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24.3.2010 von Lisa Holtzheimer.
Frage:
Wenn ich mir in der Führung Gottes unsicher bin und Gott einen Deal vorschlage: „Wenn Du mir …, dann ich …“ oder „Wenn bis dann das nicht geschehen ist, dann sehe ich das als ein Ja, wenn doch, dann als ein Nein.“ Lässt Gott das mit sich machen und kann ich es dann als absolute Methode nehmen, um Klarheit zu erlangen?“
Antwort:
Eine wirklich interessante Frage! Zunächst und aus dem Bauch heraus hätte ich gesagt: Nein, mit Gott kann ich nicht dealen, denn er ist souverän, heilig, unantastbar in seinen Entscheidungen. Doch dann kamen mir gleich zwei biblische Begebenheiten in den Sinn, in denen Menschen ganz offensichtlich mit Gott gedealt haben – und zwar schon sehr früh in der Menschheitsgeschichte!
Abrahams Feilschen für Sodom und Gomorra
In 1.Mose 18,20-33 wird uns von Sodom und Gomorra berichtet. Die Namen der beiden Städte des frühen Israels sind heute noch Begriffe für heilloses Durcheinander, Zügellosigkeit - das Chaos schlechthin. In den Versen 20 und 21 heißt es: „Darum sagte der Herr laut: Harte Anschuldigungen habe ich über die Menschen von Sodom und Gomorra vernommen: Sie sollen ein abscheuliches Leben führen. Ich gehe jetzt dorthin, um selbst nachzusehen, ob die schweren Vorwürfe wirklich zutreffen.“
Bemerkenswert sind schon die drei Verse zuvor beschriebenen Gedanken Gottes: „Soll ich wirklich vor Abraham verbergen, was ich mit Sodom und Gomorra vorhabe?“
Gott, der zu diesem Zeitpunkt schon weiß, wie Abraham reagieren wird, möchte ihn dennoch nicht vor vollendete Tatsachen stellen, sondern teilt ihm seine Gedanken mit. Der allmächtige, allwissende und heilige Gott betrachtet den Menschen Abraham als gleichwertigen Ansprechpartner!
Und letzterer begreift sofort, dass Gott vorhat, beide Städte zu vernichten, denn Abraham hatte eine sehr enge Beziehung zu Gott und kannte dessen “Ansichten” sehr gut. (Ob Gott mit Abraham “wörtlich” - also hörbar - gesprochen hat, lässt sich nicht letztgültig sagen; allerdings gehe ich aufgrund des biblischen Berichtes davon aus, dass es so war.)
Abraham bekommt es nun mit der Angst zu tun: Nicht, weil er selbst auch vernichtet werden soll, sondern weil er sich überlegt, dass es zumindest einige „Gerechte“ in Sodom geben könnte. Diese einfach mit allen anderen zu vernichten, hält er für unfair - und sagt es Gott auch: „Willst du wirklich Unschuldige und Schuldige zusammen vernichten? Vielleicht findest du ja 50 Leute in der Stadt, die nichts Böses getan haben und dir dienen. Willst du die Stadt nicht um ihretwillen verschonen? Es wäre unrecht von dir, Sodom ganz zu vernichten! Denn dann tötest du ohne Unterschied den Schuldlosen und den Schuldigen und behandelst beide gleich. Das wäre nicht Recht! Du bist der Richter der ganzen Welt und willst gegen die Gerechtigkeit verstoßen?“ (1.Mose 18,23-25)
Abraham scheint ziemlich aufgebracht, denn er wagt es, Gott vorzuwerfen, dass sein Handeln ungerecht sein könnte. Eigentlich ein starkes Stück – doch Gott reagiert nicht wütend oder beleidigt: „Da erwiderte der Herr: Wenn ich in Sodom 50 Unschuldige finde, werde ich um ihretwillen den ganzen Ort verschonen.“ (1.Mose 18,26)
Gott lässt sich also auf den Deal ein! Abraham beginnt zu feilschen, handelt Gott sozusagen Stück für Stück herunter: 45, 40, 20 und schließlich 10 unschuldige Menschen sollen ihm genügen, um die Stadt zu verschonen. Immer wieder lenkt Gott ein, immer wieder sagt er „okay, wenn diese wenigen unschuldigen Menschen in der Stadt gefunden werden, werde ich nichts tun und die ganze Stadt verschonen”“.
Das Ende der Geschichte ist bekannt: Sodom wurde doch vernichtet, ebenso später Gomorra - es haben sich jeweils nicht einmal zehn Gerechten gefunden. Aber Gott hätte sich von seinem Plan abbringen lassen, wenn es doch der Fall gewesen wäre, denn Gott hält sein Wort. Menschen können also durchaus mit Gott dealen!
Gideon und der Deal mit dem Schaffell
Eine zweite Begebenheit finden wir in Richter 6,36: Gideon wird von Gott auserwählt, sein Volk zu retten, er glaubt Gott zwar, will aber einen “Echtheitsbeweis”. Deshalb legt er über Nacht ein Schaffell aus und sagt zu Gott, am nächsten Morgen solle das Fell nass von Tau sein und der Boden rundherum trocken. Es geschieht so, doch Gideon genügt dieses Wunder noch nicht; er möchte am nächsten Morgen den zweiten Beweis sehen und verlangt, dass dieses Mal das Fell trocken und der Boden rundherum nass sein soll. Auch dieses geschieht nach seinem Wunsch.
Ebenso wie bei Abraham, finden wir auch hier einen Menschen, der mit Gott handelt - wenn auch nur als „Versicherung“ und Bestätigung für das, was er verstanden zu haben glaubt.
Was bedeutet dies für uns heute?
Gott hat zwar seinen Plan mit uns und er kennt alle Eventualitäten, die aus unseren eigenen Entscheidungen passieren. Dennoch sind wir ihm sicherlich nicht „blind und hilflos ausgeliefert“ (wenn man das überhaupt von einer Beziehung zu Gott behaupten könnte). Er interessiert sich durchaus auch für unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen, er akzeptiert in jedem Fall unsere eigenen Entscheidungen, zwingt uns niemals dazu, uns mit unserem Willen für oder gegen eine Sache zu entscheiden.
Gott lässt mit sich dealen – ja, aber nur in einem „gewissen Rahmen“: Wir können Gott nicht zwingen, etwas zu tun als Gegenleistung, wenn wir zuvor etwas für ihn getan oder uns seinem Willen gemäß verhalten haben. Selbst wenn die Wünsche noch so „fromm“ sind, ist ihre Erfüllung nicht verdienbar und Gott uns niemals etwas schuldig.
Gott um Bestätigung bitten?
Umgekehrt können wir Gott durchaus bitten, uns Wünsche zu erfüllen(eine bestimmte Arbeitsstelle oder was auch immer) und ihm „im Gegenzug“ dafür versprechen, etwas Bestimmtes zu tun. Dies entspräche dem Motto „Wenn du mir … dann ich …“, wie in der Frage formuliert.
Eine meiner Freundinnen hat genau das getan: Sie - auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle - wollte gern im christlichen Bereich arbeiten, jedoch nicht bei einer Organisation, die ihre Mitarbeiter über einen selbst aufzubauenden Freundes- und Spenderkreis finanziert. So hat sie zu Gott gesagt: „Wenn du mir einen Arbeitsplatz im christlichen Bereich schenkst, an dem ich ein festes Gehalt bekomme, von dem ich leben kann, dann werde ich dafür eine andere Person unterstützen.“ Es dauerte gar nicht lange bis sie die Arbeitsstelle bekam, an der sie jetzt arbeitet: in einem Missionswerk, das seinen Mitarbeitern feste Gehälter zahlt. Sie hat daraufhin ihr Versprechen wahr gemacht und unterstützt nun eine andere Person.
Am Beispiel von Gideon wird deutlich, dass auch der Weg „wenn dies oder das geschieht, dann sehe ich das als ja, wenn nicht, dann als nein“ oder so ähnlich, möglich ist.
Jedoch sollten wir auch hier selbstkritisch überdenken, ob wir nicht einfach unsere eigenen Wünsche mit dieser Art der Fragestellung zu erfüllen versuchen. Nach dem Motto: „Wenn es morgen früh geschneit hat, weiß ich, dass ich ihn oder sie heiraten werde.“ Je nach Jahreszeit sinken oder steigen die Chancen also J. Natürlich ist das Beispiel überspitzt, aber zeigt, was ich sagen will: Es ist relativ einfach, eine solche Methode von vornherein manipuliert anzulegen und das Ergebnis schon vor dem eigentlichen „Test“ abzusehen.
Wenn man aber einen sehr klaren Eindruck von Gott hat, man solle etwas tun (sei es, in die Mission zu gehen, sei es schlicht, die Arbeitsstelle zu wechseln), so kann man mit Gott einen solchen „Deal“ machen, um letzte Gewissheit zu bekommen. Gott möchte unser Vertrauen, aber er kennt uns auch und weiß, welcher Mensch eine zusätzliche Sicherheit braucht – so wie Gideon zum Beispiel.
© Lisa Holtzheimer
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24.3.2010 von Lisa Holtzheimer.
Frage:
In einem Gespräch über die Evolutionstheorie wurde ich darauf hingewiesen, dass wenn die erde wirklich “nur” ca. 6.000 Jahre alt ist, wie kommen dann dieUreinwohner Australiens, Süd und Nordamerikas auf ihre Kontinente. Nach den Berechnungen bildete die Erde vor 6.000 Jahren noch nicht ein einzigenKontinent wie es angenommen wird.
Ich bin zwar auch der festen Überzeugung, dass das Alter die Erde irgendwo zwischen 6.000 und höchstens 10.000 Jahren liegt, aber auf die Idee, nach der Herkunft der so genannten „Ureinwohner“ der verschiedenen Kontinente zu fragen, bin ich wirklich noch nie gekommen.
Woher der „Hinweis“ kommt, dass irgendwo angenommen wird, dass die Erde damals vielleicht einen einzigen Kontinent bildete, weiß ich nicht - die Bibel sagt davon nichts. In der Bibel wird von Kontinenten wie Amerika, Australien usw. nicht namentlich gesprochen, das jedoch bedeutet nicht, dass es diese Kontinente zu der Zeit nicht gab. Zwar ist die Bibel vollständig und vom ersten bis zum letzten Buchstaben das inspirierte Wort Gottes, das Menschen in seinem Auftrag aufgeschrieben haben, aber trotzdem beleuchtet es natürlich immer nur einzelne Geschehnisse. Schon immer spielten das Land und das Volk Israel darin eine große Rolle, denn Israel ist „der Augapfel Gottes“ (vgl. Sach 2, 12).
Gott hat sich das Volk Israel als sein Eigentum erwählt (Ps 135, 4). Aus diesem Grunde „spielt“ im Grunde die gesamte Bibel in und um Israel – geographisch nicht immer ganz direkt (da geht’s auch schon mal nach Ägypten, später sogar nach Griechenland und das heutige Italien (Rom) und Umgebung), aber immer spielt das Volk Israel eine Rolle.
Aber schon, wenn du dir nur diese beiden Beispiele ein bisschen näher beleuchtest, stellst du schon fest, dass hier nicht nur von einem einzigen Kontinent die Rede ist. Ägypten liegt in Afrika, Israel in Asien, Griechenland und Italien in Europa. Das sind drei Kontinente, die in der Bibel erscheinen, wenn sie auch nicht unbedingt mit unseren heutigen Namen benannt sind. Aber sie bildeten auf keinen Fall einen einzigen, großen Gesamtkontinent. Besonders deutlich wird das, wenn man die Missionsreisen des Paulus beleuchtet.
Er war viel mit Schiffen unterwegs und hat so einiges auch an Stürmen und Unwettern mitten auf dem (Mittel)Meer erlebt. Seine Schiffsreisen dauerten oft mehrere Tage bis Wochen. Und noch viel früher, als Jona vor dem Auftrag Gottes flüchten wollte, finden wir einen ziemlich deutlichen Hinweis auf das Meer: „Jona machte sich auf den Weg – aber in die entgegengesetzte Richtung! Er floh vor dem Herrn und kam zunächst in die Hafenstadt Jafo (Joppe). Dort fand er ein Schiff, das gerade nach Tarsis segeln sollte. Er bezahlte das Geld für die Überfahrt und ging an Bord” (Jona 1, 3). Auch hier handelt es sich ganz deutlich um das Mittelmeer, auf dem das Schiff fuhr und in dem dann auch der Fisch schwamm, den Gott schickte, um Jona zu verschlucken.
Du findest bestimmt noch mehr Hinweise in der Bibel auf das Meer (das letztendlich der Grund für die Trennung der Kontinente ist) - diese Beispiele sollen nur als “Gedankenanstoß” dienen. Vielleicht hast du ja auch die Möglichkeit, dir mal ein paar Karten aus der Zeit der Bibel anzusehen. In manchen Bibeln sind hinten welche drin, und es gibt auch sehr gute Atlanten.
Soviel einfach zu der Frage der Kontinente. Es hat mit Sicherheit schon immer alle Kontinente in etwa der Form gegeben, wie sie heute sind. Ich bin überzeugt davon, dass Gott die Erde mit den Kontinenten geschaffen hat, denn er hat sie mit dem Meer geschaffen und dem Meer befohlen, sich an bestimmten Orten zu sammeln, damit man das Trockene sehe (1 Mo 1, 9.10).
Und auf diesen Kontinenten haben schon immer Menschen gelebt. Sicher, die ersten beiden Menschen lebten tatsächlich im Paradies, das ja auch auf der Erde war, irgendwo in der Ecke der heutigen Türkei lag es. Aber diese beiden ersten Menschen - Adam und Eva haben Kinder bekommen. Und nicht nur die beiden, die wir aus der Bibel so gut kennen, Kain und Abel, sondern einige mehr. Und diese Kinder haben wieder Kinder bekommen … Sehr schnell hat sich die Menschheit vermehrt.
Doch dann kam die Sintflut - wieder keine Menschen, egal, wohin sie sich vorher schon ausgebreitet hatten … Nur Noah und seine Familie. Ganze 8 Menschen und eine Unmenge Tiere auf der gesamten Erde, nachdem das Wasser sich wieder zurückgezogen hatte. Schon eine leicht schwierige Vorstellung, dass aus 8 Menschen wiederum die ganze heutige Erdbevölkerung entstanden sein soll, das gebe ich zu. Aber ich kann nichts anderes, als es zu glauben, denn wenn die Bibel die Wahrheit ist und sagt, dann hat es nach der Sintflut außer Noah, seinen 3 Söhnen und den jeweiligen Frauen keinen einzigen Menschen mehr auf dieser Erde gegeben. Und die Bibel ist und sagt die Wahrheit!
Es wird eine ganze Weile gedauert haben, bis aus 8 80, 800, 8000, 8 Millionen … Menschen geworden sind. Aber es ist passiert. Vielleicht schneller, als es heute ginge - damals hatten Familien sehr viel mehr Kinder als wir es heute „normal“ finden; außerdem wurden die Menschen viel älter als wir es kennen. „Und Noah war 500 Jahre alt, da er den Sem, Ham und Japhet zeugte“ (1 Mo 5, 32); „Noah aber lebte nach der Sündflut noch 350 Jahre lang“ (1 Mo 9, 28). Er war also ca. 900 Jahre alt, als er starb! Damals aber wurden Menschen ca. zehnmal so alt wie wir heute. Und sie hatten auch viel mehr Kinder.
Und diese Kinder haben sich - so nach und nach – über die gesamte Erde ausgebreitet. Zur Zeit Noahs und überhaupt lange Zeit im AT waren viele Menschen Nomaden – das heißt, sie hatten keinen absolut festen Wohnsitz, sondern zogen mit ihren Sippen und Tieren übers Land, immer dahin, wo es genug Futter für die Tiere gab. Auf diese Weise haben sie sich sogar ziemlich schnell immer mehr über die Erde ausgebreitet. Und schon sehr früh waren die Menschen in der Lage, Schiffe zu bauen, wie die Geschichte von Noah ja auch zeigt. 6.000 Jahre sind eine lange Zeit, da hatten viele Menschen die Möglichkeit, sich auszubreiten. Sämtliche „Ureinwohner“ irgendwelcher Kontinente, Inseln oder wo immer man diesen Begriff gerne benutzt, sind ganz konsequenterweise nicht anderes als Nachkommen Noahs - und damit sind wir es auch, denn nach der Sintflut gab es niemand anders mehr als ihn, seine Kinder und Enkel …
Wenn wir von Ureinwohnern sprechen, meinen wir meistens Menschen, die irgendwo in Australien, Afrika, Südamerika oder auch anderswo im Urwald leben und die die Zivilisation noch nicht erreicht hat bzw. die sich nicht erreichen lassen wollten. Dass aber in viel früheren Zeiten die Menschen hier in Europa auch nicht sehr viel anders gelebt haben mögen (je nach Witterungsbedingungen waren die Lebensbedingungen natürlich auch angepasst), daran denken wir heute gar nicht mehr so unbedingt. Auch hier gab es „Ureinwohner“, nämlich die Menschen, die irgendwann als erste dies Land besiedelt haben, sesshaft wurden und sich dann „an Ort und Stelle“ immer mehr vermehrt haben. Nicht anders war es in Australien, in Südamerika oder auch Nordamerika, dessen „Ureinwohner“ wird ja im Allgemeinen als Indianer bezeichnen. Auch diese sind nur Nachkommens Noahs, irgendwann mit irgendeinem Schiff dort vielleicht gestrandet, haben sich die ersten Hütten gebaut … Überall war es dasselbe, auf jedem Kontinent wird es ähnlich passiert sein, auf einem eher, auf einem später. Aber zu irgendeinem Zeitpunkt hat immer der erste Mensch seinen Fuß auf diesen Kontinent gesetzt, ist dann dort geblieben und hat sich angesiedelt.
(Der Artikel “Woher nahmen Kain und Abel ihre Frauen” weiter unten in dieser Rubrik geht noch ein wenig weiterführend auf dieses Thema ein.)
© Lisa Holtzheimer
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24.3.2010 von Lisa Holtzheimer.
Antwort
Hallo, ich finde es toll, dass du Jesus in dein Leben aufgenommen hast und dich taufen lassen hast. Damit hast du einen wichtigen Schritt getan und befindest dich total auf dem Boden der Bibel (Markus 16, 16 Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden; wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden).
Und um es gleich zu sagen: auch mit deiner Frage befindest du dich total auf dem Boden der Bibel! Du hast das absolut richtig verstanden, was du vermutlich aus der Bibel herausgelesen hast.
Wir als Christen haben eine große Autorität von Jesus bekommen. Das findet sich in ganz vielen Stellen in der Bibel wieder. Jesus sagt seinen Jünger immer wieder, dass sie in seinem Namen Dämonen austreiben sollten (z. B. Markus 6, 7 - 13). Zuerst hat Jesus dies selbst getan, denn bis dahin hatte kein Mensch die Vollmacht, dies zu tun. Doch seine Jünger, die gut drei Jahre lang Tag für Tag mit Jesus zusammen waren und von ihm lernten, wuchsen im Glauben und nahmen zu in der Vollmacht, die Jesus ihnen gegeben hatte. Und eines der wichtigsten Dinge dieser Vollmacht war in der Tat das Austreiben von bösen Geistern. Das hat nicht immer sofort geklappt, aber sie haben gelernt und sind im Glauben und auch hierin gewachsen. Und auch andere Menschen als die “direkten” Jünger Jesu haben dies getan - allerdings nicht immer mit Erfolg (siehe Apg. 19, 13 - 16: “Es unterstanden sich aber einige von den Juden, die als Beschwörer umherzogen, den Namen des Herrn Jesus zu nennen über denen, die böse Geister hatten, und sprachen: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus predigt.14 Es waren aber sieben Söhne eines jüdischen Hohenpriesters mit Namen Skevas, die dies taten. 15 Aber der böse Geist antwortete und sprach zu ihnen: Jesus kenne ich wohl und von Paulus weiß ich wohl; aber wer seid ihr? 16 Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, dass sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen”).
An diesem Beispiel sehen wir zwei Dinge. Zum Einen, dass das Austreiben von bösen Geistern auch Aufgabe der Nachfolger Jesu war, als Jesus schon wieder beim Vater im Himmel war, denn diese Begebenheit spielte sich nach Jesu Himmelfahrt ab. Und obwohl es sich hier um Juden handelt, die vermutlich Jesus noch nicht als ihren Herrn angenommen hatten, ist davon auszugehen, dass das Austreiben von Dämonen durch Nachfolger Jesu und in seinem Namen inzwischen gang und gäbe geworden war.
Was zuerst - zu Jesu Lebzeiten hier auf Erden - nur auf den engsten Jüngerkreis beschränkt war, wurde nach seiner Auferstehung durch Jesus selbst ausgeweitet auf alle Menschen, die ihm nachfolgen (Markus 16, 17ff: Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;18 werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden). Hier steht sehr eindeutig “denen, die glauben” werden diese Zeichen folgen - und in der Auflistung steht das Austreiben von Dämonen (also bösen Geistern) sogar an erster Stelle!
Und diese Vollmacht, die Jesus auf seine Jünger übertragen hat, gilt für alle seine Nachfolger in allen Zeiten.
“Denen, die glauben” - das lässt keinen anderen Schluss zu, als dass dies für alle Menschen in allen nachfolgenden Zeiten gilt, wenn sie an Jesus glauben. Alle Menschen, die glauben, sind nun nicht nur Prediger oder Pastoren, sondern alle. Das Wort “alle” kennt keine Ausnahme. Sehr deutlich wird dies auch in Lukas 9, 49f: “Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemand Dämonen austreiben in deinem Namen, und wir wehrten ihm, weil er dir nicht mit uns nachfolgt. 50 Und Jesus sprach zu ihm: Wehrt nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, ist für euch.” Hier treibt sogar jemand in Jesu Namen Dämonen aus, obwohl er Jesus nicht nachfolgt. Und selbst das befürwortet Jesus.
Ich denke nun nicht, dass dies bedeutet, dass tatsächlich jeder, der nicht an Jesus glaubt, zu jeder Zeit auch die Vollmacht über Dämonen hat, sondern dass diese Vollmacht normalerweise tatsächlich auf wiedergeborene Christen - also echte Nachfolger Jesu - begrenzt ist. Doch Gott ist souverän und kann auch Ausnahmen zulassen und für sich nutzen. Einem Menschen, der von Dämonen befreit wurde, ist mit Sicherheit geholfen - und sowohl der Befreite als auch der “Befreier” haben dadurch eine Erfahrung gemacht, die sie mit Sicherheit sehr viel leichter zu Jesus finden lässt.
Aber dieses Beispiel macht umso mehr deutlich, dass die Vollmacht über böse Geister und auch über Krankheiten, Situationen u. ä. nicht allein bei Predigern und sogenannten “Vollzeitchristen” liegt, sondern dass diese Vollmacht jeder wiedergeborene Christ hat.
Es gibt Christen, die davon ausgehen, dass manche Dinge, die in der Bibel stehen, nur für die “direkten” Jünger Jesu gegolten haben, also die 12 Menschen, die ca. drei Jahre lang Tag für Tag mit Jesus unterwegs waren. Diese Auslegung ist jedoch nicht schlüssig. Sämtliche Dinge, die in der Bibel stehen, sind wichtig und verbindlich für ALLE Nachfolger Jesu - bis zum letzten Tag, den diese Erde erleben wird. Dinge, die so unwichtig waren, dass sie nach kurzer Zeit keine Gültigkeit mehr hatten, wurden in der Bibel nicht explizit erwähnt - schon gar nicht an diversen verschiedenen Stellen und in großer Häufigkeit. Aber genau das ist der Fall bei diesem Thema. Du kannst ja mal auf www.bibelserver.de den Begriff “böse Geister” eingeben - oder je nach Übersetzung auch “Dämonen” (beide Wörter bezeichnen dieselben Persönlichkeiten). Dann findest auf Anhieb jede Menge Bibelstellen, in denen davon die Rede ist, dass diese Dämonen oder bösen Geister ausgetrieben werden müssen - und dass sie auch nur dadurch überhaupt verschwinden. Einfach so von selbst gehen sie nicht - denn ihr Ziel und ihre Aufgabe ist genau das Gegenteil.
Auf der anderen Seite müssen wir natürlich auch sehen, dass nicht “hinter jedem Baum” ein böser Geist lauert. Nicht jede Versuchung, nicht jede Angst und auch nicht jede Krankheit wird durch Dämonen oder böse Geister verursacht. Es gibt beides - Krankheiten, die durch Dämonen verursacht werden, aber auch “ganz normale”, natürliche Krankheiten. Nicht hinter jeder Grippe steckt ein Dämon. Wenn man sich ein bisschen länger mit dem Thema beschäftigt hat, lernt man, dies zu erkennen und zu unterscheiden. Wenn man aber - vor allem als sehr junger Christ - dazu (noch) nicht in der Lage ist, ist das überhaupt kein Problem. Denn hier gilt wie überall natürlich in erster Linie: Jesus ist immer noch größer. Jesus ist der Sieger - über alle Dämonen, über alle Krankheiten (auch über die natürlichen), über alle Ängste. Wenn man also nicht weiß, wie man jetzt mit einer Situation umgehen soll, dann ist der beste Rat, einfach Jesus selbst zu fragen. Er wird dir sagen, was die richtige Weise ist, mit der aktuellen Situation umzugehen.
Doch noch einmal zurück zu der o. g. Geschichte in Apg. 19. Das Zweite nämlich, was wir aus dieser Begebenheit lernen müssen, ist, dass es gewisse Voraussetzungen braucht, um sich mit Dämonen anzulegen. Denn man muss sich sehr deutlich darüber bewusst sein, dass man sich mit der unsichtbaren Welt auseinandersetzt - in diesem Fall mit dem bösen Teil der unsichtbaren Welt.
Und dies ist schon ein Gebiet, mit dem man sich schon näher auseinandersetzen sollte, bevor man “mal eben so” einen Dämon austreiben will. Denn Dämonen sind ja auch “Personen” - ebenso wie Gott, Jesus und der Heilige Geist Personen sind. Auch Dämonen sind keine “unsichtbaren Gespenster”, sondern Persönlichkeiten mit einem meist sehr starken Willen - und einem Herrn im Rücken, nämlich Satan. Unsichtbar sind sie allerdings - jedenfalls für das natürliche, menschliche Auge. Manchmal lässt Gott aber auch Menschen einen Einblick in die unsichtbare Welt tun und zeigt uns Engel oder auch Dämonen. Und - wie oben schon angedeutet - freiwillig verlassen diese Geister einen Menschen nicht. Und um ihnen zu begegnen, sollte man sich vorher schon eine Zeitlang intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben und eine wirkliche biblische Grundlage gebildet haben, auf der man sich sicher bewegt. Denn ansonsten zieht man schnell den Kürzeren … Auch hier wird Jesus dir sagen, was zu welchem Zeitpunkt dran ist und was nicht.
Du bist aber - wie schon gesagt - auf dem richtigen Weg, wenn du im Namen Jesu den Dämonen gebietest. Im Namen Jesu müssen sie gehorchen - sie haben keine andere Wahl. Und vielleicht hast du das ja auch schon selbst erlebt, dass das so ist. Dennoch ist dies keine Garantie dafür, dass sie nicht evtl. wiederkommen und sogar noch andere Geister mitbringen. Dazu sagt die Bibel auch etwas, z. B. in Lukas 11: “24 Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so durchstreift er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht; dann spricht er: Ich will wieder zurückkehren in mein Haus, aus dem ich fortgegangen bin. 25 Und wenn er kommt, so findet er’s gekehrt und geschmückt. 26 Dann geht er hin und nimmt sieben andre Geister mit sich, die böser sind als er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie darin, und es wird mit diesem Menschen hernach ärger als zuvor.”
Das bedeutet, dass ein böser Geist, der aus einem Menschen ausfahren musste, sozusagen keine “Heimat” mehr hat. Und nach einer Weile kommt er zurück, schaut sich sein altes “Haus” (den Menschen) an, und wenn er sieht, dass dieses Haus schön sauber ist, aber leer (!), dann ruft er seine Freunde (sieben andre Geister) und zieht wieder ein. Nun kann sich jeder vorstellen, wie es in einem Haus aussieht, das schon ein “Bewohner” völlig ins Chaos gebracht hat, wenn dieser eine Chaot dann noch sieben weitere mitbringt. Es wird “ärger als zuvor” - also viel schlimmer und grausamer.
Hier sehen wir also, dass es nicht damit getan ist, einen bösen Geist einfach nur rauszuwerfen - und damit hat es sich. Damit hat es sich eben nicht. Wir müssen auch dafür sorgen, dass der Geist, wenn er zurückkommt, kein leeres, fein gesäubertes Haus, vorfindet, sondern ein bewohntes. Wenn ein Haus bewohnt ist, gibt es einen Besitzer - und dieser lässt nicht einfach zu, dass der frühere Besitzer es sich wieder unter den Nagel reißt. In diesem Fall muss der neue Besitzer der Heilige Geist sein. Er muss in diesem Haus wohnen und darin schalten und walten und alles muss ihm gehören. Dann ist das Haus - also der Mensch - sicher vor den bösen Geistern, die früher einmal darin gewohnt haben und rausgeworfen wurden.
Den Heiligen Geist muss der Mensch einladen in dieses Haus - es ihm übergeben, ihm schenken sozusagen. Er muss über das Leben des Menschen bestimmen dürfen und somit in dem Haus “schalten und walten”, wie er es für richtig hält. Denn wie der Heilige Geist, die dritte Person Gottes, es für richtig hält, so ist es natürlich richtig und am besten für den Menschen.
Wenn diese Voraussetzung gegeben ist, dann brauchen wir uns vor den bösen Geistern nicht zu fürchten. Und wenn wir - bei uns selbst oder bei anderen Menschen - böse Geister im Namen Jesu austreiben, dürfen wir nicht versäumen, den Heiligen Geist in das leere Haus einzuladen und es ihm zu übergeben. Denn in ein leeres Haus kommen die bösen Geister zurück - in ein bewohntes aber können sie nicht.
Alles in allem sind zwei Dinge sehr wichtig: Immer Jesus fragen - in jeder Situation und zu jedem Thema. Es gibt keine Frage, die du Jesus nicht stellen darfst - und es gibt keine Frage, auf die er dir keine Antwort geben wird. Und dich vom Heiligen Geist leiten lassen. Beides bedarf einer gewissen Übung. Wenn man das zum ersten Mal macht, erkennt man Jesu Stimme nicht immer sofort - aber wenn man dran bleibt, lernt man sie besser kennen und zu unterscheiden von vielen anderen Stimmen, die einem auch etwas “aufschwatzen” wollen. Mit der Führung des Heiligen Geistes ist es dasselbe. Mit der Zeit lernt man zu unterscheiden, welche Impulse vom Heiligen Geist kommen und welche nicht. Ich ermutige dich sehr, dran zu bleiben!
Ich möchte dir zu diesem Thema noch zwei Bücher empfehlen. “Segen oder Fluch - Sie haben die Wahl” und “Sie werden Dämonen austreiben”. Beide Bücher sind geschrieben von einem der größten Bibellehrer unserer Zeit, der leider vor einigen Jahren zum Herrn gegangen ist - Derek Prince, der sich jahrzehntelang ausführlich mit diesem Thema beschäftigt hat und mehr dazu sagen kann als viele andere.
© Lisa Holtzheimer
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16.1.2009 von Lisa Holtzheimer.
Frage: War es nicht Gottes Absicht, dass Judas mit seinem Verrat alles ins Rollen brachte?
Antwort:
Ich vermute jetzt einmal, dass die “Frage hinter deiner Frage” die ist, warum Judas dann verworfen wurde (Matthäus 26, 24 b: „Wehe aber jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen überliefert wird! Es wäre jenem Menschen gut, wenn er nicht geboren wäre.“). Wenn die Bibel hier sagt, es wäre besser für den Menschen, der Jesus verraten hat, er wäre gar nicht erst geboren, dann steckt darin in der Tat eine beängstigende Aussage für eben diesen Menschen - also Judas. Denn das kann nur heißen, dass er die Ewigkeit eines Tages nicht im Himmel, sondern in der Hölle verbringen wird. Wegen ein paar Jahren Leben hier auf der Erde würde Jesus eine solch dramatische Aussage nicht treffen.
Judas ist also auf dem Weg in die ewige Gottesferne. Und das erscheint auf den ersten Blick wirklich ungerecht zu sein. Denn - wie du ganz richtig erkannt hast - es musste durchaus jemand Jesus verraten an die Römer, also die Besatzungsmacht Israels der damaligen Zeit. Das war “geplant” und aus dieser Sicht hat Judas nichts anderes getan, als Gottes Willen erfüllt - man könnte auch sagen, er tat das, was für ihn von vornherein vorgesehen war. Das wird auch dadurch deutlich, dass Jesus während des sogenannten letzten Abendmahls nicht nur vorhersagt, dass ihn jemand verraten wird (Markus 14, 20: „Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir das Brot in die Schüssel eintaucht“), sondern auch, wer das sein wird (Matthäus 26, 25: „Judas aber, der ihn überlieferte, antwortete und sprach: Ich bin es doch nicht, Rabbi? Er spricht zu ihm: Du hast es gesagt“).
Warum also droht Judas trotzdem die „ewige Strafe“? Diese Konsequenz hat ihren Grund nicht darin, dass er Jesus verraten hat. Das haben auch andere Jünger vorher und hinterher getan (vgl. z. B. Johannes 18, 12 - 27 - hier verleugnet Petrus dreimal, dass er Jesus jemals begegnet sei - das ist auch ein Verrat). Wenn also alleine der Verrat diese ewige und schreckliche Konsequenz für einen Jünger Jesu hätte, dann gäbe es weder für die ersten Jünger, die damals mit Jesus drei Jahre lang unterwegs waren, noch für seine Jünger danach bis in unsere Tage (also uns) eine Chance auf die Ewigkeit bei Gott. Denn die Bibel sagt uns an vielen Stellen sehr deutlich, dass schon viel kleinere Vergehen uns von Gott trennen.
Wo liegt nun der wahre Grund für Jesu Aussage, dass der Mensch, der ihn verrät, besser gar nicht erst geboren wäre? Hier müssen wir ein geistliches Prinzip ansetzen, das heute noch genauso gilt wie zur Zeit des Neuen Testamentes. Ganz klar - denn Gott ändert sich nicht und die geistlichen Gesetzmäßigkeiten ändern sich auch nicht.
Judas hat Jesus verraten - das war, obwohl es geschehen musste, eine klare Sünde. Wenn wir heute als Christen, die Jesus kennen, unseren Herrn verleugnen, ist das genau so eine Sünde. Und was tut Sünde? Sünde trennt von Gott. Dabei kommt es gar nicht auf die „Art“ der Sünde, besser gesagt, des Vergehens, an. Jede Sünde - ob riesengroß oder winzig klein - trennt auf ewig und für alle Zeiten von Gott. Da gibt es keine Ausnahme.
Damit aber wir Menschen trotzdem eine Chance haben, die Ewigkeit mit Gott in seiner ewigen Herrlichkeit verbringen zu können, hat Gott eine Lösung geschaffen - Jesu Tod am Kreuz. Damit ist die Trennung von Gott aufgehoben und alle Menschen haben die Möglichkeit, direkt zu Gott zu kommen. Niemand muss also mehr auf ewig von Gott getrennt bleiben. Es gibt nur eine einzige Voraussetzung dafür. Wir müssen unser Leben Jesus anvertrauen, unsere Sünden bekennen und Vergebung empfangen.
Genau an diesem Punkt ist Judas stehen geblieben. Nachdem Jesus von den Soldaten gefangen genommen worden war, ist Judas wieder „zu sich gekommen“. Und sehr schnell wurde ihm klar, dass er so richtig Mist gebaut hatte. War er nicht drei Jahre lang mit Jesus durch die Lande gezogen, hatte von ihm unendlich viel gelernt und seine Liebe erfahren? Gehörte er nicht zum engsten Freundeskreis des Meisters? Und plötzlich ließ er sich mit ein paar Silberstücken bestechen, diesen Freund und Meister zu verraten. Was war nur in ihn gefahren?? Matthäus 27, 3 - 4: „Als nun Judas, der ihn überliefert hatte, sah, dass er verurteilt wurde, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten zurück und sagte: Ich habe gesündigt, denn ich habe schuldloses Blut überliefert. Sie aber sagten: Was geht das uns an? Sieh du zu!“
Als er nun auch noch merkte, dass die, die ihn geködert hatten, ihn fallen ließen wie eine heiße Kartoffel, nachdem sie das hatten, was sie wollten (= Jesus), war Judas „fertig mit der Welt“. Matthäus 27, 5: „Und er warf die Silberlinge in den Tempel und machte sich davon und ging hin und erhängte sich.“
Nun war er also tot. Und leider hatte er etwas Wichtiges vergessen. Er hat zwar denen, für die er Jesus verraten hatte, gesagt, dass er einen Fehler gemacht hat. Doch das Wichtigere hat er nicht getan. Er hat seine Schuld nicht vor Gott bekannt und sich Vergebung geholt. Das, was hier jetzt ein wenig platt klingt, ist genau der Knackpunkt der Geschichte. Judas hat seine Sünde nicht vor Gott bekannt und sie wurde ihm deshalb nicht vergeben.
Der „Fehler“ lag also nicht bei Gott, sondern bei Judas. Gott in seiner Güte, Liebe und Gnade hätte ihm vergeben - so wie er jedem Menschen vergibt, der seine Sünden bekennt, von ganzem Herzen bereut und ihn um Vergebung bittet. Aber Vergebung ist kein Automatismus - das Bekennen und Bereuen gehört dazu. Gott sieht die Sünde und den Sünder - und er wartet nur darauf, vergeben zu können. Doch die geistlichen Gesetzmäßigkeiten brauchen die Aktion des Menschen - das Bekennen und Bitten um Vergebung. Darauf folgt Gottes Reaktion - die Vergebung - nur zu gerne.
© Lisa Holtzheimer
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27.11.2008 von Lisa Holtzheimer.
Frage: Es heißt, der heilige Geist ist in uns allen …
Wieso muss man nach Aussage der Bibel dann eine Personifikation / einen Gott anbeten, wenn man sich doch einfach darauf besinnen kann, dass diese heilige Energie in und um uns alle herum ist und man sie demnach in jedem Wesen finden und ansprechen kann?
Antwort:
Ich nehme jetzt einfach mal an, dass diese Frage sich auf diese oder eine ähnliche Bibelstelle bezieht:
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1 Kor 3, 16 |
Wisst ihr nicht, dass ihr GottesTempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?
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1 Kor 6, 19 |
Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? |
Wenn man diese Stellen aus dem Kontext (Zusammenhang) heraus nimmt, könnte man auf den ersten Blick tatsächlich meinen, dass der Heilige Geist in uns allen wohnt. Doch wenn man den näheren und weiteren Zusammenhang dieser Stellen beachtet, wird sehr schnell deutlich, dass das so ohne Einschränkung nicht gemeint ist.
Diese beiden Stellen, die ich herausgegriffen habe, stehen im Brief des Paulus an die Korinther. Damit ist eine Gemeinde in Korinth gemeint, die - wie alle christlichen Gemeinden in der neutestamentlichen Zeit - noch relativ neu war. Die Menschen hatten erst vor kurzem von Jesus gehört und hatten sich dann zu ihm bekehrt - entweder aus dem jüdischen Glauben heraus, aber in Korinth, das in Griechenland liegt, vermutlich sehr viel mehr aus dem Glauben an diverse sogenannte Götter heraus. Die Griechen hatten zu der Zeit viele “selbstgemachte” Götter - für jede Angelegenheit einen eigenen “Gott” sozusagen.
Paulus war auf seinen Reisen auch nach Griechenland gekommen und hatte dort den Menschen von Gott und von Jesus erzählt. Als er in Athen einen Spaziergang machte, um sich mit den Gegebenheiten der Stadt und der Kultur vertraut zu machen, sah er unzählige Altäre, die allen möglichen Göttern gewidmet waren. Einer davon war dem “unbekannten Gott” gewidmet, und daran anlehnend beginnt Paulus, den Athenern von dem lebendigen Gott, von dem die meisten von ihnen wohl noch nie etwas gehört hatten, zu erzählen (Apostelgeschichte 17, ab Vers 16).
Ähnlich war es auch in anderen griechischen Städten, z. B. in Ephesus (Apg 19) - und auch in Korinth wird es ähnlich gewesen sein, auch wenn es dazu jetzt keine explizite Beschreibung in der Bibel gibt. Und überall, wo er predigte, erkannten Menschen den lebendigen Gott und beschlossen, von nun an mit ihm zu leben. Daraus sind die ersten christlichen Gemeinden entstanden.
Und wie das so ist, wenn Menschen etwas ganz neu kennen lernen - dann ist das Ganze für sie erst einmal neu und fremd, und sie müssen sich mit der Zeit in ihren neuen Glauben hineinfinden. So etwas braucht ja Zeit und es nicht auf einmal mit einem Schlag alles “von selbst” ganz anders. So ist es auch mit bestimmten Dingen und Lebensweisen, die sich ändern, wenn man sein Leben mit Jesus leben will. Alte Gewohnheiten lassen sich nicht von heute auf morgen verändern. Es müssen auch nicht alle alten Gewohnheiten verändert oder entfernt werden, aber einige halt schon. Vor allem, wenn Menschen aus einem traditionell verankerten Götzenglauben heraus umkehren und Jesus folgen wollen. Besonders dann ist es wichtig und notwendig, mit bestimmten Ritualen, Dingen, Büchern, Gegenständen, die in Verbindung mit dem Götzenglauben stehen, radikal zu brechen.
In Korinth war also eine christliche Gemeinde entstanden. Weil Paulus nicht ständig bei ihnen sein konnte, aber die Gemeinde noch nicht so gefestigt war, dass sie ganz ohne “Coaching” fest ihren geistlichen Weg gehen konnte, hat Paulus ihnen von Zeit zu Zeit Briefe geschrieben. Zwei davon sind uns in der Bibel überliefert (= 1. und 2. Korinther-Brief).
Die Bibelstellen, die ich oben herausgegriffen habe, wurden zu einer Zeit an diese Gemeinde geschrieben, in der sie schon einige Zeit existierte und auch schon einiges geistliches Wachstum erlebt hatte und eigentlich schon recht viel Wissen um geistliche Dinge und Zusammenhänge haben sollte. Doch die Menschen verhielten sich ganz und gar nicht nach diesem Wissen, sondern waren relativ chaotisch und zum Teil zurückgefallen in ihr altes Verhalten. Deshalb ermahnt Paulus diese Christen, ihr Verhalten an bestimmten Punkten zu überdenken und zu verändern, und erinnert sie daran, dass doch nun der Heilige Geist in ihnen wohnt.
Der Heilige Geist ist also nicht “automatisch” in allen Menschen, sondern er bezieht Wohnung in dem gläubigen Menschen. Dann, wenn ein Mensch sein Leben Jesus übergibt, zieht der Heilige Geist ein. Vorher nicht.
Richtig ist, dass jeder Mensch aus “Körper, Seele und Geist” besteht. Doch dieser Geist ist nicht der Heilige Geist, sondern der “menschliche” Geist. Unser menschlicher Geist aber macht es uns überhaupt möglich, mit dem Heiligen Geist, mit Gott, zu kommunizieren. Das geht nicht über den Verstand und nicht über die Seele. Über den Köper schon gar nicht :-). Übernatürliche (= geistliche) Dinge können nur mit dem Geist erfasst werden. Auch ungläubige Menschen haben durchaus ein Gespür für übernatürliche Dinge - und im übernatürlichen Bereich gibt es auch nicht nur die göttlichen, sondern auch dämonische Dinge. Beides kann ein Mensch nur mit seinem Geist erfassen. Wenn ein Mensch nun Christ wird, d. h., Jesus sein Leben bewusst anvertraut, wird sein “geistlicher Blick” erweitert und er ist in der Lage, Göttliches von Dämonischem und den Heiligen Geist von anderen “Geistern” (= Dämonen) zu unterscheiden. Aber auch das ist ein Lernprozess, denn die Stimme des Heiligen Geistes muss ein Mensch auch erst kennen lernen. Mit der Zeit aber wird diese ihm vertrauter - und das Unterscheiden wird leichter. Jesus sagt z. B. in Johannes 10, 27: “Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir.” So wie “echte” Schafe die Stimme ihres Hirten kennen und wissen, dass sie ihm vertrauen können, so kennen auch Christen die Stimme ihres Hirten.
Der Heilige Geist ist keine “heilige Energie”, sondern er ist eine Person. Gott offenbart sich in der Bibel als der dreieinige Gott: Gott, der Vater; Gott, der Sohn (Jesus); und Gott, der Heilige Geist. Gott ist eine Person. Ganz real. Die Bibel spricht an keiner Stelle von irgendeiner heiligen Energie oder kosmischen Kraft oder etwas ähnlich Undefinierbarem. Gott selbst stellt sich uns in der Bibel sehr deutlich als lebendige Person mit Gefühlen und Empfindungen vor.
Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist sind drei eigenständige Personen, die doch “eins” sind - nämlich in ihrem Willen vollkommen in Einheit verbunden. Es gibt keinen Unterschied in ihrem Willen, in ihren Entscheidungen usw. Jesus (also Gott, der Sohn) diskutiert nicht mit Gott, dem Vater, aus, ob dies oder jenes richtig oder falsch war oder man es evtl. doch hätte anders machen können
. Nein, alle drei Personen sind sich vollkommen einig. Und das nicht erzwungenermaßen - also in einer Art Hierarchie, dass einer entscheidet und die anderen sich mehr oder weniger zähneknirschend seinem Willen beugen, sondern wirklich einig. Sie denken und fühlen exakt dasselbe.
Gott ist aber auch ein eifersüchtiger Gott. Er hat die Erde und den Menschen geschaffen - und er liebt jeden einzelnen Menschen als eigenständige Persönlichkeit. Er will eine Beziehung zu jedem einzelnen Menschen. Wenn ein Mensch diese Beziehung ablehnt und sich anderen Göttern zuwendet (und das passiert auch heute täglich - die Götter heute heißen nur ein wenig anders als damals im antiken Griechenland, heute heißen sie Auto, Fernsehen, Geld, Sex usw. …), dann ist der lebendige Gott glühend eifersüchtig. Es ist nicht falsch, ein Auto zu haben, Fernsehen zu schauen, Geld zu haben oder seine Sexualität in der Ehe zu genießen. Wenn aber diese oder weitere Dinge zum Lebensinhalt eines Menschen werden, dann werden sie zum Götzen.
Nun reagiert Gott nicht so, wie ein eifersüchtiger Ehemann es vielleicht tun würde. Denn Gott lässt trotzdem den Menschen ihren eigenen Willen und ihre eigene Entscheidung. Traurig aber bleibt Gott immer über jeden Menschen, der mit ihm nichts zu tun haben will. Im Gegensatz zu uns Menschen, die dann einen anderen irgendwann auch aufhören zu lieben oder vergessen können, kann und tut Gott das nicht. Er liebt jeden Menschen “bis zum Umfallen” und versucht bis zu dessen letztem Atemzug noch, ihn mit seiner Liebe zu erreichen.
Wenn man nun diesen lebendigen Gott kennen gelernt hat und seine Liebe persönlich erfahren hat, dann sieht man Anbetung überhaupt nicht mehr als ein “Muss”, sondern man möchte ihn anbeten, weil man ihn auch liebt und weil man nur so staunen kann über seine Liebe, seine Herrlichkeit, seine Heiligkeit und über das, was er für uns getan hat.
Eine “heilige Energie” braucht man nicht anzubeten - denn eine Energie hat keine Persönlichkeit, keine Gefühle und auch keine echte Kraft. All das sind Merkmale einer lebendigen Person. Auch eine tote Person hätte diese Merkmale nicht. Doch Gott ist lebendig - und er ist eine Person. Er ist die einzige Person, die heilig ist, die vollkommen gerecht ist und die selbst die vollkommene Liebe ist. Deshalb gebührt ihm alle Anbetung - und nur ihm! Andere Götter oder “Energien” anzubeten, ist Götzendienst, und das verabscheut und verurteilt Gott. Und wenn man verstanden hat, dass Gott eine lebendige Person ist und ihn auch als diese kennen gelernt hat, dann ist auch diese Erkenntnis daraus nur eine logische Folge.
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8.11.2008 von Lisa Holtzheimer.
Woher nahmen eigentlich Kain und Abel ihre Frauen – wenn doch ihre Eltern die ersten Menschen auf der Erde waren?
Um die Antwort auf diese Frage zu verstehen, muss man ein bisschen umdenken - nämlich “weg”denken von den üblichen Dingen, Gesetzen usw., die uns vertraut sind. Nach unserem heutigen Denken, Verstehen und nach unseren heutigen Gesetzen hier in Deutschland bleibt uns nur eine Möglichkeit, wenn das erste Mosebuch lesen - besonders die ersten Anfänge der Menschheit: wir müssten es für ein Märchen halten, denn nach unserem heutigen Denken ist das alles nicht möglich.
Damals aber - schätzungsweise vor ca. 6.000 Jahren - gab es weder Gesetze noch die Notwendigkeit zu manchen Gesetzen, die wir heute haben. Unsere heutigen Gesetze sind gut und notwendig, um Schlimmes zu verhindern. Aber sie haben sich entwickelt, weil sie im Laufe der Zeit notwendig wurden - aber es gab nicht von Anfang an eine Veranlassung dazu, bestimmte Regeln und Umgangsformen allgemeingültig “von höherer Stelle her” zu regeln. Ich komme später nochmal darauf zurück.
Als Gott Adam und Eva geschaffen hatte, war erst einmal alles “gut”. Wirklich gut. Adam und Eva lebten mit Gott zusammen im Paradies - einem Garten, den Gott auf der Erde für die Menschen angelegt hatte. Sein Plan war, dass die Menschen sich hier vermehren konnten und in Frieden mit ihm leben konnten. Da er den Menschen aber auch einen eigenen Willen gegeben hatte, ließen schon diese beiden ersten Menschen sich von Satan verführen - und den Rest der Geschichte kennen wir. Sie wurden aus dem Paradies verwiesen. Erst zu diesem Zeitpunkt übrigens wurden sie “sterblich”. Im Paradies - in der völligen Übereinstimmung mit Gottes Willen - gab es weder Krankheit noch die Folgen (Tod) davon (1. Mose 3, 19b … bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!).
Die Übertretung von Gottes zu dem Zeitpunkt einzigem Gesetz (nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen zu essen), hat Gottes Fluch nach sich gezogen (1. Mose 3, 16 Zu der Frau sprach er: Ich werde sehr vermehren die Mühsal deiner Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären! Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen! 17 Und zu Adam sprach er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und gegessen hast von dem Baum, von dem ich dir geboten habe: Du sollst davon nicht essen! - so sei der Erdboden deinetwegen verflucht: Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens; 18 und Dornen und Disteln wird er dir sprossen lassen, und du wirst das Kraut des Feldes essen! 19 Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!). Vorher gab es also weder Mühsal bei der Schwangerschaft noch Schmerzen bei der Geburt; ebenso war die Arbeit auf dem Feld (im Garten) leicht und mühelos. Alles war leicht.
Nach dem Sündenfall änderte sich dies - und erst danach wurden auch Gesetze notwendig. Später lesen wir davon, wie Gott Gesetze einsetzt (die zehn Gebote) und viele Regeln gibt, wie die Menschen sich verhalten sollen.
All das aber gab es noch nicht zu der Zeit, als Adam und Eva lebten und ihre ersten Kinder bekamen. Zwar wurden schon die ersten Kinder von Adam und Eva nicht mehr im Paradies geboren und standen demzufolge schon unter dem Fluch der Sünde, aber die vielen Folgen der Sünde waren nicht alle mit einem Schlag da, sondern haben sich nach und nach entwickelt - immer mehr und mehr. Und eine der ersten Folgen der Sünde war der Mord Kains an seinem Bruder Abel.
Wenn wir einmal genauer im 1. Buch Mose nachlesen, stellen wir sehr schnell fest, dass Adam (und ziemlich sicher auch Eva, auch wenn es da nicht explizit aufgeschrieben ist) sehr viel älter wurden als wir uns das heute überhaupt vorstellen können. Als Adam starb, war er 930 (!) Jahre alt - und damit einer der ältesten Menschen, die jemals auf der Erde gelebt haben. 1. Mose 5, 3 Und Adam war 130 Jahre alt und zeugte einen Sohn, ihm gleich und nach seinem Bilde, und nannte ihn Set; 4 und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5 dass sein ganzes Alter ward 930 Jahre, und starb. Der älteste Mensch war Metuschelach (umgangssprachlich noch heute Metusalem genannt) mit 969 Jahren. ( 1. Mose 5,25 Metuschelach war 187 Jahre alt und zeugte Lamech, 26 und lebte danach 782 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 27 dass sein ganzes Alter ward 969 Jahre, und starb.)
Wenn wir uns diese Bibelstellen noch mal anschauen, sehen wir auch, dass dort steht, dass Adam den Set mit 130 Jahren gezeugt hat und danach noch 800 Jahre gelebt hat - und in der Zeit hat er Söhne und Töchter gezeugt. Wieviele, steht dort nicht, aber es werden jede Menge gewesen sein.
Auch vor Sets Geburt gab es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur Kain und Abel, sondern Adam und Eva hatten auch in den ersten 130 Jahren ihres Lebens mehr als 2 Kinder. Nicht alle spielten aber eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Menschheit, deshalb werden sie nicht alle erwähnt. Kain und Abel hatten eine besondere Geschichte, die das weitere Leben der Menschen auf der Erde entscheidend mit beeinflusste - deshalb werden sie besonders erwähnt. Durch den ersten Mord aller Zeiten wird deutlich, dass die Sünde die Herrschaft über die Menschen errungen hatte - etwas, was im Paradies nicht möglich gewesen wäre. Dies war der zweite entscheidende Einschnitt in der Geschichte und Entwicklung der Menschheit.
Set wird letztlich nur als “Ersatz” für Abel erwähnt, viel mehr wissen wir von ihm gar nicht, nur noch, dass er Lamech zeugte und insgesamt 912 Jahre alt wurde (1. Moe 5,6 Set war 105 Jahre alt und zeugte Enosch 7 und lebte danach 807 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 8 dass sein ganzes Alter ward 912 Jahre, und starb).
Durch die ganze Bibel hindurch zieht sich letztlich auch dieses “Schema”, dass nur die Personen näher erwähnt werden, die eine entscheidende Rolle spielten; an denen sich bestimmte Dinge festmachen und die entweder besonders nahe bei Gott waren oder genau das Gegenteil - also sich gegen Gott und sein Volk aufgelehnt haben.
Auch in den Geschlechtsregistern wird immer nur ein Sohn erwähnt (z. B. Henoch aber zeugte Irad, Irad zeugte Mehujaël, Mehujaël zeugte Metuschaël, Metuschaël zeugte Lamech). All diese dort genannten Männer hatten ja nicht nur diesen einen Sohn, sondern viele Söhne und auch Töchter. Doch erwähnt wird immer nur der eine (der nicht immer der erste sein muss), mit dem die Geschichte von Gottes Volk in besonderer Weise weiter geschrieben wurde.
Deshalb wissen wir von allen weiteren Geschwistern von Kain, Abel und Set überhaupt nichts. Aber es gab sie. Wenn wir nun 930 Jahre Lebenszeit von Adam nehmen (der im übrigen ja keine “Kindheit” hatte, sondern gleich “erwachsen” geschaffen wurde), kommt schon eine stattliche Anzahl von möglichen Kindern zusammen. Und diese Kinder haben auch wieder Kinder bekommen - und sie lebten ähnlich lange wie ihre Eltern. Sehr schnell also sind wir bei einer Bevölkerungsdichte in den ersten 1000 Jahren der Erde, die wir längst nicht mehr überschauen können.
Und nun komme ich zu dem Punkt, den ich oben schon mal angesprochen hatte. Die Gesetze. Wir haben festgestellt, dass es in dieser ersten Zeit noch keine und später erst mal wenige Gesetze gab. Für uns heute ist es normal und richtig, dass ein Mann eine Frau hat (und nicht zwei oder drei oder …). Diese Regelung gab es in der Frühzeit der Erde noch nicht. Im ganzen Alten Testament gab es diese Regelung noch nicht als absolutes Gesetz (Beispiel Salomo, dem 1000 Frauen zugeordnet werden). Somit ist davon auszugehen, dass Adam mit der Zeit nicht nur mit einer Frau Kinder hatte. Dasselbe gilt für alle männlichen Nachfolger im zeugungsfähigen Alter. Erst im Neuen Testament wurde langsam eingeführt, dass ein Mann nur noch eine Frau haben soll. Einen Hinweis darauf finden wir in 1. Timotheus 3,2: Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau,… . (s. a. 1. Timotheus 3,12; Titus 1,6). Wäre es völlig normal gewesen, dass ein Mann schon immer nur eine Frau gehabt hätte, hätten Timotheus und auch Titus nicht besonders darauf hinweisen müssen. Aber bis dahin war es völlig normal und vor Gott absolut in Ordnung, dass ein Mann mehrere Frauen hatte.
Dabei spielt ganz sicher auch eine große Rolle, dass in diesen frühen Zeiten der Familienclan sehr viel wichtiger war als wir es heute kennen. Ohne eine “Unzahl” von Kindern war das weitere Bestehen der Familie stark gefährdet. Und eine einzige Frau konnte diese vielen Kinder in der Regel gar nicht zur Welt bringen und versorgen. Möglicherweise ist auch dies eine Folge des Sündenfalls, denn in der Tat hat Gott dem Adam nur eine Frau zur Seite gestellt. Aber das war auch noch in der “perfekten” Situation vor dem Sündenfall, wo auch die Versorgung der Familie (die es ja auch ohne Sündenfall später gegeben hätte) überhaupt kein Problem war, weil Gott diese Versorgung längst in seinen Plan mit eingebaut hatte.
Nach dem Sündenfall trat dann sozusagen “Plan B” in Kraft - mit allen Konsequenzen. Und eine dieser Konsequenzen war die Sorge um die selbständige Versorgung und daraus resultierend die “so groß wie mögliche” Familie und eben ein Mann mit mehreren Frauen. Das bedeutet nicht automatisch, dass diese “Vielehe” Sünde war! Es war eine Folge und Konsequenz des Sündenfalls, aber die Folgen und Konsequenzen des Sündenfalls sind selbst keine Sünden (denn sonst wären Schmerzen bei der Geburt auch eine Sünde
). Wir müssen als Christen oft aufpassen, dass wir richtig unterscheiden zwischen “Sünde” und “Konsequenz von Sünde”.
Die zweite Gedanken-”Schranke”, die wir überwinden müssen, ist nun noch höher. Denn ebenso normal wie “ein Mann und eine Frau” ist es für uns hier und heute, dass ein Mann keine Kinder mit seiner Tochter oder seiner Schwester bekommen darf. Dafür haben wir heute Gesetze, und die sind gut und richtig, denn die sogenannte Inzucht bringt viele und massive Probleme wie u. a. Krankheiten mit sich.
Doch auch diese Regelung gab es in den Anfangszeiten der Menschheitsgeschichte nicht. Sie war auch nicht nötig, denn die Folgen dessen, was wir heute Inzucht nennen, sind Folgen der Sünde. Zwar standen die Menschen zu der Zeit auch schon unter der Sünde, aber - wie schon festgestellt - waren nicht alle Folgen davon sofort abrupt da, sondern haben sich in den nächsten 6.000 Jahren entwickelt. Das sehen wir ja auch heute noch - die Folgen des ersten Sündenfalls werden immer mehr, immer größer, immer schlimmer. Aber vor 5 - 6.000 Jahren waren eben auch die Folgen des Sündenfalls noch nicht so groß.
Noch war es also völlig unbedenklich in jeder Hinsicht, dass Kain, Abel, Set und ihre Brüder ihre eigenen Schwestern zu ihren Frauen nahmen. Möglicherweise hat auch Adam Kinder mit seinen Töchtern gezeugt.
Was für uns heute undenkbar ist und sich nach schlimmer Schande anhört, war am Anfang der Menschheit nicht nur normal, sondern absolut notwendig. Denn ohne diese damalige Normalität wäre die Menschheit schon nach der ersten Generation wieder ausgestorben, denn - wie du ganz richtig anmerkst - Frauen aus “anderen Geschlechtern” gab es zu der Zeit noch nicht. Und das wäre auch vor dem Sündenfall natürlich nicht anders gewesen, denn auch dann hätte sich die ganze Menschheit aus zwei Menschen entwickeln müssen.
Im übrigen ging das Ganze Schema noch einmal von vorne los, als genau 8 Menschen, die alle zu einer Familie gehörten, die Sintlfut überlebt hatten. Auch Noah wurde 950 Jahre alt (1Mo 8,13 Im sechshundertundersten Lebensjahr Noahs am ersten Tage des ersten Monats waren die Wasser vertrocknet auf Erden. • 1Mo 9,28 Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertundfünfzig Jahre, 29 dass sein ganzes Alter ward neunhundertundfünfzig Jahre, und starb.). Er und seine Söhne legten den Grundstein für die “neue Generation Mensch”.
Für uns, die wir im Jahre 2008 und in einer völlig anderen Kultur leben, sind diese Gedanken nur schwer zu denken. Unsere christliche Tradition tut sogar einiges dazu, dass es uns völlig abwegig ist, uns vorzustellen, dass es einst von Gott nicht nur geduldet, sondern gewollt war, dass Männer mehrere Frauen hatten und auch mit ihren Schwestern oder Töchtern Kinder zeugten. Doch wir müssen wissen, dass das, was heutzutage falsch ist und sogar unter Strafe steht, nicht zu allen Zeiten falsch war.
Gott hatte im Ursprung anderes für uns im Sinn, als unter Sünde und Gesetz zu leben - durch den Sündenfall aber kam die Sünde in unser Leben und damit wurden auch Regeln und Gesetze nötig, die sich aus den Konsequenzen des Sündenfalls entwickelt haben.
© Lisa Holtzheimer • www.herz-toene.de • www.holtzwurm.de
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23.10.2008 von Lisa Holtzheimer.
Frage:
ch habe ein ungutes Gefühl bei diesem Mann und dem, was er tut (vor allem, WIE er es tut), deshalb die Frage: Was ist von Benny Hinn zu halten?
Du sagst, du hast Schwierigkeiten mit dem, 1. was Benny Hinn tut und 2.,wie er es tut, und 3. möchtest du wissen, was von ihm zu halten ist.
Auf diese Fragen möchte ich dir gerne etwas ausführlicher antworten,und wenn die Fragen 1 und 2 beantwortet sind, ist sicherlich damit auch die Frage 3 beantwortet.
1. Was tut Benny Hinn?
Das lässt sich mit einem kurzen Satz sagen: Er verkündigt das Evangelium
und Jesus Christus!
2. Wie tut er es?
Das ist vermutlich die größere Frage bei dir. Ich weiß nicht, aus welchem gemeindlichen Hintergrund du kommst. Je nach unserem Hintergrund sind uns bestimmte Dinge fremder oder vertrauter. Christen aus landeskirchlichen Gemeinden oder sehr konservativen evangelikalen Gemeinden haben oft Schwierigkeiten mit dem charismatischeren Ausleben des Glaubens; Christen, die pfingstlerisch oder charismatisch geprägt sind, kennen oft die konservativen oder evangelikalen Praktiken nicht oder nicht so gut. Ich selbst kenne alle drei “Seiten” inzwischen sehr gut, weil ich mich in allen drei Gemeindeformen bewegt habe. Und dabei habe ich viel gelernt.
Was ist normal?
Als “normal” empfinden Menschen grundsätzlich erst einmal das, was ihnen vertraut ist und worin sie sich bewegen und leben. Im geistlichen ebenso wie im natürlichen Leben. Ein Kind, das auf dem Bauernhof groß geworden ist, findet es völlig normal, dass Kühe jeden Tag gemolken werden müssen - auch sonntags und an Weihnachten, während für ein Kind aus der Stadt völlig normal ist, dass die ganze Familie sonntags ausschlafen kann. Ein Kind aus der Großstadt findet es völlig normal, dass es vielleicht jeden Tag 1 Stunde mit der S-Bahn zur Schule fahren muss, während das Kind auf dem Dorf in 5 Minuten zu Fuß zur Schule um die nächste Straßenecke geht. Und beide Lebensformen sind gleichwertig “richtig”.
Warum erzähle ich das? Weil es uns in unserem christlichen Denken genauso geht. Wir alle sind in irgendeiner Form geprägt. Und das, worin wir uns vielleicht schon von Kindesbeinen an bewegen, ist für uns normal und richtig. Je nach Gemeindeform und auch nach Persönlichkeit der entsprechenden Leitung wird uns auch vermittelt, wie andere Gemeindeformen zu sehen sind - im positiven ebenso wie im negativen Sinn. Das alles prägt uns und unser Denken - oft viel mehr, als uns überhaupt bewusst ist.
Andere Länder - andere Sitten
Wir leben in Deutschland. Deutschland ist ein recht “kühles” Land - das meine ich jetzt weniger klimatisch gesehen, als emotional-geistlich. Wir Deutschen sind von vielen Dingen geprägt. Emotionalität ist in Deutschland eher nicht gefragt. Arbeitnehmer sollen sich nicht in erster Linie wohl fühlen am Arbeitsplatz, sondern sie sollen “funktionieren”. Gefühle zeigen, ist nicht so “das Ding” der Deutschen. In Deutschland ist Genauigkeit in allen Dingen ein hoher Anspruch.
In anderen Ländern ist das ganz anders. Wir brauchen gar nicht so weit wegzudenken. Schon Italien oder Spanien, nicht allzuweit von Deutschland weg, EU- und Euro-Länder - also auf vielfältige Weise mit Deutschland verbunden. Doch die Mentalität in diesen Ländern ist eine ganz andere. Die deutsche Genauigkeit wird dort längst nicht so ernst genommen - im Gegenteil, sie wird dort sogar ein wenig belächelt. Nicht umsonst ist die “deutsche Pünktlichkeit” in vielen Ländern ein geflügeltes Wort geworden. Wer einmal in den südeuropäischen Ländern war, weiß, dass man es dort mit dieser Pünktlichkeit nicht so genau nimmt. Oder mit den Verkehrsregeln … Das ließe sich in vielen Punkten fortsetzen. Und trotzdem läuft und “funktioniert” auch in diesen Ländern alles genauso gut wie bei uns.
Und auch dies lässt sich auf die geistliche Ebene übertragen. Hier in Deutschland ist auch das geistliche Leben oft eher “kühl”. Die meisten Gemeinden in Deutschland sind - mal abgesehen von den Landeskirchen - die konservativ-evangelikalen Gemeinden. Die charismatischen Gemeinden sind hier nicht so häufig vertreten und weniger bekannt. Auch das ist in anderen Ländern ganz anders.
Woher kommt Benny Hinn?
Aus dieser Perspektive heraus wird vielleicht schon ein wenig deutlicher, warum die Art und Weise, in der Benny Hinn seinen geistlichen Dienst tut, auf uns “kühle Deutsche” schnell befremdlich wirken kann. Aber Benny Hinn ist kein Deutscher und mit ganz anderen Maßstäben aufgewachsen als wir hier. Geboren wurde Benny Hinn 1952 in Jaffa (Israel). Mit 15 Jahren siedelte die Familie über nach Kanada. Dort bekehrte sich Benny später.
Er wuchs nicht in einer christlichen Tradition auf, und als er mit Christen in Berührung kam, waren diese keine deutschen evangelikalen Landeskirchler, sondern gehörten zu der in Amerika sehr viel bekannteren charismatischen “Richtung”. Das, was besonders auf geistlicher Ebene hier in Deutschland als normal empfunden wird (und damit auch als gesellschaftsfähig gilt), ist in Amerika sehr viel kleiner. Während hier die größten Kirchen die ev. Landeskirche und die kath. Kirche sind, ist besonders die ev. Kirche in Nordamerika nur wenig bekannt. Freikirchen sind dort sehr viel größer. Dasselbe gilt innerhalb des freikirchliche Bereiches. Das konsverative Christentum gibt es dort auch, aber ebenso bekannt und akzeptiert ist dascharistmatische Christentum.
In diesem Umfeld hat sich Benny Hinn bekehrt, seine ersten geistlichen Schritte getan und ist geistlich gewachsen. Er hat von Anfang an die Bibel “verschlungen” und immer wieder “durchstudiert” und dadurch und dabei Gott sehr persönlich kennen gelernt.
Später kam dann seine Berufung in den geistlichen Dienst. Diesen tut er bis heute im Auftrag Gottes - und nicht im Auftrag von Menschen.
Kritik an Äußerlichkeiten
Das, was viele Menschen vor allem in Deutschland ihm oft “ankreiden”, ist seine Art, sich zu kleiden, seine Betonung der Geistesgaben und seine “Arbeit” damit. Doch wenn man mal von Äußerlichkeiten absieht (es gibt keine Bekleidungsvorschriften für Diener Gottes in der Bibel, die weiße Anzüge verbieten …), und das, was er tut, anhand der Bibel prüft, kommt man ganz klar zu dem Ergebnis, dass er nichts tut, was die Bibel nicht unterstützt.
Er legt Menschen Hände auf und sie werden im Namen Jesu geheilt. Das ist wunderbar und nachprüfbar in der Bibel, z. B. in Markus 16, 17: “Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; 18 werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.”
Dass Menschen durch die Kraft des Heiligen Geistes umfallen, ist nicht unüblich - und wer es einmal selbst erlebt hat, wird nie wieder auf die Idee kommen, dass hier nicht Gott im Spiel war. Wenn Gottes Kraft und seine Herrlichkeit anwesend sind, dann hinterfragt niemand mehr kritisch - dann ist sehr, sehr klar und deutlich, dass es der Herr selbst ist, der handelt.
Und alles, was Benny Hinn tut, tut er in Verbindung mit der Predigt des Wortes Gottes. Und immer wieder führt er Menschen zum lebendigen Glauben an Jesus.
Eine eigene Meinung bilden
Leider habe ich immer wieder erlebt, dass Menschen Hinn (oder andere Evangelisten) kritisieren anhand von Äußerlichkeiten, und wenn man genauer nachfragt, muss man feststellen, dass diese Leute noch nie etwas von der kritisierten Person selbst gehört oder gelesen haben, sondern sich ihre Meinung nur bilden aus Dingen, die sie von Dritten über diese Person gehört haben. Auf Grund vieler Erfahrungen habe ich persönlich mich entschieden, auf solche Meinungen nicht mehr zu hören, sondern mir grundsätzlich selbst ein Bild zu machen.
Im “Fall” Benny Hinn habe ich das getan, ich habe ihn zwar leider bisher noch nicht persönlich erlebt, aber viele Sendungen mit ihm gesehen und Bücher von ihm gelesen. Zum besseren Kennenlernen würde ich das Buch “Guten Morgen, Heiliger Geist” empfehlen, in dem er sehr persönlich über seinen persönlichen und geistlichen Werdegang erzählt.
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23.10.2008 von Lisa Holtzheimer.
Frage:
Kann man Bücher von Derek Prince bedenkenlos weitergeben?
Auf eine kurze und klare Frage eine kurze und klare Antwort: Ja, auf jeden Fall!
Derek Prince war einer der größten Bibellehrer seiner (und auch unserer) Zeit. Er starb 2003 in Jerusalem, wo er lange gewohnt hatte.
Zum besseren Verständnis versuche ich, hier einen ganz kurzen Abriss des Lebenslaufes von Derek Prince wiederzugeben. Geboren wurde er 1915 in Indien, wo er seine ersten Lebensjahre verbrachte. Schon im Alter von 10 Jahren war er in der Lage, Poesie in griechischer und lateinischer Sprache zu übersetzen und auch selbst zu verfassen - eine gute Grundlage für seine späteren Bibelstudien. Doch zu diesem Zeitpunkt war er noch kein Christ. Er war nicht christlich aufgewachsen und absolvierte nach seiner College-Ausbildung ein Philosophie-Studium, das sein Leben zu der Zeit sehr beeinflusste.
Dann kam der Zweite Weltkrieg, in den Prince als Sanitäter ging. Innerhalb der ersten neun Monate beim Militär kämpfte er sich durch die Bibel hindurch und fand sie rätselhaft und verwirrend - völlig anders als jedes Buch, das er bis dahin gelesen hatte. Er sagt dazu: “Ich konnte die Bibel nirgendwo einreihen. War sie nun ein Werk der Geschichte, Philosophie, Literatur, Theologie oder Poesie - war sie vielleicht sogar von Gott inspiriert?”
Im Juli 1941 begegnete er dann dem “Autor” der Bibel in seiner Militärbarracke in Yorkshire. Dieses übernatürliche Ereignis beschreibt er so:
“Auf Grund dieser Begegnung bin ich zu zwei Schlußfolgerungen gekommen, die ich niemals ändern mußte: Erstens, dass Jesus Christus lebt; zweitens, dass die Bibel ein wahres, relevantes und aktuelles Buch ist. Diese beiden Schlussfolgerungen haben meinen Lebensweg radikal und permanent verändert. Plötzlich erschien mir die Bibel klar und verständlich; Gebet und Gemeinschaft mit Gott wurden so natürlich wie das Atmen; die grundlegenden Wünsche, Motive und Absichten meines Lebens hatten sich über Nacht verändert. Endlich hatte ich das gefunden, wonach ich so lange gesucht hatte! Der Sinn und Zweck des Lebens ist eine Person!”
Auf Grund dessen verwarf er seine philosophischen Überzeugungen und distanzierte sich scharf von diesen Dingen und von dem, was er früher geglaubt und gelehrt hatte, da Philosophie und biblischer Glaube sich gegenseitig zutiefst widersprechen.
Beinahe unmittelbar nach seiner dramatischen Bekehrung wurde Derek auf einem Truppentransportschiff nach Nordafrika abkommandiert. Prince selbst sagt, dass er im Zeitraum der nächsten drei Jahre in den Wüstenregionen Ägyptens, Lybiens und des Sudans sein “Jüngerschaftstraining in der Wüste” absolviert habe. Dort ging er seinem Bibelstudium mit dem gleichen Eifer und der gleichen Sorgfalt nach, die er zuvor in seiner akademischen Laufbahn angewendet hatte. In dieser Zeit “entdeckte” er auch die Wirksamkeit des Fastens in Verbindung mit Gebet.
Als ihn dort in Afrika eine hartnäckige Hautkrankheit befiel, machte er zum ersten Mal die Erfahrung, dass Gott wirklich heilt. Die Ärzte hatten die Krankheit als unheilbar eingestuft, doch Prince forschte während seines beinahe einjährigen Krankenhausaufenthaltes in der Bibel und bat Gott um Hilfe. Er wurde geheilt und die Krankheit ist in seinem ganzen Leben nie wieder aufgetreten.
Dies waren seine ersten Erfahrungen damit, dass Gott im Leben von Menschen ganz individuell wirkt und alles, was in der Bibel steht, heute noch ebenso aktuell ist wie vor 2000 Jahren.
… um das hier jetzt abzukürzen: dies war letztlich der Grundstein seines späteren weltweiten Dienstes. Derek Prince wurde von Gott mehr und mehr in den Befreiungsdienst gerufen und hat unzähligen Menschen geholfen, Befreiung in ihrem Leben zu finden.
Gerade dies ist ein Punkt, der in Deutschland gerne an Prince kritisiert wird. Aber Derek Prince hat nichts anderes getan, als die Bibel wirklich für wahr und verbindlich zu halten - von A bis Z. Wenn man ihm in seinen zahlreichen Vorträgen zuhört oder seine Bücher liest, weiß man, dass er täglich viel Zeit damit verbracht hat, die Bibel zu studieren und mit Gott zu sprechen, also zu beten. Sein gesamter Dienst resultiert aus diesem Kontakt mit Gott - Bibellesen und Gebet.
Neben seinem umfangreichen Wissen, seinen ausgeprägten Sprachkenntnissen in mehreren Sprachen (vor allem in den Sprachen des biblischen Ur-Textes, Griechisch und Hebräisch) und seiner tiefen Bibelkenntnis hatte Prince die Gabe, die biblischen Wahrheiten und Inhalte auf leicht verständliche Weise wiederzugeben, so dass auch “einfache” Menschen seine Bücher lesen und seine Vorträge verstehen konnten. Obwohl ich eine theologische Ausbildung hinter mir und viele Jahre in diesem Bereich gearbeitet habe, habe ich durch kaum jemanden soviel Wertvolles gelernt, wie durch die Bücher und Vorträge von Derek Prince.
Wer sich näher über Derek Prince informieren möchte, findet eine ausführlichere Form seines Lebensbildes und seines Dienstes im Internet unter www.ibl-dpm.net.
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