Wer ist Benny Hinn?


Frage:

ch habe ein ungutes Gefühl bei diesem Mann und dem, was er tut (vor allem, WIE er es tut), deshalb die Frage: Was ist von Benny Hinn zu halten?


Du sagst, du hast Schwierigkeiten mit dem, 1. was Benny Hinn tut und 2.,wie er es tut, und 3. möchtest du wissen, was von ihm zu halten ist.

Auf diese Fragen möchte ich dir gerne etwas ausführlicher antworten,und wenn die Fragen 1 und 2 beantwortet sind, ist sicherlich damit auch die Frage 3 beantwortet.


1. Was tut Benny Hinn?

Das lässt sich mit einem kurzen Satz sagen: Er verkündigt das Evangelium
und Jesus Christus!

2. Wie tut er es?
Das ist vermutlich die größere Frage bei dir. Ich weiß nicht, aus welchem gemeindlichen Hintergrund du kommst. Je nach unserem Hintergrund sind uns bestimmte Dinge fremder oder vertrauter. Christen aus landeskirchlichen Gemeinden oder sehr konservativen evangelikalen Gemeinden haben oft Schwierigkeiten mit dem charismatischeren Ausleben des Glaubens; Christen, die pfingstlerisch oder charismatisch geprägt sind, kennen oft die konservativen oder evangelikalen Praktiken nicht oder nicht so gut. Ich selbst kenne alle drei „Seiten“ inzwischen sehr gut, weil ich mich in allen drei Gemeindeformen bewegt habe. Und dabei habe ich viel gelernt.

Was ist normal?
Als „normal“ empfinden Menschen grundsätzlich erst einmal das, was ihnen vertraut ist und worin sie sich bewegen und leben. Im geistlichen ebenso wie im natürlichen Leben. Ein Kind, das auf dem Bauernhof groß geworden ist, findet es völlig normal, dass Kühe jeden Tag gemolken werden müssen – auch sonntags und an Weihnachten, während für ein Kind aus der Stadt völlig normal ist, dass die ganze Familie sonntags ausschlafen kann. Ein Kind aus der Großstadt findet es völlig normal, dass es vielleicht jeden Tag 1 Stunde mit der S-Bahn zur Schule fahren muss, während das Kind auf dem Dorf in 5 Minuten zu Fuß zur Schule um die nächste Straßenecke geht. Und beide Lebensformen sind gleichwertig „richtig“.

Warum erzähle ich das? Weil es uns in unserem christlichen Denken genauso geht. Wir alle sind in irgendeiner Form geprägt. Und das, worin wir uns vielleicht schon von Kindesbeinen an bewegen, ist für uns normal und richtig. Je nach Gemeindeform und auch nach Persönlichkeit der entsprechenden Leitung wird uns auch vermittelt, wie andere Gemeindeformen zu sehen sind – im positiven ebenso wie im negativen Sinn. Das alles prägt uns und unser Denken – oft viel mehr, als uns überhaupt bewusst ist.

Andere Länder – andere Sitten
Wir leben in Deutschland. Deutschland ist ein recht „kühles“ Land – das meine ich jetzt weniger klimatisch gesehen, als emotional-geistlich. Wir Deutschen sind von vielen Dingen geprägt. Emotionalität ist in Deutschland eher nicht gefragt. Arbeitnehmer sollen sich nicht in erster Linie wohl fühlen am Arbeitsplatz, sondern sie sollen „funktionieren“. Gefühle zeigen, ist nicht so „das Ding“ der Deutschen. In Deutschland ist Genauigkeit in allen Dingen ein hoher Anspruch.

In anderen Ländern ist das ganz anders. Wir brauchen gar nicht so weit wegzudenken. Schon Italien oder Spanien, nicht allzuweit von Deutschland weg, EU- und Euro-Länder – also auf vielfältige Weise mit Deutschland verbunden. Doch die Mentalität in diesen Ländern ist eine ganz andere. Die deutsche Genauigkeit wird dort längst nicht so ernst genommen – im Gegenteil, sie wird dort sogar ein wenig belächelt. Nicht umsonst ist die „deutsche Pünktlichkeit“ in vielen Ländern ein geflügeltes Wort geworden. Wer einmal in den südeuropäischen Ländern war, weiß, dass man es dort mit dieser Pünktlichkeit nicht so genau nimmt. Oder mit den Verkehrsregeln … Das ließe sich in vielen Punkten fortsetzen. Und trotzdem läuft und „funktioniert“ auch in diesen Ländern alles genauso gut wie bei uns.

Und auch dies lässt sich auf die geistliche Ebene übertragen. Hier in Deutschland ist auch das geistliche Leben oft eher „kühl“. Die meisten Gemeinden in Deutschland sind – mal abgesehen von den Landeskirchen – die konservativ-evangelikalen Gemeinden. Die charismatischen Gemeinden sind hier nicht so häufig vertreten und weniger bekannt. Auch das ist in anderen Ländern ganz anders.

Woher kommt Benny Hinn?
Aus dieser Perspektive heraus wird vielleicht schon ein wenig deutlicher, warum die Art und Weise, in der Benny Hinn seinen geistlichen Dienst tut, auf uns „kühle Deutsche“ schnell befremdlich wirken kann. Aber Benny Hinn ist kein Deutscher und mit ganz anderen Maßstäben aufgewachsen als wir hier. Geboren wurde Benny Hinn 1952 in Jaffa (Israel). Mit 15 Jahren siedelte die Familie über nach Kanada. Dort bekehrte sich Benny später.

Er wuchs nicht in einer christlichen Tradition auf, und als er mit Christen in Berührung kam, waren diese keine deutschen evangelikalen Landeskirchler, sondern gehörten zu der in Amerika sehr viel bekannteren charismatischen „Richtung“. Das, was besonders auf geistlicher Ebene hier in Deutschland als normal empfunden wird (und damit auch als gesellschaftsfähig gilt), ist in Amerika sehr viel kleiner. Während hier die größten Kirchen die ev. Landeskirche und die kath. Kirche sind, ist besonders die ev. Kirche in Nordamerika nur wenig bekannt. Freikirchen sind dort sehr viel größer. Dasselbe gilt innerhalb des freikirchliche Bereiches. Das konsverative Christentum gibt es dort auch, aber ebenso bekannt und akzeptiert ist dascharistmatische Christentum.

In diesem Umfeld hat sich Benny Hinn bekehrt, seine ersten geistlichen Schritte getan und ist geistlich gewachsen. Er hat von Anfang an die Bibel „verschlungen“ und immer wieder „durchstudiert“ und dadurch und dabei Gott sehr persönlich kennen gelernt.

Später kam dann seine Berufung in den geistlichen Dienst. Diesen tut er bis heute im Auftrag Gottes – und nicht im Auftrag von Menschen.

Kritik an Äußerlichkeiten
Das, was viele Menschen vor allem in Deutschland ihm oft „ankreiden“, ist seine Art, sich zu kleiden, seine Betonung der Geistesgaben und seine „Arbeit“ damit. Doch wenn man mal von Äußerlichkeiten absieht (es gibt keine Bekleidungsvorschriften für Diener Gottes in der Bibel, die weiße Anzüge verbieten …), und das, was er tut, anhand der Bibel prüft, kommt man ganz klar zu dem Ergebnis, dass er nichts tut, was die Bibel nicht unterstützt.

Er legt Menschen Hände auf und sie werden im Namen Jesu geheilt. Das ist wunderbar und nachprüfbar in der Bibel, z. B. in Markus 16, 17: „Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; 18 werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.“

Dass Menschen durch die Kraft des Heiligen Geistes umfallen, ist nicht unüblich – und wer es einmal selbst erlebt hat, wird nie wieder auf die Idee kommen, dass hier nicht Gott im Spiel war. Wenn Gottes Kraft und seine Herrlichkeit anwesend sind, dann hinterfragt niemand mehr kritisch – dann ist sehr, sehr klar und deutlich, dass es der Herr selbst ist, der handelt.

Und alles, was Benny Hinn tut, tut er in Verbindung mit der Predigt des Wortes Gottes. Und immer wieder führt er Menschen zum lebendigen Glauben an Jesus.

Eine eigene Meinung bilden
Leider habe ich immer wieder erlebt, dass Menschen Hinn (oder andere Evangelisten) kritisieren anhand von Äußerlichkeiten, und wenn man genauer nachfragt, muss man feststellen, dass diese Leute noch nie etwas von der kritisierten Person selbst gehört oder gelesen haben, sondern sich ihre Meinung nur bilden aus Dingen, die sie von Dritten über diese Person gehört haben. Auf Grund vieler Erfahrungen habe ich persönlich mich entschieden, auf solche Meinungen nicht mehr zu hören, sondern mir grundsätzlich selbst ein Bild zu machen.

Im „Fall“ Benny Hinn habe ich das getan, ich habe ihn zwar leider bisher noch nicht persönlich erlebt, aber viele Sendungen mit ihm gesehen und Bücher von ihm gelesen. Zum besseren Kennenlernen würde ich das Buch „Guten Morgen, Heiliger Geist“ empfehlen, in dem er sehr persönlich über seinen persönlichen und geistlichen Werdegang erzählt.


© Lisa Holtzheimer• www.holtzwurm.de • www.herz-toene.de


Schreibe einen Kommentar