Gerecht aus Gnade – darum musste Jesus sterben

Dieses Buch kennen wir alle – nun ja, sagen wir mal, sollten wir alle kennen. Zu meiner Zeit jeden-falls haben wir es in der Schule kennen gelernt und uns wurde eingetrichtert, dass dieses Buch das A und O für ein anständiges Leben ist. Deshalb sollte man als mündiger Bürger in Deutschland zumindest die Grundlagen dessen kennen, was darin steht.

Wer es nicht erkannt hat – es handelt sich um das BGB – das Bürgerliche Gesetzbuch Deutschlands, in dem alle wichtigen Gesetze für den „Normal-Bürger“ festgehalten sind.

Wer sich an alles, was in diesem Buch steht, hält, der macht nichts falsch, dem kann man kein Fehlverhalten nachweisen. Denn wer sich an alle Gesetze hält, der steht auf jeden Fall auf der richtigen Seite und ist dadurch auch gerechtfertigt. Er hat das Gesetz in allen Punkten gehalten und ist bis ans Ende seines Lebens ein unbescholtener Bürger und stirbt dann friedlich den Tod des Gerechten.

In manchen Todesanzeigen oder auf manchen Grabsteinen kann man das heute noch lesen: „Er war ein unbescholtener Bürger“ oder ähnliche Aussagen, die auf das Verhalten des Verstorbenen schließen lassen.

Die meisten Menschen sehen das auch so oder ähnlich – jedenfalls in groben Zügen 🙂 – und das ist ja durchaus auch richtig. Gesetze sind dazu da, um das menschliche Miteinander zu regeln und in gesunde Bahnen zu lenken. Jedenfalls, wenn es sich um Gesetze aus einem demokratischen Rechtsstaat handelt, in dem wir ja Gott sei Dank leben.

Es mag sein, dass uns das eine oder andere Gesetz persönlich nicht gefällt oder wir mit bestimmten Vorschriften nichts anfangen können – und doch sind wir im Großen und Ganzen davon überzeugt, dass das Grundgesetz gut und richtig ist.

Und gerade als Christen sind wir meistens besonders bestrebt, keine Gesetze zu brechen – wir stehlen nicht, wir morden nicht, wir betrügen selbstverständlich auch nicht das Finanzamt, und wir bemühen uns, die Geschwindigkeitsbeschränkungen im Straßenverkehr einzuhalten …

Aber für uns Christen gilt ja noch ein weiteres „Gesetzbuch“ – dieses hier. Wenn wir mal ein biss-chen vergleichen, stellen wir schnell fest, dass die grundlegenden Gesetze aus dem BGB und die grundlegenden Gesetze aus der Bibel gar nicht so stark voneinander abweichen. Es ist recht gut erkennbar, dass die 10 Gebote als Vorlage für das juristische Gesetzbuch gedient haben – ob nun bewusst oder unbewusst, sei mal dahingestellt.

Mord ist in der Bibel ebenso eine Straftat wie in der Justiz. Falsch Zeugnis reden wird zumindest im Gerichtssaal geahndet und kann schnell zum Meineid werden, auf den nicht unter 1 Jahr Gefängnis stehen. Diebstahl ist im Gesetz ebenso strafbar wie bei Gott.

In manchen Dingen hat sich das juristische Gesetz im Laufe der Jahre geändert, aber es gab eine Zeit, da war Ehebruch eine Straftat. Das juristische Gesetz hat sich an den Zeitgeist angepasst, Gottes Gesetz jedoch bleibt vom Zeitgeist unberührt.

Wenn wir also gute Christen sein wollen, müssen wir Gottes Gesetz in allen Punkten halten, ebenso wie wir das BGB in allen Punkten halten müssen, wenn wir gute Bürger sein wollen.

Wenn wir das BGB in allen Punkten halten, sind wir vor der Justiz gerechtfertigt.

Wenn wir Gottes Gesetz in allen Punkten halten, dann sind wir vor Gott gerechtfertigt.

Oder??

Schauen wir uns mal an, was die Bibel dazu sagt:

Eph 2,8 – 9
Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit sich niemand rühme.

Das klingt ein bisschen anders, oder?

Nicht aus Werken. Als Werke bezeichnet die Bibel u. a. das strikte Halten von Gesetzen – im Nor-malfall sind damit die mosaischen Gesetze im Alten Testament gemeint. Die orthodoxen Juden haben heute noch eine Unmenge an Vorschriften, die alle eingehalten werden müssen, die sich auf dieses mosaische Gesetz gründen.

Aber wir modernen Christen neigen auch dazu. Wie schnell stellen wir eine Reihe von Regeln auf, die wir befolgen müssen, um vor Gott bestehen zu können. Diese Regeln suchen wir uns aus der Bibel zusammen – ganz fromm. Daran kann nichts Falsches sein.

Wenn wir ganz sicher gehen wollen, bauen wir noch ein paar zusätzliche Regeln ein – in manchen Kirchen und Gemeinden werden diese dann kurzerhand zum Dogma erklärt, das man auch noch glauben muss, um wirklich richtig vor Gott dazustehen.

Aber die Bibel sagt uns ganz etwas anderes. Nicht das Halten von Gesetzen, nicht das Tun von – noch so frommen – Werken macht uns gerecht vor Gott, rettet uns.

Noch einmal ganz deutlich:

Rö 3, 20a
… weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm (Gott) gerecht sein kann.

Niemand kann durch die Werke des Gesetzes – durch das Halten von Gesetzen vor Gott gerecht werden. Niemand kann allein durch das Halten von Vorschriften gerettet werden.

Gesetze an sich sind ja nicht falsch. Im Gegenteil. Gesetze sind so etwas wie Wegweiser. Auch die Gesetze Gottes geben uns einen Weg vor. Und wenn wir die Gesetze Gottes ernst nehmen, erken-nen wir früher oder später, dass wir in Gottes Augen alles andere als gerecht sind.

Der zweite Teil des Römer-Verses sagt auch dies ganz klar:

Rö 3, 20b
Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

Wenn wir uns mit Gottes Gesetz befassen, erkennen wir sehr schnell, dass wir Sünder sind und dass wir überhaupt nicht in der Lage sind, dieses Gesetz zu halten. Weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft.

Um gerettet zu werden, brauchen wir also eine andere Perspektive. Gehen wir noch einmal zurück zu Epheser:

Eph 2,8 – 9
Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken …

Alleine die Gnade Gottes rettet uns. Diese Gnade ist nur an eine Bedingung geknüpft – unseren Glauben. Gottes Gnade gilt jedem Menschen, ohne Ausnahme. Er stellt nur die eine Anforderung auf: Wir müssen glauben.

Schön. Wir müssen nur glauben. Aber was genau müssen wir denn glauben? Die Antwort finden wir in Römer 4:

Rö 4, 24.25
… wenn wir glauben an den, der unseren Herrn Jesus auferweckt hat von den To-ten, welcher ist um unsrer Sünden willen dahingegeben und um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt.

Mit einfacheren Worten übersetzt: Wir müssen uns an Gott glauben und akzeptieren, dass er zwei entscheidende Dinge getan hat, um uns zu retten.

Das Erste ist: Er hat Jesus, seinen Sohn, sterben lassen um unserer Sünden willen.

Wir alle – jeder von uns, du ebenso wie ich – stecken bis über die Ohren tief in der Sünde, ohne jede Chance, aus diesem Schlammassel jemals wieder alleine herauszukommen. Diese Sünde setzt sich aus ganz unterschiedlichen Faktoren zusammen. Es fängt an mit kleinen Verfehlungen in un-serem Leben – viele davon sehen wir selbst vielleicht überhaupt nicht als Sünde an.

– Die kleine Notlüge gegenüber dem Ehepartner oder den Eltern, weil die Wahrheit peinlich wäre oder Konsequenzen nach sich ziehen würde …

– Die 50 Cent, die ich an der Kasse zuviel herausbekommen habe und es zwar gemerkt, aber nicht gesagt habe …

– Der Kratzer am Auto neben mir auf dem Parkplatz, den ich aus Versehen beim Ausparken gemacht habe – kaum zu sehen, und mich hat niemand gesehen, also nichts wie weg …

– Die gute Note in der Klassenarbeit, die ich nur bekommen habe, weil ich beim Nachbarn abgeschrieben habe …

Die Liste ließe sich fortsetzen, merkt ihr, und jeder findet für sich mit Sicherheit unschwer eine Reihe weiterer Punkte.

Aber diese kleinen Dinge sollen Sünden sein, die mich endgültig von Gott trennen? Das kann ich mir ja nun doch kaum vorstellen …

Mag sein – aber die Bibel ist da sehr klar. Die allerkleinste Verfehlung trennt uns für ewig von Gott.

Die größeren Dinge zählen wir da schon lieber gar nicht mehr auf – es kann ja nur schlimmer wer-den.

– Der Mutter 20 Euro aus dem Portemonnaie nehmen, ohne zu fragen. Im Klartext ist das Diebstahl.

– Bei der Lohnsteuererklärung ein bisschen schummeln, weil man dann gleich richtig viel mehr Geld herausbekommt. Betrug.

Und für den – unwahrscheinlichen – Fall, dass sich irgendein Mensch finden würde, der sich keiner einzigen noch so winzigen Sünde, Übertretung, bewusst ist – auch er ist schuldig vor Gott.

Denn wir stehen alle – alle ohne Ausnahme! – unter der Erbsünde durch Adam. Wir haben Adams Sünde alle geerbt, da wir alle seine Nachfahren sind und er erst nach dem Sündenfall Kinder ge-zeugt hat. Die ersten Kinder von Adam und Eva – Kain und Abel – wurden schon außerhalb des Paradieses gezeugt und geboren. Deshalb lag schon auf ihnen das schwere Erbe der Sünde ihrer Eltern. Dies hat sich fortgesetzt und wird sich fortsetzen bis zum Ende dieser Welt.

Um nun Sünde vor Gott reinzuwaschen, gab es von Anfang an nur einen Weg. Es musste Blut flie-ßen. Gott ist heilig. Und in seiner Gegenwart kann er keine Sünde, keine Unreinheit, dulden. Das hat nichts mit nur „nicht wollen“ zu tun. Es ist ein Zustand. Es ist ein Gesetz. Er kann es nicht.

Er will aber Menschen in seiner Nähe dulden. Er liebt „seine“ Menschen und möchte Gemeinschaft mit ihnen haben – jetzt und in alle Ewigkeit. Menschen sind aber, wie wir gerade gehört haben, alle durch und durch sündig und unrein – ganz und gar nicht heilig. Also muss dieser Dreck abgewaschen werden. Und das geht nur durch Blut.

Im Alten Testament wurden zu diesem Zweck regelmäßig Tiere geopfert. Auch hierzu schreibt das Gesetz eine Reihe von Regeln vor. Welche Tiere für welches Opfer, welches Ritual für welchen Zweck.

Uns kommt das sehr fremd vor – doch wir alle kennen irgendwo auch den Begriff des Blutsbundes, der Blutsbrüderschaft. Das hat miteinander zu tun. Ein Blutsbund schließt die Bundespartner für alle Zeiten zusammen. Nichts kann sie jemals mehr trennen. So wie eine Familie durch die Bluts-verwandtschaft zusammengehört und diese Tatsache auch durch Abschwören oder Verstoßen nicht aufgehoben werden kann, so kann auch ein Blutsbund nicht wieder aufgehoben werden.

Um einen Bund, der eine ewige Gemeinschaft zwischen Gott und den sündigen Menschen herstellen kann, schließen zu können, musste Blut fließen. Wie gesagt, im Alten Testament wurden dazu Tiere geopfert.

Letztlich aber reicht das Blut von Tieren nicht wirklich aus. Es konnte eine Zeitlang sozusagen stellvertretend genommen werden, aber es hielt nur eine kurze Zeit Stand. Dann musste der Bund erneuert werden. Also wurden regelmäßig Tiere für die verschiedensten Zwecke geopfert.

Gott aber braucht ein letztgültiges Opfer – eins, das ein- für allemal gilt und nie wieder erneuert werden muss. Für dieses Opfer reichten Tiere nicht aus. Hier musste anderen Blut fließen. Blut, das ohne Sünde war.

Kein Tier und kein Mensch waren je ohne Sünde. Es gab und gibt nur einen, der ohne Sünde ist: Gott selbst.

Und weil dies die einzige Möglichkeit war, die Sünde ein- für allemal zu überwinden, wurde Gott selbst Mensch und ist in seinem Sohn Jesus Christus auf diese Erde gekommen.

Und dies letztlich mit einem einzigen Ziel: zu sterben. Sein eigenes Blut zu vergießen zur Vergebung der Sünden aller Menschen. Deshalb musste Jesus sterben. Es gab keinen anderen Weg.

Hätte es irgendeinen anderen Weg gegeben, irgendeine andere Möglichkeit, dass Menschen aus sich selbst, durch das Einhalten von Gesetzen oder das Tun von Werken gerecht vor Gott werden könnten, dann hätte Jesus nicht zu sterben brauchen und es auch nicht getan. Aber es gab keinen anderen Weg. Es musste Blut fließen – dieses Mal ein- für allemal.

In Matthäus 26 sagt Jesus selbst:

Mt 26,28
Das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.

Hier haben wir wieder den Blutsbund. Jesu Blut wurde vergossen zur Vergebung der Sünden für viele – anders ausgedrückt für alle. Niemand ist aus dieser Möglichkeit ausgeschlossen.

Aber damit ist die Geschichte ja noch nicht zu Ende. Denn vorhin habe ich gesagt, Gott hat zwei Dinge getan, um uns zu retten. Das Erste war also, dass er Jesus dem Tod übergeben hat.

Als Zweites hat er Jesus von den Toten auferweckt, damit wir gerecht vor ihm sein würden.

Jesus ist nicht nur gestorben, sondern er ist wieder auferstanden! Und genau damit hat er den Tod ein- für allemal überwunden!

Und damit ist uns ein- für allemal die Möglichkeit gegeben, den – ewigen – Tod zu überwinden.

Und dies ist es, was wir glauben müssen, um gerettet zu werden. Gottes Gnade gilt allen Menschen. Die einzige Voraussetzung, dass diese Gnade im persönlichen Leben eines Menschen Fuß fassen kann, ist der Glaube daran, dass Jesus für deine ganz persönliche Schuld gestorben ist und dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat.

Diese beiden Tatsachen gehören untrennbar zusammen. Wäre Jesus nur gestorben, hätte er den Tod nicht überwunden. Dann hätte er unsere Schuld nicht sühnen können, dann wären wir heute immer noch verstrickt in unsere Sünden und hätten keinerlei Hoffnung auf Erlösung. Das sagt auch 1. Korinther 15 deutlich aus:

1 Kor 15, 14.17
… wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist also auch unsere Predigt inhaltslos, inhaltslos aber auch euer Glaube.
Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so seid ihr noch in euren Sünden.

Gott sei Dank ist Christus auferstanden! Gott hat ihn auferweckt und damit ein- für allemal einen neuen Zustand geschaffen. Den Zustand des ewigen Bundes zwischen Menschen und ihm.

Wenn wir dies im Glauben annehmen, dann sind wir gerechtfertigt vor Gott – dann sind wir in Gottes Augen keine Sünder mehr, sondern reingewaschen und heilig.

Rö 5, 1-2
Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir im Glauben auch Zugang erhalten haben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns aufgrund der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.

Gerechtfertigt allein aus Glauben. Keine Werke. Werke – richtiges Verhalten im Licht der Bibel – entstehen aus dem Glauben, aber sie rechtfertigen uns nicht vor Gott.

Glauben heißt nicht, sich das vorstellen zu können – das kann unser Verstand meistens nicht, wenn es um biblische Wahrheiten geht.

Glauben meint hier, die Wahrheit der Bibel anzuerkennen und Gott zu vertrauen. Unabhängig von Gefühlen, Situationen oder Umständen.

Mir persönlich ist das eine große Hilfe, die Wahrheit der Bibel anerkennen zu können, auch ohne mir jede Einzelheit vorstellen zu können. Mehr noch – einen Gott, den ich mit meinem Verstand fassen kann, brauche ich nicht, denn der wäre nicht größer als ich. Und dann könnte er sich weder um meine ganz alltäglichen Probleme und Angelegenheiten kümmern noch erst recht nicht könnte er mich von Sünde und Schuld befreien!

Aber der Gott der Bibel lässt sich mit dem Verstand nicht fassen – er lässt sich nur „glauben“. Und damit rechtfertigt er uns, durch diesen Glauben wird Jesus unser Anwalt, unsere Rechtfertigung, wenn uns unser eigenes Gewissen hier und jetzt oder Satan, der der Verkläger der Menschen vor Gott ist, bei Gott anklagt, wenn wir nach unserem Tod vor Gottes Gericht stehen.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt zählt nur noch das, was wir geglaubt haben – ob wir Jesus geglaubt haben und sein Blut uns reinwaschen konnte, oder ob wir uns selbst geglaubt haben und uns durch Werke und Gesetze mit Gott versöhnen wollten.

Gottes Gnade gilt jedem – dir und mir, hier und heute. Du musst sie nur ergreifen – du musst nur die einzige Bedingung erfüllen, zu glauben, dass Jesus um deiner Schuld willen gestorben ist und durch seine Auferstehung den Tod überwunden hat.

Wenn du das glaubst, dann bist du gerechtfertigt vor Gott.

Wenn du das noch nicht glaubst, sprich mit Gott und mit einem Menschen darüber und lass dir den Weg zu diesem Glauben zeigen, damit du gerettet wirst.

Amen

© Lisa Holtzheimer

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