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Ich liebe Regenbögen

Gott hat wirklich Humor! Vorgestern Nachmittag sitze ich in meinem Wohnzimmer und schaue aus dem einen Fenster - es gießt wie aus Badewannen! Ins andere Fenster scheint gleichzeitig strahlendhell die Sonne. Ich kombiniere: Auf der anderen Seite des Himmels müsste ein Regenbogen zu sehen sein.

 

Ich liebe Regenbögen, bin ein echter Fan davon! Jedesmal, wenn ich einen sehe, muss ich an Gottes Zusage denken, die er ganz am Anfang den Menschen in 1. Mose 9  gemacht hat. Nach der Sintflut hat er versprochen, dass er in seinem Zorn nie wieder soweit gehen würde, alles zu vernichten - und er schloss einen Bund mit Noah (und damit stellvertretend für alle Menschen).  Das Zeichen dieses Bundes können wir heute noch immer mal wieder am Himmel sehen - den Regenbogen.

 

1. Mose 9, 12 Und Gott sprach: »Ich gebe euch ein Zeichen als Garantie für den ewigen Bund, den ich mit euch und allen Lebewesen schließe: 13 Ich setze meinen Bogen in die Wolken. Er ist das Zeichen meines unumstößlichen Bundes mit der Erde. 14 Jedes Mal, wenn ich Regenwolken über die Erde schicke, wird der Regenbogen in den Wolken zu sehen sein. 15 Dann werde ich an meinen Bund mit euch und mit allem, was lebt, denken. Niemals mehr wird eine Flut alles Leben auf der Erde vernichten. 16 Wenn der Regenbogen in den Wolken steht, werde ich ihn ansehen, um mich an den ewigen Bund zu erinnern, den ich mit allen Lebewesen auf der Erde geschlossen habe.« 17 Und Gott sprach zu Noah: »Ja, dies ist das Zeichen meines Bundes, den ich mit allen Geschöpfen auf der Erde schließe.«

 

Vorgestern also war der Himmel genauso, wie er ist, wenn dieses Bundzeichen zu sehen ist. Ich laufe in ein anderes Zimmer, das das Fenster zur anderen Seite hat - und tatsächlich: ein “dicker, fetter” Regenbogen :-) wölbt sich über dem Haus gegenüber. Ich bin fasziniert und will ihn mit der Kamera festhalten. Also zurück ins Wohnzimmer, Kamera holen, raus in der Hausflur, von wo aus die Sicht besser ist, Fenster auf … inzwischen hatte der Regen aufgehört und auch die dunkle Seite des Himmels war schon wieder hell. Normalerweise freue ich mich darüber, aber Regenbögen haben die Eigenschaft, auf der gegenüberliegenden Seite der Sonne, also auf der dunklen Seite, zu erscheinen …

 

So war es dann auch - als die Kamera endlich “schussfertig” war, war da kein Regenbogen mehr. Ich war echt enttäuscht. Schon so lange hatte ich keine dieser schönen, farbenprächtigen “Brücken zum Himmel” mehr gesehen - und nun, wo er von meinem Zuhause aus zum Greifen nahe war, war er schon wieder weg. Ich hatte ihn zu spät entdeckt …

 

Doch plötzlich höre ich in meinem Herzen eine verschmitzte Stimme lächelnd sagen: “Soll ich ihn für dich noch einmal einstellen?” Ich war etwas perplex, meinte aber dann: “Ja, würdest du das tatsächlich für mich tun?” Statt einer weiteren Antwort - zack, hing der Regenbogen wieder am Himmel. Dort, wo zwar noch einige weiße Wolken waren, aber wo es schon wieder hell war und nicht mehr regnete.

 

Ich war völlig fasziniert und überwältigt - und habe drauf los fotografiert. Mindestens 5 min. lang konnte ich das in aller Ruhe tun - der Bogen blieb, mal etwas schwächer, dann wieder deutlicher (und klarer als es auf den Fotos wiedergegeben werden kann).

 

SO ist Jesus! Es macht ihm Spaß, mir eine Freude zu machen! Das war deutlich zu spüren und an seiner Frage auch zu merken. Jesus hat den Regenbogen für mich (!) wieder an den Himmel gehängt !! Einfach so. Weil ich ihn so gerne noch fotografieren wollte.

 

Jesus hat mich auf eine ganz einfache, leise und doch so deutliche Weise wieder daran erinnert, dass er mich einfach liebt - und dass er Spaß daran hat, mir eine Freude zu machen. Welch ein Privileg - nicht in dem Sinne, dass ich etwas Besseres wäre als andere Menschen, aber in dem Sinne, dass ich - und wir - als Christen wirklich jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde auf ganz natürliche Weise mit Jesus verbunden sind und er in unserem ganz normalen Alltag jederzeit da ist und für uns da ist!

 

Ich liebe Regenbögen!

 

 

 

© Lisa Holtzheimer

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Verkehrte Welt


Jetzt stehen sie wieder vor der Tür – die sogenannten „tollen Tage“, je nach Region Karneval oder Fasching genannt. Für mich als gebürtiges Nordlicht ist dieser Ausnahmezustand auch nach 20 Jahren in den Ausläufern des Rheinlandes immer noch gewöhnungsbedürftig – und um ehrlich zu sein, will ich mich gar nicht daran gewöhnen.

 

Jedes Jahr wieder staune ich darüber, wie unendlich viele intelligente, seriöse, kluge Menschen sich freiwillig zu Narren machen. Inzwischen vermeide ich es in der Woche rund um den Rosenmontag möglichst, Einkäufe oder andere Erledigungen tätigen zu müssen. Mehr als einmal fand ich mich in dieser Jahreszeit schon in einem Autohaus, in einer Sparkasse oder einem Friseursalon wieder, wo ich plötzlich von Indianern, Clowns, Pumuckels oder ähnlichen Gestalten bedient wurde – und ich gebe offen zu, dass ich mich dabei alles andere als wohl gefühlt habe.

 

Warum habe ich mich dabei so unwohl gefühlt? Nicht einmal, weil die entsprechenden Gestalten anzüglich, frech oder gar betrunken waren. Nein – sie befanden sich ja trotz aller Verkleidung im Dienst und hatten sich natürlich auch die entsprechenden Verhaltensregeln zu halten. Doch wenn man als einzige Person ohne Kostüm in einer Bank steht, in der sich statt seriöser Bankkaufleute Orang-Utans, Cowboys oder Riesenbabys hinter den Schaltern befinden, kommt man sich einfach merkwürdig vor. Und von nicht wenigen wird man auch genauso angesehen – man kann doch nicht ganz normal sein, wenn man in diesen Tagen nicht wenigstens ein schiefes Hütchen auf dem Kopf hat oder Luftschlangen um den Hals hängen.

 

Verkehrte Welt. Plötzlich werden die Narren zu den Normalen und die Normalen werden als Narren angesehen – als die, die irgendetwas nicht ganz kapiert haben.

 

Ein Narr ist ein dummer Mensch; jemand, der es entweder nicht besser weiß oder sich mit der Wahrheit, der eigentlichen Realität nicht identifizieren will. Wikipedia definiert den Begriff so:

 

Als Narr (von Althochdeutsch Narro), aber auch als Tor (davon hergeleitet töricht als Eigenschaft), wurde im Mittelalter ein Spaßmacher bezeichnet, der für Unterhaltung und Belustigung sorgen sollte und dabei meist auffällig gekleidet war. Als Tor oder Narr werden auch Personen bezeichnet, die sich sehr unreif, dumm, tollpatschig, voreingenommen, vorurteilsbehaftet und ignorant verhalten und die sich auf Basis ihrer Unwissenheit als Gelehrte aufplustern, ohne ihre Unwissenheit zu erkennen, weil sie denken, ihre Unwissenheit sei großes Wissen.

 

Außer Gebrauch gekommen ist die allgemeine Bedeutung eines „Narren“, der „närrische“, verdrehte, einfältige Dinge tut, halb mutwillig, halb wahnsinnig. Der Ausdruck wurde verunglimpfend gebraucht; allenfalls die Bezeichnung „Närrchen“, für ein Kind oder einen Jugendlichen, drückte gemischte Sympathie aus.

 

Eigentlich also eine in jeder Hinsicht abschreckende Bezeichnung. Man sollte denken, niemand möchte gerne so gesehen und definiert werden. Aber unzählige Menschen können sich nichts Schöneres vorstellen, als genau als das bezeichnet zu werden – als Narr / neudeutsch dann in der weiblichen Form auch noch als Närrin.

 

Ich finde das erschreckend. Gleichzeitig finde ich darin aber auch ein gutes Gleichnis für die Christen in dieser Welt. Die Bibel hat keine gute Meinung über Narren.

 

Aber Jesus sagt uns u. a. in Johannes 17, dass wir zwar „in der Welt, aber nicht von dieser Welt“ sind.


Auch als Christ fühle ich mich manchmal wie in einer „verkehrten Welt“. So viele Absurditäten werden „heute“ als normal angesehen – und das war auch schon vor Generationen  und vor Hunderten von Jahren nicht anders. Doch die Absurditäten nehmen täglich zu. Manchmal, wenn ich Nachrichten schaue und dort wieder in absoluter Ernsthaftigkeit ein völlig absurder Beschluss als neues Gesetz verkündet wird, sträuben sich mir oft genug die Nackenhaare.

 

Wenn ich sehe, wie sehr nicht nur die Menschen, sondern auch die Medien – auch die seriösen – Veranstaltungen wie die „Love Parade“ oder den „Christopher Street Day“ protegieren, wenn ich zuschauen muss, wie in großen Kirchen homosexuelle Partnerschaften als Ehe anerkannt werden und vermeintlich mit Gottes Segen versehen werden, wenn immer deutlicher wird, dass christliche Symbole, Meinungen und Ansichten von höchster Stelle aus immer mehr verdrängt oder als intolerant bezeichnet werden, während gleichzeitig islamischen Werten, Symbolen und Zeichen immer höhere Wertschätzung entgegengebracht wird – dann fühle ich mich mehr und mehr verkehrt in dieser Welt. Ich bin der Narr, die anderen sind die Normalen – scheinbar.

 

Doch in Wirklichkeit ist es ganz anders. In Wirklichkeit bin ich nicht der Narr, sondern das Kind des Königs.

 

Als Christ lebe ich zwar in dieser Welt – aber ich gehöre nicht mehr zu ihr. Ich gehöre längst zu einer anderen Welt – zu der eigentlichen Realität. Alles um mich herum will mir weismachen, dass diese Welt die Wirklichkeit ist – die einzige Wahrheit. Das Schreckliche ist – unendlich viele Menschen wissen es nicht besser und sind von ganzem Herzen überzeugt davon.

 

Ich aber weiß es besser. Ich bin ein Kind Gottes – und meine wirkliche Realität, die einzige Wahrheit, ist das Reich Gottes. Ich lebe – auch – noch auf dieser „falschen“ Welt, aber ich lebe vor allem in der eigentlichen Welt. Als Kind des höchsten Königs habe ich ungehinderten Zugang zu diesem Reich – ohne jede Einschränkung. Als Königskind lebe ich selbstverständlich im Reich des Königs – und nicht außerhalb in einem anderen Land.

 

Ich will mir das noch viel mehr bewusst machen – ich lebe nicht mehr in der Scheinwelt, in der „Matrix“, sondern ich habe jederzeit ungehinderten Zugang zum Reich meines himmlischen Vaters. Ich gehöre in dieses Reich – nicht in die Matrix. Alles, was dem Vater gehört, gehört auch seinen Kindern. Wenn wir das immer mehr verinnerlichen, leben und in die Tat umsetzen – dann leben wir nicht mehr in der verkehrten Welt, sondern in der einzig wahren Realität unseres himmlischen Vaters.

 

 

 

© Lisa Holtzheimer

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