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24.3.2010 von Lisa Holtzheimer.
Frage:
Wenn ich mir in der Führung Gottes unsicher bin und Gott einen Deal vorschlage: „Wenn Du mir …, dann ich …“ oder „Wenn bis dann das nicht geschehen ist, dann sehe ich das als ein Ja, wenn doch, dann als ein Nein.“ Lässt Gott das mit sich machen und kann ich es dann als absolute Methode nehmen, um Klarheit zu erlangen?“
Antwort:
Eine wirklich interessante Frage! Zunächst und aus dem Bauch heraus hätte ich gesagt: Nein, mit Gott kann ich nicht dealen, denn er ist souverän, heilig, unantastbar in seinen Entscheidungen. Doch dann kamen mir gleich zwei biblische Begebenheiten in den Sinn, in denen Menschen ganz offensichtlich mit Gott gedealt haben – und zwar schon sehr früh in der Menschheitsgeschichte!
Abrahams Feilschen für Sodom und Gomorra
In 1.Mose 18,20-33 wird uns von Sodom und Gomorra berichtet. Die Namen der beiden Städte des frühen Israels sind heute noch Begriffe für heilloses Durcheinander, Zügellosigkeit - das Chaos schlechthin. In den Versen 20 und 21 heißt es: „Darum sagte der Herr laut: Harte Anschuldigungen habe ich über die Menschen von Sodom und Gomorra vernommen: Sie sollen ein abscheuliches Leben führen. Ich gehe jetzt dorthin, um selbst nachzusehen, ob die schweren Vorwürfe wirklich zutreffen.“
Bemerkenswert sind schon die drei Verse zuvor beschriebenen Gedanken Gottes: „Soll ich wirklich vor Abraham verbergen, was ich mit Sodom und Gomorra vorhabe?“
Gott, der zu diesem Zeitpunkt schon weiß, wie Abraham reagieren wird, möchte ihn dennoch nicht vor vollendete Tatsachen stellen, sondern teilt ihm seine Gedanken mit. Der allmächtige, allwissende und heilige Gott betrachtet den Menschen Abraham als gleichwertigen Ansprechpartner!
Und letzterer begreift sofort, dass Gott vorhat, beide Städte zu vernichten, denn Abraham hatte eine sehr enge Beziehung zu Gott und kannte dessen “Ansichten” sehr gut. (Ob Gott mit Abraham “wörtlich” - also hörbar - gesprochen hat, lässt sich nicht letztgültig sagen; allerdings gehe ich aufgrund des biblischen Berichtes davon aus, dass es so war.)
Abraham bekommt es nun mit der Angst zu tun: Nicht, weil er selbst auch vernichtet werden soll, sondern weil er sich überlegt, dass es zumindest einige „Gerechte“ in Sodom geben könnte. Diese einfach mit allen anderen zu vernichten, hält er für unfair - und sagt es Gott auch: „Willst du wirklich Unschuldige und Schuldige zusammen vernichten? Vielleicht findest du ja 50 Leute in der Stadt, die nichts Böses getan haben und dir dienen. Willst du die Stadt nicht um ihretwillen verschonen? Es wäre unrecht von dir, Sodom ganz zu vernichten! Denn dann tötest du ohne Unterschied den Schuldlosen und den Schuldigen und behandelst beide gleich. Das wäre nicht Recht! Du bist der Richter der ganzen Welt und willst gegen die Gerechtigkeit verstoßen?“ (1.Mose 18,23-25)
Abraham scheint ziemlich aufgebracht, denn er wagt es, Gott vorzuwerfen, dass sein Handeln ungerecht sein könnte. Eigentlich ein starkes Stück – doch Gott reagiert nicht wütend oder beleidigt: „Da erwiderte der Herr: Wenn ich in Sodom 50 Unschuldige finde, werde ich um ihretwillen den ganzen Ort verschonen.“ (1.Mose 18,26)
Gott lässt sich also auf den Deal ein! Abraham beginnt zu feilschen, handelt Gott sozusagen Stück für Stück herunter: 45, 40, 20 und schließlich 10 unschuldige Menschen sollen ihm genügen, um die Stadt zu verschonen. Immer wieder lenkt Gott ein, immer wieder sagt er „okay, wenn diese wenigen unschuldigen Menschen in der Stadt gefunden werden, werde ich nichts tun und die ganze Stadt verschonen”“.
Das Ende der Geschichte ist bekannt: Sodom wurde doch vernichtet, ebenso später Gomorra - es haben sich jeweils nicht einmal zehn Gerechten gefunden. Aber Gott hätte sich von seinem Plan abbringen lassen, wenn es doch der Fall gewesen wäre, denn Gott hält sein Wort. Menschen können also durchaus mit Gott dealen!
Gideon und der Deal mit dem Schaffell
Eine zweite Begebenheit finden wir in Richter 6,36: Gideon wird von Gott auserwählt, sein Volk zu retten, er glaubt Gott zwar, will aber einen “Echtheitsbeweis”. Deshalb legt er über Nacht ein Schaffell aus und sagt zu Gott, am nächsten Morgen solle das Fell nass von Tau sein und der Boden rundherum trocken. Es geschieht so, doch Gideon genügt dieses Wunder noch nicht; er möchte am nächsten Morgen den zweiten Beweis sehen und verlangt, dass dieses Mal das Fell trocken und der Boden rundherum nass sein soll. Auch dieses geschieht nach seinem Wunsch.
Ebenso wie bei Abraham, finden wir auch hier einen Menschen, der mit Gott handelt - wenn auch nur als „Versicherung“ und Bestätigung für das, was er verstanden zu haben glaubt.
Was bedeutet dies für uns heute?
Gott hat zwar seinen Plan mit uns und er kennt alle Eventualitäten, die aus unseren eigenen Entscheidungen passieren. Dennoch sind wir ihm sicherlich nicht „blind und hilflos ausgeliefert“ (wenn man das überhaupt von einer Beziehung zu Gott behaupten könnte). Er interessiert sich durchaus auch für unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen, er akzeptiert in jedem Fall unsere eigenen Entscheidungen, zwingt uns niemals dazu, uns mit unserem Willen für oder gegen eine Sache zu entscheiden.
Gott lässt mit sich dealen – ja, aber nur in einem „gewissen Rahmen“: Wir können Gott nicht zwingen, etwas zu tun als Gegenleistung, wenn wir zuvor etwas für ihn getan oder uns seinem Willen gemäß verhalten haben. Selbst wenn die Wünsche noch so „fromm“ sind, ist ihre Erfüllung nicht verdienbar und Gott uns niemals etwas schuldig.
Gott um Bestätigung bitten?
Umgekehrt können wir Gott durchaus bitten, uns Wünsche zu erfüllen(eine bestimmte Arbeitsstelle oder was auch immer) und ihm „im Gegenzug“ dafür versprechen, etwas Bestimmtes zu tun. Dies entspräche dem Motto „Wenn du mir … dann ich …“, wie in der Frage formuliert.
Eine meiner Freundinnen hat genau das getan: Sie - auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle - wollte gern im christlichen Bereich arbeiten, jedoch nicht bei einer Organisation, die ihre Mitarbeiter über einen selbst aufzubauenden Freundes- und Spenderkreis finanziert. So hat sie zu Gott gesagt: „Wenn du mir einen Arbeitsplatz im christlichen Bereich schenkst, an dem ich ein festes Gehalt bekomme, von dem ich leben kann, dann werde ich dafür eine andere Person unterstützen.“ Es dauerte gar nicht lange bis sie die Arbeitsstelle bekam, an der sie jetzt arbeitet: in einem Missionswerk, das seinen Mitarbeitern feste Gehälter zahlt. Sie hat daraufhin ihr Versprechen wahr gemacht und unterstützt nun eine andere Person.
Am Beispiel von Gideon wird deutlich, dass auch der Weg „wenn dies oder das geschieht, dann sehe ich das als ja, wenn nicht, dann als nein“ oder so ähnlich, möglich ist.
Jedoch sollten wir auch hier selbstkritisch überdenken, ob wir nicht einfach unsere eigenen Wünsche mit dieser Art der Fragestellung zu erfüllen versuchen. Nach dem Motto: „Wenn es morgen früh geschneit hat, weiß ich, dass ich ihn oder sie heiraten werde.“ Je nach Jahreszeit sinken oder steigen die Chancen also J. Natürlich ist das Beispiel überspitzt, aber zeigt, was ich sagen will: Es ist relativ einfach, eine solche Methode von vornherein manipuliert anzulegen und das Ergebnis schon vor dem eigentlichen „Test“ abzusehen.
Wenn man aber einen sehr klaren Eindruck von Gott hat, man solle etwas tun (sei es, in die Mission zu gehen, sei es schlicht, die Arbeitsstelle zu wechseln), so kann man mit Gott einen solchen „Deal“ machen, um letzte Gewissheit zu bekommen. Gott möchte unser Vertrauen, aber er kennt uns auch und weiß, welcher Mensch eine zusätzliche Sicherheit braucht – so wie Gideon zum Beispiel.
© Lisa Holtzheimer
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24.3.2010 von Lisa Holtzheimer.
Frage:
In einem Gespräch über die Evolutionstheorie wurde ich darauf hingewiesen, dass wenn die erde wirklich “nur” ca. 6.000 Jahre alt ist, wie kommen dann dieUreinwohner Australiens, Süd und Nordamerikas auf ihre Kontinente. Nach den Berechnungen bildete die Erde vor 6.000 Jahren noch nicht ein einzigenKontinent wie es angenommen wird.
Ich bin zwar auch der festen Überzeugung, dass das Alter die Erde irgendwo zwischen 6.000 und höchstens 10.000 Jahren liegt, aber auf die Idee, nach der Herkunft der so genannten „Ureinwohner“ der verschiedenen Kontinente zu fragen, bin ich wirklich noch nie gekommen.
Woher der „Hinweis“ kommt, dass irgendwo angenommen wird, dass die Erde damals vielleicht einen einzigen Kontinent bildete, weiß ich nicht - die Bibel sagt davon nichts. In der Bibel wird von Kontinenten wie Amerika, Australien usw. nicht namentlich gesprochen, das jedoch bedeutet nicht, dass es diese Kontinente zu der Zeit nicht gab. Zwar ist die Bibel vollständig und vom ersten bis zum letzten Buchstaben das inspirierte Wort Gottes, das Menschen in seinem Auftrag aufgeschrieben haben, aber trotzdem beleuchtet es natürlich immer nur einzelne Geschehnisse. Schon immer spielten das Land und das Volk Israel darin eine große Rolle, denn Israel ist „der Augapfel Gottes“ (vgl. Sach 2, 12).
Gott hat sich das Volk Israel als sein Eigentum erwählt (Ps 135, 4). Aus diesem Grunde „spielt“ im Grunde die gesamte Bibel in und um Israel – geographisch nicht immer ganz direkt (da geht’s auch schon mal nach Ägypten, später sogar nach Griechenland und das heutige Italien (Rom) und Umgebung), aber immer spielt das Volk Israel eine Rolle.
Aber schon, wenn du dir nur diese beiden Beispiele ein bisschen näher beleuchtest, stellst du schon fest, dass hier nicht nur von einem einzigen Kontinent die Rede ist. Ägypten liegt in Afrika, Israel in Asien, Griechenland und Italien in Europa. Das sind drei Kontinente, die in der Bibel erscheinen, wenn sie auch nicht unbedingt mit unseren heutigen Namen benannt sind. Aber sie bildeten auf keinen Fall einen einzigen, großen Gesamtkontinent. Besonders deutlich wird das, wenn man die Missionsreisen des Paulus beleuchtet.
Er war viel mit Schiffen unterwegs und hat so einiges auch an Stürmen und Unwettern mitten auf dem (Mittel)Meer erlebt. Seine Schiffsreisen dauerten oft mehrere Tage bis Wochen. Und noch viel früher, als Jona vor dem Auftrag Gottes flüchten wollte, finden wir einen ziemlich deutlichen Hinweis auf das Meer: „Jona machte sich auf den Weg – aber in die entgegengesetzte Richtung! Er floh vor dem Herrn und kam zunächst in die Hafenstadt Jafo (Joppe). Dort fand er ein Schiff, das gerade nach Tarsis segeln sollte. Er bezahlte das Geld für die Überfahrt und ging an Bord” (Jona 1, 3). Auch hier handelt es sich ganz deutlich um das Mittelmeer, auf dem das Schiff fuhr und in dem dann auch der Fisch schwamm, den Gott schickte, um Jona zu verschlucken.
Du findest bestimmt noch mehr Hinweise in der Bibel auf das Meer (das letztendlich der Grund für die Trennung der Kontinente ist) - diese Beispiele sollen nur als “Gedankenanstoß” dienen. Vielleicht hast du ja auch die Möglichkeit, dir mal ein paar Karten aus der Zeit der Bibel anzusehen. In manchen Bibeln sind hinten welche drin, und es gibt auch sehr gute Atlanten.
Soviel einfach zu der Frage der Kontinente. Es hat mit Sicherheit schon immer alle Kontinente in etwa der Form gegeben, wie sie heute sind. Ich bin überzeugt davon, dass Gott die Erde mit den Kontinenten geschaffen hat, denn er hat sie mit dem Meer geschaffen und dem Meer befohlen, sich an bestimmten Orten zu sammeln, damit man das Trockene sehe (1 Mo 1, 9.10).
Und auf diesen Kontinenten haben schon immer Menschen gelebt. Sicher, die ersten beiden Menschen lebten tatsächlich im Paradies, das ja auch auf der Erde war, irgendwo in der Ecke der heutigen Türkei lag es. Aber diese beiden ersten Menschen - Adam und Eva haben Kinder bekommen. Und nicht nur die beiden, die wir aus der Bibel so gut kennen, Kain und Abel, sondern einige mehr. Und diese Kinder haben wieder Kinder bekommen … Sehr schnell hat sich die Menschheit vermehrt.
Doch dann kam die Sintflut - wieder keine Menschen, egal, wohin sie sich vorher schon ausgebreitet hatten … Nur Noah und seine Familie. Ganze 8 Menschen und eine Unmenge Tiere auf der gesamten Erde, nachdem das Wasser sich wieder zurückgezogen hatte. Schon eine leicht schwierige Vorstellung, dass aus 8 Menschen wiederum die ganze heutige Erdbevölkerung entstanden sein soll, das gebe ich zu. Aber ich kann nichts anderes, als es zu glauben, denn wenn die Bibel die Wahrheit ist und sagt, dann hat es nach der Sintflut außer Noah, seinen 3 Söhnen und den jeweiligen Frauen keinen einzigen Menschen mehr auf dieser Erde gegeben. Und die Bibel ist und sagt die Wahrheit!
Es wird eine ganze Weile gedauert haben, bis aus 8 80, 800, 8000, 8 Millionen … Menschen geworden sind. Aber es ist passiert. Vielleicht schneller, als es heute ginge - damals hatten Familien sehr viel mehr Kinder als wir es heute „normal“ finden; außerdem wurden die Menschen viel älter als wir es kennen. „Und Noah war 500 Jahre alt, da er den Sem, Ham und Japhet zeugte“ (1 Mo 5, 32); „Noah aber lebte nach der Sündflut noch 350 Jahre lang“ (1 Mo 9, 28). Er war also ca. 900 Jahre alt, als er starb! Damals aber wurden Menschen ca. zehnmal so alt wie wir heute. Und sie hatten auch viel mehr Kinder.
Und diese Kinder haben sich - so nach und nach – über die gesamte Erde ausgebreitet. Zur Zeit Noahs und überhaupt lange Zeit im AT waren viele Menschen Nomaden – das heißt, sie hatten keinen absolut festen Wohnsitz, sondern zogen mit ihren Sippen und Tieren übers Land, immer dahin, wo es genug Futter für die Tiere gab. Auf diese Weise haben sie sich sogar ziemlich schnell immer mehr über die Erde ausgebreitet. Und schon sehr früh waren die Menschen in der Lage, Schiffe zu bauen, wie die Geschichte von Noah ja auch zeigt. 6.000 Jahre sind eine lange Zeit, da hatten viele Menschen die Möglichkeit, sich auszubreiten. Sämtliche „Ureinwohner“ irgendwelcher Kontinente, Inseln oder wo immer man diesen Begriff gerne benutzt, sind ganz konsequenterweise nicht anderes als Nachkommen Noahs - und damit sind wir es auch, denn nach der Sintflut gab es niemand anders mehr als ihn, seine Kinder und Enkel …
Wenn wir von Ureinwohnern sprechen, meinen wir meistens Menschen, die irgendwo in Australien, Afrika, Südamerika oder auch anderswo im Urwald leben und die die Zivilisation noch nicht erreicht hat bzw. die sich nicht erreichen lassen wollten. Dass aber in viel früheren Zeiten die Menschen hier in Europa auch nicht sehr viel anders gelebt haben mögen (je nach Witterungsbedingungen waren die Lebensbedingungen natürlich auch angepasst), daran denken wir heute gar nicht mehr so unbedingt. Auch hier gab es „Ureinwohner“, nämlich die Menschen, die irgendwann als erste dies Land besiedelt haben, sesshaft wurden und sich dann „an Ort und Stelle“ immer mehr vermehrt haben. Nicht anders war es in Australien, in Südamerika oder auch Nordamerika, dessen „Ureinwohner“ wird ja im Allgemeinen als Indianer bezeichnen. Auch diese sind nur Nachkommens Noahs, irgendwann mit irgendeinem Schiff dort vielleicht gestrandet, haben sich die ersten Hütten gebaut … Überall war es dasselbe, auf jedem Kontinent wird es ähnlich passiert sein, auf einem eher, auf einem später. Aber zu irgendeinem Zeitpunkt hat immer der erste Mensch seinen Fuß auf diesen Kontinent gesetzt, ist dann dort geblieben und hat sich angesiedelt.
(Der Artikel “Woher nahmen Kain und Abel ihre Frauen” weiter unten in dieser Rubrik geht noch ein wenig weiterführend auf dieses Thema ein.)
© Lisa Holtzheimer
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24.3.2010 von Lisa Holtzheimer.
Antwort
Hallo, ich finde es toll, dass du Jesus in dein Leben aufgenommen hast und dich taufen lassen hast. Damit hast du einen wichtigen Schritt getan und befindest dich total auf dem Boden der Bibel (Markus 16, 16 Wer gläubig geworden und getauft worden ist, wird gerettet werden; wer aber ungläubig ist, wird verdammt werden).
Und um es gleich zu sagen: auch mit deiner Frage befindest du dich total auf dem Boden der Bibel! Du hast das absolut richtig verstanden, was du vermutlich aus der Bibel herausgelesen hast.
Wir als Christen haben eine große Autorität von Jesus bekommen. Das findet sich in ganz vielen Stellen in der Bibel wieder. Jesus sagt seinen Jünger immer wieder, dass sie in seinem Namen Dämonen austreiben sollten (z. B. Markus 6, 7 - 13). Zuerst hat Jesus dies selbst getan, denn bis dahin hatte kein Mensch die Vollmacht, dies zu tun. Doch seine Jünger, die gut drei Jahre lang Tag für Tag mit Jesus zusammen waren und von ihm lernten, wuchsen im Glauben und nahmen zu in der Vollmacht, die Jesus ihnen gegeben hatte. Und eines der wichtigsten Dinge dieser Vollmacht war in der Tat das Austreiben von bösen Geistern. Das hat nicht immer sofort geklappt, aber sie haben gelernt und sind im Glauben und auch hierin gewachsen. Und auch andere Menschen als die “direkten” Jünger Jesu haben dies getan - allerdings nicht immer mit Erfolg (siehe Apg. 19, 13 - 16: “Es unterstanden sich aber einige von den Juden, die als Beschwörer umherzogen, den Namen des Herrn Jesus zu nennen über denen, die böse Geister hatten, und sprachen: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus predigt.14 Es waren aber sieben Söhne eines jüdischen Hohenpriesters mit Namen Skevas, die dies taten. 15 Aber der böse Geist antwortete und sprach zu ihnen: Jesus kenne ich wohl und von Paulus weiß ich wohl; aber wer seid ihr? 16 Und der Mensch, in dem der böse Geist war, stürzte sich auf sie und überwältigte sie alle und richtete sie so zu, dass sie nackt und verwundet aus dem Haus flohen”).
An diesem Beispiel sehen wir zwei Dinge. Zum Einen, dass das Austreiben von bösen Geistern auch Aufgabe der Nachfolger Jesu war, als Jesus schon wieder beim Vater im Himmel war, denn diese Begebenheit spielte sich nach Jesu Himmelfahrt ab. Und obwohl es sich hier um Juden handelt, die vermutlich Jesus noch nicht als ihren Herrn angenommen hatten, ist davon auszugehen, dass das Austreiben von Dämonen durch Nachfolger Jesu und in seinem Namen inzwischen gang und gäbe geworden war.
Was zuerst - zu Jesu Lebzeiten hier auf Erden - nur auf den engsten Jüngerkreis beschränkt war, wurde nach seiner Auferstehung durch Jesus selbst ausgeweitet auf alle Menschen, die ihm nachfolgen (Markus 16, 17ff: Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden;18 werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden). Hier steht sehr eindeutig “denen, die glauben” werden diese Zeichen folgen - und in der Auflistung steht das Austreiben von Dämonen (also bösen Geistern) sogar an erster Stelle!
Und diese Vollmacht, die Jesus auf seine Jünger übertragen hat, gilt für alle seine Nachfolger in allen Zeiten.
“Denen, die glauben” - das lässt keinen anderen Schluss zu, als dass dies für alle Menschen in allen nachfolgenden Zeiten gilt, wenn sie an Jesus glauben. Alle Menschen, die glauben, sind nun nicht nur Prediger oder Pastoren, sondern alle. Das Wort “alle” kennt keine Ausnahme. Sehr deutlich wird dies auch in Lukas 9, 49f: “Johannes aber antwortete und sprach: Meister, wir sahen jemand Dämonen austreiben in deinem Namen, und wir wehrten ihm, weil er dir nicht mit uns nachfolgt. 50 Und Jesus sprach zu ihm: Wehrt nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, ist für euch.” Hier treibt sogar jemand in Jesu Namen Dämonen aus, obwohl er Jesus nicht nachfolgt. Und selbst das befürwortet Jesus.
Ich denke nun nicht, dass dies bedeutet, dass tatsächlich jeder, der nicht an Jesus glaubt, zu jeder Zeit auch die Vollmacht über Dämonen hat, sondern dass diese Vollmacht normalerweise tatsächlich auf wiedergeborene Christen - also echte Nachfolger Jesu - begrenzt ist. Doch Gott ist souverän und kann auch Ausnahmen zulassen und für sich nutzen. Einem Menschen, der von Dämonen befreit wurde, ist mit Sicherheit geholfen - und sowohl der Befreite als auch der “Befreier” haben dadurch eine Erfahrung gemacht, die sie mit Sicherheit sehr viel leichter zu Jesus finden lässt.
Aber dieses Beispiel macht umso mehr deutlich, dass die Vollmacht über böse Geister und auch über Krankheiten, Situationen u. ä. nicht allein bei Predigern und sogenannten “Vollzeitchristen” liegt, sondern dass diese Vollmacht jeder wiedergeborene Christ hat.
Es gibt Christen, die davon ausgehen, dass manche Dinge, die in der Bibel stehen, nur für die “direkten” Jünger Jesu gegolten haben, also die 12 Menschen, die ca. drei Jahre lang Tag für Tag mit Jesus unterwegs waren. Diese Auslegung ist jedoch nicht schlüssig. Sämtliche Dinge, die in der Bibel stehen, sind wichtig und verbindlich für ALLE Nachfolger Jesu - bis zum letzten Tag, den diese Erde erleben wird. Dinge, die so unwichtig waren, dass sie nach kurzer Zeit keine Gültigkeit mehr hatten, wurden in der Bibel nicht explizit erwähnt - schon gar nicht an diversen verschiedenen Stellen und in großer Häufigkeit. Aber genau das ist der Fall bei diesem Thema. Du kannst ja mal auf www.bibelserver.de den Begriff “böse Geister” eingeben - oder je nach Übersetzung auch “Dämonen” (beide Wörter bezeichnen dieselben Persönlichkeiten). Dann findest auf Anhieb jede Menge Bibelstellen, in denen davon die Rede ist, dass diese Dämonen oder bösen Geister ausgetrieben werden müssen - und dass sie auch nur dadurch überhaupt verschwinden. Einfach so von selbst gehen sie nicht - denn ihr Ziel und ihre Aufgabe ist genau das Gegenteil.
Auf der anderen Seite müssen wir natürlich auch sehen, dass nicht “hinter jedem Baum” ein böser Geist lauert. Nicht jede Versuchung, nicht jede Angst und auch nicht jede Krankheit wird durch Dämonen oder böse Geister verursacht. Es gibt beides - Krankheiten, die durch Dämonen verursacht werden, aber auch “ganz normale”, natürliche Krankheiten. Nicht hinter jeder Grippe steckt ein Dämon. Wenn man sich ein bisschen länger mit dem Thema beschäftigt hat, lernt man, dies zu erkennen und zu unterscheiden. Wenn man aber - vor allem als sehr junger Christ - dazu (noch) nicht in der Lage ist, ist das überhaupt kein Problem. Denn hier gilt wie überall natürlich in erster Linie: Jesus ist immer noch größer. Jesus ist der Sieger - über alle Dämonen, über alle Krankheiten (auch über die natürlichen), über alle Ängste. Wenn man also nicht weiß, wie man jetzt mit einer Situation umgehen soll, dann ist der beste Rat, einfach Jesus selbst zu fragen. Er wird dir sagen, was die richtige Weise ist, mit der aktuellen Situation umzugehen.
Doch noch einmal zurück zu der o. g. Geschichte in Apg. 19. Das Zweite nämlich, was wir aus dieser Begebenheit lernen müssen, ist, dass es gewisse Voraussetzungen braucht, um sich mit Dämonen anzulegen. Denn man muss sich sehr deutlich darüber bewusst sein, dass man sich mit der unsichtbaren Welt auseinandersetzt - in diesem Fall mit dem bösen Teil der unsichtbaren Welt.
Und dies ist schon ein Gebiet, mit dem man sich schon näher auseinandersetzen sollte, bevor man “mal eben so” einen Dämon austreiben will. Denn Dämonen sind ja auch “Personen” - ebenso wie Gott, Jesus und der Heilige Geist Personen sind. Auch Dämonen sind keine “unsichtbaren Gespenster”, sondern Persönlichkeiten mit einem meist sehr starken Willen - und einem Herrn im Rücken, nämlich Satan. Unsichtbar sind sie allerdings - jedenfalls für das natürliche, menschliche Auge. Manchmal lässt Gott aber auch Menschen einen Einblick in die unsichtbare Welt tun und zeigt uns Engel oder auch Dämonen. Und - wie oben schon angedeutet - freiwillig verlassen diese Geister einen Menschen nicht. Und um ihnen zu begegnen, sollte man sich vorher schon eine Zeitlang intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt haben und eine wirkliche biblische Grundlage gebildet haben, auf der man sich sicher bewegt. Denn ansonsten zieht man schnell den Kürzeren … Auch hier wird Jesus dir sagen, was zu welchem Zeitpunkt dran ist und was nicht.
Du bist aber - wie schon gesagt - auf dem richtigen Weg, wenn du im Namen Jesu den Dämonen gebietest. Im Namen Jesu müssen sie gehorchen - sie haben keine andere Wahl. Und vielleicht hast du das ja auch schon selbst erlebt, dass das so ist. Dennoch ist dies keine Garantie dafür, dass sie nicht evtl. wiederkommen und sogar noch andere Geister mitbringen. Dazu sagt die Bibel auch etwas, z. B. in Lukas 11: “24 Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, so durchstreift er dürre Stätten, sucht Ruhe und findet sie nicht; dann spricht er: Ich will wieder zurückkehren in mein Haus, aus dem ich fortgegangen bin. 25 Und wenn er kommt, so findet er’s gekehrt und geschmückt. 26 Dann geht er hin und nimmt sieben andre Geister mit sich, die böser sind als er selbst; und wenn sie hineinkommen, wohnen sie darin, und es wird mit diesem Menschen hernach ärger als zuvor.”
Das bedeutet, dass ein böser Geist, der aus einem Menschen ausfahren musste, sozusagen keine “Heimat” mehr hat. Und nach einer Weile kommt er zurück, schaut sich sein altes “Haus” (den Menschen) an, und wenn er sieht, dass dieses Haus schön sauber ist, aber leer (!), dann ruft er seine Freunde (sieben andre Geister) und zieht wieder ein. Nun kann sich jeder vorstellen, wie es in einem Haus aussieht, das schon ein “Bewohner” völlig ins Chaos gebracht hat, wenn dieser eine Chaot dann noch sieben weitere mitbringt. Es wird “ärger als zuvor” - also viel schlimmer und grausamer.
Hier sehen wir also, dass es nicht damit getan ist, einen bösen Geist einfach nur rauszuwerfen - und damit hat es sich. Damit hat es sich eben nicht. Wir müssen auch dafür sorgen, dass der Geist, wenn er zurückkommt, kein leeres, fein gesäubertes Haus, vorfindet, sondern ein bewohntes. Wenn ein Haus bewohnt ist, gibt es einen Besitzer - und dieser lässt nicht einfach zu, dass der frühere Besitzer es sich wieder unter den Nagel reißt. In diesem Fall muss der neue Besitzer der Heilige Geist sein. Er muss in diesem Haus wohnen und darin schalten und walten und alles muss ihm gehören. Dann ist das Haus - also der Mensch - sicher vor den bösen Geistern, die früher einmal darin gewohnt haben und rausgeworfen wurden.
Den Heiligen Geist muss der Mensch einladen in dieses Haus - es ihm übergeben, ihm schenken sozusagen. Er muss über das Leben des Menschen bestimmen dürfen und somit in dem Haus “schalten und walten”, wie er es für richtig hält. Denn wie der Heilige Geist, die dritte Person Gottes, es für richtig hält, so ist es natürlich richtig und am besten für den Menschen.
Wenn diese Voraussetzung gegeben ist, dann brauchen wir uns vor den bösen Geistern nicht zu fürchten. Und wenn wir - bei uns selbst oder bei anderen Menschen - böse Geister im Namen Jesu austreiben, dürfen wir nicht versäumen, den Heiligen Geist in das leere Haus einzuladen und es ihm zu übergeben. Denn in ein leeres Haus kommen die bösen Geister zurück - in ein bewohntes aber können sie nicht.
Alles in allem sind zwei Dinge sehr wichtig: Immer Jesus fragen - in jeder Situation und zu jedem Thema. Es gibt keine Frage, die du Jesus nicht stellen darfst - und es gibt keine Frage, auf die er dir keine Antwort geben wird. Und dich vom Heiligen Geist leiten lassen. Beides bedarf einer gewissen Übung. Wenn man das zum ersten Mal macht, erkennt man Jesu Stimme nicht immer sofort - aber wenn man dran bleibt, lernt man sie besser kennen und zu unterscheiden von vielen anderen Stimmen, die einem auch etwas “aufschwatzen” wollen. Mit der Führung des Heiligen Geistes ist es dasselbe. Mit der Zeit lernt man zu unterscheiden, welche Impulse vom Heiligen Geist kommen und welche nicht. Ich ermutige dich sehr, dran zu bleiben!
Ich möchte dir zu diesem Thema noch zwei Bücher empfehlen. “Segen oder Fluch - Sie haben die Wahl” und “Sie werden Dämonen austreiben”. Beide Bücher sind geschrieben von einem der größten Bibellehrer unserer Zeit, der leider vor einigen Jahren zum Herrn gegangen ist - Derek Prince, der sich jahrzehntelang ausführlich mit diesem Thema beschäftigt hat und mehr dazu sagen kann als viele andere.
© Lisa Holtzheimer
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24.3.2010 von Lisa Holtzheimer.
Viele Christen sind sich bezüglich der Gabe des Sprachengebets unsicher. Einige lehnen sie aus Unsicherheit ganz ab, weil sie in ihrer Gemeinde oder in anderen Kreisen gelehrt wurden, dass diese Gabe – ebenso wie andere Geistesgaben – heute nicht mehr vorkommen. Dafür aber gibt es keinen biblischen Beleg – ganz im Gegenteil. Die Bibel ist voll von Belegen für die unaufhörliche Existenz aller Geistesgaben für alle Nachfolger Jesu zu allen Zeiten – bis an das Ende dieses Weltzeitalters.
Andere Christen glauben zwar, dass das Sprachengebet auch heute noch existiert und angewendet werden soll, doch sie beschränken es lehrmäßig auf die Aussage, dieses Gebet könne nur eine in dieser Welt existierende Sprache sein, also keine „nicht menschliche“ Sprache.
Richtig ist, dass die Sprachenrede (auch Zungenrede, Sprachengebet, Zungengebet genannt) oft eine in dieser Welt existierende Sprache ist - der bekannteste Beleg dafür ist sicher die Erzählung vom “Pfingstwunder” in Apostelgeschichte 2. Dort tritt die Gabe der Sprachenrede zum ersten Mal auf, als die Jünger nach Jesu Himmelfahrt vom Heiligen Geist erfüllt wurden und begannen, in anderen Sprachen, die sie im Natürlichen nicht beherrschten, zu sprechen. Hier ist tatsächlich nur von Fremdsprachen, die in dieser Welt existieren, die Rede (Apg 2, 5 – 11: Damals lebten in Jerusalem gottesfürchtige Juden aus vielen verschiedenen Ländern. Als sie das Brausen hörten, liefen sie herbei. Bestürzt hörte jeder von ihnen die Versammelten in seiner eigenen Sprache reden. Außer sich vor Staunen riefen sie: »Wie kann das sein? Diese Leute stammen alle aus Galiläa, und doch hören wir sie in den Sprachen der Länder sprechen, in denen wir geboren wurden! Da stehen wir - Parther, Meder, Elamiter, Leute aus Mesopotamien, Judäa, Kappadozien, Pontus, der Provinz Asien, Phrygien, Pamphylien, Ägypten und den Gebieten von Libyen aus der Gegend von Kyrene, Besucher aus Rom, Juden sowie zum Judentum Übergetretene, Kreter und Araber - und wir alle hören diese Leute in unseren eigenen Sprachen über die Taten Gottes reden.« ).
Darüber hinaus belegt die Bibel aber auch, dass das Beten in Sprachen auch in nicht in dieser Welt exisitierenden Sprachen geschehen kann. Ich möchte hier gerne einen kleinen “Grundabriss” über das Thema “Sprachengebet” generell geben, in dem diese Aussage auch belegt wird.
Das griechische Wort für Sprachengebet heißt “Glossolalie” und bedeutet soviel wie “Sprachen- oder Zungenrede”. Menschen, die mit der Zungenrede noch keine Erfahrung haben, verstehen diesen Begriff oft falsch und denken, dass ihre Zunge sich sozusagen “selbständig” macht und außer Kontrolle gerät, wenn sie sich auf die Gabe der Zungenrede einlassen würden. Aber das ist absolut nicht der Fall. Der Betende kann vollkommen selber bestimmen, ob er in Sprachen betet oder nicht, ebenso bestimmt er selbst, wann er damit beginnt und wann er wieder aufhört - genau wie bei einem Gebet in seiner natürlichen Sprache. Wenn jemand in Sprachen betet, bestimmt er also selbst den Anfang und das Ende des Sprachengebets (und völlig normal kann das Sprachengebet auch mit Gebet in der natürlichen Sprache kombiniert werden), aber er bestimmt nicht den Inhalt bzw. die Worte des Gebets. Hierin überlässt er sich dem Wirken des Heiligen Geistes, dem er erlaubt, seine Sprachwerkzeuge zu gebrauchen. Der Heilige Geist tritt nie gewaltsam in unser Leben ein, sondern er respektiert unsere Persönlichkeit und klopft sehr zart an, ob er willkommen ist. Alles, was zwanghaft geschieht, ist nicht das Wirken des Heiligen Geistes, sondern kann ganz unterschiedliche Gründe haben (z. B. psychische Gründe, aber auch andere).
Keinesfalls ist das Sprachengebet ein Stöhnen oder Lallen, wie Unkundige manchmal behaupten. Vielmehr ist es ein Reden in einer nicht erlernten Sprache, die dem Rhythmus und der Melodik einer Fremdsprache ähnelt. Auf Unvoreingenommene wirkt das Sprachengebet normalerweise wie eine ganz normale Fremdsprache.
In der Bibel wird das Sprachengebet vor allem bei Paulus erwähnt. Er spricht an sehr vielen Stellen über dieses Thema - was ein Hinweis darauf ist, wie wichtig diese Gabe Gott ist. Generell spricht Gott in der Bibel über die Dinge, die er für besonders wichtig hält, besonders viel - während er über Dinge, die nicht so entscheidend wichtig sind, nur wenig (oder sogar gar nicht) spricht. Es gibt Themen, die unter Christen einen hohen, manchmal beinahe „heilsnotwendigen“ Stellenwert erlangt haben, über die Gott aber in der Bibel kein einziges Wort verloren hat. Dies sollte uns zu denken geben und dazu bringen, die Wertung und Wertigkeit der Themen im Leben mit Jesus neu zu überdenken.
Das Sprachengebet ist unzweifelhaft ein Thema, dem Gott viel Aufmerksamkeit widmet. Deshalb sollten wir dies auch tun.
In 1 Kor 13, 1 nennt Paulus das Sprachengebet ein “Reden in Menschen- und Engelssprachen” (1 Kor 13, 1: Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel.) - das ist einer der Hinweise darauf, dass es sich bei der Zungenrede nicht nur ausschließlich um eine auf der Welt existierende Sprache handeln muss. Es gibt himmlische Sprachen, die auf der Welt nicht verständlich sind - das erfahren wir u. a. in 2 Kor 12, 3 + 4. Dort heißt es: “Und ich kenne denselben Menschen - ob er im Leib oder außer dem Leib gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es -, der wurde entrückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann.” Daraus wird sehr deutlich, dass es auch Sprachen gibt, die Menschen auf natürliche Weise - also von sich und ihrem Verstand aus - nicht sprechen können. Wenn der Heilige Geist einem Menschen aber diese Worte in den Mund legt, dann können sie sie sprechen.
Paulus erklärt, wer in Sprachen betet, spricht im Geist zu Gott. Für alle anderen außer Gott - auch für sich selbst - spricht er Geheimnisse aus; niemand sonst versteht, was er sagt (1 Kor 14, 2). Man weiß also in der Regel auch selbst nicht, was man betet, wenn man in Sprachen betet - doch man darf dem Heiligen Geist vollkommen vertrauen, dass er einem die wirklich richtigen Worte gibt. Paulus gibt auch Anhaltspunkte über den Inhalt von Sprachengebet: In der Regel ist dieses Gebet ein Ausdruck des Dankens und Lobpreises Gott gegenüber. Deshalb kann es durchaus - wie z. B. ein Psalm - gesungen werden (1 Kor 14, 15 - 17). Man kann aber auch ein eigenes Thema auf dem Herzen haben und dann in Sprachen beten - z. B. in der Fürbitte, in der Anbetung, in einer Phase, in der man Gott fragt zu bestimmten Themen usw. usw. Es sind keine Grenzen gesetzt, wo die Bibel es “verbietet”, das Gebet in Sprachen einzusetzen. Ganz im Gegenteil - das gesamte Neue Testament ermutigt uns, diese Gabe oft und ausgiebig anzuwenden.
Wenn wir einmal die Bibel thematisch danach “untersuchen”, stellen wir schnell fest, dass Paulus das Sprachengebet sehr schätzte. Das lag zum einen daran, dass das Sprachengebet ein Charisma - also eine Gnadengabe des Heiligen Geistes - ist (1 Kor 12, 10). Wenn der Heilige Geist Menschen beschenkt, so ist das grundsätzlich etwas Positives. Darüber hinaus aber hat Paulus auch sehr gute Erfahrungen mit dieser Art des Betens gemacht. Er sagt, wer in Sprachen redet, erbaut sich selbst (1 Kor 14, 4). Das Sprachengebet tut ihm gut und stärkt ihn im Glauben. Und was für Paulus galt, gilt für alle Nachfolger Jesu durch alle Zeiten hinweg natürlich ebenso.
Und noch ein Argument bringt Paulus ein. In Römer 8, 26f schreibt er: “Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen erforscht, der weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist; denn er vertritt die Heiligen, wie es Gott gefällt.” Hier spricht er auch auf das Sprachengebet an, wenn er sagt “der Geist hilft unserer Schwachheit auf, denn wir wissen nicht, was wir beten sollen …”. Das ist eine Erfahrung, die wir alle kennen - oder? So oft weiß man schon nach wenigen Sätzen nicht mehr wirklich, was und wie man noch beten soll, ohne sich immer wieder im Kreis zu drehen und die Dinge nur ein wenig anders zu formulieren. Wenn wir uns aber dem Heiligen Geist ganz überlassen und ihm erlauben, uns die richtigen Worte des Gebets in den Mund zu legen, können wir plötzlich stundenlang beten, ohne überlegen zu müssen, wie wir es am besten ausdrücken können. Auf unserem Herzen liegt vielleicht ein Thema - Anbetung, Fürbitte oder was immer - und wir sprechen Worte, die wir nicht verstehen, und spüren gleichzeitig, dass unser Herz berührt und auf eine Art von der Last, die auf ihm liegt, befreit wird. Der Geist Gottes kennt uns gut - sehr viel besser sogar, als wir selber, und im Sprachengebet kann er sogar die Dinge unseres Herzens vor Gott bringen, die vor uns selbst noch verborgen sind. Ebenso sind wir in der Lage, genau die richtige Fürbitte für Leute zu tun, deren Not wir auch gar nicht oder nicht genau kennen.
Wer nun die Gabe des Sprachengebets praktiziert, hat keine besondere Auszeichnung von Gott bekommen, und wer es (noch) nicht tut, ist kein minderwertiger Christ. Jedoch steht das Sprachengebet jedem Christen zur Verfügung - wir brauchen es nur zu wollen (denn es liegt - wie bei allen anderen Dingen auch - in unserer eigenen Entscheidung, ob wir dieses Geschenk annehmen oder nicht). Gott schenkt seinen Kindern diese Gabe, um die persönliche Beziehungspflege mit ihm zu erleichtern und ihren Glauben zu stärken. Diese Gabe ist jedem Christen zu wünschen und kann von jedem erbeten werden.
Zum Schluss möchte ich noch “10 gute Gründe für das Sprechen in anderen Sprachen” nennen, die ein befreundeter Pastor einmal zusammengestellt hat.
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10 gute Gründe für das Sprechen in anderen Sprachen |
Vom Wesen her ist das Sprechen in anderen Sprachen ein Kennzeichen der neuen Schöpfung oder des Neuen Bundes, indem der Geist ausgegossen wird auf alles Fleisch - im Gegensatz zum Alten bund. Menschen sprechen inspiriert vom Heiligen Geist. Gott legt seine Worte in unser Herz und unseren Mund. Damit erfüllen sich alle Prophetien des Alten Testaments über den Neuen Bund, in welchem Gott sein Wort durch seinen Geist in unser Herz gibt. Und wovon das Herz voll ist, davon läuft der Mund über.
Grund 1
Apg 2, 16f = Joel 3, 1 – 5
Jes 44,3
1 Kor 14, 21 = Jes 28, 11.12
Also ist das Sprechen in anderen Sprachen (inspiriert vom Heiligen Geist) die Erfüllung der Verheißungen über die Erfüllung mit dem Heiligen Geist. So begründet es Petrus in der Pfingstpredigt (Apg 2, 16f) und Paulus in 1 Kor 14, 21.
Grund 2
Joh 4, 23.24
2 Kor 3, 3.4
Gott möchte angebetet werden im Geist. Der Diesnt des Neues Bundes ist in seiner Gesamtheit ein Dienst des Geistes, der lebendig macht.
Grund 3
Mk 16, 14
Jesus erwartet es von uns. In Markus 16, 17 sagt er: “Die Zeichen aber, die denen folgen werden, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden …”
Grund 4
1 Kor 14, 4
Judas 20
Es erbaut uns. Viele sagen, es brächte ihnen nichts, in anderen Sprachen zu sprechen, und sie tun es nicht, obwohl sie es können. Nicht unsere Seele (Denken, Fühlen, Wollen), sondern unser Geist, unser Herz, wird erbaut. Unser Verstand kann damit nichts anfangen, aber unser Herz sehr wohl.
Grund 5
Röm 8, 26.27
Wir können in einer vollkommenen Weise beten, die rein ist und sowohl dem Willen Gottes als auch unserem Herzen (innersten Verlagen) entspricht.
Grund 6
Jak 3, 2 – 12
Die Hingabe unserer Zunge, die schwerer zu bändigen ist, als jedes andere Teil unseres Körpers, ist ein großer Schritt in die Richtung, uns ganz Gott auszuliefern.
Grund 7
Röm 8, 26
Apg 10, 26
1 Kor 14,2Eph 6, 18
Wir bleiben uns der Gegenwart Gottes besser bewusst, leben mehr in der geistlichen Realität, was unseren Glauben und unsere Gemeinschaft mit Gott stärkt.
Grund 9
1 Kor 12, 4 = 14, 26
1 Pt 4, 10Wie auch die anderen Gnadengaben des Geistes ist die Sprachenrede Gottes “Gnade in Aktion”, was für die Erbauung der Gemeinde ein unverzichtbarer Dienst ist. Sprachenrede mit Auslegung ist ein Dienst.
Grund 10
Apg 4, 24
Apg 19, 6
Röm 15, 5 – 6
Es gibt weniges, das wir wirklich in totaler Einheit gemeinsam tun können. Wenn wir gemeinsam in Sprachen singen, werden wir “ein Herz und ein Mund, ein Sinn und ein Verlangen”. Es gibt dem Heiligen Geist Raum und lässt seine Kraft frei werden, um zu wirken. Meistens treten die anderen Geistesgaben erst in einer solch geistlichen Atmosphäre auf.
© Lisa Holtzheimer
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24.3.2010 von Lisa Holtzheimer.
Wenn Christen von Gott sprechen, meinen sie im Allgemeinen den dreieinigen Gott, bestehend aus Vater, Sohn und Heiligem Geist. Doch die dritte Person Gottes wird sehr oft ziemlich „stiefmütterlich“ behandelt und gar nicht richtig wahr- oder ernst genommen.
Dabei ist es gerade diese Person der dreieinigen Gottheit, die in uns Menschen Wohnung bezieht, wenn wir uns bekehrt, also unser Leben in Gottes Hände gelegt haben (vgl. 2Tim 1,14 Dieses kostbare Gut, das dir anvertraut ist, bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt).
Der dreieinige Gott
Die Bibel stellt uns Gott als den „dreieinigen Gott“ vor – und viele Menschen (Christen eingeschlossen) haben Probleme damit, sich dies wirklich vorzustellen. Wie kann das gehen – ein Gott und doch drei Personen? Deshalb gibt es auch manche – zum Teil recht abenteuerliche – Vorstellungen davon, wie diese Dreieinigkeit aussehen könnte. Die am weitesten verbreitete Erklärung ist wohl die, dass Gott eine einzige – also einzelne - Person ist, die drei unterschiedliche Wesenszüge hat.
Wenn man darüber aber genauer nachforscht, kommt man mehr und mehr zu der Überzeugung, dass dies nicht den Tatsachen entspricht. Dagegen würde schon sprechen, dass Gott von Anfang an sehr viel Wert auf Beziehung gelegt hat und allen seinen geschaffenen Wesen diese Sehnsucht nach Beziehung ins Herz gelegt hat. Eine einzelne Person jedoch hat keine Beziehung – selbst, wenn sie unterschiedliche Wesenszüge in sich trägt. Da Gott ohne Anfang und ohne Ende ist, hat er schon sehr lange existiert, bevor er die Welt und die Menschen erschaffen hat, und selbst die Himmelswesen (Engel, von denen später einige sich von Gott abgewandt haben (gefallen sind – der erste war Luzifer)) von ihm geschaffen wurden, also auch nicht von Anfang an existiert haben, wäre Gott als einzelne Person über eine lange Zeit komplett alleine gewesen – einsam.
Gott von Anfang an brauchte und hatte also ein Gegenüber „auf Augenhöhe“. Dies letztlich ist sogar der entscheidende Unterschied des christlichen Glaubens zum Islam, wo großer Wert darauf gelegt wird, dass Gott (Allah, der freilich nicht mit dem biblischen Gott gleichzusetzen ist) keinen Sohn hat.
Doch der wahre und einzige Gott hat einen Sohn – und er hat ein weiteres Gegenüber: den Heiligen Geist. Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist sind drei eigenständige Personen. Vollständige Personen, nicht nur Wesensarten. Dreieinig sind sie trotzdem – nämlich in ihrem Willen vollkommen in Einheit verbunden. Es gibt keinen Unterschied in ihrem Willen, in ihren Entscheidungen usw. Jesus (also Gott, der Sohn) diskutiert nicht mit Gott, dem Vater, aus, ob dies oder jenes richtig oder falsch war oder man es evtl. doch hätte anders machen können J. Nein, alle drei Personen sind sich vollkommen einig. Und das nicht erzwungenermaßen - also in einer Art Hierarchie, dass einer entscheidet und die anderen sich mehr oder weniger zähneknirschend seinem Willen beugen, sondern wirklich einig. Sie denken und fühlen exakt dasselbe. Drei Personen und doch eins – der dreieinige Gott.
Der Heilige Geist ist eine Person
Zuerst einmal müssen wir uns bewusst machen, dass der Heilige Geist tatsächlich ebenso eine Person ist wie Gott, der Vater, und Gott, der Sohn. Sein Name verleitet uns gerne dazu, uns etwas „Gespensterhaftes“, nicht wirklich Greifbares, vorzustellen. Doch diese Vorstellung ist geprägt von dem, was die Menschen viel später in Erzählungen, Märchen usw. erfunden haben. Dort sind Gespenster irgendwelche gardinenartigen Wesen, die durch die Luft schweben und – je nach Wesensart – die Menschen erschrecken oder belustigen. Diese Wesen werden in Geschichten auch als Geister bezeichnet – und so sind wir zu unserer Vorstellung von Geistern jeder Art gekommen.
Die real existierenden Geister in der unsichtbaren Welt, von der die Bibel an vielen Stellen berichtet, sind jedoch keine schwebenden Gardinen, sondern allesamt Personen – das gilt für die Dämonen, also die bösen Geister, ebenso wie für den Heiligen Geist. Sie alle haben eine eigene Persönlichkeit, Gefühle, einen Willen, eine Intelligenz und sind handlungsfähig.
Der Heilige Geist wird im griechischen Urtext der Bibel – der Sprache, in der das Neue Testament ursprünglich geschrieben wurde, weil Griechisch in der damaligen Zeit die „Weltsprache“ war, die jeder sprach und verstand – als „Paraklet“ bezeichnet; das bedeutet übersetzt: der Beistand, der Fürsprecher, der Tröster. Deshalb wird der Heilige Geist auch zu Recht als unser „Anwalt“ bezeichnet – was sehr anschaulich in Röm 8,26 beschreiben wird: „Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.“
Der Heilige Geist vertritt uns mit „unaussprechlichem Seufzen“ – anders ausgedrückt: Er tritt vor Gott, dem Vater – aber auch dem gerechten Richter – für uns ein. Und das nicht nur, weil es seine Aufgabe ist (so wie bei einem Strafverteidiger, der dafür bezahlt wird), sondern weil er uns liebt. Liebe tritt immer für den Geliebten ein, Liebe findet immer noch etwas Gutes an einer Person, auch wenn sie sich in vielen Punkten falsch verhält; sogar, wenn sie schlimme Straftaten verübt hat.
Gott liebt jeden Menschen (Joh 3,16: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben); gleichzeitig ist er der gerechte Richter:
· 1Mo 18,25: Das sei ferne von dir, dass du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, sodass der Gerechte wäre gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir! Sollte der Richter aller Welt nicht gerecht richten?
· Ps 7,12: Gott ist ein gerechter Richter und ein Gott, der täglich strafen kann.
· Jer 11,20: Aber du, HERR Zebaoth, du gerechter Richter, der du Nieren und Herzen prüfst, lass mich sehen, wie du ihnen vergiltst; denn ich habe dir meine Sache befohlen.
· 2Tim 4,8: hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben.
Der gerechte Richter nun kann – im Gegensatz zu menschlichen Richtern – nicht anders als gerecht richten. Wobei die Gerechtigkeit Gottes teilweise auch mit anderen Maßstäben gemessen wird als irdische Gerechtigkeit, doch das ist ein anderes Thema. Nach der absoluten Gerechtigkeit Gottes ist jeder Mensch schuldig vor ihm – ohne Ausnahme. Damit Menschen trotzdem mit Gott versöhnt werden können, kam die zweite Person Gottes – Jesus Christus, der Sohn – als Mensch in diese Welt.
Welche Aufgabe hat nun der Heilige Geist? Diese dritte Person Gottes ist zum Einen die Person Gottes, die in einem Menschen Wohnung bezieht. Der Mensch besteht aus Körper, Seele und Geist – und der menschliche Geist kommuniziert mit dem Heiligen Geist.
Der Heilige Geist ist auch die Person, die unsere Anliegen vor Gott bringt. Wenn wir beten, wissen wir so oft nicht, wie wir richtig beten sollen. Doch der Heilige Geist kennt unser Herz und „übersetzt“ unsere Anliegen für Gott.
Doch er tut noch viel mehr für uns. Der Heilige Geist ist die Person Gottes, die uns mit Gaben beschenkt. Die Bibel kennt viele Geistesgaben, besonders der 1. Korintherbrief ist voll davon.
Die erste Gabe, die der Heilige Geist Menschen gab, war die Gabe des Zungenredens – auch Sprachengebet genannt. Kurz vor seiner Himmelfahrt gab Jesus seinen Jüngern den Trost: „ aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird …“ (Apg 1,8). Bisher war der Heilige Geist auf der Erde noch nicht in Erscheinung getreten, obwohl er – ebenso wie Gott, der Vater, und Gott, der Sohn – ohne Anfang war und seit allen Zeiten existiert hatte. Nun war die Zeit gekommen, dass Jesus wieder in den Himmel zurückging, wo auch er seit allen Zeiten gewohnt hatte, bevor er als Mensch auf die Erde kam. Doch die Menschen sollten nicht mehr ohne Gottes direkte Nähe auf der Erde leben müssen. Deshalb wurde einige Tage später der Heilige Geist ausgegossen. (Apg 2). Wir nennen dies heute Pfingsten.
Der Heilige Geist kam mit einem Brausen vom Himmel und erfüllte das ganze Haus, in dem die verängstigten Jünger beieinander saßen. „Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist es ihnen gab auszusprechen“ (Apg 2, 3.4).
Die Menschen rund um sie herum konnten das erst nicht begreifen und dachten, die Jünger seien betrunken. Petrus musste dies dann aufklären (Apg 2, 14ff).
Nun war der Heilige Geist ausgegossen auf die Menschen – zuerst auf die direkten Jünger Jesu, doch nach wie vor wird er weiterhin auf alle Menschen ausgegossen, die ihr Leben Jesus übergeben.
Jeder Christ hat also den Heiligen Geist in sich, denn mit der Bekehrung zieht er in den Menschen ein. Unser Körper wird auch als „Tempel des Heiligen Geistes“ (1Kor 6,19) bezeichnet, mit dem wir entsprechend umgehen sollen.
Die Gaben des Geistes
Die Bibel berichtet uns davon, dass der Heilige Geist uns mit Gaben beschenkt. Die erste schon erwähnte Gabe ist die Zungenrede. Diese wird in der Bibel als die „geringste Gabe“ bezeichnet – womit freilich nicht gemeint ist, dass diese Gabe nichts wert ist (wie könnte man das überhaupt jemals von einer Gabe des Heiligen Geistes behaupten?), sondern dass sie die „kleinste“ Gabe ist, die jedem Christen zur Verfügung steht.
Es gibt viele unterschiedliche Geistesgaben, von denen nicht jeder Christ jede Gabe hat, doch die Zungenrede ist eine Gabe, die jedem Christen zur Verfügung steht. Sie ist das Zeichen des Heiligen Geistes (vgl. Apg 19,1 – 6). Als Paulus den neubekehrten Christen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen (Sprachen) und weissagten. Wer also mit dem Heiligen Geist getauft ist, dem folgt das Zeichen der Sprachenrede ganz automatisch.
Es gibt weitere Gaben des Heiligen Geistes, die nicht unbedingt jedem Christen zu jeder Zeit zur Verfügung stehen. Manche Gaben bleiben ein Leben lang bei einem Menschen, manche werden ihm zu einem bestimmten Zweck für eine bestimmte Zeit anvertraut. Doch jeder Christ hat Gaben, die ihm der Heilige Geist geschenkt hat.
So gibt es die Gabe der Prophetie (Weissagung), die Gabe der Krankenheilung, die Gabe des Gebetes (hier ist eine besondere Ausdauer im Gebet gemeint – denn „normal“ beten kann und sollte jeder Christ), die Gabe des Dienens, die Gabe der Auslegung von Sprachengebet, die Gabe der Geisterunterscheidung und viele mehr.
Alle diese Gaben kommen von Gott, dem Heiligen Geist. Und alle diese Gaben stehen uns auch heute noch zur Verfügung. Wir können Gott bitten, uns eine bestimmte Gabe zu schenken – noch besser fragen wir ihn selbst, welche Gabe er für uns hat und uns schenken will.
Wir können als Christen anderen Christen die Hände auflegen und sie damit zeichenhaft im Heiligen Geist taufen. Zeichenhaft deshalb, weil natürlich nicht wir jemanden taufen, sondern Gott selbst dies tut. Doch auch hier ist es für viele Menschen hilfreich, ein sicht- und spürbares Zeichen zu haben – eben die Handauflegung. Das direkt folgende geistliche Zeichen ist dann, dass der im Geist getaufte Mensch ab sofort in der Lage ist, in einer ihm unbekannten Sprache zu reden – einer menschlichen oder einer himmlischen Sprache.
Wenn die Bibel in Rö 8, 26 sagt, dass wir nicht wissen, wie wir beten sollen, aber der Geist unserer Schwachheit aufhilft, ist damit genau dies gemeint. Wohl jeder von uns kennt die Situation, in der man beten möchte – sei es in der Anbetung, in der Fürbitte oder jeder anderen Art von Gebet – und nach wenigen Sätzen im Grunde am Ende ist, weil man eben nicht weiß, was man eigentlich beten soll. Man dreht sich im Kreis, wiederholt seine Worte und Anliegen in verschiedener Weise – aber letztlich bleibt es bei zwei, drei Grundgedanken.
Der Heilige Geist aber weiß, was zu jedem Zeitpunkt und bei jedem Anliegen das richtige Gebet ist. Wenn wir uns ihm überlassen und dann in Sprachen zu beten beginnen, können wir oft eine Stunde oder länger problemlos „reden“, also beten, ohne nicht mehr weiterzuwissen. Das Geheimnis darin liegt natürlich darin, dass wir nicht mehr selbst unseren begrenzten Verstand einsetzen müssen, um unser Anliegen oder unsere Anbetung in passende Worte zu formen, sondern dass der Heilige Geist in, durch und mit uns betet. Dies zu erfahren, ist eine unendliche Befreiung!
Zusammenfassend kann man also sagen: Der Heilige Geist ist eine eigenständige Person mit einer Persönlichkeit, Gefühlen, Intelligenz und Handlungsfähigkeit, der in seinem Willen, in seinen Gedanken und Gefühlen vollkommen eins ist mit den beiden anderen Personen der Gottheit – dem Vater und dem Sohn.
Der Heilige Geist ist der Tröster, der uns sanft berührt und uns vor Gott, dem gerechten Richter, vertritt als Anwalt.
Der Heilige Geist lebt in dem Menschen, der sein Leben Gott zur Verfügung gestellt hat, und leitet diesen Menschen ganz persönlich.
Der Heilige Geist beschenkt Menschen mit Gaben, die dazu da sind, den Menschen und/oder andere Menschen aufzuerbauen, zu helfen, zu heilen.
Der Heilige Geist ist real und lebendig und spricht heute jeden Tag zu uns – durch unsere Herzen, auch durch unseren Verstand. Wer lernt, seine Stimme aus vielen anderen Stimmen in uns drin herauszuhören, wird eine ganz neue Qualität geistlichen Lebens im ganz normalen Alltag kennen lernen (vgl. dazu auch den Artikel: „Dialog mit Gott“).
© Lisa Holtzheimer
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