinfinden. So etwas braucht ja Zeit und es nicht auf einmal mit einem Schlag alles “von selbst” ganz anders. So ist es auch mit bestimmten Dingen und Lebensweisen, die sich ändern, wenn man sein Leben mit Jesus leben will. Alte Gewohnheiten lassen sich nicht von heute auf morgen verändern. Es müssen auch nicht alle alten Gewohnheiten verändert oder entfernt werden, aber einige halt schon. Vor allem, wenn Menschen aus einem traditionell verankerten Götzenglauben heraus umkehren und Jesus folgen wollen. Besonders dann ist es wichtig und notwendig, mit bestimmten Ritualen, Dingen, Büchern, Gegenständen, die in Verbindung mit dem Götzenglauben stehen, radikal zu brechen.

 

In Korinth war also eine christliche Gemeinde entstanden. Weil Paulus nicht ständig bei ihnen sein konnte, aber die Gemeinde noch nicht so gefestigt war, dass sie ganz ohne “Coaching” fest ihren geistlichen Weg gehen konnte, hat Paulus ihnen von Zeit zu Zeit Briefe geschrieben. Zwei davon sind uns in der Bibel überliefert (= 1. und 2. Korinther-Brief).

 

Die Bibelstellen, die ich oben herausgegriffen habe, wurden zu einer Zeit an diese Gemeinde geschrieben, in der sie schon einige Zeit existierte und auch schon einiges geistliches Wachstum erlebt hatte und eigentlich schon recht viel Wissen um geistliche Dinge und Zusammenhänge haben sollte. Doch die Menschen verhielten sich ganz und gar nicht nach diesem Wissen, sondern waren relativ chaotisch und zum Teil zurückgefallen in ihr altes Verhalten. Deshalb ermahnt Paulus diese Christen, ihr Verhalten an bestimmten Punkten zu überdenken und zu verändern, und erinnert sie daran, dass doch nun der Heilige Geist in ihnen wohnt.

 

Der Heilige Geist ist also nicht “automatisch” in allen Menschen, sondern er bezieht Wohnung in dem gläubigen Menschen. Dann, wenn ein Mensch sein Leben Jesus übergibt, zieht der Heilige Geist ein. Vorher nicht.

 

Richtig ist, dass jeder Mensch aus “Körper, Seele und Geist” besteht. Doch dieser Geist ist nicht der Heilige Geist, sondern der “menschliche” Geist. Unser menschlicher Geist aber macht es uns überhaupt möglich, mit dem Heiligen Geist, mit Gott, zu kommunizieren. Das geht nicht über den Verstand und nicht über die Seele. Über den Köper schon gar nicht :-). Übernatürliche (= geistliche) Dinge können nur mit dem Geist erfasst werden. Auch ungläubige Menschen haben durchaus ein Gespür für übernatürliche Dinge - und im übernatürlichen Bereich gibt es auch nicht nur die göttlichen, sondern auch dämonische Dinge. Beides kann ein Mensch nur mit seinem Geist erfassen. Wenn ein Mensch nun Christ wird, d. h., Jesus sein Leben bewusst anvertraut, wird sein “geistlicher Blick” erweitert und er ist in der Lage, Göttliches von Dämonischem und den Heiligen Geist von anderen “Geistern” (= Dämonen) zu unterscheiden. Aber auch das ist ein Lernprozess, denn die Stimme des Heiligen Geistes muss ein Mensch auch erst kennen lernen. Mit der Zeit aber wird diese ihm vertrauter - und das Unterscheiden wird leichter. Jesus sagt z. B. in Johannes 10, 27: “Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir.” So wie “echte” Schafe die Stimme ihres Hirten kennen und wissen, dass sie ihm vertrauen können, so kennen auch Christen die Stimme ihres Hirten.

 

Der Heilige Geist ist keine “heilige Energie”, sondern er ist eine Person. Gott offenbart sich in der Bibel als der dreieinige Gott: Gott, der Vater; Gott, der Sohn (Jesus); und Gott, der Heilige Geist. Gott ist eine Person. Ganz real. Die Bibel spricht an keiner Stelle von irgendeiner heiligen Energie oder kosmischen Kraft oder etwas ähnlich Undefinierbarem. Gott selbst stellt sich uns in der Bibel sehr deutlich als lebendige Person mit Gefühlen und Empfindungen vor.

 

Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist sind drei eigenständige Personen, die doch “eins” sind - nämlich in ihrem Willen vollkommen in Einheit verbunden. Es gibt keinen Unterschied in ihrem Willen, in ihren Entscheidungen usw. Jesus (also Gott, der Sohn) diskutiert nicht mit Gott, dem Vater, aus, ob dies oder jenes richtig oder falsch war oder man es evtl. doch hätte anders machen können :-) . Nein, alle drei Personen sind sich vollkommen einig. Und das nicht erzwungenermaßen - also in einer Art Hierarchie, dass einer entscheidet und die anderen sich mehr oder weniger zähneknirschend seinem Willen beugen, sondern wirklich einig. Sie denken und fühlen exakt dasselbe.

 

Gott ist aber auch ein eifersüchtiger Gott. Er hat die Erde und den Menschen geschaffen - und er liebt jeden einzelnen Menschen als eigenständige Persönlichkeit. Er will eine Beziehung zu jedem einzelnen Menschen. Wenn ein Mensch diese Beziehung ablehnt und sich anderen Göttern zuwendet (und das passiert auch heute täglich - die Götter heute heißen nur ein wenig anders als damals im antiken Griechenland, heute heißen sie Auto, Fernsehen, Geld, Sex usw. …), dann ist der lebendige Gott glühend eifersüchtig. Es ist nicht falsch, ein Auto zu haben, Fernsehen zu schauen, Geld zu haben oder seine Sexualität in der Ehe zu genießen. Wenn aber diese oder weitere Dinge zum Lebensinhalt eines Menschen werden, dann werden sie zum Götzen.

 

Nun reagiert Gott nicht so, wie ein eifersüchtiger Ehemann es vielleicht tun würde. Denn Gott lässt trotzdem den Menschen ihren eigenen Willen und ihre eigene Entscheidung. Traurig aber bleibt Gott immer über jeden Menschen, der mit ihm nichts zu tun haben will. Im Gegensatz zu uns Menschen, die dann einen anderen irgendwann auch aufhören zu lieben oder vergessen können, kann und tut Gott das nicht. Er liebt jeden Menschen “bis zum Umfallen” und versucht bis zu dessen letztem Atemzug noch, ihn mit seiner Liebe zu erreichen.

 

Wenn man nun diesen lebendigen Gott kennen gelernt hat und seine Liebe persönlich erfahren hat, dann sieht man Anbetung überhaupt nicht mehr als ein “Muss”, sondern man möchte ihn anbeten, weil man ihn auch liebt und weil man nur so staunen kann über seine Liebe, seine Herrlichkeit, seine Heiligkeit und über das, was er für uns getan hat.

 

Eine “heilige Energie” braucht man nicht anzubeten - denn eine Energie hat keine Persönlichkeit, keine Gefühle und auch keine echte Kraft. All das sind Merkmale einer lebendigen Person. Auch eine tote Person hätte diese Merkmale nicht. Doch Gott ist lebendig - und er ist eine Person. Er ist die einzige Person, die heilig ist, die vollkommen gerecht ist und die selbst die vollkommene Liebe ist. Deshalb gebührt ihm alle Anbetung - und nur ihm! Andere Götter oder “Energien” anzubeten, ist Götzendienst, und das verabscheut und verurteilt Gott. Und wenn man verstanden hat, dass Gott eine lebendige Person ist und ihn auch als diese kennen gelernt hat, dann ist auch diese Erkenntnis daraus nur eine logische Folge.

 

 

© Lisa Holtzheimer      www.herz-toene.de      www.holtzwurm.de

 

 

 

Gottessöhne und Riesen??


“Und es geschah, als die Menschen begannen, sich zu vermehren auf der Fläche des Erdbodens, und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Söhne Gottes die Töchter der Menschen, dass sie gut waren, und sie nahmen sich von allen zu Frauen, welche sie wollten. Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht ewig im Menschen bleiben, da er ja auch Fleisch ist. Seine Tage sollen 120 Jahre betragen. In jenen Tagen waren die Riesen auf der Erde, und auch danach, als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen. Das sind die Helden, die in der Vorzeit waren, die berühmten Männer.“

[1. Mose 6, 1 - 4]


Gottessöhne sind keine leiblichen Söhne Gottes, sondern gehören zum „Umfeld“ Gottes, so wie das „Gefolge“ zu einem König gehört. Beide Wörter sind in unserer heutigen modernen Sprache nicht mehr so bekannt, wir sprechen auch heute bei Königshäusern nicht mehr von Gefolge, sondern von Angestellten. Das trifft natürlich den Kern der Sache bei Gott auch nicht so ganz, denn Gott hat keine Angestellten
:-) . Was aber klar werden soll, ist, dass wir auch hier die Wandlung der Sprache mit einbeziehen müssen.

 

In früheren Zeiten wurden als Söhne nicht immer nur die leiblichen Kinder bezeichnet, sondern oft auch Personen, die von jemandem ausgebildet wurden und evtl. später mit ihm zusammen auch den Dienst taten. In 1. Tim 1,2 spricht Paulus von Onesimus, den er „gezeugt“ habe. Das bedeutet auch hier keinesfalls, dass Onesimus Paulus’ leibliches Kind war, sondern dass Paulus ihn im Glauben unterrichtet hat und ihm dabei geistlich so nahe gekommen ist, dass sie geistlich eine Einheit bilden, so wie es Vater und Sohn tun. Und wie der leibliche Sohn die Arbeit des alt gewordenen Vaters normalerweise weiterführte, so führte ein „geistlicher“ Sohn die geistliche Arbeit seines Lehrers weiter. In der Bibel finden sich eine Reihe von Beispielen dieser Art, z. B. Elia und Elisa (2 Könige).

 

Auf diese Weise sind auch die Gottessöhne zu verstehen. Sie sind keine von Gott leiblich gezeugten Söhne, sondern Engelwesen, die um Gott herum als sein Gefolge sind und die nach seinen Anweisungen handeln. Zu ihnen gehörte auch der Satan (vgl. Hiob 1, 6). Das zeigt uns, dass auch himmlische Geschöpfe, die keine echten „Nachfolger“ Gottes mehr sind, sondern gegen Gott rebelliert haben und ihren eigenen Weg gegangen sind, trotzdem noch zu den Gottessöhnen gerechnet werden. Die meisten Ausleger sind sich darüber einig, dass Satan ein gefallener Engel ist. Im Ursprung waren alle Engel in Einheit, im Einklang mit Gott. Aber wie alle geschaffenen Wesen verfügen auch Engel über einen eigenen freien Willen und können in diesem freien Willen die Entscheidung treffen, Gott zu vertrauen und zu gehorchen oder gegen ihn zu rebellieren.

 

Wahrscheinlich war Satan der erste Engel, der gegen Gott rebelliert hat und sich entschieden hat, seinen eigenen Weg zu gehen. Satan war vorher einer hochrangiger Engel gewesen, der Anbetungsleiter – d. h., der Engel, der die anderen Engel darin anleitete, Gott anzubeten. In Jesaja 14, 12ff finden wir Hinweise darauf, dass Satan sich gegen Gott erhoben hat und ihm gleich werden wollte. Dafür wurde er aus dem Himmel ausgestoßen. Doch das blieb nicht ohne Folgen. Satan hatte auch andere Engel mit seiner Rebellion angesteckt.

 

Wenn nun in 1 Mose 6 von Gottessöhnen gesprochen wird, ist die Rede von ungehorsamen – also gefallenen – Engeln. Hilfreich ist auch noch zu wissen, dass vor allem das Alte Testament nicht chronologisch geschrieben ist – also nicht alles, was weiter hinten im Alten Testament steht, ist auch zwangsläufig erst viel später geschehen als etwas, das weiter vorne steht. Der Fall Satans und weiterer Engel muss auf jeden Fall lange vor der Erschaffung des Menschen gewesen sein, denn schon die ersten beiden Menschen wurden ja von Satan verführt. Und das konnte nur passieren, weil Satan sich schon von Gott abgewandt hatte und zu seinem Feind geworden war.

 

Hinweise auf den Fall Satans und anderer Engel finden wir aber erst viel später in der Bibel. Das lässt sich dadurch erklären, dass die Bibel in erster Linie Gottes Weg mit den Menschen beschreibt und die Dinge im übernatürlichen Bereich nur insoweit mit hineinbringt, wie es für diesen Zusammenhang wichtig ist und verstehbar ist. Doch sowohl Gott als auch die Engel – und damit auch Satan und sein Gefolge – gibt es schon sehr viel länger als die Erde und die Menschen. Gott hat keinen Anfang und kein Ende – er ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Unser menschliches Denken kann das nicht mehr fassen, darum können wir es „nur noch“ glauben.

 

Engel sind von Gott geschaffene Wesen und natürlich „jünger“ als Gott selbst – aber sie sind auf jeden Fall älter als die Menschheit. Wann genau Engel geschaffen wurden, warum Gott später „trotzdem“ noch Menschen schuf usw., darauf finden keine bzw. nur spärliche Hinweise in der Bibel. Engel sind „Diener“ Gottes, während Gott die Menschen zu seinem Abbild als seine Kinder, sein Gegenüber schuf. Mit dieser Beziehungsbasis hängt die Erschaffung der Menschen zusammen – Gott wollte nicht nur Diener um sich herum, sondern Kinder, mit denen er eine echte liebevolle Beziehung eingehen kann. Warum dies mit Engeln offenbar anders ist, darüber sagt die Bibel nichts, aber dass es einen Unterschied in Gottes Beziehung zu Menschen und zu Engeln gibt, ist deutlich.

 

Der „normale“ Lebensraum von Engeln und Engelwesen ist der Himmel. Im übrigen gibt es nicht nur den einen Himmel, sondern mindestens drei Himmel (vgl. 2 Korinther 12, 2). Im griechischen Urtext des Neuen Testamentes werden unterschiedliche Wörter für „Himmel“ gebraucht, während wir in der deutschen Sprache mit „Himmel“ sowohl den für uns sichtbaren Himmel als auch den unsichtbaren Himmel, den Wohnsitz Gottes, meinen. Die englische Sprache unterscheidet hier auch schon zwischen „sky“ und „heaven“.

 

Nach Ansicht von glaubwürdigen Bibellehrern ist der dritte Himmel der Wohnsitz Gottes und seiner Heiligen. Dort lebt auch seine Gefolgschaft, die gehorsamen und treuen Engel Gottes.

 

Der zweite Himmel ist der Aufenthaltsort Satans und seiner Anhänger. Satan wohnt nicht – wie oft angenommen – in der Hölle. Das ist der Ort, an den er einst ganz verbannt sein wird und wo schon jetzt die ungläubigen Verstorbenen sich aufhalten. Von dort gibt es keine Verbindung mehr zum Himmel, dem Wohnsitz Gottes, wie wir aus dem Bericht über den reichen Mann und den armen Lazarus (Lukas 16, 19 - 31 – hier genau Vers 26) wissen. Doch der derzeitige „Wohnort“ Satans und seiner Engel – die wir heute als Dämonen kennen – ist dieser zweite Himmel. Und von dort gibt es offenbar eine Möglichkeit, auch den dritten Himmel zu betreten, denn sonst hätte Satan in Hiob 1 nicht unter den Gottessöhnen vor Gott erscheinen können. Auch Daniel 10, 12ff gibt uns Hinweise darauf, dass zwischen dem göttlichen Himmel (dem Aufenthaltsort Gottes und seiner Engel) und der Erde, ein anderes Reich liegt – nämlich das Reich Satans und seiner Dämonen. Als Daniel gebetet hatte, dauerte es ganze drei Wochen, bis sein Gebet aus seiner Sicht erhört wurde. Doch als der von Gott geschickte Engel bei ihm eintraf, sagte er zu Daniel, dass sein Gebet sofort am ersten Tag erhört wurde und er auch sofort von Gott losgeschickt wurde mit der Erhörung. Doch auf seinem Weg aus dem „göttlichen Himmel“ haben sich ihm Dämonen in den Weg gestellt und er musste 21 Tage lang gegen sie kämpfen. Erst dann konnte er seinen Weg auf die Erde fortsetzen.  Er musste also das satanische Reich – den zweiten Himmel – durchqueren.

 

Der erste Himmel ist die Atmosphäre um uns herum, die wir sehen, wenn wir in die Wolken schauen.

 

Dass Engel ihren Lebensraum im Umfeld Gottes verlassen, um den Menschen Botschaften zu bringen u. ä., passiert vermutlich täglich. In der Bibel gibt es neben der o. g. unzählige Stellen, an denen Engel im Auftrag Gottes zu Menschen kommen, um ihnen zu dienen. Dies passiert heute noch genauso wie in der Zeit, in der die Bibel geschrieben wurde bzw. zu den Zeiten, von denen die Bibel uns berichtet. Entscheidend dabei ist aber, dass Engel ihren normalen Lebensraum nur dann verlassen sollen, wenn Gott sie dazu beauftragt.

 

Wenn Engel den Himmel verlassen, ohne dafür von Gott beauftragt zu sein, dann sind sie ungehorsam. Ein anderes Wort dafür ist „abgefallen“. In 1 Mose 6 ist genau das passiert. Ob diese Engel schon vorher abgefallen waren oder sich erst zu diesem Zweck – nämlich, um sich mit den schönen Menschentöchtern einzulassen – entschieden haben, Gott den Gehorsam zu verweigern, geht aus meiner Sicht nicht ganz klar aus der Stelle hervor – wenn auch in 2 Petrus 2, 4 noch einmal darauf Bezug genommen wird und man daraus entnehmen könnte, dass diese Tat ihre erste Sünde war und sie erst dann die Strafe traf, die sie aus dem Himmel Gottes verwies.

 

Das, was die Engel mit den Frauen taten, nennt Gott Hurerei. Das ist in seinen Augen ein Gräuel – und nicht nur unter Menschen, sondern auch unter Menschen und Engeln. Ganz offensichtlich sind Engel in der Lage, sich fortzupflanzen. Matthäus 22, 30 erklärt, dass Engel nicht heiraten können – aber wie auch unter Menschen, macht nicht erst eine Heirat eine Person fortpflanzungsfähig. „Biologisch“ ist dazu keine Heirat nötig. Ohne Heirat aber ist es Hurerei.

 

Dies war die zweite Sünde dieser Gottessöhne. Sie hatten in ihrem eigenen Willen ihren normalen Lebensraum verlassen, um auf die Erde zu gehen, weil sie dort Frauen gesehen hatten und offenbar sexuelle Lust verspürt hatten. Dann sind sie dieser Lust nachgegangen und haben die Frauen verführt, vielleicht sogar gegen deren Willen. Das lesen wir hier nicht, aber unmöglich ist es nicht.

 

Aus dieser unnatürlichen sexuellen Begegnung nun – Mutter = Mensch; Vater = Engel – sind Kinder entstanden. Weil Gott diese Praxis nicht gefiel, hat er auch für die Menschen die Konsequenz gezogen, nämlich eine Altersbeschränkung eingeführt. Vorher wurden Menschen viele hundert Jahre alt, manche von ihnen beinahe 1000. Doch von nun an sollten das natürliche Alter der Menschen auf 120 Jahre beschränkt sein.

 

Ob nun die Riesen, von denen im gleichen Atemzug (1 Mose 6, 4) die Rede ist, die Kinder, die aus der unnatürlichen Begegnung Engel – Mensch entstanden sind, ist nicht eindeutig. Die „Riesen“ werden auch als zeitliche Beschreibung ins Spiel gebracht. „In jenen Tagen … und auch später noch, als die Gottessöhne zu den Menschen kamen …“. Möglich ist aber auch, dass auch diese Kinder als Riesen bezeichnet werden. Klar scheint zu sein, dass es auch vorher schon sogenannte „Riesen“ gab. Dort, wo in vielen deutschen Bibelübersetzungen „Riesen“ steht, steht im hebräischen Urtext das Wort „nephilim“. Dies bedeutet einmal „Fehl- bzw. Missgeburten“ und könnte darauf hinweisen, dass diese Kinder aus der unnatürlichen sexuellen Begegnung keine normalen Kinder waren, sondern besonders groß wurden. Eine zweite Bedeutung von nephilim ist „fallen oder gefallen“, was darauf hindeuten kann, dass diese Männer besonders stark (und besonders groß) waren und über andere herfielen und sie überwältigten. Deshalb sind sie als die berühmten Helden der Vorzeit bekannt geblieben.

 

Auch in 4 Mose 13, 33 ist noch einmal von Riesen die Rede, als das Volk Israel aus Ägypten ausgezogen war und in das ihnen von Gott verheißene Land Kanaan gehen wollten. Die Kundschafter dort trafen auf starke und große Männer und flüchteten voller Angst. Dem Volk Israel erzählen sie dann, sie hätten Riesen getroffen (die aber mit denen in dem Bericht in 1 Mose 6 nichts zu tun haben – denn dazwischen lag die Sintflut) und das Land wäre uneinnehmbar. Dieses Misstrauen gegenüber Gott hat dem Volk Israel letztlich 40 Jahre Wüstenwanderung eingehandelt, denn ab diesem Zeitpunkt erst ist das Volk 40 Jahre durch die Wüste gezogen. Der Weg aus Ägypten nach Kanaan war nicht wo weit, dass es 40 Jahre gedauert hätte.

© Lisa Holtzheimer      www.herz-toene.de      www.holtzwurm.de

 

 

Kain und Abel - und ihre Frauen


Woher nahmen eigentlich Kain und Abel ihre Frauen – wenn doch ihre Eltern die ersten Menschen auf der Erde waren?

 

Um die Antwort auf diese Frage zu verstehen, muss man ein bisschen umdenken - nämlich “weg”denken von den üblichen Dingen, Gesetzen usw., die uns vertraut sind. Nach unserem heutigen Denken, Verstehen und nach unseren heutigen Gesetzen hier in Deutschland bleibt uns nur eine Möglichkeit, wenn das erste Mosebuch lesen - besonders die ersten Anfänge der Menschheit: wir müssten es für ein Märchen halten, denn nach unserem heutigen Denken ist das alles nicht möglich.

 

Damals aber - schätzungsweise vor ca. 6.000 Jahren - gab es weder Gesetze noch die Notwendigkeit zu manchen Gesetzen, die wir heute haben. Unsere heutigen Gesetze sind gut und notwendig, um Schlimmes zu verhindern. Aber sie haben sich entwickelt, weil sie im Laufe der Zeit notwendig wurden - aber es gab nicht von Anfang an eine Veranlassung dazu, bestimmte Regeln und Umgangsformen allgemeingültig “von höherer Stelle her” zu regeln. Ich komme später nochmal darauf zurück.

 

Als Gott Adam und Eva geschaffen hatte, war erst einmal alles “gut”. Wirklich gut. Adam und Eva lebten mit Gott zusammen im Paradies - einem Garten, den Gott auf der Erde für die Menschen angelegt hatte. Sein Plan war, dass die Menschen sich hier vermehren konnten und in Frieden mit ihm leben konnten. Da er den Menschen aber auch einen eigenen Willen gegeben hatte, ließen schon diese beiden ersten Menschen sich von Satan verführen - und den Rest der Geschichte kennen wir. Sie wurden aus dem Paradies verwiesen. Erst zu diesem Zeitpunkt übrigens wurden sie “sterblich”. Im Paradies - in der völligen Übereinstimmung mit Gottes Willen - gab es weder Krankheit noch die Folgen (Tod) davon (1. Mose 3, 19b … bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!).

 

Die Übertretung von Gottes zu dem Zeitpunkt einzigem Gesetz (nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen zu essen), hat Gottes Fluch nach sich gezogen (1. Mose 3, 16 Zu der Frau sprach er: Ich werde sehr vermehren die Mühsal deiner Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären! Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen! 17 Und zu Adam sprach er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und gegessen hast von dem Baum, von dem ich dir geboten habe: Du sollst davon nicht essen! - so sei der Erdboden deinetwegen verflucht: Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens; 18 und Dornen und Disteln wird er dir sprossen lassen, und du wirst das Kraut des Feldes essen! 19 Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!). Vorher gab es also weder Mühsal bei der Schwangerschaft noch Schmerzen bei der Geburt; ebenso war die Arbeit auf dem Feld (im Garten) leicht und mühelos. Alles war leicht.

 

Nach dem Sündenfall änderte sich dies - und erst danach wurden auch Gesetze notwendig. Später lesen wir davon, wie Gott Gesetze einsetzt (die zehn Gebote) und viele Regeln gibt, wie die Menschen sich verhalten sollen.

 

All das aber gab es noch nicht zu der Zeit, als Adam und Eva lebten und ihre ersten Kinder bekamen. Zwar wurden schon die ersten Kinder von Adam und Eva nicht mehr im Paradies geboren und standen demzufolge schon unter dem Fluch der Sünde, aber die vielen Folgen der Sünde waren nicht alle mit einem Schlag da, sondern haben sich nach und nach entwickelt - immer mehr und mehr. Und eine der ersten Folgen der Sünde war der Mord Kains an seinem Bruder Abel.

 

Wenn wir einmal genauer im 1. Buch Mose nachlesen, stellen wir sehr schnell fest, dass Adam (und ziemlich sicher auch Eva, auch wenn es da nicht explizit aufgeschrieben ist) sehr viel älter wurden als wir uns das heute überhaupt vorstellen können. Als Adam starb, war er 930 (!) Jahre alt - und damit einer der ältesten Menschen, die jemals auf der Erde gelebt haben. 1. Mose 5, 3 Und Adam war 130 Jahre alt und zeugte einen Sohn, ihm gleich und nach seinem Bilde, und nannte ihn Set; 4 und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5 dass sein ganzes Alter ward 930 Jahre, und starb. Der älteste Mensch war Metuschelach (umgangssprachlich noch heute Metusalem genannt) mit 969 Jahren. ( 1. Mose 5,25 Metuschelach war 187 Jahre alt und zeugte Lamech, 26 und lebte danach 782 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 27 dass sein ganzes Alter ward 969 Jahre, und starb.)

 

Wenn wir uns diese Bibelstellen noch mal anschauen, sehen wir auch, dass dort steht, dass Adam den Set mit 130 Jahren gezeugt hat und danach noch 800 Jahre gelebt hat - und in der Zeit hat er Söhne und Töchter gezeugt. Wieviele, steht dort nicht, aber es werden jede Menge gewesen sein.

 

Auch vor Sets Geburt gab es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur Kain und Abel, sondern Adam und Eva hatten auch in den ersten 130 Jahren ihres Lebens mehr als 2 Kinder. Nicht alle spielten aber eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Menschheit, deshalb werden sie nicht alle erwähnt. Kain und Abel hatten eine besondere Geschichte, die das weitere Leben der Menschen auf der Erde entscheidend mit beeinflusste - deshalb werden sie besonders erwähnt. Durch den ersten Mord aller Zeiten wird deutlich, dass die Sünde die Herrschaft über die Menschen errungen hatte - etwas, was im Paradies nicht möglich gewesen wäre. Dies war der zweite entscheidende Einschnitt in der Geschichte und Entwicklung der Menschheit.

 

Set wird letztlich nur als “Ersatz” für Abel erwähnt, viel mehr wissen wir von ihm gar nicht, nur noch, dass er Lamech zeugte und insgesamt 912 Jahre alt wurde (1. Moe 5,6 Set war 105 Jahre alt und zeugte Enosch 7 und lebte danach 807 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 8 dass sein ganzes Alter ward 912 Jahre, und starb).

 

Durch die ganze Bibel hindurch zieht sich letztlich auch dieses “Schema”, dass nur die Personen näher erwähnt werden, die eine entscheidende Rolle spielten; an denen sich bestimmte Dinge festmachen und die entweder besonders nahe bei Gott waren oder genau das Gegenteil - also sich gegen Gott und sein Volk aufgelehnt haben.

 

Auch in den Geschlechtsregistern wird immer nur ein Sohn erwähnt (z. B. Henoch aber zeugte Irad, Irad zeugte Mehujaël, Mehujaël zeugte Metuschaël, Metuschaël zeugte Lamech). All diese dort genannten Männer hatten ja nicht nur diesen einen Sohn, sondern viele Söhne und auch Töchter. Doch erwähnt wird immer nur der eine (der nicht immer der erste sein muss), mit dem die Geschichte von Gottes Volk in besonderer Weise weiter geschrieben wurde.

 

Deshalb wissen wir von allen weiteren Geschwistern von Kain, Abel und Set überhaupt nichts. Aber es gab sie. Wenn wir nun 930 Jahre Lebenszeit von Adam nehmen (der im übrigen ja keine “Kindheit” hatte, sondern gleich “erwachsen” geschaffen wurde), kommt schon eine stattliche Anzahl von möglichen Kindern zusammen. Und diese Kinder haben auch wieder Kinder bekommen - und sie lebten ähnlich lange wie ihre Eltern. Sehr schnell also sind wir bei einer Bevölkerungsdichte in den ersten 1000 Jahren der Erde, die wir längst nicht mehr überschauen können.

 

Und nun komme ich zu dem Punkt, den ich oben schon mal angesprochen hatte. Die Gesetze. Wir haben festgestellt, dass es in dieser ersten Zeit noch keine und später erst mal wenige Gesetze gab. Für uns heute ist es normal und richtig, dass ein Mann eine Frau hat (und nicht zwei oder drei oder …). Diese Regelung gab es in der Frühzeit der Erde noch nicht. Im ganzen Alten Testament gab es diese Regelung noch nicht als absolutes Gesetz (Beispiel Salomo, dem 1000 Frauen zugeordnet werden). Somit ist davon auszugehen, dass Adam mit der Zeit nicht nur mit einer Frau Kinder hatte. Dasselbe gilt für alle männlichen Nachfolger im zeugungsfähigen Alter. Erst im Neuen Testament wurde langsam eingeführt, dass ein Mann nur noch eine Frau haben soll. Einen Hinweis darauf finden wir in 1. Timotheus 3,2: Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau,… . (s. a. 1. Timotheus 3,12; Titus 1,6). Wäre es völlig normal gewesen, dass ein Mann schon immer nur eine Frau gehabt hätte, hätten Timotheus und auch Titus nicht besonders darauf hinweisen müssen. Aber bis dahin war es völlig normal und vor Gott absolut in Ordnung, dass ein Mann mehrere Frauen hatte.

 

Dabei spielt ganz sicher auch eine große Rolle, dass in diesen frühen Zeiten der Familienclan sehr viel wichtiger war als wir es heute kennen. Ohne eine “Unzahl” von Kindern war das weitere Bestehen der Familie stark gefährdet. Und eine einzige Frau konnte diese vielen Kinder in der Regel gar nicht zur Welt bringen und versorgen. Möglicherweise ist auch dies eine Folge des Sündenfalls, denn in der Tat hat Gott dem Adam nur eine Frau zur Seite gestellt. Aber das war auch noch in der “perfekten” Situation vor dem Sündenfall, wo auch die Versorgung der Familie (die es ja auch ohne Sündenfall später gegeben hätte) überhaupt kein Problem war, weil Gott diese Versorgung längst in seinen Plan mit eingebaut hatte.

 

Nach dem Sündenfall trat dann sozusagen “Plan B” in Kraft - mit allen Konsequenzen. Und eine dieser Konsequenzen war die Sorge um die selbständige Versorgung und daraus resultierend die “so groß wie mögliche” Familie und eben ein Mann mit mehreren Frauen. Das bedeutet nicht automatisch, dass diese “Vielehe” Sünde war! Es war eine Folge und Konsequenz des Sündenfalls, aber die Folgen und Konsequenzen des Sündenfalls sind selbst keine Sünden (denn sonst wären Schmerzen bei der Geburt auch eine Sünde ;-) ). Wir müssen als Christen oft aufpassen, dass wir richtig unterscheiden zwischen “Sünde” und “Konsequenz von Sünde”.

 

Die zweite Gedanken-”Schranke”, die wir überwinden müssen, ist nun noch höher. Denn ebenso normal wie “ein Mann und eine Frau” ist es für uns hier und heute, dass ein Mann keine Kinder mit seiner Tochter oder seiner Schwester bekommen darf. Dafür haben wir heute Gesetze, und die sind gut und richtig, denn die sogenannte Inzucht bringt viele und massive Probleme wie u. a. Krankheiten mit sich.

 

Doch auch diese Regelung gab es in den Anfangszeiten der Menschheitsgeschichte nicht. Sie war auch nicht nötig, denn die Folgen dessen, was wir heute Inzucht nennen, sind Folgen der Sünde. Zwar standen die Menschen zu der Zeit auch schon unter der Sünde, aber - wie schon festgestellt - waren nicht alle Folgen davon sofort abrupt da, sondern haben sich in den nächsten 6.000 Jahren entwickelt. Das sehen wir ja auch heute noch - die Folgen des ersten Sündenfalls werden immer mehr, immer größer, immer schlimmer. Aber vor 5 - 6.000 Jahren waren eben auch die Folgen des Sündenfalls noch nicht so groß.

 

Noch war es also völlig unbedenklich in jeder Hinsicht, dass Kain, Abel, Set und ihre Brüder ihre eigenen Schwestern zu ihren Frauen nahmen. Möglicherweise hat auch Adam Kinder mit seinen Töchtern gezeugt.

 

Was für uns heute undenkbar ist und sich nach schlimmer Schande anhört, war am Anfang der Menschheit nicht nur normal, sondern absolut notwendig. Denn ohne diese damalige Normalität wäre die Menschheit schon nach der ersten Generation wieder ausgestorben, denn - wie du ganz richtig anmerkst - Frauen aus “anderen Geschlechtern” gab es zu der Zeit noch nicht. Und das wäre auch vor dem Sündenfall natürlich nicht anders gewesen, denn auch dann hätte sich die ganze Menschheit aus zwei Menschen entwickeln müssen.

 

Im übrigen ging das Ganze Schema noch einmal von vorne los, als genau 8 Menschen, die alle zu einer Familie gehörten, die Sintlfut überlebt hatten. Auch Noah wurde 950 Jahre alt (1Mo 8,13 Im sechshundertundersten Lebensjahr Noahs am ersten Tage des ersten Monats waren die Wasser vertrocknet auf Erden. • 1Mo 9,28 Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertundfünfzig Jahre, 29 dass sein ganzes Alter ward neunhundertundfünfzig Jahre, und starb.). Er und seine Söhne legten den Grundstein für die “neue Generation Mensch”.

 

Für uns, die wir im Jahre 2008 und in einer völlig anderen Kultur leben, sind diese Gedanken nur schwer zu denken. Unsere christliche Tradition tut sogar einiges dazu, dass es uns völlig abwegig ist, uns vorzustellen, dass es einst von Gott nicht nur geduldet, sondern gewollt war, dass Männer mehrere Frauen hatten und auch mit ihren Schwestern oder Töchtern Kinder zeugten. Doch wir müssen wissen, dass das, was heutzutage falsch ist und sogar unter Strafe steht, nicht zu allen Zeiten falsch war.

 

Gott hatte im Ursprung anderes für uns im Sinn, als unter Sünde und Gesetz zu leben - durch den Sündenfall aber kam die Sünde in unser Leben und damit wurden auch Regeln und Gesetze nötig, die sich aus den Konsequenzen des Sündenfalls entwickelt haben.

 

 

© Lisa Holtzheimer      www.herz-toene.de      www.holtzwurm.de  

 

 

Das Weib schweige …!?


Über das Thema der Stellung der Frau in der Gemeinde habe ich mir lange Gedanken gemacht. Ich selbst habe 20 Jahre lang auch in dem traditionellen Schema gedacht, das mir von vielen Seiten her beigebracht wurde. Bis ich anfing, mich selbst mal genauer damit auseinanderzusetzen und manches zu hinterfragen, was zwar die christliche Tradition so sagt, aber nicht unbedingt die Bibel. Darin sehe ich inzwischen an so manchen Stellen einen echten Unterschied - und dieses Thema ist eins davon.

 

Die Stelle, die wohl am häufigsten dazu angeführt wird, dass Frauen in der Gemeinde nicht sprechen dürfen, ist wohl diese:

 

1 Kor 14, 34ff

“Die Frauen sollen in den Gemeindeversammlungen schweigen (griechisch: sigao).
Es gehört sich nicht, dass sie sprechen (griechisch: laleo). … Wenn sie Fragen haben, sollen sie zu Hause ihre Ehemänner fragen …”

 


Doch ist die allgemeine evangelikal-konservative und traditionelle Interpretation dieser Stelle ziemlich aus dem Zusammenhang gerissen. Vor allem wird u. a. der kulturelle Hintergrund, in den Paulus dies hineinschreibt, wenig bis gar nicht beachtet.

 

Eigentlich sagt diese Stelle auch auf Deutsch schon aus, worum es wirklich geht, aber im Grundtext wird es noch deutlicher. Dort steht in Vers 34 “sigao” - und dies meint ein freiwilliges Schweigen, ein “sich still/ruhig verhalten”. Es meint aber nicht das erzwungene Schweigen, also ein komplettes Redeverbot. Dies wäre das Verb “phimoo”. Das steht dort aber nicht.

 

“Sigao wird gebraucht, als sich die Jünger entschlossen, über die Verklärung, die sie erlebt hatten, zu schweigen (Luk. 9.36), und als Jesus sagte, die Steine würden schreien, wenn die Jünger schweigen würden.

 

Mit diesem Wort wird auch das Schweigen Jesu während seiner Gerichtsverhandlung (Markus 14.61) und das Schweigen der Apostel und Ältesten beschrieben, als sie den Bericht von Paulus und Barnabas anhörten (APG 15.12). Es bezeichnet eine bewusste und freiwillige Reaktion oder auch eine Bitte um Ruhe, damit eine andere Person reden kann (APG 12.17). Gemeint ist also jene Art von Stille, die inmitten von Unordnung und Tumult nötig ist. (Zitat aus “Ohne Unterschied?” von M. B. Smith & I. Kern S. 85)”

 

Das Wörterbuch zum NT (Bauer/Aland) übersetzt “sigao” mit: schweigen, stillschweigen, stille sein im Sinne von “sich still verhalten”, zu reden aufhören, verstummen, seinen Mund halten.

 

Alle Übersetzungen des Wortes “sigao” sagen also etwas wesentlich Schwächeres aus als das, was viele Christen in das Wort hineinlegen. Keine Übersetzung des Wortes hat die harte, unwiderlegbare Befehls-Bedeutung des Wortes “schweigen”, so wie es in der aktuellen deutschen Sprache gemeint ist.

 

Wenn man dazu den kulturellen Hintergrund der Zeit damals sieht und auch die relativ chaotischen Zustände in der Gemeinde in Korinth, an die dieser Brief ja geschrieben ist, ergibt sich eine ganz andere Aufforderung aus der Stelle, als wenn man (wie es leider getan wurde) dieses Wort nur mit “schweigen müssen” (als absoluten Befehl) übersetzt und damit meint: niemals, zu keiner Zeit, in keiner Situation und überhaupt jemals etwas zu sagen.

 

Das würde dem Kontext des gesamten Neuen Testaments diametral gegenüberstehen und dem, was Jesus gelehrt und gelebt hat, komplett widersprechen.

 

Vielmehr war es ja so, dass zur damaligen Zeit die Frauen meistens einen sehr viel geringeren Bildungsstandard hatten als die Männer. Sie hatten kaum “Allgemeinbildung”, hatten im öffentlichen gesellschaftlichen Leben keinen Stellenwert und waren zumeist völlig abhängig von ihren Ehemännern. Auch im religiös-geistlichen Bereich waren Frauen damals ungebildeter. Deshalb haben in den sich neu bildenden Gemeinden (sicherlich nicht nur in Korinth) die Frauen oft nicht viel von dem verstanden, was der Redner erzählt hat.


Und sicherlich gilt das alles auch nicht nur für die Gemeinde in Korinth - aber an diese ist der Brief halt verfasst, und diese Gemeinde gilt auch als ziemlich chaotisch und ungeordnet (bekannter ist diese Tatsache u. a. durch die Anweisungen zum Abendmahl (1 Kor 11, 20ff) - die Gründe liegen ganz ähnlich). Die Frauen, die sich nun bekehrt hatten und mit ihren Männern zusammen den Gottesdienst besuchten (der vermutlich in Privathäusern stattfand), saßen nun plötzlich mittendrin im Geschehen und wussten aber aufgrund ihrer mangelnden Bildung nicht wirklich, um was es ging. Und weil sie es nicht besser wussten und kannten und vielleicht auch nicht eben gelernt hatten, wie man sich in öffentlichen Veranstaltungen benimmt, haben sie ihre Fragen, die sie hatten, direkt gestellt - und damit den Sprecher ständig unterbrochen. Zwischenrufe in diesen Gottesdiensten waren aus diesem Grunde nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

 

Dass das aber natürlich nicht geht, sondern die Versammlung stört, ist klar, denn so kommt man mit einem Thema nie zu Ende und alle anderen werden auch nur noch verwirrt. Denn es war sicher nicht nur eine Frau in diesen Gottesdiensten, sondern viele - und der größte Teil von ihnen hatte dieselbe “Problematik”: mangelnde Bildung, deshalb ein Nichtverstehen von vielen Dingen und ein direktes, sofortiges Nachfragen beim Sitz-Nachbarn.

 

Deshalb sagt Paulus, die Frauen sollen sich in der Gemeinde still verhalten und wenn sie Fragen zu dem Gesagten haben, später ihre Ehemänner fragen. Und das ist absolut gut und richtig - denn ansonsten ist keine vernünftige Lehre möglich.

 

“BRISTOW führt aus, dass die griechische Sprache dreißig verschiedene Wörter kennt, die mit “reden” übersetzt werden können - einige davon bedeuten verkündigen, sagen, sprechen, lehren. Wenn aber jemand sagen wollte: “Bitte stört das Gebet nicht durch lautes Reden”, so mußte er das Verb “laleo” wählen, und genau dieses Wort gebraucht Paulus hier. Da es in den Anweisungen von Paulus um Ordnung im Gottesdienst geht, ist es vollkommen einleuchtend, dass er darum bittet, keine Privatgespräche zu führen, so dass der Gottesdienst nicht durch lautes Gerede gestört wird. (Zitat aus “Ohne Unterschied” S. 86)”

 

Dass die Frauen mit ihren Fragen nun nicht jede Veranstaltung unterbrechen sollen, heißt aber nicht, dass sie zu keinem Zeitpunkt jemals etwas sagen dürfen - erst recht nicht, wenn sie selbst eine geistliche Bildung erworben haben. DANN dürfen auch sie sprechen, lehren und Gottes Wort weitergeben. An anderen Stellen spricht derselbe Paulus ja z. B. davon, dass Frauen ebenso wie Männer prophetische Worte von Gott bekommen, er spricht davon, wie Frauen sich verhalten sollen, wenn sie beten oder in der Gemeinde sprechen.

 

All das würde ja diesem “Befehl”, immer, zu jeder Zeit und für alle Zeiten zu schweigen, völlig widersprechen. Mehr dazu liest du in dem Artikel.

 

Nicht zuletzt sollten wir mal genauer analysieren, wie Jesus eigentlich die Frauen gesehen hat, wie er sie behandelt hat und welche Stellung er ihnen gegeben hat. Gegenüber den damaligen Gebräuchen und kulturellen Gepflogenheiten hat er jede Struktur und jedes System durchbrochen und “auf den Kopf gestellt” und Frauen in einer Art und Weise behandelt (positiv), die zu der damaligen Zeit und in dem damaligen (religiösen) System absolut undenkbar war.

 

Es gibt dazu auch einen sehr guten Artikel von Frank Viola, den man hier abrufen kann: http://www.hisman.de/pdf/die-frau-in-der-gemeinde.pdf  . Dort wir noch genauer anhand der Bibel geprüft, warum die sich mit den Jahren eingeschlichene traditionelle Verständnisweise dieser Stelle nicht haltbar ist.

 


© Lisa Holtzheimer     www.herz-toene.de      www.holtzwurm.de

 

 

Wer ist Benny Hinn?


Frage:

ch habe ein ungutes Gefühl bei diesem Mann und dem, was er tut (vor allem, WIE er es tut), deshalb die Frage: Was ist von Benny Hinn zu halten?


Du sagst, du hast Schwierigkeiten mit dem, 1. was Benny Hinn tut und 2.,wie er es tut, und 3. möchtest du wissen, was von ihm zu halten ist.

Auf diese Fragen möchte ich dir gerne etwas ausführlicher antworten,und wenn die Fragen 1 und 2 beantwortet sind, ist sicherlich damit auch die Frage 3 beantwortet.


1. Was tut Benny Hinn?

Das lässt sich mit einem kurzen Satz sagen: Er verkündigt das Evangelium
und Jesus Christus!

2. Wie tut er es?
Das ist vermutlich die größere Frage bei dir. Ich weiß nicht, aus welchem gemeindlichen Hintergrund du kommst. Je nach unserem Hintergrund sind uns bestimmte Dinge fremder oder vertrauter. Christen aus landeskirchlichen Gemeinden oder sehr konservativen evangelikalen Gemeinden haben oft Schwierigkeiten mit dem charismatischeren Ausleben des Glaubens; Christen, die pfingstlerisch oder charismatisch geprägt sind, kennen oft die konservativen oder evangelikalen Praktiken nicht oder nicht so gut. Ich selbst kenne alle drei “Seiten” inzwischen sehr gut, weil ich mich in allen drei Gemeindeformen bewegt habe. Und dabei habe ich viel gelernt.

Was ist normal?
Als “normal” empfinden Menschen grundsätzlich erst einmal das, was ihnen vertraut ist und worin sie sich bewegen und leben. Im geistlichen ebenso wie im natürlichen Leben. Ein Kind, das auf dem Bauernhof groß geworden ist, findet es völlig normal, dass Kühe jeden Tag gemolken werden müssen - auch sonntags und an Weihnachten, während für ein Kind aus der Stadt völlig normal ist, dass die ganze Familie sonntags ausschlafen kann. Ein Kind aus der Großstadt findet es völlig normal, dass es vielleicht jeden Tag 1 Stunde mit der S-Bahn zur Schule fahren muss, während das Kind auf dem Dorf in 5 Minuten zu Fuß zur Schule um die nächste Straßenecke geht. Und beide Lebensformen sind gleichwertig “richtig”.

Warum erzähle ich das? Weil es uns in unserem christlichen Denken genauso geht. Wir alle sind in irgendeiner Form geprägt. Und das, worin wir uns vielleicht schon von Kindesbeinen an bewegen, ist für uns normal und richtig. Je nach Gemeindeform und auch nach Persönlichkeit der entsprechenden Leitung wird uns auch vermittelt, wie andere Gemeindeformen zu sehen sind - im positiven ebenso wie im negativen Sinn. Das alles prägt uns und unser Denken - oft viel mehr, als uns überhaupt bewusst ist.

Andere Länder - andere Sitten
Wir leben in Deutschland. Deutschland ist ein recht “kühles” Land - das meine ich jetzt weniger klimatisch gesehen, als emotional-geistlich. Wir Deutschen sind von vielen Dingen geprägt. Emotionalität ist in Deutschland eher nicht gefragt. Arbeitnehmer sollen sich nicht in erster Linie wohl fühlen am Arbeitsplatz, sondern sie sollen “funktionieren”. Gefühle zeigen, ist nicht so “das Ding” der Deutschen. In Deutschland ist Genauigkeit in allen Dingen ein hoher Anspruch.

In anderen Ländern ist das ganz anders. Wir brauchen gar nicht so weit wegzudenken. Schon Italien oder Spanien, nicht allzuweit von Deutschland weg, EU- und Euro-Länder - also auf vielfältige Weise mit Deutschland verbunden. Doch die Mentalität in diesen Ländern ist eine ganz andere. Die deutsche Genauigkeit wird dort längst nicht so ernst genommen - im Gegenteil, sie wird dort sogar ein wenig belächelt. Nicht umsonst ist die “deutsche Pünktlichkeit” in vielen Ländern ein geflügeltes Wort geworden. Wer einmal in den südeuropäischen Ländern war, weiß, dass man es dort mit dieser Pünktlichkeit nicht so genau nimmt. Oder mit den Verkehrsregeln … Das ließe sich in vielen Punkten fortsetzen. Und trotzdem läuft und “funktioniert” auch in diesen Ländern alles genauso gut wie bei uns.

Und auch dies lässt sich auf die geistliche Ebene übertragen. Hier in Deutschland ist auch das geistliche Leben oft eher “kühl”. Die meisten Gemeinden in Deutschland sind - mal abgesehen von den Landeskirchen - die konservativ-evangelikalen Gemeinden. Die charismatischen Gemeinden sind hier nicht so häufig vertreten und weniger bekannt. Auch das ist in anderen Ländern ganz anders.

Woher kommt Benny Hinn?
Aus dieser Perspektive heraus wird vielleicht schon ein wenig deutlicher, warum die Art und Weise, in der Benny Hinn seinen geistlichen Dienst tut, auf uns “kühle Deutsche” schnell befremdlich wirken kann. Aber Benny Hinn ist kein Deutscher und mit ganz anderen Maßstäben aufgewachsen als wir hier. Geboren wurde Benny Hinn 1952 in Jaffa (Israel). Mit 15 Jahren siedelte die Familie über nach Kanada. Dort bekehrte sich Benny später.

Er wuchs nicht in einer christlichen Tradition auf, und als er mit Christen in Berührung kam, waren diese keine deutschen evangelikalen Landeskirchler, sondern gehörten zu der in Amerika sehr viel bekannteren charismatischen “Richtung”. Das, was besonders auf geistlicher Ebene hier in Deutschland als normal empfunden wird (und damit auch als gesellschaftsfähig gilt), ist in Amerika sehr viel kleiner. Während hier die größten Kirchen die ev. Landeskirche und die kath. Kirche sind, ist besonders die ev. Kirche in Nordamerika nur wenig bekannt. Freikirchen sind dort sehr viel größer. Dasselbe gilt innerhalb des freikirchliche Bereiches. Das konsverative Christentum gibt es dort auch, aber ebenso bekannt und akzeptiert ist dascharistmatische Christentum.

In diesem Umfeld hat sich Benny Hinn bekehrt, seine ersten geistlichen Schritte getan und ist geistlich gewachsen. Er hat von Anfang an die Bibel “verschlungen” und immer wieder “durchstudiert” und dadurch und dabei Gott sehr persönlich kennen gelernt.

Später kam dann seine Berufung in den geistlichen Dienst. Diesen tut er bis heute im Auftrag Gottes - und nicht im Auftrag von Menschen.

Kritik an Äußerlichkeiten
Das, was viele Menschen vor allem in Deutschland ihm oft “ankreiden”, ist seine Art, sich zu kleiden, seine Betonung der Geistesgaben und seine “Arbeit” damit. Doch wenn man mal von Äußerlichkeiten absieht (es gibt keine Bekleidungsvorschriften für Diener Gottes in der Bibel, die weiße Anzüge verbieten …), und das, was er tut, anhand der Bibel prüft, kommt man ganz klar zu dem Ergebnis, dass er nichts tut, was die Bibel nicht unterstützt.

Er legt Menschen Hände auf und sie werden im Namen Jesu geheilt. Das ist wunderbar und nachprüfbar in der Bibel, z. B. in Markus 16, 17: “Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; 18 werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.”

Dass Menschen durch die Kraft des Heiligen Geistes umfallen, ist nicht unüblich - und wer es einmal selbst erlebt hat, wird nie wieder auf die Idee kommen, dass hier nicht Gott im Spiel war. Wenn Gottes Kraft und seine Herrlichkeit anwesend sind, dann hinterfragt niemand mehr kritisch - dann ist sehr, sehr klar und deutlich, dass es der Herr selbst ist, der handelt.

Und alles, was Benny Hinn tut, tut er in Verbindung mit der Predigt des Wortes Gottes. Und immer wieder führt er Menschen zum lebendigen Glauben an Jesus.

Eine eigene Meinung bilden
Leider habe ich immer wieder erlebt, dass Menschen Hinn (oder andere Evangelisten) kritisieren anhand von Äußerlichkeiten, und wenn man genauer nachfragt, muss man feststellen, dass diese Leute noch nie etwas von der kritisierten Person selbst gehört oder gelesen haben, sondern sich ihre Meinung nur bilden aus Dingen, die sie von Dritten über diese Person gehört haben. Auf Grund vieler Erfahrungen habe ich persönlich mich entschieden, auf solche Meinungen nicht mehr zu hören, sondern mir grundsätzlich selbst ein Bild zu machen.

Im “Fall” Benny Hinn habe ich das getan, ich habe ihn zwar leider bisher noch nicht persönlich erlebt, aber viele Sendungen mit ihm gesehen und Bücher von ihm gelesen. Zum besseren Kennenlernen würde ich das Buch “Guten Morgen, Heiliger Geist” empfehlen, in dem er sehr persönlich über seinen persönlichen und geistlichen Werdegang erzählt.


© Lisa Holtzheimer• www.holtzwurm.de • www.herz-toene.de


Derek Prince

Frage:

Kann man Bücher von Derek Prince bedenkenlos weitergeben?


Auf eine kurze und klare Frage eine kurze und klare Antwort: Ja, auf jeden Fall!

Derek Prince war einer der größten Bibellehrer seiner (und auch unserer) Zeit. Er starb 2003 in Jerusalem, wo er lange gewohnt hatte.

Zum besseren Verständnis versuche ich, hier einen ganz kurzen Abriss des Lebenslaufes von Derek Prince wiederzugeben. Geboren wurde er 1915 in Indien, wo er seine ersten Lebensjahre verbrachte. Schon im Alter von 10 Jahren war er in der Lage, Poesie in griechischer und lateinischer Sprache zu übersetzen und auch selbst zu verfassen - eine gute Grundlage für seine späteren Bibelstudien. Doch zu diesem Zeitpunkt war er noch kein Christ. Er war nicht christlich aufgewachsen und absolvierte nach seiner College-Ausbildung ein Philosophie-Studium, das sein Leben zu der Zeit sehr beeinflusste.

Dann kam der Zweite Weltkrieg, in den Prince als Sanitäter ging. Innerhalb der ersten neun Monate beim Militär kämpfte er sich durch die Bibel hindurch und fand sie rätselhaft und verwirrend - völlig anders als jedes Buch, das er bis dahin gelesen hatte. Er sagt dazu: “Ich konnte die Bibel nirgendwo einreihen. War sie nun ein Werk der Geschichte, Philosophie, Literatur, Theologie oder Poesie - war sie vielleicht sogar von Gott inspiriert?”

Im Juli 1941 begegnete er dann dem “Autor” der Bibel in seiner Militärbarracke in Yorkshire. Dieses übernatürliche Ereignis beschreibt er so:

“Auf Grund dieser Begegnung bin ich zu zwei Schlußfolgerungen gekommen, die ich niemals ändern mußte: Erstens, dass Jesus Christus lebt; zweitens, dass die Bibel ein wahres, relevantes und aktuelles Buch ist. Diese beiden Schlussfolgerungen haben meinen Lebensweg radikal und permanent verändert. Plötzlich erschien mir die Bibel klar und verständlich; Gebet und Gemeinschaft mit Gott wurden so natürlich wie das Atmen; die grundlegenden Wünsche, Motive und Absichten meines Lebens hatten sich über Nacht verändert. Endlich hatte ich das gefunden, wonach ich so lange gesucht hatte! Der Sinn und Zweck des Lebens ist eine Person!”

Auf Grund dessen verwarf er seine philosophischen Überzeugungen und distanzierte sich scharf von diesen Dingen und von dem, was er früher geglaubt und gelehrt hatte, da Philosophie und biblischer Glaube sich gegenseitig zutiefst widersprechen.

Beinahe unmittelbar nach seiner dramatischen Bekehrung wurde Derek auf einem Truppentransportschiff nach Nordafrika abkommandiert. Prince selbst sagt, dass er im Zeitraum der nächsten drei Jahre in den Wüstenregionen Ägyptens, Lybiens und des Sudans sein “Jüngerschaftstraining in der Wüste” absolviert habe. Dort ging er seinem Bibelstudium mit dem gleichen Eifer und der gleichen Sorgfalt nach, die er zuvor in seiner akademischen Laufbahn angewendet hatte. In dieser Zeit “entdeckte” er auch die Wirksamkeit des Fastens in Verbindung mit Gebet.

Als ihn dort in Afrika eine hartnäckige Hautkrankheit befiel, machte er zum ersten Mal die Erfahrung, dass Gott wirklich heilt. Die Ärzte hatten die Krankheit als unheilbar eingestuft, doch Prince forschte während seines beinahe einjährigen Krankenhausaufenthaltes in der Bibel und bat Gott um Hilfe. Er wurde geheilt und die Krankheit ist in seinem ganzen Leben nie wieder aufgetreten.

Dies waren seine ersten Erfahrungen damit, dass Gott im Leben von Menschen ganz individuell wirkt und alles, was in der Bibel steht, heute noch ebenso aktuell ist wie vor 2000 Jahren.

… um das hier jetzt abzukürzen: dies war letztlich der Grundstein seines späteren weltweiten Dienstes. Derek Prince wurde von Gott mehr und mehr in den Befreiungsdienst gerufen und hat unzähligen Menschen geholfen, Befreiung in ihrem Leben zu finden.

Gerade dies ist ein Punkt, der in Deutschland gerne an Prince kritisiert wird. Aber Derek Prince hat nichts anderes getan, als die Bibel wirklich für wahr und verbindlich zu halten - von A bis Z. Wenn man ihm in seinen zahlreichen Vorträgen zuhört oder seine Bücher liest, weiß man, dass er täglich viel Zeit damit verbracht hat, die Bibel zu studieren und mit Gott zu sprechen, also zu beten. Sein gesamter Dienst resultiert aus diesem Kontakt mit Gott - Bibellesen und Gebet.

Neben seinem umfangreichen Wissen, seinen ausgeprägten Sprachkenntnissen in mehreren Sprachen (vor allem in den Sprachen des biblischen Ur-Textes, Griechisch und Hebräisch) und seiner tiefen Bibelkenntnis hatte Prince die Gabe, die biblischen Wahrheiten und Inhalte auf leicht verständliche Weise wiederzugeben, so dass auch “einfache” Menschen seine Bücher lesen und seine Vorträge verstehen konnten. Obwohl ich eine theologische Ausbildung hinter mir und viele Jahre in diesem Bereich gearbeitet habe, habe ich durch kaum jemanden soviel Wertvolles gelernt, wie durch die Bücher und Vorträge von Derek Prince.

Wer sich näher über Derek Prince informieren möchte, findet eine ausführlichere Form seines Lebensbildes und seines Dienstes im Internet unter www.ibl-dpm.net.


© Lisa Holtzheimer• www.holtzwurm.de • www.herz-toene.de


Der göttliche Tausch am Kreuz

Als ich mir Gedanken gemacht habe über dieses Seminar und diesen Gottesdienst, bin ich beim Lesen eines guten Buches auf etwas gestoßen, das mir dann sehr ins Auge sprang. Zuerst dachte ich: nun, das kennen wir alle schon, wir sind ja alle Christen, und die meisten von uns vermutlich nicht erst seit gestern … Außerdem wollte ich doch zum Thema „Leidenschaft“ predigen … und dies scheint auf den ersten Blick so gar nichts damit zu tun zu haben …

Als ich mich aber ein bisschen tiefer in das Thema eingelesen habe, schien Jesus mir zu sagen, dass es zwar stimmt, dass alle Christen dies in irgendeiner Form schon einmal gehört haben, aber dass eben sehr oft nur an der Oberfläche gekratzt wird, aber kaum jemand sich schon einmal wirklich tief damit beschäftigt hat. Ich konnte ihm nur Recht geben – ich selbst bin auch nicht erst seit gestern Christ, und trotzdem hatte ich diese Botschaft in all den Jahren noch nicht in dieser Tiefe und Ausführlichkeit gehört.

Darum möchte ich euch heute etwas tiefer mit in den „göttlichen Tausch“ hineinnehmen.

Der göttliche Tausch – was ist denn das??

Wir wissen wohl alle, dass die gesamte Botschaft der Bibel sich letztlich um ein einzigartiges historisches Ereignis dreht – nämlich den Opfertod Jesu am Kreuz. Der Schreiber des Hebräerbriefes sagt dazu:

Hebr 10, 14

Denn mit einem Opfer hat er (Jesus) die, die geheiligt werden, für immer vollkommen gemacht.

Hier wird also deutlich gemacht, dass durch den Tod Jesu alle Menschen, die an ihn glauben, vollkommen gemacht wurden – und dies gilt für immer, also für alle Zeiten – von Anfang der Welt bis hin in die Ewigkeit. Dieses Opfer Jesu gilt für jede Not der gesamten Menschheit. Es gibt keine Ausnahme. Keine Ausnahme der Not und keine Ausnahme eines Menschen. Es gilt für alle!

Paulus schreibt in Phil 4, 19:

Phil 4, 19

Mein Gott aber wird all euer Bedürfnis nach seinem Reichtum in Herrlichkeit erfüllen in Christus Jesus.

Durch die Zeiten hinweg gab und gibt es unzählige Menschen auf der Erde – und jeder dieser Menschen hat seine ganz eigenen Probleme. Jedes dieser Probleme erfordert eine individuelle Lösung, würden wir sagen. Doch Gott hat für diese unzähligen Probleme nicht viele verschiedene Lösungen.

Er bietet uns eine Lösung an, die in sich völlig ausreichend ist und mit der jegliches Problem beantwortet wird. Egal, aus welchem Hintergrund wir kommen – egal, welcher Art unser spezielles Problem ist – egal, aus welcher Kultur wir kommen, aus welchem Land, welchen Bildungsstandard wir haben … um Gottes Lösung annehmen zu können, müssen wir alle zu ein- und demselben Ort kommen: zum Kreuz Jesu.

Den umfassendsten Bericht in der Bibel über das, was am Kreuz wirklich passierte, gibt uns der Prophet Jesaja – 700 Jahre vor der Geburt Christi. In Jes. 53, 10 heißt es:

Jes 53, 10

Aber dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern; und das Vorhaben des Herrn wird in seiner Hand gelingen

Hier zeichnet der Prophet das Bild eines Knechtes Gottes, dessen Seele Gott als Schud­opfer dargebracht werden soll. Wir gehen später noch näher darauf ein.

Die Verfasser des Neuen Testamentes sind sich einig darüber, dass dieser Knecht, dessen Name nicht genannt wird, Jesus ist.

Der göttliche Zweck, der durch sein Opfer erfüllt wird, wird in Jesaja 53, 6 zusammengefasst:

Jes 53, 6

Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn.

Hierin wird gleichzeitig auch das grundlegende Problem der Menschheit deutlich: Jeder wandte sich auf seinem eigenen Weg. Nicht jeder hat dasselbe „Maß“ an Sünde – die meisten von uns haben sicher noch keinen Menschen ermordet, ausgeraubt oder die Ehe gebrochen. Doch selbst derjenige, der ein „tadelloses“ Leben führt und immer rechtschaffen gehandelt hat, sich noch nicht einmal „dunkler“ Gedanken bewusst ist, fällt unter diesen Punkt. Denn wir alle haben uns unserem eigenen Weg zugewandt und dadurch Gott den Rücken gekehrt. Niemand – ohne Ausnahme – kann sich davon frei sprechen.

Gut – dies aber nur am Rande, denn ich denke, wir alle wissen dies – ohne diese Selbsterkenntnis hätten wir uns wahrscheinlich nie zu Jesus bekehrt.

Warum ich darüber spreche, hat ja den tieferen Hintergrund, diesen göttlichen Tausch näher zu erklären.

Zusammenfassend könnte man den göttlichen Tausch in folgendem Satz wiedergeben:

Das Böse kaum auf Jesus, damit uns das entsprechende Gute angeboten würde.

Doch diese Zusammenfassung hat viele einzelne Aspekte, von denen ich auf einige hier näher eingehen möchte.

Die ersten beiden Aspekte dieses Tauschs finden wir in Jesaja 53, 4 – 5 deutlich hervorgehoben:

Jes 53, 4- 5

Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.

Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.

Hierin sind zwei Wahrheiten zusammengefügt: Die erste bezieht sich auf den geistlichen Bereich, die zweite auf den körperlichen.

Auf geistlicher Ebene hat Jesus die Strafe, die uns zustehen würde, auf sich genommen, damit wir Vergebung empfangen und Frieden mit Gott haben können.

Auf der körperlichen Ebene hat Jesus unsere Krankheiten und Schmerzen getragen, damit wir durch seine Wunden geheilt würden. Dies wird im Neuen Testament weiter bestätigt. In Mt 8, 16 – 17 wird in Bezug auf Jesaja 53, 4 über Jesus gesagt:

Mt 8, 16 - 17

… er heilte alle Leidenden, damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht: ‚Er selbst nahm unsere Schwachheiten auf sich und trug unsere Krankheiten.’

Und Petrus sagt in seinem 1. Brief über Jesus:

1 Pt 2, 24

Er hat unsere Sünden selber mit seinem Leibe an das Marterholz hinaufgetragen, damit wir, von den Sünden freigemacht, der Gerechtigkeit leben möchten: durch seine Wunden seid ihr geheilt worden.

Auch Petrus lehnt sich hier eng an Jesaja 53 an.

Diese beiden Aspekte des Tauschs könnte man also zusammenfassen mit den Worten:

Jesus wurde bestraft, damit wir Vergebung empfangen können.

und

Jesus wurde verwundet, damit wir Heilung empfangen können.

Ganz wichtig ist mir an dieser Stelle, dass dieser Tausch nicht erst im Himmel „gültig“ wird, sondern schon hier und heute auf der Erde Gültigkeit hat. Es heißt nicht: durch seine Wunden werdet ihr (einst im Himmel) geheilt werden. Sondern es heißt: durch seine Wunden seid ihr geheilt worden.

Vollendete Vergangenheit. Es ist schon passiert. Jesus hat uns schon Heilung geschenkt, er hat unsere Krankheiten schon am Kreuz getragen. Wir können es hier und heute in Anspruch nehmen.

Dies aber nur am Rande, das würde jetzt eine weitere Predigt erfordern, dies näher auszuführen.

Denn es gibt noch weitere Aspekte in diesem Tausch, auf die ich noch eingehen möchte.

Den dritten Aspekt finden wir wieder in Jesaja 53, 10. Dort heißt es, dass der Herr das Leben Jesu zu einem „Schuldopfer“ machte. Aus dem frühen Alten Testament kennen wir das mosaische Gesetz, in dem es verschiedene Vorschriften für Sündopfer gab.

Wer gesündigt hatte, musste dem Priester als Opfergabe einen Schafbock, einen Stier oder ein anderes Tier bringen. Dann bekannte er seine Sünde über dem Opfertier, der Priester übertrug diese Sünde symbolisch auf das Tier, das dann getötet wurde und damit für die Sünde des Menschen bezahlte. Daher stammt der Begriff „Sündenbock“, den wir auch heute noch gerne benutzen. Wer eine Sünde begangen hatte, brauchte einen Sündenbock, der anstelle des Sünders getötet wurde. Deutlich wird darin, dass es immer nötig war, Blut zu vergießen, um eine Sünde bezahlen zu können.

Diese Sündopfer des mosaischen Gesetzes dienten schon dazu, auf den Opfertod Jesu hinzuweisen, der dann für immer ausreichend war – im übrigen auch rückwirkend für die Gläubigen des Alten Bundes. Am Kreuz wurde die Sünde der ganzen Welt auf die Seele Jesu übertragen, und Jesus wurde an unserer Stelle getötet und leistete damit die Sühne für alle Sünde der gesamten Menschheit aller Zeiten.

In Anlehnung an 2 Kor 5, 21 können wir also sagen:

Jesus wurde mit unserer Sündhaftigkeit zur Sünde gemacht, damit wir mit seiner Gerechtigkeit gerecht würden.

und

Jesus starb unseren Tod, damit wir an seinem Leben teilhaftig würden.

Einen weiteren Aspekt – es ist der fünfte übrigens :-) - finden wir in 2 Kor 8, 9:

2 Kor 8, 9

Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, da er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich werdet.

In diesem Vers hört man den Tausch schon besonders gut heraus. Jesus wurde arm, damit wir reich würden.

Dazu muss man vielleicht erst einmal definieren, was genau Armut eigentlich ist. Wenn man sich das Leben Jesu ansieht, könnte man auf den ersten Blick meinen, Jesus sei sein Leben lang arm gewesen. Aber war er das wirklich?

Nun, er hatte – soweit wir wissen – nie viel Bargeld bei sich (und Geldautomaten gab es am See Genezareth meines Wissens nach keine … :-) ). Aber war er deshalb wirklich arm?

Ich denke nicht. Zwar sagt er sogar an einer Stelle, dass der Menschensohn nichts habe, wo er sein Haupt hinlegen könne – aber trotzdem war Jesus nicht arm, und er sah sich auch nicht so. Denn wenn wir ihn weiter beobachten, merken wir, dass er immer alles hatte, was er gerade brauchte – all seine Bedürfnisse wurden immer erfüllt. Seinen Jüngern ging es genauso. Als er sie in Lk 22, 35 fragt, ob sie jemals Mangel gelitten hätten, als er sie ohne Geldbeutel und ohne Tasche aussandte, mussten sie ehrlich antworten: „Niemals!“

Jemand, der nun immer all das hat, was er zum derzeitigen Zeitpunkt zum Leben braucht, kann man sicher nicht als arm bezeichnen. Im Gegenteil. Jesus hatte genug für sich selbst und er konnte auch jederzeit noch etwas geben. Und würde irgendjemand einen Menschen als arm bezeichnen, der 5000 Männer plus Frauen und Kinder satt machen kann? Zu diesem Zeitpunkt brauchte Jesus Nahrung für 12- bis 15.000 Menschen – und problemlos war sie da, und das ganz ohne Supermarkt …

Armut ist also sicherlich etwas anderes als der reine Mangel an Bargeld. Eine gute Definition von Armut, die wohl auch heute noch jeder unterschreiben würde, finden wir in 5 Mo 28, 48. Dort wird „Armut“ mit vier Worten zusammengefasst: Hunger, Durst, Blöße, Mangel an allem.

Und diese vier Aspekte hat Jesus am Kreuz in vollem Ausmaß erlitten. An diesem Punkt wurde Jesus arm für uns.

  • Jesus war mit Sicherheit hungrig, weil er gut 24 Stunden nichts mehr gegessen hatte.

  • Eins seiner letzten Worte am Kreuz war: „Mich dürstet!“

  • Jesus war nackt. Die Soldaten hatten ihm seine Kleidung ausgezogen, und es war üblich, dass die Verurteilten nackt ans Kreuz gehängt wurden. Für Jesus wurde sicherlich keine Ausnahme gemacht, auch wenn das aus Pietätsgründen in heutigen Darstellungen anders aussieht.

  • Jesus hatte Mangel an allem. Er hatte keinerlei Besitz mehr. Nach seinem Tod wurde er in ein geliehenes Leinentuch gewickelt, und das Grab, in das er gelegt wurde, war nicht sein eigenes. Damals war es nicht unüblich, dass Menschen ihre Grabstätten schon hatten bauen lassen (normalerweise in den Fels gehauene Höhlen) – deshalb konnte Joseph von Arimathia Jesus in das Grab legen, das er für sich selbst gekauft hatte.

Weil nun Jesus für uns arm wurde, zeigt uns Paulus in 2 Kor 9, 8 die andere Seite des Tauschs auf:

2 Kor 9,8

Gott aber vermag auf euch überströmen zu lassen jede Gnade, damit ihr in allem allezeit alles Genüge habt und überströmt zu jedem guten Werk.

Paulus macht sehr deutlich, dass die einzige Grundlage dieses Tausches die Gnade Gottes ist. Niemand kann sich diesen Tausch verdienen. Man kann ihn nur im Glauben annehmen.

Weil also Jesus für uns arm wurde, sind wir mit seinem Reichtum reich.

Das bedeutet – wie wir gesehen haben – nicht immer, jederzeit ein gut gefülltes Bankkonto zu haben. Vielmehr wird unser „Überfluss“ oft genauso aussehen wie es bei Jesus war. Wir werden nicht viel Bargeld – oder kein ständig überfließendes Bankkonto – haben; aber wir werden jeden Tag genug haben, um unsere Bedürfnisse zu stillen, die Miete zu zahlen, etwas zu essen zu kaufen … und wir werden immer noch etwas übrig haben für die Bedürfnisse der anderen.

Wir sollen unseren Zehnten geben – und wir können wirklich Arme unterstützen, indem wir spenden, sie zum Essen einladen oder was auch immer.

Wenn wir Jesu Tat am Kreuz in dieser Tiefe verstanden haben und auf uns anwenden, werden wir immer genügend Geld oder andere notwendige Mittel haben, um dies alles tun zu können, ohne in den finanziellen oder existenziellen Abgrund abzurutschen. Einen wichtigen Grund, warum Gott uns gerade auf diese Art und Weise versorgt, finden wir in Apg 20,35:

Apg 20, 35

Geben ist seliger denn nehmen.

Ein sehr einfaches, aber wirksames Prinzip. Ich selbst kann ein langes Lied davon singen. Eine genauere Ausführung würde den Rahmen dieser Predigt sprengen, aber ich erlebe tatsächlich gerade in meiner aktuellen Situation, dass Gott mich versorgt, dass ich wirklich alle meine Bedürfnisse stillen kann und tatsächlich immer noch etwas übrig ist – und das, obwohl ich rein menschlich wirklich beinahe zu wenig Geld habe.

Gott möchte, dass alle seine Kinder den größeren Segen genießen können! Deshalb versorgt er uns so reichlich, dass wir neben unseren eigenen – ganz unterschiedlichen – Bedürfnissen auch noch anderen abgeben können.

Einen letzten Aspekt – oder zwei Aspekte, die eng miteinander verwoben sind – dieses Tauschs möchte ich noch weitergeben.

Der Tausch Jesu am Kreuz erstreckt sich auch auf alle Formen emotionalen Leidens, die infolge der menschlichen Schuld entstehen. Auch hier hat Jesus das Böse ge- und ertragen, damit wir stattdessen das Gute genießen können.

Zwei der furchtbarsten Wunden, die uns unsere Schuld zufügt, sind Schmach und Ablehnung. Beide kamen am Kreuz auf Jesus.

Schmach gibt es in unterschiedlicher Intensität – weil es schon so spät geworden ist, lasse ich die Einzelheiten hier mal weg … Das Gefühl reicht auf jeden Fall von übermäßiger Verlegenheit bis hin zu einem Gefühl zermarternder Unterwürfigkeit, das den Menschen von einer sinnerfüllten Beziehung mit Gott und auch mit anderen Menschen abschneidet.

Die Hinrichtung am Kreuz war die schmachvollste aller Todesarten der damaligen Zeit. Nichts wurde dem Verurteilten erspart – wie schon erwähnt, hing er völlig nackt mit wahnsinnigen Schmerzen am Kreuz und war den Blicken der meist in Schaaren auftretenden neugierigen Menschen schutzlos ausgeliefert, wurde in aller Regel verspottet und nicht selten angespuckt.

Jesus ertrug unsere Schmach – in jeder Form, deshalb ist es Gottes Absicht, diejenigen, die ihm vertrauen, an seiner ewigen Herrlichkeit teilhaben zu lassen.

In Hebr 2, 10 heißt es.

Hebr 2, 10

Denn es geziemte ihm (Gott) … indem er viele Söhne zur Herrlichkeit führte, den Urheber ihrer Errettung (Jesus) durch Leiden vollkommen zu machen.

Die Schmach, die Jesus am Kreuz ertragen hat, hat allen, die ihm vertrauen, den Weg zur Befreiung von ihrer eigenen Schmach geöffnet – und darüber hinaus teilt Jesus mit uns auch noch die Herrlichkeit, die ihm aufgrund des ewigen Rechts zusteht!

Und auch dieser Tausch – wie alle vorherigen auch – hat seine Gültigkeit hier und jetzt, für mich und für dich heute! Wir müssen keine Schmach mehr fühlen, denn wir sind zur Herrlichkeit berufen!

Sehr Ähnliches gilt für die Ablehnung. Ablehnung verursacht oft noch viel größeres Leid als Schmach. In der Regel rührt sie von irgendeiner zerbrochenen Beziehung in der Kindheit her, in der frühesten Form tritt sie auf, wenn eine Frau ihr noch ungeborenes Kind ablehnt. Diese Gefühle werden schon dann auf das Kind übertragen, und im schlimmsten Fall quält sich dieses Kind bis ans Ende seines Lebens damit, nicht gewollt zu sein. Dies wird dann auf andere Menschen und nicht selten auch auf Gott übertragen.

Es gibt weitere Gründe dafür, dass ein Mensch mit Ablehnung kämpft – hier soll es nun wieder mehr um die Heilung davon gehen als um die Gründe. In Mt 27, 46 und 50 können wir nachlesen, wie Jesus in der schlimmsten Stunde seines Lebens die Ablehnung pur ertragen musste:

Mt 27, 46

Um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf uns sagte: ‚Eli, Eli, lemá sabachtháni?’ Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Zum ersten Mal in der Geschichte des Weltalls rief der Sohn Gottes zu seinem Vater und bekam keine Antwort. Jesus war so sehr eins mit der Schuld der Menschen, dass Gott in seiner kompromisslosen Heiligkeit sogar seinen eigenen Sohn verwerfen musste.

Jesus litt also unter der Ablehnung in ihrer qualvollsten Form – vom eigenen Vater abgelehnt zu werden. Beinahe unmittelbar darauf starb er, und Psalm 69, 20 sagt uns, dass er nicht in erster Linie an den Wunden der Kreuzigung starb, sondern an einem gebrochenen Herzen.

Und dann passierte es! Der Vorhang des Tempels zerriss in zwei Stücke, von oben bis unten!

Der Vorhang des Tempels war ein riesiges, zentnerschweres Stück Stoff, mehrere Meter hoch und mehrere Zentimeter dick. Kein Mensch hätte es je einfach so zerreißen können – schon gar nicht von oben nach unten.

Durch dieses symbolhafte Geschehen wurde deutlich, was in diesem Moment, in dem Jesus starb, wirklich passierte: Die Tür für eine direkte Beziehung des Menschen zu Gott war geöffnet worden – besser gesagt: sie war herausgerissen und weggeworfen worden.

Der Vorhang im Tempel hing vor dem Allerheiligsten – dieses dufte kein Normalsterblicher betreten. Allein der Hohepriester durfte nur einmal im Jahr dort hinein. Und wenn er hineinging, trug er ein Gewand mit Glöckchen, so dass man draußen hören konnte, wenn er sich bewegte – und er hatte ein Seil um seinen Fuß gebunden, damit man ihn – sollte er ausgerechnet im Allerheiligsten sterben – an diesem Seil herausziehen konnte, denn niemand anders durfte ja diesen Raum betreten.

Nun war dieser Vorhang, der mächtiger war als eine Gefängnismauer, zerrissen – der Zugang zum Allerheiligsten war ein- für allemal frei!

Die Ablehnung Jesu hat dazu geführt, dass wir von Gott als seine Kinder angenommen werden konnten und wurden!

Die jetzt erwähnten Aspekte des göttlichen Tausches sind längst nicht alle. Es gibt im Grunde keine Not, keinen Mangel, der sich nicht aus der Rebellion des Menschen gegen Gott ableiten lässt. Deshalb gilt für jede Not und jeden Mangel dasselbe Prinzip des göttlichen Tausches:

Das Böse kam über Jesus, damit uns das Gute angeboten würde.

Wenn wir lernen, dieses Prinzip in unserem Leben anzuwenden, wird Gottes Fürsorge für all unseren Mangel freigesetzt.

Die letzten Worte Jesu am Kreuz waren: „Es ist vollbracht!“

Es ist vollbracht – das war ein Schrei des Triumphes! Jesus hatte jegliche schlimme Konsequenz, die die Rebellion über die Menschen gebracht hatte, auf sich genommen. Er hatte jeden Fluch des gebrochenen göttlichen Gesetzes ausgeschöpft. Er tat all das, damit wir stattdessen jeden Segen empfangen könnten, der ihm für seinen Gehorsam zustünde.

Und hier schließt sich der Kreis zum Thema „Leidenschaft“. All das, was Jesus für uns am Kreuz getan hat, ist Leidenschaft in Vollendung.

Leidenschaft – Passion – etwas aus ganzem Herzen tun … Das hat Jesus getan. Er hat sich ans Kreuz schlagen lassen, hat all diese Dinge erduldet, um uns Befreiung davon zu verschaffen, um uns Heilung, Herrlichkeit, Annahme, Reichtum und Leben im Überfluss zu ermöglichen. Und er tat es aus ganzem Herzen, aus reiner Liebe! Das ist Leidenschaft in ihrer pursten Form.

Ich möchte euch ermutigen, auch leidenschaftlich darauf zu antworten. Nicht mir, sondern Jesus. Ich möchte euch ermutigen, in Jesu Opfer am Kreuz mehr als die „reine Errettung“ zu sehen. Ich bin viele Jahre lang gelehrt worden, nur diesen einen Aspekt zu sehen – Jesus starb für mich, damit ich errettet bin. Das ist absolut richtig – aber wie wir heute gesehen haben, reicht Jesu Opfer viel weiter. Und es ist nicht erst auf die Ewigkeit bezogen, sondern meint unser Leben heute, hier und jetzt.

Amen

 

 

© Lisa Holtzheimer

Bei Jesus in die Schule gehen 2 - Höhere Schule

Diese Predigt hier hören

Wisst ihr noch, worüber ich das letzte Mal gesprochen habe?

Richtig, wir waren in der Schule. Und was eine richtige Schule ist, die ist nicht an einem Sonntagvormittag vorbei … Sie dauert viele Jahre. Keine Angst, ich habe nicht vor, die nächsten 10 Jahre nur noch über Schule zu predigen … aber heute möchte ich noch einmal anknüpfen an das letzte Mal. Vielleicht sollte ich besser sagen, Jesus möchte noch einmal anknüpfen, denn ihm ist dieses Thema offenbar sehr wichtig.

Letztes Mal haben wir uns über neugeborene Christenbabys unterhalten und über die Grundschule, in die ein Mensch nach seiner Wiedergeburt eintritt. Heute geht es in die höhere Schule – in die oberen Klassen sozusagen, denn den ersten Schritt in die höhere Schule hatten wir ja letztes Mal auch schon getan. Aber eine gute höhere Schule dauert viel länger als die Grundschule – und wenn Jesus uns mit in die Schule nimmt, dann können wir erwarten, dass es die beste höhere Schule ist, die es gibt. Eine höhere Schule hat auch einen höheren Anspruch als die Grundschule – und mit dieser höheren Schule ist es natürlich ganz genauso.

Den Grundstock in unserem Leben als Christ haben wir schon gelegt. Wir sind wiedergeboren und haben uns auch schon ein paar Gedanken über manche Dinge gemacht. Wir gehen ziemlich regelmäßig in den Gottesdienst und vielleicht auch noch in den Hauskreis.

Wenn das allerdings schon alles ist, was unser Leben als Christ ausmacht, dann haben wir Gottes höhere Schule noch nicht durchlaufen, sondern sind noch in der Grundschule.

Wenn ein Kind geboren ist, ist es noch hilflos und vollständig darauf angewiesen, dass seine Eltern die Verantwortung für sein Leben übernehmen. Genauso übernimmt Jesus vollständig die Verantwortung für dich, wenn du ganz frisch wiedergeboren bist. Du bist ja dann in eine für dich völlig neue und unbekannte Welt hineingeboren, die du erst kennen lernen musst. Somit reicht es zu Anfang natürlich, dich in Gottes Liebe zu „sonnen“ und erst einmal mit staunenden Augen um dich herumzuschauen, um all das Neue kennen zu lernen. So machen es neugeborene Babys ja auch. Die erste Zeit genügt es ihnen vollkommen zu spüren, dass die Mutter sich um alles kümmert. Trinken und schlafen ist ihre Lieblingsbeschäftigung. Doch das bleibt nicht lange so. Schon bald entdecken sie die Welt mit ihren eigenen Augen – und sehr bald auch mit ihren eigenen Händen und Füßen.

Und mit jedem Schritt, den ein Kind mehr in die Selbständigkeit des Lebens macht, wächst auch die eigene Verantwortung in dem Maß mit. Ein Kleinkind kann nur ein Minimum an Eigenverantwortung übernehmen, aber es kann schon sehr bald selbst entscheiden, wann es Hunger oder Durst hat und ein Weilchen später auch schon alleine essen und trinken. Dafür kann es die Verantwortung schon in einem gewissen Maß übernehmen. Alleine über die Straße gehen kann es dann noch lange nicht. Aber auch das kommt nach einer angemessenen Zeit des Aufwachsens und Lernens.

Zu dieser Zeit gehören auch Versuche und „auf die Nase fallen“. Ein Kind versucht viele Dinge, und manchmal müssen die Eltern eingreifen, wenn der Entdeckerdrang gefährlich wird. Aber es kommt der Tag, an dem ein Kind gelernt hat, mit einer Schere umzugehen, und dann kann es auch lernen, mit dieser Schere verantwortlich umzugehen. Und es wird es lernen.

Kinder wollen auch lernen. Kinder wollen sich von den Eltern abnabeln und ihre eigenen Wege gehen und ihre eigenen Erfahrungen machen. Und dies ist ein normaler, gesunder und notwendiger Prozess.

Dieser Prozess ist aber nur dann gesund und kann normal verlaufen, wenn das Kind für seine eigenen Wege auch zunehmend die Verantwortung übernimmt. Unser deutsches Gesetzbuch teilt ja das Leben von Kindern und Jugendlichen auch in verschiedene Geschäftsmündigkeits- und Strafmündigkeitsstufen ein. Diese Einteilung orientiert sich am Alter des Kindes und der in diesem Alter zu erwartenden Verantwortungsfähigkeit. Sie steigert sich nach und nach.

Kind zu sein, bedeutet also nicht nur, sich auf das Trinken und Schlafen zu beschränken und ansonsten alles die Eltern tun zu lassen. Kind zu sein, bedeutet – ganz automatisch – Wachstum. Wachstum in Körpergröße sowieso, aber eben auch in den Lebensprozessen. Wachstum in Verständnis und daraus resultierend Wachstum in Eigenverantwortung.

Kind Gottes zu sein, durchläuft einen sehr ähnlichen Prozess. Über die Anfänge haben wir letztes Mal gesprochen, das will ich hier jetzt nicht alles wiederholen. Heute geht es um die Verantwortung, die wächst, je mehr ich als Christ wachse.

Denn auch als Kind Gottes wachse ich – nun vielleicht nicht mehr an Körpergröße, aber durchaus an Verständnis und Reife. Und an diese Punkte knüpft sich die Verantwortung für unser tägliches Leben als Christ.

Verantwortung ist ja immer auch geknüpft an ein Gegenüber. Wir haben Verantwortung ganz allgemeiner Art – gegenüber der Natur oder der Umwelt oder Verantwortung persönlicher Art gegenüber den Nachbarn, den Eltern, den Kindern … Verantwortung ist nie ein „luftleerer“ Begriff, der ins Nichts greift.

Unsere Verantwortung als Christ ist geknüpft an das Gegenüber Jesus. Ihm sind wir verantwortlich, und er wird eines Tages Rechenschaft von uns fordern über unser Leben. Er wird uns fragen, was wir aus unserem Leben gemacht haben und wie wir mit seinen Gaben, aber auch mit seinen Geboten umgegangen sind.

Wenn wir also die himmlische Grundschule verlassen haben, geht es mehr in die Tiefe. Letztes Mal habe ich gesagt, dass es am Anfang der höheren Schule u. a. darum geht, mehr Vertrauen und Glauben zu lernen. Eine Folge davon ist auch wieder mehr Verantwortung.

Und – mal zwischendurch – all dies ist nicht optional, nicht unserem so oft hochgehaltenen freien Willen überlassen. Als Kinder Gottes untersteht unser Wille dem Willen Gottes. Nicht mehr länger wir selbst bestimmen, wo es lang geht. Gott bestimmt unseren Weg. Gott will uns führen. Weil er ein überaus gnädiger Gott ist, lässt er uns manchmal eine Zeitlang an einer sehr langen Leine laufen – aber das andere Ende der Leine hat immer noch er in der Hand.

Wir können uns also nicht einfach entscheiden, ob wir die Verantwortung, die das Leben als Christ mit sich bringt, wirklich übernehmen wollen. Indem wir Jesus unser Leben anvertraut haben, haben wir diesen Vertrag unterschrieben, in dem steht, dass wir bereit sind, unser Leben nach Gottes Willen auszurichten und die Verantwortung dafür auch zu übernehmen.

So viele Christen bekehren sich (okay, wenn sie Christen sind, haben sie diesen Schritt schon hinter sich J ), gehen Sonntags in die Kirche oder Gemeinde, vielleicht noch einmal in der Woche in den Hauskreis, geben ein paar Euro in die sonntägliche Kollekte – und damit denken sie, ihrer Verantwortung als Christ voll und ganz nachgekommen zu sein. Den Rest der Woche gehen sie ihren eigenen Dingen nach.

Jesus hat mich an Salomo erinnert. In 1. Könige 6 und 7 können wir nachlesen, wie Salomo den Tempel und seine eigenen Paläste gebaut hat. Zuerst hat er mit dem Bau des Tempels begonnen, so wie Gott es seinem Vater David gesagt hatte. David wollte dem Herrn einen Tempel bauen, aber Gott hat es ihm verwehrt – auf die Gründe hier genauer einzugehen, würde den Rahmen dieser Predigt sprengen. Ihr könnt es im 2. Samuel und weiter in 1. Könige nachlesen.

Stattdessen hat Gott David gesagt, dass sein Sohn Salomo ihm den Tempel bauen würde. Und Salomo hat diese Verantwortung sehr ernst genommen. Es war im Grunde noch nicht einmal seine eigene Entscheidung. Gott hat dies entschieden. Er hat Salomo nicht vorher gefragt: „Hast du vielleicht Lust, mir einen Tempel zu bauen?“ Nein, er sagt zu Salomos Vater, dass dessen Sohn diesen Tempel bauen wird.

Salomo hat diese Verantwortung ohne Zögern angenommen, weil Gott es gesagt hat. Das war für ihn Grund genug, keinen Moment lang daran zu zweifeln, dass es richtig ist, sich dieser Aufgabe zu stellen.

Salomo hat 11 Jahre lang am Tempel gebaut – und 13 Jahre lang an seinen Palästen. Im ersten Augenblick sieht das so aus, als hätte er sich doch mehr um seine eigenen Angelegenheiten gekümmert als um den Tempel Gottes. Aber der Umkehrschluss kommt der Wahrheit sehr viel näher. Noch bevor Salomo mit dem Bau des Tempels und der Paläste begann, bat er Gott in 1. Könige 3 um Weisheit. Gott hatte ihn aufgefordert, um das zu bitten, was er Salomo geben sollte. Und Salomo bat nicht um Reichtum, Macht, Gesundheit oder andere Dinge, die das Herz begehrt, sondern er bat um Weisheit und um ein gehorsames Herz. Mal ehrlich – wie leicht wäre uns so ein Gebet von den Lippen gekommen, wenn Gott uns fragt: „Bitte, um was immer du willst, und ich werde es dir geben.“?

Salomo bat um ein gehorsames Herz. Und Gottes Antwort darauf finden wir in

1. Könige 3, 11 – 13:

1. Kö 3,

11 - 13

Und Gott sprach zu ihm: Weil du darum bittest und bittest weder um ein langes Leben noch um Reichtum noch um deiner Feinde Tod, sondern um Verstand zu hören und recht zu richten,

siehe, ich gebe dir ein weises und verständiges Herz, so dass deinesgleichen vor mir nicht gewesen ist und nach dir nicht aufkommen wird.

Und dazu gebe ich dir, worum du nicht gebeten hast, nämlich Reichtum und Ehre, so dass deinesgleichen keiner unter den Königen ist zu deinen Zeiten.

Deshalb konnte Salomo noch länger an seinen Palästen bauen als er am Tempel gebaut hat. Gott hat ihm all dies wortwörtlich hinzugetan. Warum? Weil Salomo gehorsam war und seine Verantwortung vor Gott sehr ernst genommen hat.

Was hat das nun mit uns zu tun? Eine ganze Menge. Wir haben eine Verantwortung für unser Leben als Christ. Ob wir wollen oder nicht. Wie gesagt – nicht optional. Wir haben die Verantwortung, Jesus ernst zu nehmen. Wirklich ernst zu nehmen. Als Gegenüber, als Ansprechpartner in allen Fragen und als Herr unseres Lebens! Wir haben die Verantwortung, Jesus beim Wort zu nehmen. Die Verantwortung, mit Jesus Kontakt zu halten und sein Wort immer besser kennen zu lernen. Die Verantwortung, diese Dinge und Erkenntnisse, die daraus resultieren, in unserem ganz persönlichen Leben umzusetzen. Und wir haben die Verantwortung, uns zu allererst um das Reich Gottes zu kümmern.

Gott hat mich an die Geschichte mit Salomo und dem Tempelbau erinnert und mir gesagt: „Ihr macht es genau umgekehrt. Ihr sorgt euch erst um euer eigenes Haus, um euer Auto, um euren Urlaub, um die Stromrechnung, die Wasserrechnung, die Telefonrechnung, den Lebensunterhalt. Wenn dann noch etwas übrig bleibt, bekomme ich vielleicht noch etwas davon ab.“

Und ich jedenfalls muss mir die Frage gefallen lassen, ob ich es nicht genauso mache. Mein Verstand kann ja rechnen. Es fällt mir oft schwer genug, den Zehnten am Anfang des Monats zu geben, obwohl ich weiß, dass meine Miete und so viele andere Dinge bezahlt werden müssen. Und es gab immer wieder Zeiten, in denen ich mich von meinem Verstand austricksen lassen habe und dann, wenn das Geld knapp wurde, als erstes am Zehnten gespart habe. Ich habe mir vorgenommen, das nicht wieder einreißen zu lassen – weiß aber auch sehr gut, dass diese Entscheidung immer wieder neu getroffen werden muss.

Der Verantwortung Gott gegenüber gerecht zu werden, ist aber genau das Umgekehrte. Der Zehnte gehört Gott. Das ist auch nicht optional. Wenn wir Gott den Zehnten vorenthalten, bestehlen wir ihn. Und was sagt die Bibel über Diebstahl?`

1. Kor 6, 9. 10

Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasst euch nicht irreführen! Weder Unzüchtige noch Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder,

Diebe, Geizige, Trunkenbolde, Lästerer oder Räuber werden das Reich Gottes ererben.

Dies bezieht sich in erster Linie auf ganz irdische Fehltritte – und nur einen Vers weiter sagt Paulus auch deutlich, dass wir als wiedergeborene Christen durch den Namen Jesu reingewaschen und geheiligt sind.

Aber gerade diese Tatsache, dass wir durch das Blut Jesu nicht mehr zu dem Personenkreis gehören, der das Reich Gottes nicht ererben wird, führt uns unsere Verantwortung nur umso mehr vor Augen. Wenn wir schon keine Mitmenschen bestehlen sollen, wie viel weniger dürfen wir Gott bestehlen?

Ziemlich am Anfang der Bibel und auch ziemlich am Anfang der Menschheitsgeschichte hat Gott relativ klar festgelegt, wie wir mit den Gaben, die letztlich alle von ihm kommen, umgehen sollen.

5 Mo 10, 14a

(HfA)

Bringt jedes Jahr den zehnten Teil eurer Getreide-, Weintrauben- und Olivenernte sowie eure erstgeborenen Kälber, Lämmer und Ziegenböckchen an den Ort, wo der Herr, euer Gott, wohnt.

Das ist eine klare Ansage. Jedes Jahr den zehnten Teil sämtlicher Ernte. Die meisten von uns haben keinen Bauernhof mehr – und selbst wenn, wäre kein Pastor wirklich glücklich, wenn ein Bauer mit seinem Traktor vorgefahren käme und ein paar Zentner Getreide oder vielleicht ein paar Kälber und Lämmer im Hausflur abstellen würde …

Aber die veränderten wirtschaftlichen Bedingungen ändern nichts an der Grundaussage dieses Verses. Der zehnte Teil all unseres Einkommens – das heutzutage nicht mehr in Ziegenböcken und Lämmern gezählt wird, sondern in Euro – gehört Gott! Die Bibel sagt sehr deutlich, dass dieser zehnte Teil nicht uns selbst gehört. Er gehört in die Gemeinde. Eigentlich ist der Zehnte im Sinne der Bibel sogar noch nicht einmal dafür da, die Gemeinderäume zu unterhalten (was damals die Stiftshütte war), sondern der zehnte Teil allen Einkommens war dazu da, die Diener des Herrn zu bezahlen, die nämlich sonst verhungert wären, weil sie ihren Dienst für Gott ernst nahmen und deshalb keine Felder bestellen konnten und keinen Hof führen konnten. Alle anderen Dinge, die zum Unterhalt der Stiftshütte nötig waren, wurden durch zusätzliche Opfer bezahlt.

Übersetzt in unsere heutige Zeit heißt das, dass 10 % unseres monatlichen Einkommens nicht uns, sondern Gott gehören. Von diesen 10 % sollen die Diener der Gemeinde bezahlt werden.

Wenn wir uns dieser Verantwortung nicht stellen, bestehlen wir Gott. Und letztlich bestehlen wir damit auch uns selbst. Ich erinnere noch einmal an den Vers aus Maleachi 3:

Mal 3, 10

Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.

Wenn wir den vollen Zehnten geben, dann wird Gott sein Versprechen halten und uns des Himmels Fenster auftun und uns Segen die Fülle herabschütten. Dann wird er uns mit allem versorgen, was wir brauchen – so wie er es mit Salomo getan hat.

Wenn wir aber Gott nicht gehorchen und immer unseren eigenen Maßstab an unsere Verantwortung anlegen, dann kann Gott auch seinen Segen nicht ausschütten über uns. Jesus will, dass wir sein Wort endlich ernst nehmen und ihm endlich vollkommen glauben und vertrauen. Er ist der Herr der Herren, der König der Könige und er ist der Allmächtige. Ihm gehorchen Wellen, Wind und Meer. Er hat alle Macht im Himmel und auf Erden.

Wieso glauben nur ausgerechnet wir Menschen so oft, dass wir uns aus seinem Wort nur das herauszupicken brauchen, was uns gerade gefällt? Ganz das Gegenteil ist der Fall. Je länger wir Christ sind, je länger wir im Glauben wachsen, desto größer wird auch unsere Verantwortung, uns wirklich nach Gottes Wort zu richten. Mehr Wissen ist immer auch mehr Verantwortung. Mehr Wissen und mehr Verantwortung führt zu verantwortlicherem Handeln.

Unser Handeln und unsere Verantwortung ist nicht optional. Es ist gebunden an Gottes Wort und seine klaren Anweisungen, wie wir damit umgehen sollen. Wir dürfen – nein, wir sollen sogar – ausprobieren, wir dürfen Gott prüfen und wir dürfen bei allem auch mal auf die Nase fallen. Aber eins dürfen wir nicht: liegen bleiben und die Verantwortung für unser Aufstehen jemand anders „in die Schuhe schieben“. Gott erwartet, dass wir aufstehen und weitere Schritte im Glauben und im Gehorsam machen. Dann wird er die Schleusen des Himmels öffnen und seinen Segen ohne Ende auf uns herabschütten.

Wollen wir das? Dann lasst uns heute den Entschluss fassen und uns Gott ganz neu unterstellen und ihn um Weisheit bitten, unserer Verantwortung als Christen nachzukommen.

 

Amen

© Lisa Holtzheimer

Bei Jesus in die Schule gehen

Diese Predigt hier hören

Ich möchte euch heute mitnehmen in die Schule. Erinnert ihr euch noch an eure Schulzeit? Einige unter uns brauchen sich gar nicht zu erinnern, für sie ist es noch Alltag :-) . Aber für andere ist die Schulzeit schon ziemlich lange her – für mich ja auch. 1981 bin ich aus der Schule entlassen worden, und wenn ich zurückdenke, scheint mir das wie ein anderes Leben gewesen zu sein.

Es gab Zeiten, in denen bin ich gerne in die Schule gegangen – vor allem in den letzten beiden Jahren. Es gab aber auch Zeiten, in denen habe ich die Schule regelrecht gehasst. Das hatte ganz unterschiedliche Gründe, aber einen Anteil daran hatten ein paar Lehrer, die mir das Leben dort wirklich schwer gemacht haben. In diesen Jahren war jeder Tag, der nicht in den Ferien lag, eine echte Qual für mich – und ich kann mich noch gut erinnern, wie ich so ab Mitte der Sommerferien angstvoll die Tage gezählt habe, bis die schulfreie Zeit zu Ende war und ich wieder in die Höhle des Löwen musste.

Heute – im Nachhinein – stehe ich zwar manchen Methoden der Lehrer immer noch kritisch gegenüber, bin aber dankbar für die Zeit, die ich in die Schule gehen durfte – und ärgere mich manchmal, dass ich nicht einen höheren Abschluss machen konnte.

In den Jahren nach der Mittleren Reife habe ich dann noch so manche Schulbank gedrückt – Ausbildung, Führerschein, Umschulung, VHS, Bibelschule … diverse Seminare und Kurse nicht zu vergessen. Denn eigentlich macht mir das Lernen Spaß. Es müssen nur die richtigen Umstände sein, in denen ich lerne.

Ich vermute, das geht den meisten unter euch genauso. Etwas Neues zu lernen, mehr zu wissen, eine Sprache zu lernen oder – je nach Interessengebiet – komplizierte physikalische Gesetze zu erforschen, ist hochinteressant und steigert auch das Selbstwertgefühl. Trotzdem weckt vielleicht alleine das Wort „Schule“ bei vielen eher unangenehme Gefühle und Erinnerungen.

So ging es mir auch, als mir Jesus sagte, dass er mich in seine Schule nehmen wollte. Interessanterweise war meine erste Reaktion darauf noch nicht einmal die Erinnerung an meine eigene Schulzeit, sondern es kam noch viel schlimmer: in meinem Kopf formten sich Bilder aus uralten Erzählungen von meinem Vater, der in den 1930er-Jahren zur Schule gegangen ist. Sofort sah ich Bilder von mit Rohrstöcken bewaffneten Lehrern vor mir, die nur darauf warten, dass ich einen Fehler mache, zu spät komme oder zur falschen Zeit niese … Dann konnten sie ihre Macht demonstrieren und ohne Rücksicht auf Verluste auf die Finger oder noch andere Körperteile ihrer armen Schüler losschlagen.

Nicht sehr erstaunlich also, dass mir der Gedanke, bei Jesus in die Schule gehen zu „müssen“, nicht besonders attraktiv erschien …

Noch bevor ich das überhaupt wirklich registrieren konnte, hat Jesus mich dann genau damit überführt. Wie gut, dass er sich nicht beleidigt in die Ecke verzieht, wenn wir solche falschen Gedanken über ihn haben … Sonst wäre ich jetzt nicht in der Lage, euch eine Predigt über dieses Thema zu halten, sondern würde vermutlich auch in der Ecke sitzen und mich nicht mal an das Schultor wagen, geschweige denn, die Tür zu öffnen …

So aber hat Jesus mich mitgenommen in seine Schule und mir eine Menge darüber gesagt. All diese Dinge sind uns nicht wirklich unbekannt – wie wohl überhaupt so viele Wahrheiten, die wir im Laufe unseres Christenlebens vielleicht schon x-mal gehört haben. Ich habe gemerkt, dass es trotzdem wichtig ist, sie ab und zu wieder ganz neu zu hören und zu lernen. Wie in der echten Schule eben – da hört man den Stoff auch immer wieder, bis man ihn (hoffentlich …) wirklich gelernt hat.

Der Unterschied zwischen der irdischen und der himmlischen Schule besteht nun nicht nur in der Person des Lehrers, sondern auch in der Art und Weise des Unterrichts und vor allem im Zeitpunkt des ersten Schultags.

Zumindest in Deutschland beginnt eine Schullaufbahn meistens mit 6 Jahren – manchmal auch erst mit 7. Bis dahin ist ein Kinderleben Freiheit pur. Keine lästigen Hausaufgaben, wenn man viel lieber spielen will, nicht jeden Morgen früh aufstehen müssen, auch wenn man noch müde ist – und selbst den Kindergarten kann man mal schwänzen, wenn Mama oder Papa es erlauben. Mit dem ersten Schultag ist es mit dieser Freiheit vorbei.

Das wiederum empfinden aber nur ältere Kinder so – denn die allermeisten Kinder freuen sich auf ihren ersten Schultag und auch darauf, nun endlich zu den „Großen“ zu gehören, die in die Schule gehen dürfen. Erst später wird die Schule als eine Art „Freiheitsberaubung“ empfunden und das Lernen zur lästigen Pflicht.

Noch ein paar Jahre später ändert sich dies – meistens – zum Glück auch wieder und die nun älter gewordenen Kinder sind dankbar für das, was sie lernen durften.

Die himmlische Schule unterscheidet sich in so einigen Punkten davon. Hier beginnt der Unterricht nicht nach den ersten 6 oder 7 Lebensjahren, sondern schon am ersten Lebenstag. Jesus nimmt uns sofort mit unserer Bekehrung in die Schule. Mit unserer Entscheidung für Jesus fängt unser neues Leben an – man könnte auch sagen, unser eigentliches Leben fängt an. Denn laut Bibel sind wir vorher tot in der Sünde. Wenn wir Jesus unser Leben übergeben haben, dann sind wir vom Tod zum Leben übergegangen.

Joh 5, 24

Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.

So wie das natürliche Leben mit der Geburt beginnt, beginnt das geistliche Leben auch mit einer Geburt – mit der Wiedergeburt oder Bekehrung. Und genau wie im natürlichen Leben beginnt auch der Lernprozess des – geistlichen – Babys an demselben Tag.

Viele Christen sind so geprägt, dass sie glauben, mit der Bekehrung wurde eine Art Stoppschild in ihrem Leben gesetzt. Das Stoppschild stoppt das alte Leben. Bis dahin ist dagegen auch nichts zu sagen.

Die weitere Vorstellung ist dann aber zu oft nur noch ein Stillstand. So, als würde man an der Straßenecke mit dem Stoppschild auf ewig stehen bleiben. Das alte Leben liegt hinter mir, und die Straße ist günstigerweise auch noch eine Einbahnstraße, so dass ich nicht zurückfahren kann. Vor mir steht das Stoppschild – und somit kann ich mich hier gemütlich einrichten.

Ich ziehe eine Hecke um mein Auto, pflanze ein paar hübsche Blümchen, lege eine Terrasse an und höre natürlich im Autoradio nur noch fromme CDs. Mit einem Gartenstuhl aus dem Kofferraum setze ich mich unter die Markise, die ich vom Autodach zum Stoppschild gespannt habe, und mache brav jeden Morgen nach dem Aufstehen 10 Minuten Stille Zeit. Natürlich mit geschlossenen Augen und gefalteten Händen …

Dann gehe ich meinem Alltag nach und bin ein toller Christ geworden. Manchmal schaue ich mich vielleicht noch nach hinten um und ärgere mich über all die Autos, die in der Straße „Altes Leben“ wild und scheinbar ohne Regeln kreuz und quer durch die Gegend fahren, aber dann erinnere ich mich daran, dass ich als Christ ja nicht zurückschauen soll, und entschließe mich vielleicht, lieber hinter meinem Auto eine höhere Hecke zu pflanzen, damit ich nicht in Versuchung gerate, dies doch zu tun …

Eine witzige Vorstellung von dem Leben im Auto am Stoppschild – aber genauso leben unzählige Menschen ihr Christsein, weil diese Tradition in vielen Kirchen und Gemeinden seit vielen Jahren gehegt und gepflegt wird. Doch das macht sie deshalb noch nicht richtiger.

In Wahrheit ist nämlich genau das Gegenteil der Fall. So wie ein Baby mit seiner Geburt in eine ganz neue, ihm bisher unbekannte, Welt hineinkommt, und den Umgang mit dieser Welt jetzt lernen muss, so geht es auch neugeborenen Christenbabys. Oder zurück zum Auto: Wir müssen in die neue, unbekannte Straße abbiegen, das Stoppschild hinter uns lassen und Gas geben, um weiterzukommen.

Mit einem neugeborenen Baby passiert im Grunde nichts anderes. Das Leben ist ja kein einmaliger Akt, sondern fängt mit der Geburt an und geht von dem Zeitpunkt an in einen unaufhörlichen Prozess über. Kein Mensch bleibt immer Baby – dazu braucht er sich nicht zu entscheiden oder zu überlegen, ob er überhaupt wachsen will. Das passiert von ganz alleine. Ein Kind beginnt zu wachsen – körperlich ebenso wie geistig. Stoppschilder nützen hier nichts – nichts und niemand wird ein Kind davon abhalten können zu wachsen.

Das Ganze passiert langsam und in Entwicklungsschritten. Ein neugeborenes Baby springt nicht aus seiner Wiege und macht einen Dauerlauf. Zuerst lernt ein Baby zu trinken und sich bemerkbar zu machen, wenn es irgendwelche Bedürfnisse hat. Und eine liebevolle Mutter wird darauf achten, was ihrem Kind fehlt. Wenn es Hunger hat, wird sie ihm Nahrung geben – und das ganz abgestimmt auf den Entwicklungsstand des Kindes. Keine Mutter wird ihrem 4 Wochen alten Säugling Schwarzbrot servieren. Das Baby könnte damit nichts anfangen und würde verhungern, obwohl die Nahrung vielleicht sogar in seiner Hand liegt.

Genauso macht es Jesus mit uns. Wenn wir neu geboren werden, beginnen wir zu lernen – wir gehen sofort in die Schule Jesu. Und auch er serviert uns nicht gleich Schwarzbrot, wenn wir noch nicht mal Milchbrötchen kauen können, sondern zuerst nur Milch trinken. Nein, er füttert uns auch zuerst mit Milch, denn etwas anderes können wir noch gar nicht vertragen.

Hebr 5, 13

Denn wem man noch Milch geben muss, der ist unerfahren in dem Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein kleines Kind.


Aber ebenso wie im natürlichen Leben ändert sich das schon recht bald. Nach ein paar Wochen kommt schon Brei dazu, dann weiche Kekse und bald darauf lernt ein Kind, Brot zu essen. Das geht nicht immer ohne Matsch und Krümel ab – und auch das lässt sich gut auf den geistlichen Lernprozess übertragen
:-) .

Jesus gibt uns zuerst Milch – das sind die Grundlagen des christlichen Lebens. Wir müssen nicht gleich sämtliche Bücher der Bibel auswendig können und die Lebensgeschichten von allen wichtigen Personen nacherzählen können. Zuerst müssen wir Milch trinken – Kraft sammeln zum Wachsen und leben lernen. In der Milch stecken die Grundnährstoffe, die ein Kind dafür braucht.

Auch ein geistliches Kind braucht zuerst die Grundnährstoffe des geistlichen Lebens. Zuerst muss es wissen, dass Jesus es liebt. Dann braucht es den Grundnährstoff zu erkennen, dass seine Schuld es für alle Zeiten von Gott trennt und dass Jesus genau dafür gestorben ist. Und es braucht den Grundnährstoff Vertrauen. Vertrauen darauf, dass es bei Jesus in den besten Händen ist und dass die Entscheidung, die es getroffen hat, die wichtigste und gleichzeitig beste seines ganzen Lebens ist.

Dies sind die ersten Nährstoffe, die Jesus dem geistlichen Baby nach der Geburt gibt. Zuerst geht es nur darum, das neue Leben zu stärken und zu kräftigen. Wenn das passiert ist, geht es in die nächste Phase. Ein Kind lernt ja nicht nur zu trinken, sondern es lernt auch sprechen, laufen, Fahrrad fahren, schreiben, lesen, rechnen … Es lernt leben.

Aber all das braucht seine Zeit. All das ist ein Prozess. Genauso ist das geistliche Wachstum ein Prozess. Auch ein geistliches Kind lernt geistlich leben. Am Stoppschild stehen zu bleiben, ist kein Prozess, sondern Stillstand. Ein Prozess ist eine Weiterentwicklung. Wer stehen bleibt, kommt nicht voran. Wer nicht vorankommt, entwickelt sich nicht weiter. Wer sich nicht weiterentwickelt, vegetiert vor sich hin.

Das machen auch Christen – sehr häufig sogar. Und Jesus blutet das Herz, wenn seine Kinder dahinvegetieren, wenn sie nicht in seine Schule kommen, um geistlich zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Jesus zwingt niemanden in seine Schule – grundsätzlich ist es nicht Jesu Art, irgendjemanden zu irgendetwas zu zwingen. Jesus lädt ein! Er lädt seine Kinder ein, in seiner Schule von ihm zu lernen. Wenn wir uns hartnäckig weigern, dieser Einladung zu folgen, werden wir geistlich wirklich nur dahinvegetieren. Und irgendwann sterben. Die Folge von Stillstand ist immer Tod.

Wenn wir aber der Einladung in die Schule folgen, beginnt der gesunde Entwicklungsprozess. Die Milchphase liegt nun schon hinter uns, und wenn uns geistlichen Kindern dann die ersten Zähne gewachsen sind, stellt Jesus die Nahrung langsam um. Nun kommt schon ein wenig festere Nahrung dazu, nicht mehr nur Milch. Auch noch nicht gleich Schwarzbrot, aber schon mal Milchbrötchen, Kekse, Brei. Auch mal ein paar Süßigkeiten :-) .

Das sind die ersten mutigeren Schritte im geistlichen Leben. Man wagt sich schon mal aus seinem Auto-Grundstück heraus, schleicht ans Stoppschild und schielt um die Ecke. Man wird neugierig, was das Leben da, wo man selbst noch nicht war, bietet. Man erkennt plötzlich dass auf dieser Strecke auch Autos unterwegs sind.

Kinder sind von Natur aus neugierig. Kinder würden sofort um die Ecke laufen, um zu sehen, was dort los ist. Uns Erwachsenen ist diese Neugier – na ja, vielleicht gar nicht wirklich abhanden gekommen, aber gründlich aberzogen worden. „Sei nicht so neugierig!” ist vielleicht einer der häufigsten Sätze in der Kindererziehung … Neugierig sein ist etwas Schlechtes. Gleichzeitig sollen wir aber lernwillig sein. Eigentlich widerspricht sich das gewaltig … Etwas lernen zu wollen, hat viel mit der „Gier“ zu tun, etwas Neues zu entdecken.

Als geistliches Kind dürfen wir also neugierig sein – sollen es sogar! Gott wird uns niemals sagen „sei nicht so neugierig!“ Ganz im Gegenteil! Er ruft uns zu: „Hier gibt es etwas zu entdecken! Komm und finde es heraus!“

Das ist auch etwas, das die himmlische Schule von der irdischen unterscheidet! Hier dürfen und sollen wir neugierig sein, auf Entdeckungsreise gehen und unzählige Fragen stellen. Und wir dürfen ausprobieren, auch mal auf die Nase fallen und uns von unserem Lehrer Jesus wieder auf die Beine stellen lassen. Wir dürfen nach Herzenslust probieren und studieren – und wir bekommen keine schlechten Zensuren, wenn etwas beim ersten Mal nicht gleich klappt.

Wenn ich eine Predigt vorbereite, stehe ich schnell an dem Punkt, an dem ich mich frage: „Was – um alles in der Welt – soll ich den Leuten denn nur sagen?“ Natürlich will ich euch das weitergeben, was Jesus euch sagen will. Aber ich gehöre zu den Menschen, die schnell denken, sie müssten alles alleine machen, die Leistung selbst erbringen und nicht „so faul sein“, einfach Jesus zu fragen und ihn reden zu lassen. Natürlich ist das grundfalsch, aber das ist ein großer Teil meiner Prägung, mit der ich auch immer noch kämpfe.

Dazu hat Jesus mir dann gesagt, wo ein weiterer Unterschied zwischen der irdischen und der himmlischen Schule besteht. In der himmlischen Schule darf man ohne Bedenken abschreiben und man darf sogar den Lehrer die Arbeit tun lassen! Jesus ist der Lehrer, er sagt, wo es langgeht – und er will sogar die Arbeit tun. Er will uns sagen, was Sache ist. Er stellt uns keine unlösbaren Rechenaufgaben, sondern er sagt uns freigiebig die Lösung. Einzige Voraussetzung: wir müssen ihn fragen und auf seine Antwort hören.

Kinder fragen ihren Eltern oft Löcher in den Bauch. Und wenn die Eltern ihnen dann eine Antwort auf die Frage geben, heißt das aber oft noch lange nicht, dass die Kinder dem Rat der Eltern dann auch folgen. Hier ähneln wir geistlichen Kinder den natürlichen Kindern wieder sehr. Wir fragen unserem Vater oft auch Löcher in den Bauch – aber mal ehrlich: wie oft warten wir wirklich auf eine Antwort und laufen nicht schon beinahe während der Frage wieder weg, weil uns irgendetwas ablenkt?

Und wenn wir tatsächlich auf die Antwort gewartet haben und sie auch wirklich gehört haben – wie oft setzen wir sie dann auch wirklich 1 : 1 in die Tat um? Ich kann da natürlich nur von mir reden – und ich kann nur sagen, dass ich viel zu oft schon weiterrenne, wenn ich Gott nach etwas gefragt habe, so dass ich gar nicht in der Lage bin, seine Antwort zu hören. Ich weiß auch nicht, ob er in solchen Fällen überhaupt eine Antwort gibt. Wenn dein Kind fragt, was es zu Mittag gibt, und noch bevor du antworten kannst, hat es die Küchentür schon wieder zugeschlagen und rennt draußen am Fenster vorbei zum Fußballplatz – dann sparst du dir die Antwort vermutlich auch. Möglicherweise macht Gott das genauso. Trotzdem wirst du dein Kind zum Essen rufen und es nicht hungern lassen – und glücklicherweise macht Gott auch das genauso.

Er ruft uns immer wieder. Er wird nicht müde, uns zu rufen, zu locken, uns einzuladen. Und er wird uns jede Antwort geben, wenn wir bereit sind zu hören. Gott sehnt sich danach, dass wir uns mit ihm zusammen auf’s Sofa setzen, uns in seinen Arm kuscheln und ihm zuhören.

Das ist Gottes Schule! In seinem Arm liegen und zuhören, was er uns an Gutem zu sagen hat. Und ihm vertrauen, dass er am allerbesten weiß, was das Richtige für uns ist. Ihm vertrauen, dass er alles für uns schon längst getan hat.

An diesen Punkten beginnt Gottes „höhere Schule“. Nachdem wir die Grundschule absolviert haben, nimmt Gott uns mit in die höhere Schule. Glauben und Vertrauen sind Fächer in der Grundschule, aber sie werden in der höheren Schule vertieft. Die Erkenntnisse werden tiefer und das Verarbeiten wird tiefer.

In dieser höheren Schule erwartet Gott mehr Vertrauen und mehr Glauben als von den Grundschülern. Übrigens gehen in der himmlischen Schule die Kinder sehr unterschiedlich lange in die Grundschule. Manche brauchen nur ein paar Monate, manche brauchen viele Jahre. Doch wenn bei jedem Menschen individuell der Punkt zur Versetzung gekommen ist, nimmt Gott dich in die höhere Schule, wo der Stoff aus der Grundschule vertieft und erweitert wird.

Jetzt kommen in den Fächern Glauben und Vertrauen schon schwierigere Übungen dazu. Mag sein, dass du in finanzieller Not bist. Gott sagt: „Gib mir konsequent deinen Zehnten.“ Das fällt uns nicht leicht – mir auch nicht. Aber in der höheren Schule lernen wir zu vertrauen, auch wenn unser Verstand nicht mehr mitkommt. „Ich kann doch rechnen!“ sagt der Verstand sofort. „Wenn ich von den paar Kröten, mit denen ich mich und die Kinder durchkriegen muss, noch 10 % abgebe, dann bleibt mir ja gar nichts mehr.“ Mag rein rechnerisch stimmen.

Gott aber sagt, dass auf dem Geben Segen liegt. Und es gab schon statistische Erhebungen, die untermauert haben, dass Menschen, die aus Glauben regelmäßig ihren Zehnten geben, am Ende des Monats mehr übrig hatten als zu den Zeiten, in denen sie das nicht getan haben – also mit 90 % besser über die Runden gekommen sind als mit 100 %. Das ist Segen.

Genau dasselbe gilt für unsere Zeit. Wie oft verschieben wir die „Stille Zeit“ – oder wie immer wir unsere Zeit mit Gott nennen.

  • Auf meinem Schreibtisch liegt noch so viel Arbeit! Wenn ich jetzt eine Stunde nichts tue, werde ich damit nie fertig.
  • Im Fernsehen läuft das Länderspiel, auf das ich mich so gefreut habe. Das kann ich doch nicht ausfallen lassen …
  • Meine Frau erwartet, dass ich den Rasen mähe, den Küchenschrank repariere und nach der defekten Dusche schaue – wann bitte soll ich mich noch hinsetzen und in der Bibel lesen?

Das ließe sich unendlich fortsetzen – jeder von uns hat mehr als genug Punkte, die er hier anhängen kann. Mein Schreibtisch bricht ständig beinahe zusammen unter den verschiedensten Dingen, die darauf warten, bearbeitet zu werden. Und noch viel zu oft lasse ich mich davon beeindrucken und gehe lieber daran, als mich mit Gott zu unterhalten.

Aber für unsere Zeit mit Gott gilt dasselbe Prinzip wie für unser Geld. Das, was wir Gott geben, gibt er uns vielfach zurück. Wenn wir Gott unsere Zeit geben, wird er unsere Zeit segnen. Wir werden nicht in Stress kommen, weil wir Zeit mit Gott verbringen. Zeit mit Gott ist nie verlorene Zeit. Es ist heilige Zeit. Und es dran, dass wir uns darüber klar werden. Wir müssen unsere Zeit mit Gott heiligen. Ebenso wie wir den Sabbat – den freien Tag mit und für Gott – heiligen müssen.

Wenn wir Gott unsere Zeit schenken, wird er uns unsere Zeit schenken. Genauso hat er das zu mir gesagt. Gott ist auch der Herr über Raum und Zeit. Und wenn wir Gott unsere Zeit schenken, werden wir auferbaut und gestärkt aus dieser Zeit heraus und in unseren Alltag gehen!

In Maleachi 3, 10 sagt Gott:

Mal 3, 10

Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.

Hier spricht er in erster Linie vom Zehnten, aber das gilt genauso für unsere Zeit. Gott will, dass wir Zeit mit ihm verbringen, damit er uns lehren kann. Lehren zu vertrauen, zu glauben, damit wir wachsen und gedeihen können. Prüft mich, sagt Gott, ob ich mein Versprechen nicht halten werde und den Segen auf euch herabschütten, wenn ihr meinem Wort gehorcht.

Wir müssen uns entscheiden, Gott zu glauben und zu vertrauen. Wir müssen uns entscheiden, gegen unseren gesunden Menschenverstand zu handeln, der uns immer etwas anderes einflüstern will, weil er ja schließlich rechnen kann … Wir müssen uns entscheiden, dass unser Leben nicht uns, sondern Gott gehört – zu 100 %.

Und wir müssen uns entscheiden, Gott zu vertrauen, dass er seine Versprechen hält und dass er nichts Böses mit uns im Sinn hat. Er wird uns und unsere Seele nicht vergewaltigen, er wird nichts mit uns tun, das uns schadet. Im Gegenteil – er will unserer Seele Ruhe und Frieden geben und uns alle Angst nehmen – selbst in den stürmischsten Zeiten.

Stellt euch noch mal vor, ihr würdet neben Jesus auf dem Sofa sitzen und euch in seinen Arm kuscheln. Und ihr wisst ganz genau, der, der da neben euch sitzt, hat genug Geld, um jeden Monat die Miete zu zahlen. Er hat genug Einfluss, um jeden, der euch wegen der verschwendeten Zeit mit erhobenem Zeigefinger ermahnen will, in seine Schranken zu weisen. Und ihr seid untrennbar mit ihm verbunden.

Ist das nicht eine echt geniale Vorstellung? Bei so jemandem im Arm zu liegen, würde bedeuten, sich nie wieder Sorgen um irgendetwas machen zu müssen und völlig entspannt den Augenblick genießen zu können.

Und das Beste daran ist – das alles ist kein Märchen, sondern die Realität. Die eigentliche Realität. Denn wir gehören untrennbar zu Jesus, dem alles Geld der Welt gehört und der alle Macht hat.

Und wenn wir uns in seiner Schule ausbilden lassen, werden wir immer mehr von dieser Realität wahrnehmen und verstehen lernen.

Ich will das. Ich will bis zum Ende meines Lebens in die himmlische Schule gehen und immer mehr von Jesus lernen. Denn ich bin damit noch lange nicht fertig, sondern stehe vielmehr noch ziemlich am Anfang. Ich will in Jesu Schule gehen und darin bleiben. Wer kommt mit?

Amen!

© Lisa Holtzheimer


Worin liegt der Wert meines Lebens?

Diese Predigt hier hören

Meine Freundin war vor ein paar Jahren einmal mit einigen Kolleginnen im Urlaub in der Türkei. Sehr schnell hat sie dort die Aufmerksamkeit vieler Männer auf sich gezogen, denn sie ist wirklich ausgesprochen hübsch – dazu hat sie noch lange, lockige blonde Haare. Ein besonders hartnäckiger Verehrer ließ sich überhaupt nicht abschütteln, sondern fuhr stundenlang im Auto neben den Frauen, die zu Fuß unterwegs waren, her und meinte irgendwann im Brustton der Überzeugung: „Ich gebe deinem Vater 20 Kamele und Gold.“

Ob das nun viel oder eher wenig ist, kann ich nicht beurteilen – Kamele sind in Deutschland als Zahlungsmittel nicht zugelassen. Und Gott sei Dank ist es hier auch nicht üblich, Frauen ihrem Vater abzukaufen.

Das Ganze klingt für uns witzig – und mit ein wenig Abstand konnte auch meine Freundin darüber lachen – aber letztlich kommt uns so etwas in abgewandelter Form doch gar nicht so unbekannt vor. Sicher, wir messen den Wert eines Menschen nicht in Kamelen und Gold. Aber wir messen den Wert von Menschen sehr oft in anderen – äußerlichen – Dingen. Und dazu müssen wir gar nicht „weit weg denken“. Das begegnet uns jeden Tag.

Sobald wir den Fernseher einschalten oder eine Zeitschrift durchblättern – sämtliche Werbung zielt letztlich darauf, Menschen ein bestimmtes Wertgefühl zu vermitteln. Natürlich immer eins, das ihnen suggeriert: so, wie ich bin, bin ich nicht wirklich okay. Um wertvoll zu sein – oder zu werden! - , muss ich 20 kg abnehmen; muss ich auch mit 60 noch keine einzige Falte im Gesicht haben; dürfen auch mit 70 meine Haare nicht grau sein, sondern müssen in der strahlenden ursprünglichen Farbe glänzen; muss ich gebildeter, hübscher, größer, kleiner, dicker, dünner … sein. Die Liste ließe sich bis ins Unendliche fortsetzen. Jeder findet sich in einem oder mehreren Punkten wieder. Die Werbung suggeriert uns selbst mit Sprüchen wie „ich will so bleiben, wie ich bin“, dass genau das eben nicht die richtige Einstellung ist. Denn sonst bräuchte eben diese Firma ja keine Werbung zu machen. Dahinter steht versteckt die Aussage: du bist eben nicht so, wie dieses Model in der Werbung, also kannst du nicht so bleiben, wie du bist.

Und wie reagieren wir darauf? Diese ganzen Hersteller von Diätprodukten, Haarfärbemitteln, Cremes gegen Falten, die Anbieter von Sportkursen, Abnehmkursen, Bildungskursen und ganz andere z. T. dubiose Unternehmen könnten ihre millionenteure Werbung nicht bezahlen, wenn wir nicht immer wieder auf diese Suggestion hereinfallen würden.

Doch was wird uns denn hier suggeriert – unterschwellig als Wahrheit verkauft? So, wie ich bin, bin ich wertlos. Und daran kann ich selbst auch gar nichts ändern, sondern ich brauche dazu unbedingt die angebotenen Produkte. Das führt letztlich dazu, dass ich mich als Person überhaupt nicht mehr selbst annehmen kann. Die auf den ersten Blick positiv stimulierende Werbung bewirkt unterschwellig genau das Gegenteil – und das ist die Absicht der Hersteller, denn sonst würden sie ihr Zeug ja nicht verkaufen.

Und unsere Gesellschaft steigt voll auf diesen Trend ein. Schon lange bist du nur dann wertvoll, wenn du eine ganze Reihe von Idealvorstellungen erfüllst. Das fängt ja schon bei den Kindern im Kindergarten an – wer keine Markenklamotten trägt, wird z. T. schon als Außenseiter behandelt; wer irgendeine körperliche Einschränkung hat, muss sich schon mit 3 Jahren von Gleichaltrigen anhören, dass er so, wie er ist, nichts wert ist. Kein Wunder eigentlich, dass wir uns selbst überhaupt nicht als wertvoll empfinden. Wo wir doch so genau wie kein anderer wissen, wo unsere Schwachstellen sind. Und wir wissen auch ganz genau, dass wir uns noch so sehr anstrengen können – wir werden einfach nie das Ideal erreichen. Etwas wird immer fehlen.

Aber ganz so neu scheint dieses Problem gar nicht zu sein. Wir finden es nämlich auch schon in der Bibel. Berühmte biblische Persönlichkeiten hatten schon dasselbe Problem. Salomo, der Sohn des Königs David, später selbst König über Israel, der für seine Weisheit bekannt war, schreibt:

Pred

2,11

Als ich mich aber umsah nach allen meinen Werken, die meine Hände gemacht hatten, und nach der Mühe, die ich mir gegeben hatte, um sie zu vollbringen, siehe, da war alles nichtig und ein Haschen nach Wind, und nichts Bleibendes unter der Sonne.

Pred

4,4

Ich sah auch, dass alle Mühe und alles Gelingen im Geschäft nur den Neid des einen gegen den anderen weckt. Auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind.

Hier aus dem Buch Prediger könnte ich einen Vers nach dem anderen zitieren – es geht „munter so weiter“. Fazit: Wir können uns sprichwörtlich ein Bein ausreißen, wir können arbeiten bis zum Umfallen, wir können uns bilden noch und nöcher, wir können immer neue Wege suchen, um unseren Wert zu steigern. Unterm Strich bleibt es immer ein „Haschen nach Wind“. Und versucht mal, den Wind zu erhaschen, zu fangen … Versucht mal, die Luft um euch her zu fangen. Egal, welches Gefäß ihr dazu benutzt – es ist auch nach Stunden des „Fangens“ noch genauso leer wie vorher. Wind lässt sich nicht fangen. So eine Übung ist also von vornherein aussichtslos.

Und Salomo sagt uns in seinem Buch Kohelet, dass alle unsere Bemühungen, unseren Wert zu steigern, genauso aussichtslos sind.

Was machen wir nun damit? Wenn wir hier stehen bleiben, stürzen wir alle in Depressionen, denn dann gibt es keine Hoffnung mehr für uns. Wir alle sehnen uns ja danach, wertvoll zu sein. Jeder von uns möchte geliebt, anerkannt und geschätzt – also wert geachtet – werden. Wohl niemand hier könnte ehrlichen Herzens von sich sagen, dass ihm das alles piepsegal ist. Jeder von uns hat ein sogenanntes Selbstwertgefühl – und beinahe allen Menschen sagt dieses Selbstwertgefühl all das, was wir gerade schon gehört haben.

Und wenn wir auf der menschlichen Ebene bleiben, dann bekommt das Selbstwertgefühl auch mehr als es gesund ist Recht. Denn wie schon gesagt, unsere Gesellschaft misst mit Messlatten, die kein Mensch erreichen kann, unsere Gesellschaft ist grausam gegenüber anderen Menschen, und das fängt schon im Kindergarten an.

Aber wir wollen hier ja nicht stehen bleiben. Keiner von uns hat vermutlich Lust, den Rest seines Lebens in Depressionen zu verbringen oder damit, immer neuen Wertemaßstäben nachzujagen, immer höheren Ansprüchen gerecht werden zu müssen – und letztlich das geforderte Ziel doch nie zu erreichen.

Gehen wir also weiter. Auf der menschlichen Ebene kommen wir nicht weiter – wie gut! Ein weiterer Blick in die Bibel eröffnet uns nämlich ganz neue Perspektiven. Da schreibt z. B. David – Salomos Vater:

Psalm

40,5

Wohl dem, der sein Vertrauen auf der Herrn setzt und sich nicht zu den Aufgeblasenen wendet und zu den abtrünnigen Lügnern.

Und weiter:

Psalms

56,5b

Auf Gott vertraue ich und fürchte mich nicht; was kann ein Mensch mir antun?

Hier werden wir auf die richtige Spur gebracht. Nicht das, was Menschen sagen, ist wichtig. Menschen blasen sich auf gegenüber anderen Menschen, sie lügen und suchen nur das Ihre. Gott aber geht ganz anders mit uns um. Er lügt nicht, er suggeriert uns nicht, dass wir irgendetwas seien, was wir nicht sind, oder dass wir irgendetwas ändern oder werden könnten, wenn wir bestimmte Dinge tun oder lassen. Gott ist die Wahrheit und er sagt uns die Wahrheit. Und seine Gedanken über dich sind die Gedanken, die wirklich wichtig sind. Und den Grundgedanken über uns hat er uns auch in seinem Wort zugänglich gemacht:

Jer 29,11

Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr. Gedanken des Friedens und nicht des Unheils (Leides), um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben.

Das ist die Kernaussage dessen, was Gott über dich denkt. Gott hat Gedanken des Friedens über dich. Gedanken des Friedens sind keine Negativwertungen über dein Aussehen, über deine Bildung, über deine Haarfarbe, dein Gewicht, deinen Kontostand oder was auch immer. All diese Dinge interessieren Gott kein Stück. Von all diesen – und vielen anderen äußerlichen Dingen – macht Gott deinen Wert nicht abhängig.

Gott macht deinen Wert von ganz etwas anderem abhängig. Und eins muss dir ganz klar werden: Nur das, was Gott von dir denkt, ist wirklich wichtig. Nur das, was Gott über dich sagt, hat eine echte Bedeutung für dein Leben.

Gott macht deinen Wert von ganz etwas anderem abhängig. Davon nämlich, dass er dich gewollt hat! Er kannte dich schon, bevor er überhaupt die Erde erschaffen hat! Und schon zu diesem Zeitpunkt, der völlig außerhalb des für uns überhaupt Vorstellbaren liegt, hat er dich erwählt. In Eph 1 können wir das nachlesen:

Eph

1,3 ff

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus,

wie er uns ihn ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe.

Er hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft (und auch zur Töchterschaft!) für sich selbst durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens

zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.

Gott hat dich erwählt, bevor es diese Erde gab. Er hat dich schon zu diesem Zeitpunkt geliebt. Alle, die Kinder haben, können sich vielleicht ein winzig kleines Stück mehr in diesen Gedankengang eindenken als die, die keine Kinder haben. Vielleicht habt ihr euch schon lange Kinder gewünscht, bis sich dann das erste endlich ankündigte. Aber in euren Gedanken, in euren Gefühlen, habt ihr schon auf dieses Kind hingelebt, obwohl es noch keinen einzigen Hinweis darauf gab.

Ihr habt euch schon überlegt, wie ihr dann, wenn es endlich so weit ist, das Kinderzimmer einrichten werden, ihr habt vielleicht schon lange vor einer Schwangerschaft den schönsten aller Namen ausgesucht, ihr habt euch überlegt, wie wohl euer Kind aussehen wird, wie sein Charakter wird, ob es blonde oder schwarze Haare haben wird. Wenn es größer sein würde, was würde es gerne tun? Bestimmt haben die zukünftigen Väter sich überlegt, dass sie ihrem Kind das Fußballspielen beibringen möchten, das Kind mitnehmen zum Zelten, mit ihm ein Baumhaus bauen oder andere spannende Dinge tun.

Sicherlich wolltet ihr auch alles dafür tun, dass es dem Kind gut geht, dass es sich wohl fühlt, dass es weiß, dass es unendlich geliebt ist – und ihr würdet es vor allem Bösen beschützen wollen.

Und vermutlich ging es euch mit jedem weiteren Kind, das ihr euch gewünscht habt, ähnlich. Denn jedes Kind ist einmalig, jedes Kind hat völlig andere Eigenschaften, und auf jedes Kind, das man sich so sehr wünscht, freut man sich neu genauso sehr wie auf das erste. Oder nicht?

Gott hat sich auch gefreut. Bevor er diese Welt aus dem Nichts durch sein Wort geschaffen hat, hat er sich schon unbändig auf dich gefreut! Er hat sich den schönsten aller Namen für dich ausgedacht (und dieser Name muss nicht unbedingt der Name sein, den dir deine Eltern gegeben haben), er hat sich genau überlegt, welche Haarfarbe zu dir passen würde. Blaue Augen oder braune Augen? Oder vielleicht grüne – das passt zu ihrem Charakter. Wenn er mal erwachsen ist, wird ihm ein schwarzer Dreitage-Bart gut stehen!

Gott hat sich unbändig auf dich gefreut. Er wollte, dass du „heilig und untadelig“ vor ihm bist. So war sein Grundgedanke. In seinen Gedanken schon vor Grundlegung dieser Welt warst du heilig und untadelig vor ihm.

Als die Welt dann geboren war, dauerte es nicht sehr lange, bis ein nicht eingeplanter „Unfall“ passierte. Adam und Eva ließen sich von der Schlange verführen, und dadurch wurde dem Feind Gottes das Tor geöffnet, um die Menschen nicht mehr heilig und untadelig zu machen. Das allerdings hat immer noch überhaupt nichts mit dem Wert zu tun, den uns seit jeher unsere Mitmenschen vermitteln wollen. Auch nach dem sogenannten „Sündenfall“ interessiert es Gott noch herzlich wenig, ob du groß oder klein, dick oder dünn, Universitätsprofessor oder Hilfsarbeiter bist.

Aber etwas anderes interessiert ihn umso mehr. Deine Seele ist es, um die es ihm geht. Deine Seele ist ja letztlich dein Ich, das, wo deine Gefühle, dein Empfinden sitzt. Das, was angreifbar ist. Wenn jemand dich mit einer verletzenden Bemerkung trifft, dann verletzt er deine Seele. Wenn du depressiv wirst, ist deine Seele überlastet und sieht keinen Ausweg mehr.

Die Seele ist es auch, durch die Sünde in dein Leben kommt – in das Leben aller Menschen gekommen ist durch den Ungehorsam der ersten beiden Menschen. Satan wusste sehr genau, wo er ansetzen muss, um das zu schaffen, was er geplant hatte. Als er Eva verführte, die verbotene Frucht zu essen, hat er genau diesen Punkt gezielt getroffen. Er hat ihr suggeriert, dass Gott sie nicht für wert genug achtet, diese Frucht essen zu dürfen. Schon die ersten Menschen sind darauf hereingefallen, dass es immer noch etwas mehr gibt, das ihnen erst ihren „echten“ Wert bringt. Man könnte meinen, Satan habe sich von einem geschickten Werbeprofi beraten lassen … „Wenn ihr von dieser Frucht esst, dann – und erst dann – werdet ihr wirklich genauso viel wert sein wie Gott.“

Kennen wir das? Wenn wir diesen Joghurt essen, wenn wir jenen Saft trinken, wenn wir dieses und jenes und welches tun – dann werden wir so sein wie die „besseren“ Menschen. Manche esoterischen oder religiösen Anbieter gehen auch einen Schritt weiter und bieten direkt an, dann so zu sein wie Gott.

Gott geht es um deine Seele. Seit dieser ersten Verführung in der Menschheitsgeschichte ist unsere Seele das Einfallstor für die Sünde. Und keiner kann sich davon freisprechen. Die Bibel sagt uns, dass die Sünde durch einen Menschen in die Welt kam – und dadurch ist sie geblieben.

Aber auch hier können wir noch nicht stehen bleiben. Gott hat das ja – Gott sei Dank! nicht einfach hingenommen und es dann halt auf sich beruhen lassen. Nein, er hat einen Plan aus der Tasche gezogen. Man könnte auch sagen, Plan B. Denn ursprünglich war das Paradies nicht nur für Adam und Eva und ein paar Tiere seinerzeit gedacht – Gottes Plan war, dass alle Menschen zu allen Zeiten mit ihm zusammen in diesem Paradies leben sollten. Friedlich und ohne Sorgen. Doch der Teufel hat ihm einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Seither ist das Paradies verschlossen, kein Mensch kann es mehr betreten. Der Ungehorsam des einen Menschen hat alle Menschen für alle Zeiten mitgezogen in die Trennung von Gott. Nur durch bestimmte Opfer konnte diese Trennung überwunden werden – immer und immer wieder. Ich will darauf jetzt nicht näher eingehen, das würde den Rahmen heute sprengen.

Plan B beinhaltete nun ein einmaliges Opfer, das für immer gültig war. Und Plan B ging soweit, dass Gott sich selbst zum Opfer machte. In Jesus, seinem Sohn. Durch dieses endgültige Opfer hat Gott die Trennung, die durch Adam und Eva begann, aufgehoben.

Durch dieses Opfer ist deine Seele wieder in der Lage, zu Gott zurückzukehren. Und nur dies ist der Grund, warum Gott seinem Sohn diesen schweren Weg zugemutet hat. Er hat dich so sehr geliebt, dass er den Gedanken nicht ertragen konnte, dass du – deine Seele, dein Ich – einmal für alle Ewigkeit von ihm getrennt sein musst. Dass du die Ewigkeit bei seinem ärgsten Feind verbringen musst. Du bist Gott so viel wert, dass er sein Leben für dich gegeben hat. Das ist auch die Grundaussage der ganzen Bibel, die in Joh 3, 16 zusammengefasst ist:

Joh

3, 16

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.

Hierin liegt der wahre Wert deines Lebens. Dass Gott dich erwählt hat, bevor er diese Welt aus den Angeln gehoben hat. Dass Gott dich bis zum Umfallen liebt und es nicht ertragen kann, dass du einmal nicht mit ihm zusammen sein könntest.

Wenn dich Gedanken einfangen wollen, die dir suggerieren, dass du so, wie du bist, nichts wert bist, dann jag sie weit weg und besinne dich auf das, was Gott über dich sagt. Ein guter Einstieg dazu ist der Psalm 139. Hier heißt es u. a.:

Psalm

139

Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es, du verstehst meine Gedanken von ferne. Du beobachtest mich, ob ich gehe oder liege, und du bist vertraut mit allen meinen Wegen.

Du hast meine Nieren gebildet; du hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir dafür, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin.

Deine Augen sahen mich schon als ungeformten Keim, und in dein Buch waren geschrieben alle Tage, die noch werden sollten, als noch keiner von ihnen war.

Gott hat uns gesehen und geliebt, als es diese Welt noch nicht gab, lange, lange, bevor überhaupt unser „Keim“ angelegt war. Das macht deinen – das macht meinen – Wert aus!

Amen

© Lisa Holtzheimer