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27.11.2008 von Lisa Holtzheimer.
Frage: Es heißt, der heilige Geist ist in uns allen …
Wieso muss man nach Aussage der Bibel dann eine Personifikation / einen Gott anbeten, wenn man sich doch einfach darauf besinnen kann, dass diese heilige Energie in und um uns alle herum ist und man sie demnach in jedem Wesen finden und ansprechen kann?
Antwort:
Ich nehme jetzt einfach mal an, dass diese Frage sich auf diese oder eine ähnliche Bibelstelle bezieht:
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1 Kor 3, 16 |
Wisst ihr nicht, dass ihr GottesTempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?
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oder
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1 Kor 6, 19 |
Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? |
Wenn man diese Stellen aus dem Kontext (Zusammenhang) heraus nimmt, könnte man auf den ersten Blick tatsächlich meinen, dass der Heilige Geist in uns allen wohnt. Doch wenn man den näheren und weiteren Zusammenhang dieser Stellen beachtet, wird sehr schnell deutlich, dass das so ohne Einschränkung nicht gemeint ist.
Diese beiden Stellen, die ich herausgegriffen habe, stehen im Brief des Paulus an die Korinther. Damit ist eine Gemeinde in Korinth gemeint, die - wie alle christlichen Gemeinden in der neutestamentlichen Zeit - noch relativ neu war. Die Menschen hatten erst vor kurzem von Jesus gehört und hatten sich dann zu ihm bekehrt - entweder aus dem jüdischen Glauben heraus, aber in Korinth, das in Griechenland liegt, vermutlich sehr viel mehr aus dem Glauben an diverse sogenannte Götter heraus. Die Griechen hatten zu der Zeit viele “selbstgemachte” Götter - für jede Angelegenheit einen eigenen “Gott” sozusagen.
Paulus war auf seinen Reisen auch nach Griechenland gekommen und hatte dort den Menschen von Gott und von Jesus erzählt. Als er in Athen einen Spaziergang machte, um sich mit den Gegebenheiten der Stadt und der Kultur vertraut zu machen, sah er unzählige Altäre, die allen möglichen Göttern gewidmet waren. Einer davon war dem “unbekannten Gott” gewidmet, und daran anlehnend beginnt Paulus, den Athenern von dem lebendigen Gott, von dem die meisten von ihnen wohl noch nie etwas gehört hatten, zu erzählen (Apostelgeschichte 17, ab Vers 16).
Ähnlich war es auch in anderen griechischen Städten, z. B. in Ephesus (Apg 19) - und auch in Korinth wird es ähnlich gewesen sein, auch wenn es dazu jetzt keine explizite Beschreibung in der Bibel gibt. Und überall, wo er predigte, erkannten Menschen den lebendigen Gott und beschlossen, von nun an mit ihm zu leben. Daraus sind die ersten christlichen Gemeinden entstanden.
Und wie das so ist, wenn Menschen etwas ganz neu kennen lernen - dann ist das Ganze für sie erst einmal neu und fremd, und sie müssen sich mit der Zeit in ihren neuen Glauben hineinfinden. So etwas braucht ja Zeit und es nicht auf einmal mit einem Schlag alles “von selbst” ganz anders. So ist es auch mit bestimmten Dingen und Lebensweisen, die sich ändern, wenn man sein Leben mit Jesus leben will. Alte Gewohnheiten lassen sich nicht von heute auf morgen verändern. Es müssen auch nicht alle alten Gewohnheiten verändert oder entfernt werden, aber einige halt schon. Vor allem, wenn Menschen aus einem traditionell verankerten Götzenglauben heraus umkehren und Jesus folgen wollen. Besonders dann ist es wichtig und notwendig, mit bestimmten Ritualen, Dingen, Büchern, Gegenständen, die in Verbindung mit dem Götzenglauben stehen, radikal zu brechen.
In Korinth war also eine christliche Gemeinde entstanden. Weil Paulus nicht ständig bei ihnen sein konnte, aber die Gemeinde noch nicht so gefestigt war, dass sie ganz ohne “Coaching” fest ihren geistlichen Weg gehen konnte, hat Paulus ihnen von Zeit zu Zeit Briefe geschrieben. Zwei davon sind uns in der Bibel überliefert (= 1. und 2. Korinther-Brief).
Die Bibelstellen, die ich oben herausgegriffen habe, wurden zu einer Zeit an diese Gemeinde geschrieben, in der sie schon einige Zeit existierte und auch schon einiges geistliches Wachstum erlebt hatte und eigentlich schon recht viel Wissen um geistliche Dinge und Zusammenhänge haben sollte. Doch die Menschen verhielten sich ganz und gar nicht nach diesem Wissen, sondern waren relativ chaotisch und zum Teil zurückgefallen in ihr altes Verhalten. Deshalb ermahnt Paulus diese Christen, ihr Verhalten an bestimmten Punkten zu überdenken und zu verändern, und erinnert sie daran, dass doch nun der Heilige Geist in ihnen wohnt.
Der Heilige Geist ist also nicht “automatisch” in allen Menschen, sondern er bezieht Wohnung in dem gläubigen Menschen. Dann, wenn ein Mensch sein Leben Jesus übergibt, zieht der Heilige Geist ein. Vorher nicht.
Richtig ist, dass jeder Mensch aus “Körper, Seele und Geist” besteht. Doch dieser Geist ist nicht der Heilige Geist, sondern der “menschliche” Geist. Unser menschlicher Geist aber macht es uns überhaupt möglich, mit dem Heiligen Geist, mit Gott, zu kommunizieren. Das geht nicht über den Verstand und nicht über die Seele. Über den Köper schon gar nicht :-). Übernatürliche (= geistliche) Dinge können nur mit dem Geist erfasst werden. Auch ungläubige Menschen haben durchaus ein Gespür für übernatürliche Dinge - und im übernatürlichen Bereich gibt es auch nicht nur die göttlichen, sondern auch dämonische Dinge. Beides kann ein Mensch nur mit seinem Geist erfassen. Wenn ein Mensch nun Christ wird, d. h., Jesus sein Leben bewusst anvertraut, wird sein “geistlicher Blick” erweitert und er ist in der Lage, Göttliches von Dämonischem und den Heiligen Geist von anderen “Geistern” (= Dämonen) zu unterscheiden. Aber auch das ist ein Lernprozess, denn die Stimme des Heiligen Geistes muss ein Mensch auch erst kennen lernen. Mit der Zeit aber wird diese ihm vertrauter - und das Unterscheiden wird leichter. Jesus sagt z. B. in Johannes 10, 27: “Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir.” So wie “echte” Schafe die Stimme ihres Hirten kennen und wissen, dass sie ihm vertrauen können, so kennen auch Christen die Stimme ihres Hirten.
Der Heilige Geist ist keine “heilige Energie”, sondern er ist eine Person. Gott offenbart sich in der Bibel als der dreieinige Gott: Gott, der Vater; Gott, der Sohn (Jesus); und Gott, der Heilige Geist. Gott ist eine Person. Ganz real. Die Bibel spricht an keiner Stelle von irgendeiner heiligen Energie oder kosmischen Kraft oder etwas ähnlich Undefinierbarem. Gott selbst stellt sich uns in der Bibel sehr deutlich als lebendige Person mit Gefühlen und Empfindungen vor.
Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist sind drei eigenständige Personen, die doch “eins” sind - nämlich in ihrem Willen vollkommen in Einheit verbunden. Es gibt keinen Unterschied in ihrem Willen, in ihren Entscheidungen usw. Jesus (also Gott, der Sohn) diskutiert nicht mit Gott, dem Vater, aus, ob dies oder jenes richtig oder falsch war oder man es evtl. doch hätte anders machen können
. Nein, alle drei Personen sind sich vollkommen einig. Und das nicht erzwungenermaßen - also in einer Art Hierarchie, dass einer entscheidet und die anderen sich mehr oder weniger zähneknirschend seinem Willen beugen, sondern wirklich einig. Sie denken und fühlen exakt dasselbe.
Gott ist aber auch ein eifersüchtiger Gott. Er hat die Erde und den Menschen geschaffen - und er liebt jeden einzelnen Menschen als eigenständige Persönlichkeit. Er will eine Beziehung zu jedem einzelnen Menschen. Wenn ein Mensch diese Beziehung ablehnt und sich anderen Göttern zuwendet (und das passiert auch heute täglich - die Götter heute heißen nur ein wenig anders als damals im antiken Griechenland, heute heißen sie Auto, Fernsehen, Geld, Sex usw. …), dann ist der lebendige Gott glühend eifersüchtig. Es ist nicht falsch, ein Auto zu haben, Fernsehen zu schauen, Geld zu haben oder seine Sexualität in der Ehe zu genießen. Wenn aber diese oder weitere Dinge zum Lebensinhalt eines Menschen werden, dann werden sie zum Götzen.
Nun reagiert Gott nicht so, wie ein eifersüchtiger Ehemann es vielleicht tun würde. Denn Gott lässt trotzdem den Menschen ihren eigenen Willen und ihre eigene Entscheidung. Traurig aber bleibt Gott immer über jeden Menschen, der mit ihm nichts zu tun haben will. Im Gegensatz zu uns Menschen, die dann einen anderen irgendwann auch aufhören zu lieben oder vergessen können, kann und tut Gott das nicht. Er liebt jeden Menschen “bis zum Umfallen” und versucht bis zu dessen letztem Atemzug noch, ihn mit seiner Liebe zu erreichen.
Wenn man nun diesen lebendigen Gott kennen gelernt hat und seine Liebe persönlich erfahren hat, dann sieht man Anbetung überhaupt nicht mehr als ein “Muss”, sondern man möchte ihn anbeten, weil man ihn auch liebt und weil man nur so staunen kann über seine Liebe, seine Herrlichkeit, seine Heiligkeit und über das, was er für uns getan hat.
Eine “heilige Energie” braucht man nicht anzubeten - denn eine Energie hat keine Persönlichkeit, keine Gefühle und auch keine echte Kraft. All das sind Merkmale einer lebendigen Person. Auch eine tote Person hätte diese Merkmale nicht. Doch Gott ist lebendig - und er ist eine Person. Er ist die einzige Person, die heilig ist, die vollkommen gerecht ist und die selbst die vollkommene Liebe ist. Deshalb gebührt ihm alle Anbetung - und nur ihm! Andere Götter oder “Energien” anzubeten, ist Götzendienst, und das verabscheut und verurteilt Gott. Und wenn man verstanden hat, dass Gott eine lebendige Person ist und ihn auch als diese kennen gelernt hat, dann ist auch diese Erkenntnis daraus nur eine logische Folge.
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24.11.2008 von Lisa Holtzheimer.
“Und es geschah, als die Menschen begannen, sich zu vermehren auf der Fläche des Erdbodens, und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Söhne Gottes die Töchter der Menschen, dass sie gut waren, und sie nahmen sich von allen zu Frauen, welche sie wollten. Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht ewig im Menschen bleiben, da er ja auch Fleisch ist. Seine Tage sollen 120 Jahre betragen. In jenen Tagen waren die Riesen auf der Erde, und auch danach, als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen. Das sind die Helden, die in der Vorzeit waren, die berühmten Männer.“
[1. Mose 6, 1 - 4]
Gottessöhne sind keine leiblichen Söhne Gottes, sondern gehören zum „Umfeld“ Gottes, so wie das „Gefolge“ zu einem König gehört. Beide Wörter sind in unserer heutigen modernen Sprache nicht mehr so bekannt, wir sprechen auch heute bei Königshäusern nicht mehr von Gefolge, sondern von Angestellten. Das trifft natürlich den Kern der Sache bei Gott auch nicht so ganz, denn Gott hat keine Angestellten
. Was aber klar werden soll, ist, dass wir auch hier die Wandlung der Sprache mit einbeziehen müssen.
In früheren Zeiten wurden als Söhne nicht immer nur die leiblichen Kinder bezeichnet, sondern oft auch Personen, die von jemandem ausgebildet wurden und evtl. später mit ihm zusammen auch den Dienst taten. In 1. Tim 1,2 spricht Paulus von Onesimus, den er „gezeugt“ habe. Das bedeutet auch hier keinesfalls, dass Onesimus Paulus’ leibliches Kind war, sondern dass Paulus ihn im Glauben unterrichtet hat und ihm dabei geistlich so nahe gekommen ist, dass sie geistlich eine Einheit bilden, so wie es Vater und Sohn tun. Und wie der leibliche Sohn die Arbeit des alt gewordenen Vaters normalerweise weiterführte, so führte ein „geistlicher“ Sohn die geistliche Arbeit seines Lehrers weiter. In der Bibel finden sich eine Reihe von Beispielen dieser Art, z. B. Elia und Elisa (2 Könige).
Auf diese Weise sind auch die Gottessöhne zu verstehen. Sie sind keine von Gott leiblich gezeugten Söhne, sondern Engelwesen, die um Gott herum als sein Gefolge sind und die nach seinen Anweisungen handeln. Zu ihnen gehörte auch der Satan (vgl. Hiob 1, 6). Das zeigt uns, dass auch himmlische Geschöpfe, die keine echten „Nachfolger“ Gottes mehr sind, sondern gegen Gott rebelliert haben und ihren eigenen Weg gegangen sind, trotzdem noch zu den Gottessöhnen gerechnet werden. Die meisten Ausleger sind sich darüber einig, dass Satan ein gefallener Engel ist. Im Ursprung waren alle Engel in Einheit, im Einklang mit Gott. Aber wie alle geschaffenen Wesen verfügen auch Engel über einen eigenen freien Willen und können in diesem freien Willen die Entscheidung treffen, Gott zu vertrauen und zu gehorchen oder gegen ihn zu rebellieren.
Wahrscheinlich war Satan der erste Engel, der gegen Gott rebelliert hat und sich entschieden hat, seinen eigenen Weg zu gehen. Satan war vorher einer hochrangiger Engel gewesen, der Anbetungsleiter – d. h., der Engel, der die anderen Engel darin anleitete, Gott anzubeten. In Jesaja 14, 12ff finden wir Hinweise darauf, dass Satan sich gegen Gott erhoben hat und ihm gleich werden wollte. Dafür wurde er aus dem Himmel ausgestoßen. Doch das blieb nicht ohne Folgen. Satan hatte auch andere Engel mit seiner Rebellion angesteckt.
Wenn nun in 1 Mose 6 von Gottessöhnen gesprochen wird, ist die Rede von ungehorsamen – also gefallenen – Engeln. Hilfreich ist auch noch zu wissen, dass vor allem das Alte Testament nicht chronologisch geschrieben ist – also nicht alles, was weiter hinten im Alten Testament steht, ist auch zwangsläufig erst viel später geschehen als etwas, das weiter vorne steht. Der Fall Satans und weiterer Engel muss auf jeden Fall lange vor der Erschaffung des Menschen gewesen sein, denn schon die ersten beiden Menschen wurden ja von Satan verführt. Und das konnte nur passieren, weil Satan sich schon von Gott abgewandt hatte und zu seinem Feind geworden war.
Hinweise auf den Fall Satans und anderer Engel finden wir aber erst viel später in der Bibel. Das lässt sich dadurch erklären, dass die Bibel in erster Linie Gottes Weg mit den Menschen beschreibt und die Dinge im übernatürlichen Bereich nur insoweit mit hineinbringt, wie es für diesen Zusammenhang wichtig ist und verstehbar ist. Doch sowohl Gott als auch die Engel – und damit auch Satan und sein Gefolge – gibt es schon sehr viel länger als die Erde und die Menschen. Gott hat keinen Anfang und kein Ende – er ist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Unser menschliches Denken kann das nicht mehr fassen, darum können wir es „nur noch“ glauben.
Engel sind von Gott geschaffene Wesen und natürlich „jünger“ als Gott selbst – aber sie sind auf jeden Fall älter als die Menschheit. Wann genau Engel geschaffen wurden, warum Gott später „trotzdem“ noch Menschen schuf usw., darauf finden keine bzw. nur spärliche Hinweise in der Bibel. Engel sind „Diener“ Gottes, während Gott die Menschen zu seinem Abbild als seine Kinder, sein Gegenüber schuf. Mit dieser Beziehungsbasis hängt die Erschaffung der Menschen zusammen – Gott wollte nicht nur Diener um sich herum, sondern Kinder, mit denen er eine echte liebevolle Beziehung eingehen kann. Warum dies mit Engeln offenbar anders ist, darüber sagt die Bibel nichts, aber dass es einen Unterschied in Gottes Beziehung zu Menschen und zu Engeln gibt, ist deutlich.
Der „normale“ Lebensraum von Engeln und Engelwesen ist der Himmel. Im übrigen gibt es nicht nur den einen Himmel, sondern mindestens drei Himmel (vgl. 2 Korinther 12, 2). Im griechischen Urtext des Neuen Testamentes werden unterschiedliche Wörter für „Himmel“ gebraucht, während wir in der deutschen Sprache mit „Himmel“ sowohl den für uns sichtbaren Himmel als auch den unsichtbaren Himmel, den Wohnsitz Gottes, meinen. Die englische Sprache unterscheidet hier auch schon zwischen „sky“ und „heaven“.
Nach Ansicht von glaubwürdigen Bibellehrern ist der dritte Himmel der Wohnsitz Gottes und seiner Heiligen. Dort lebt auch seine Gefolgschaft, die gehorsamen und treuen Engel Gottes.
Der zweite Himmel ist der Aufenthaltsort Satans und seiner Anhänger. Satan wohnt nicht – wie oft angenommen – in der Hölle. Das ist der Ort, an den er einst ganz verbannt sein wird und wo schon jetzt die ungläubigen Verstorbenen sich aufhalten. Von dort gibt es keine Verbindung mehr zum Himmel, dem Wohnsitz Gottes, wie wir aus dem Bericht über den reichen Mann und den armen Lazarus (Lukas 16, 19 - 31 – hier genau Vers 26) wissen. Doch der derzeitige „Wohnort“ Satans und seiner Engel – die wir heute als Dämonen kennen – ist dieser zweite Himmel. Und von dort gibt es offenbar eine Möglichkeit, auch den dritten Himmel zu betreten, denn sonst hätte Satan in Hiob 1 nicht unter den Gottessöhnen vor Gott erscheinen können. Auch Daniel 10, 12ff gibt uns Hinweise darauf, dass zwischen dem göttlichen Himmel (dem Aufenthaltsort Gottes und seiner Engel) und der Erde, ein anderes Reich liegt – nämlich das Reich Satans und seiner Dämonen. Als Daniel gebetet hatte, dauerte es ganze drei Wochen, bis sein Gebet aus seiner Sicht erhört wurde. Doch als der von Gott geschickte Engel bei ihm eintraf, sagte er zu Daniel, dass sein Gebet sofort am ersten Tag erhört wurde und er auch sofort von Gott losgeschickt wurde mit der Erhörung. Doch auf seinem Weg aus dem „göttlichen Himmel“ haben sich ihm Dämonen in den Weg gestellt und er musste 21 Tage lang gegen sie kämpfen. Erst dann konnte er seinen Weg auf die Erde fortsetzen. Er musste also das satanische Reich – den zweiten Himmel – durchqueren.
Der erste Himmel ist die Atmosphäre um uns herum, die wir sehen, wenn wir in die Wolken schauen.
Dass Engel ihren Lebensraum im Umfeld Gottes verlassen, um den Menschen Botschaften zu bringen u. ä., passiert vermutlich täglich. In der Bibel gibt es neben der o. g. unzählige Stellen, an denen Engel im Auftrag Gottes zu Menschen kommen, um ihnen zu dienen. Dies passiert heute noch genauso wie in der Zeit, in der die Bibel geschrieben wurde bzw. zu den Zeiten, von denen die Bibel uns berichtet. Entscheidend dabei ist aber, dass Engel ihren normalen Lebensraum nur dann verlassen sollen, wenn Gott sie dazu beauftragt.
Wenn Engel den Himmel verlassen, ohne dafür von Gott beauftragt zu sein, dann sind sie ungehorsam. Ein anderes Wort dafür ist „abgefallen“. In 1 Mose 6 ist genau das passiert. Ob diese Engel schon vorher abgefallen waren oder sich erst zu diesem Zweck – nämlich, um sich mit den schönen Menschentöchtern einzulassen – entschieden haben, Gott den Gehorsam zu verweigern, geht aus meiner Sicht nicht ganz klar aus der Stelle hervor – wenn auch in 2 Petrus 2, 4 noch einmal darauf Bezug genommen wird und man daraus entnehmen könnte, dass diese Tat ihre erste Sünde war und sie erst dann die Strafe traf, die sie aus dem Himmel Gottes verwies.
Das, was die Engel mit den Frauen taten, nennt Gott Hurerei. Das ist in seinen Augen ein Gräuel – und nicht nur unter Menschen, sondern auch unter Menschen und Engeln. Ganz offensichtlich sind Engel in der Lage, sich fortzupflanzen. Matthäus 22, 30 erklärt, dass Engel nicht heiraten können – aber wie auch unter Menschen, macht nicht erst eine Heirat eine Person fortpflanzungsfähig. „Biologisch“ ist dazu keine Heirat nötig. Ohne Heirat aber ist es Hurerei.
Dies war die zweite Sünde dieser Gottessöhne. Sie hatten in ihrem eigenen Willen ihren normalen Lebensraum verlassen, um auf die Erde zu gehen, weil sie dort Frauen gesehen hatten und offenbar sexuelle Lust verspürt hatten. Dann sind sie dieser Lust nachgegangen und haben die Frauen verführt, vielleicht sogar gegen deren Willen. Das lesen wir hier nicht, aber unmöglich ist es nicht.
Aus dieser unnatürlichen sexuellen Begegnung nun – Mutter = Mensch; Vater = Engel – sind Kinder entstanden. Weil Gott diese Praxis nicht gefiel, hat er auch für die Menschen die Konsequenz gezogen, nämlich eine Altersbeschränkung eingeführt. Vorher wurden Menschen viele hundert Jahre alt, manche von ihnen beinahe 1000. Doch von nun an sollten das natürliche Alter der Menschen auf 120 Jahre beschränkt sein.
Ob nun die Riesen, von denen im gleichen Atemzug (1 Mose 6, 4) die Rede ist, die Kinder, die aus der unnatürlichen Begegnung Engel – Mensch entstanden sind, ist nicht eindeutig. Die „Riesen“ werden auch als zeitliche Beschreibung ins Spiel gebracht. „In jenen Tagen … und auch später noch, als die Gottessöhne zu den Menschen kamen …“. Möglich ist aber auch, dass auch diese Kinder als Riesen bezeichnet werden. Klar scheint zu sein, dass es auch vorher schon sogenannte „Riesen“ gab. Dort, wo in vielen deutschen Bibelübersetzungen „Riesen“ steht, steht im hebräischen Urtext das Wort „nephilim“. Dies bedeutet einmal „Fehl- bzw. Missgeburten“ und könnte darauf hinweisen, dass diese Kinder aus der unnatürlichen sexuellen Begegnung keine normalen Kinder waren, sondern besonders groß wurden. Eine zweite Bedeutung von nephilim ist „fallen oder gefallen“, was darauf hindeuten kann, dass diese Männer besonders stark (und besonders groß) waren und über andere herfielen und sie überwältigten. Deshalb sind sie als die berühmten Helden der Vorzeit bekannt geblieben.
Auch in 4 Mose 13, 33 ist noch einmal von Riesen die Rede, als das Volk Israel aus Ägypten ausgezogen war und in das ihnen von Gott verheißene Land Kanaan gehen wollten. Die Kundschafter dort trafen auf starke und große Männer und flüchteten voller Angst. Dem Volk Israel erzählen sie dann, sie hätten Riesen getroffen (die aber mit denen in dem Bericht in 1 Mose 6 nichts zu tun haben – denn dazwischen lag die Sintflut) und das Land wäre uneinnehmbar. Dieses Misstrauen gegenüber Gott hat dem Volk Israel letztlich 40 Jahre Wüstenwanderung eingehandelt, denn ab diesem Zeitpunkt erst ist das Volk 40 Jahre durch die Wüste gezogen. Der Weg aus Ägypten nach Kanaan war nicht wo weit, dass es 40 Jahre gedauert hätte.
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8.11.2008 von Lisa Holtzheimer.
Woher nahmen eigentlich Kain und Abel ihre Frauen – wenn doch ihre Eltern die ersten Menschen auf der Erde waren?
Um die Antwort auf diese Frage zu verstehen, muss man ein bisschen umdenken - nämlich “weg”denken von den üblichen Dingen, Gesetzen usw., die uns vertraut sind. Nach unserem heutigen Denken, Verstehen und nach unseren heutigen Gesetzen hier in Deutschland bleibt uns nur eine Möglichkeit, wenn das erste Mosebuch lesen - besonders die ersten Anfänge der Menschheit: wir müssten es für ein Märchen halten, denn nach unserem heutigen Denken ist das alles nicht möglich.
Damals aber - schätzungsweise vor ca. 6.000 Jahren - gab es weder Gesetze noch die Notwendigkeit zu manchen Gesetzen, die wir heute haben. Unsere heutigen Gesetze sind gut und notwendig, um Schlimmes zu verhindern. Aber sie haben sich entwickelt, weil sie im Laufe der Zeit notwendig wurden - aber es gab nicht von Anfang an eine Veranlassung dazu, bestimmte Regeln und Umgangsformen allgemeingültig “von höherer Stelle her” zu regeln. Ich komme später nochmal darauf zurück.
Als Gott Adam und Eva geschaffen hatte, war erst einmal alles “gut”. Wirklich gut. Adam und Eva lebten mit Gott zusammen im Paradies - einem Garten, den Gott auf der Erde für die Menschen angelegt hatte. Sein Plan war, dass die Menschen sich hier vermehren konnten und in Frieden mit ihm leben konnten. Da er den Menschen aber auch einen eigenen Willen gegeben hatte, ließen schon diese beiden ersten Menschen sich von Satan verführen - und den Rest der Geschichte kennen wir. Sie wurden aus dem Paradies verwiesen. Erst zu diesem Zeitpunkt übrigens wurden sie “sterblich”. Im Paradies - in der völligen Übereinstimmung mit Gottes Willen - gab es weder Krankheit noch die Folgen (Tod) davon (1. Mose 3, 19b … bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!).
Die Übertretung von Gottes zu dem Zeitpunkt einzigem Gesetz (nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen zu essen), hat Gottes Fluch nach sich gezogen (1. Mose 3, 16 Zu der Frau sprach er: Ich werde sehr vermehren die Mühsal deiner Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären! Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen! 17 Und zu Adam sprach er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und gegessen hast von dem Baum, von dem ich dir geboten habe: Du sollst davon nicht essen! - so sei der Erdboden deinetwegen verflucht: Mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens; 18 und Dornen und Disteln wird er dir sprossen lassen, und du wirst das Kraut des Feldes essen! 19 Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!). Vorher gab es also weder Mühsal bei der Schwangerschaft noch Schmerzen bei der Geburt; ebenso war die Arbeit auf dem Feld (im Garten) leicht und mühelos. Alles war leicht.
Nach dem Sündenfall änderte sich dies - und erst danach wurden auch Gesetze notwendig. Später lesen wir davon, wie Gott Gesetze einsetzt (die zehn Gebote) und viele Regeln gibt, wie die Menschen sich verhalten sollen.
All das aber gab es noch nicht zu der Zeit, als Adam und Eva lebten und ihre ersten Kinder bekamen. Zwar wurden schon die ersten Kinder von Adam und Eva nicht mehr im Paradies geboren und standen demzufolge schon unter dem Fluch der Sünde, aber die vielen Folgen der Sünde waren nicht alle mit einem Schlag da, sondern haben sich nach und nach entwickelt - immer mehr und mehr. Und eine der ersten Folgen der Sünde war der Mord Kains an seinem Bruder Abel.
Wenn wir einmal genauer im 1. Buch Mose nachlesen, stellen wir sehr schnell fest, dass Adam (und ziemlich sicher auch Eva, auch wenn es da nicht explizit aufgeschrieben ist) sehr viel älter wurden als wir uns das heute überhaupt vorstellen können. Als Adam starb, war er 930 (!) Jahre alt - und damit einer der ältesten Menschen, die jemals auf der Erde gelebt haben. 1. Mose 5, 3 Und Adam war 130 Jahre alt und zeugte einen Sohn, ihm gleich und nach seinem Bilde, und nannte ihn Set; 4 und lebte danach 800 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 5 dass sein ganzes Alter ward 930 Jahre, und starb. Der älteste Mensch war Metuschelach (umgangssprachlich noch heute Metusalem genannt) mit 969 Jahren. ( 1. Mose 5,25 Metuschelach war 187 Jahre alt und zeugte Lamech, 26 und lebte danach 782 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 27 dass sein ganzes Alter ward 969 Jahre, und starb.)
Wenn wir uns diese Bibelstellen noch mal anschauen, sehen wir auch, dass dort steht, dass Adam den Set mit 130 Jahren gezeugt hat und danach noch 800 Jahre gelebt hat - und in der Zeit hat er Söhne und Töchter gezeugt. Wieviele, steht dort nicht, aber es werden jede Menge gewesen sein.
Auch vor Sets Geburt gab es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur Kain und Abel, sondern Adam und Eva hatten auch in den ersten 130 Jahren ihres Lebens mehr als 2 Kinder. Nicht alle spielten aber eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Menschheit, deshalb werden sie nicht alle erwähnt. Kain und Abel hatten eine besondere Geschichte, die das weitere Leben der Menschen auf der Erde entscheidend mit beeinflusste - deshalb werden sie besonders erwähnt. Durch den ersten Mord aller Zeiten wird deutlich, dass die Sünde die Herrschaft über die Menschen errungen hatte - etwas, was im Paradies nicht möglich gewesen wäre. Dies war der zweite entscheidende Einschnitt in der Geschichte und Entwicklung der Menschheit.
Set wird letztlich nur als “Ersatz” für Abel erwähnt, viel mehr wissen wir von ihm gar nicht, nur noch, dass er Lamech zeugte und insgesamt 912 Jahre alt wurde (1. Moe 5,6 Set war 105 Jahre alt und zeugte Enosch 7 und lebte danach 807 Jahre und zeugte Söhne und Töchter, 8 dass sein ganzes Alter ward 912 Jahre, und starb).
Durch die ganze Bibel hindurch zieht sich letztlich auch dieses “Schema”, dass nur die Personen näher erwähnt werden, die eine entscheidende Rolle spielten; an denen sich bestimmte Dinge festmachen und die entweder besonders nahe bei Gott waren oder genau das Gegenteil - also sich gegen Gott und sein Volk aufgelehnt haben.
Auch in den Geschlechtsregistern wird immer nur ein Sohn erwähnt (z. B. Henoch aber zeugte Irad, Irad zeugte Mehujaël, Mehujaël zeugte Metuschaël, Metuschaël zeugte Lamech). All diese dort genannten Männer hatten ja nicht nur diesen einen Sohn, sondern viele Söhne und auch Töchter. Doch erwähnt wird immer nur der eine (der nicht immer der erste sein muss), mit dem die Geschichte von Gottes Volk in besonderer Weise weiter geschrieben wurde.
Deshalb wissen wir von allen weiteren Geschwistern von Kain, Abel und Set überhaupt nichts. Aber es gab sie. Wenn wir nun 930 Jahre Lebenszeit von Adam nehmen (der im übrigen ja keine “Kindheit” hatte, sondern gleich “erwachsen” geschaffen wurde), kommt schon eine stattliche Anzahl von möglichen Kindern zusammen. Und diese Kinder haben auch wieder Kinder bekommen - und sie lebten ähnlich lange wie ihre Eltern. Sehr schnell also sind wir bei einer Bevölkerungsdichte in den ersten 1000 Jahren der Erde, die wir längst nicht mehr überschauen können.
Und nun komme ich zu dem Punkt, den ich oben schon mal angesprochen hatte. Die Gesetze. Wir haben festgestellt, dass es in dieser ersten Zeit noch keine und später erst mal wenige Gesetze gab. Für uns heute ist es normal und richtig, dass ein Mann eine Frau hat (und nicht zwei oder drei oder …). Diese Regelung gab es in der Frühzeit der Erde noch nicht. Im ganzen Alten Testament gab es diese Regelung noch nicht als absolutes Gesetz (Beispiel Salomo, dem 1000 Frauen zugeordnet werden). Somit ist davon auszugehen, dass Adam mit der Zeit nicht nur mit einer Frau Kinder hatte. Dasselbe gilt für alle männlichen Nachfolger im zeugungsfähigen Alter. Erst im Neuen Testament wurde langsam eingeführt, dass ein Mann nur noch eine Frau haben soll. Einen Hinweis darauf finden wir in 1. Timotheus 3,2: Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau,… . (s. a. 1. Timotheus 3,12; Titus 1,6). Wäre es völlig normal gewesen, dass ein Mann schon immer nur eine Frau gehabt hätte, hätten Timotheus und auch Titus nicht besonders darauf hinweisen müssen. Aber bis dahin war es völlig normal und vor Gott absolut in Ordnung, dass ein Mann mehrere Frauen hatte.
Dabei spielt ganz sicher auch eine große Rolle, dass in diesen frühen Zeiten der Familienclan sehr viel wichtiger war als wir es heute kennen. Ohne eine “Unzahl” von Kindern war das weitere Bestehen der Familie stark gefährdet. Und eine einzige Frau konnte diese vielen Kinder in der Regel gar nicht zur Welt bringen und versorgen. Möglicherweise ist auch dies eine Folge des Sündenfalls, denn in der Tat hat Gott dem Adam nur eine Frau zur Seite gestellt. Aber das war auch noch in der “perfekten” Situation vor dem Sündenfall, wo auch die Versorgung der Familie (die es ja auch ohne Sündenfall später gegeben hätte) überhaupt kein Problem war, weil Gott diese Versorgung längst in seinen Plan mit eingebaut hatte.
Nach dem Sündenfall trat dann sozusagen “Plan B” in Kraft - mit allen Konsequenzen. Und eine dieser Konsequenzen war die Sorge um die selbständige Versorgung und daraus resultierend die “so groß wie mögliche” Familie und eben ein Mann mit mehreren Frauen. Das bedeutet nicht automatisch, dass diese “Vielehe” Sünde war! Es war eine Folge und Konsequenz des Sündenfalls, aber die Folgen und Konsequenzen des Sündenfalls sind selbst keine Sünden (denn sonst wären Schmerzen bei der Geburt auch eine Sünde
). Wir müssen als Christen oft aufpassen, dass wir richtig unterscheiden zwischen “Sünde” und “Konsequenz von Sünde”.
Die zweite Gedanken-”Schranke”, die wir überwinden müssen, ist nun noch höher. Denn ebenso normal wie “ein Mann und eine Frau” ist es für uns hier und heute, dass ein Mann keine Kinder mit seiner Tochter oder seiner Schwester bekommen darf. Dafür haben wir heute Gesetze, und die sind gut und richtig, denn die sogenannte Inzucht bringt viele und massive Probleme wie u. a. Krankheiten mit sich.
Doch auch diese Regelung gab es in den Anfangszeiten der Menschheitsgeschichte nicht. Sie war auch nicht nötig, denn die Folgen dessen, was wir heute Inzucht nennen, sind Folgen der Sünde. Zwar standen die Menschen zu der Zeit auch schon unter der Sünde, aber - wie schon festgestellt - waren nicht alle Folgen davon sofort abrupt da, sondern haben sich in den nächsten 6.000 Jahren entwickelt. Das sehen wir ja auch heute noch - die Folgen des ersten Sündenfalls werden immer mehr, immer größer, immer schlimmer. Aber vor 5 - 6.000 Jahren waren eben auch die Folgen des Sündenfalls noch nicht so groß.
Noch war es also völlig unbedenklich in jeder Hinsicht, dass Kain, Abel, Set und ihre Brüder ihre eigenen Schwestern zu ihren Frauen nahmen. Möglicherweise hat auch Adam Kinder mit seinen Töchtern gezeugt.
Was für uns heute undenkbar ist und sich nach schlimmer Schande anhört, war am Anfang der Menschheit nicht nur normal, sondern absolut notwendig. Denn ohne diese damalige Normalität wäre die Menschheit schon nach der ersten Generation wieder ausgestorben, denn - wie du ganz richtig anmerkst - Frauen aus “anderen Geschlechtern” gab es zu der Zeit noch nicht. Und das wäre auch vor dem Sündenfall natürlich nicht anders gewesen, denn auch dann hätte sich die ganze Menschheit aus zwei Menschen entwickeln müssen.
Im übrigen ging das Ganze Schema noch einmal von vorne los, als genau 8 Menschen, die alle zu einer Familie gehörten, die Sintlfut überlebt hatten. Auch Noah wurde 950 Jahre alt (1Mo 8,13 Im sechshundertundersten Lebensjahr Noahs am ersten Tage des ersten Monats waren die Wasser vertrocknet auf Erden. • 1Mo 9,28 Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertundfünfzig Jahre, 29 dass sein ganzes Alter ward neunhundertundfünfzig Jahre, und starb.). Er und seine Söhne legten den Grundstein für die “neue Generation Mensch”.
Für uns, die wir im Jahre 2008 und in einer völlig anderen Kultur leben, sind diese Gedanken nur schwer zu denken. Unsere christliche Tradition tut sogar einiges dazu, dass es uns völlig abwegig ist, uns vorzustellen, dass es einst von Gott nicht nur geduldet, sondern gewollt war, dass Männer mehrere Frauen hatten und auch mit ihren Schwestern oder Töchtern Kinder zeugten. Doch wir müssen wissen, dass das, was heutzutage falsch ist und sogar unter Strafe steht, nicht zu allen Zeiten falsch war.
Gott hatte im Ursprung anderes für uns im Sinn, als unter Sünde und Gesetz zu leben - durch den Sündenfall aber kam die Sünde in unser Leben und damit wurden auch Regeln und Gesetze nötig, die sich aus den Konsequenzen des Sündenfalls entwickelt haben.
© Lisa Holtzheimer • www.herz-toene.de • www.holtzwurm.de
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