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23.10.2008 von Lisa Holtzheimer.
Über das Thema der Stellung der Frau in der Gemeinde habe ich mir lange Gedanken gemacht. Ich selbst habe 20 Jahre lang auch in dem traditionellen Schema gedacht, das mir von vielen Seiten her beigebracht wurde. Bis ich anfing, mich selbst mal genauer damit auseinanderzusetzen und manches zu hinterfragen, was zwar die christliche Tradition so sagt, aber nicht unbedingt die Bibel. Darin sehe ich inzwischen an so manchen Stellen einen echten Unterschied - und dieses Thema ist eins davon.
Die Stelle, die wohl am häufigsten dazu angeführt wird, dass Frauen in der Gemeinde nicht sprechen dürfen, ist wohl diese:
1 Kor 14, 34ff
“Die Frauen sollen in den Gemeindeversammlungen schweigen (griechisch: sigao).
Es gehört sich nicht, dass sie sprechen (griechisch: laleo). … Wenn sie Fragen haben, sollen sie zu Hause ihre Ehemänner fragen …”
Doch ist die allgemeine evangelikal-konservative und traditionelle Interpretation dieser Stelle ziemlich aus dem Zusammenhang gerissen. Vor allem wird u. a. der kulturelle Hintergrund, in den Paulus dies hineinschreibt, wenig bis gar nicht beachtet.
Eigentlich sagt diese Stelle auch auf Deutsch schon aus, worum es wirklich geht, aber im Grundtext wird es noch deutlicher. Dort steht in Vers 34 “sigao” - und dies meint ein freiwilliges Schweigen, ein “sich still/ruhig verhalten”. Es meint aber nicht das erzwungene Schweigen, also ein komplettes Redeverbot. Dies wäre das Verb “phimoo”. Das steht dort aber nicht.
“Sigao wird gebraucht, als sich die Jünger entschlossen, über die Verklärung, die sie erlebt hatten, zu schweigen (Luk. 9.36), und als Jesus sagte, die Steine würden schreien, wenn die Jünger schweigen würden.
Mit diesem Wort wird auch das Schweigen Jesu während seiner Gerichtsverhandlung (Markus 14.61) und das Schweigen der Apostel und Ältesten beschrieben, als sie den Bericht von Paulus und Barnabas anhörten (APG 15.12). Es bezeichnet eine bewusste und freiwillige Reaktion oder auch eine Bitte um Ruhe, damit eine andere Person reden kann (APG 12.17). Gemeint ist also jene Art von Stille, die inmitten von Unordnung und Tumult nötig ist. (Zitat aus “Ohne Unterschied?” von M. B. Smith & I. Kern S. 85)”
Das Wörterbuch zum NT (Bauer/Aland) übersetzt “sigao” mit: schweigen, stillschweigen, stille sein im Sinne von “sich still verhalten”, zu reden aufhören, verstummen, seinen Mund halten.
Alle Übersetzungen des Wortes “sigao” sagen also etwas wesentlich Schwächeres aus als das, was viele Christen in das Wort hineinlegen. Keine Übersetzung des Wortes hat die harte, unwiderlegbare Befehls-Bedeutung des Wortes “schweigen”, so wie es in der aktuellen deutschen Sprache gemeint ist.
Wenn man dazu den kulturellen Hintergrund der Zeit damals sieht und auch die relativ chaotischen Zustände in der Gemeinde in Korinth, an die dieser Brief ja geschrieben ist, ergibt sich eine ganz andere Aufforderung aus der Stelle, als wenn man (wie es leider getan wurde) dieses Wort nur mit “schweigen müssen” (als absoluten Befehl) übersetzt und damit meint: niemals, zu keiner Zeit, in keiner Situation und überhaupt jemals etwas zu sagen.
Das würde dem Kontext des gesamten Neuen Testaments diametral gegenüberstehen und dem, was Jesus gelehrt und gelebt hat, komplett widersprechen.
Vielmehr war es ja so, dass zur damaligen Zeit die Frauen meistens einen sehr viel geringeren Bildungsstandard hatten als die Männer. Sie hatten kaum “Allgemeinbildung”, hatten im öffentlichen gesellschaftlichen Leben keinen Stellenwert und waren zumeist völlig abhängig von ihren Ehemännern. Auch im religiös-geistlichen Bereich waren Frauen damals ungebildeter. Deshalb haben in den sich neu bildenden Gemeinden (sicherlich nicht nur in Korinth) die Frauen oft nicht viel von dem verstanden, was der Redner erzählt hat.
Und sicherlich gilt das alles auch nicht nur für die Gemeinde in Korinth - aber an diese ist der Brief halt verfasst, und diese Gemeinde gilt auch als ziemlich chaotisch und ungeordnet (bekannter ist diese Tatsache u. a. durch die Anweisungen zum Abendmahl (1 Kor 11, 20ff) - die Gründe liegen ganz ähnlich). Die Frauen, die sich nun bekehrt hatten und mit ihren Männern zusammen den Gottesdienst besuchten (der vermutlich in Privathäusern stattfand), saßen nun plötzlich mittendrin im Geschehen und wussten aber aufgrund ihrer mangelnden Bildung nicht wirklich, um was es ging. Und weil sie es nicht besser wussten und kannten und vielleicht auch nicht eben gelernt hatten, wie man sich in öffentlichen Veranstaltungen benimmt, haben sie ihre Fragen, die sie hatten, direkt gestellt - und damit den Sprecher ständig unterbrochen. Zwischenrufe in diesen Gottesdiensten waren aus diesem Grunde nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
Dass das aber natürlich nicht geht, sondern die Versammlung stört, ist klar, denn so kommt man mit einem Thema nie zu Ende und alle anderen werden auch nur noch verwirrt. Denn es war sicher nicht nur eine Frau in diesen Gottesdiensten, sondern viele - und der größte Teil von ihnen hatte dieselbe “Problematik”: mangelnde Bildung, deshalb ein Nichtverstehen von vielen Dingen und ein direktes, sofortiges Nachfragen beim Sitz-Nachbarn.
Deshalb sagt Paulus, die Frauen sollen sich in der Gemeinde still verhalten und wenn sie Fragen zu dem Gesagten haben, später ihre Ehemänner fragen. Und das ist absolut gut und richtig - denn ansonsten ist keine vernünftige Lehre möglich.
“BRISTOW führt aus, dass die griechische Sprache dreißig verschiedene Wörter kennt, die mit “reden” übersetzt werden können - einige davon bedeuten verkündigen, sagen, sprechen, lehren. Wenn aber jemand sagen wollte: “Bitte stört das Gebet nicht durch lautes Reden”, so mußte er das Verb “laleo” wählen, und genau dieses Wort gebraucht Paulus hier. Da es in den Anweisungen von Paulus um Ordnung im Gottesdienst geht, ist es vollkommen einleuchtend, dass er darum bittet, keine Privatgespräche zu führen, so dass der Gottesdienst nicht durch lautes Gerede gestört wird. (Zitat aus “Ohne Unterschied” S. 86)”
Dass die Frauen mit ihren Fragen nun nicht jede Veranstaltung unterbrechen sollen, heißt aber nicht, dass sie zu keinem Zeitpunkt jemals etwas sagen dürfen - erst recht nicht, wenn sie selbst eine geistliche Bildung erworben haben. DANN dürfen auch sie sprechen, lehren und Gottes Wort weitergeben. An anderen Stellen spricht derselbe Paulus ja z. B. davon, dass Frauen ebenso wie Männer prophetische Worte von Gott bekommen, er spricht davon, wie Frauen sich verhalten sollen, wenn sie beten oder in der Gemeinde sprechen.
All das würde ja diesem “Befehl”, immer, zu jeder Zeit und für alle Zeiten zu schweigen, völlig widersprechen. Mehr dazu liest du in dem Artikel.
Nicht zuletzt sollten wir mal genauer analysieren, wie Jesus eigentlich die Frauen gesehen hat, wie er sie behandelt hat und welche Stellung er ihnen gegeben hat. Gegenüber den damaligen Gebräuchen und kulturellen Gepflogenheiten hat er jede Struktur und jedes System durchbrochen und “auf den Kopf gestellt” und Frauen in einer Art und Weise behandelt (positiv), die zu der damaligen Zeit und in dem damaligen (religiösen) System absolut undenkbar war.
Es gibt dazu auch einen sehr guten Artikel von Frank Viola, den man hier abrufen kann: http://www.hisman.de/pdf/die-frau-in-der-gemeinde.pdf . Dort wir noch genauer anhand der Bibel geprüft, warum die sich mit den Jahren eingeschlichene traditionelle Verständnisweise dieser Stelle nicht haltbar ist.
© Lisa Holtzheimer • www.herz-toene.de • www.holtzwurm.de
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23.10.2008 von Lisa Holtzheimer.
Frage:
ch habe ein ungutes Gefühl bei diesem Mann und dem, was er tut (vor allem, WIE er es tut), deshalb die Frage: Was ist von Benny Hinn zu halten?
Du sagst, du hast Schwierigkeiten mit dem, 1. was Benny Hinn tut und 2.,wie er es tut, und 3. möchtest du wissen, was von ihm zu halten ist.
Auf diese Fragen möchte ich dir gerne etwas ausführlicher antworten,und wenn die Fragen 1 und 2 beantwortet sind, ist sicherlich damit auch die Frage 3 beantwortet.
1. Was tut Benny Hinn?
Das lässt sich mit einem kurzen Satz sagen: Er verkündigt das Evangelium
und Jesus Christus!
2. Wie tut er es?
Das ist vermutlich die größere Frage bei dir. Ich weiß nicht, aus welchem gemeindlichen Hintergrund du kommst. Je nach unserem Hintergrund sind uns bestimmte Dinge fremder oder vertrauter. Christen aus landeskirchlichen Gemeinden oder sehr konservativen evangelikalen Gemeinden haben oft Schwierigkeiten mit dem charismatischeren Ausleben des Glaubens; Christen, die pfingstlerisch oder charismatisch geprägt sind, kennen oft die konservativen oder evangelikalen Praktiken nicht oder nicht so gut. Ich selbst kenne alle drei “Seiten” inzwischen sehr gut, weil ich mich in allen drei Gemeindeformen bewegt habe. Und dabei habe ich viel gelernt.
Was ist normal?
Als “normal” empfinden Menschen grundsätzlich erst einmal das, was ihnen vertraut ist und worin sie sich bewegen und leben. Im geistlichen ebenso wie im natürlichen Leben. Ein Kind, das auf dem Bauernhof groß geworden ist, findet es völlig normal, dass Kühe jeden Tag gemolken werden müssen - auch sonntags und an Weihnachten, während für ein Kind aus der Stadt völlig normal ist, dass die ganze Familie sonntags ausschlafen kann. Ein Kind aus der Großstadt findet es völlig normal, dass es vielleicht jeden Tag 1 Stunde mit der S-Bahn zur Schule fahren muss, während das Kind auf dem Dorf in 5 Minuten zu Fuß zur Schule um die nächste Straßenecke geht. Und beide Lebensformen sind gleichwertig “richtig”.
Warum erzähle ich das? Weil es uns in unserem christlichen Denken genauso geht. Wir alle sind in irgendeiner Form geprägt. Und das, worin wir uns vielleicht schon von Kindesbeinen an bewegen, ist für uns normal und richtig. Je nach Gemeindeform und auch nach Persönlichkeit der entsprechenden Leitung wird uns auch vermittelt, wie andere Gemeindeformen zu sehen sind - im positiven ebenso wie im negativen Sinn. Das alles prägt uns und unser Denken - oft viel mehr, als uns überhaupt bewusst ist.
Andere Länder - andere Sitten
Wir leben in Deutschland. Deutschland ist ein recht “kühles” Land - das meine ich jetzt weniger klimatisch gesehen, als emotional-geistlich. Wir Deutschen sind von vielen Dingen geprägt. Emotionalität ist in Deutschland eher nicht gefragt. Arbeitnehmer sollen sich nicht in erster Linie wohl fühlen am Arbeitsplatz, sondern sie sollen “funktionieren”. Gefühle zeigen, ist nicht so “das Ding” der Deutschen. In Deutschland ist Genauigkeit in allen Dingen ein hoher Anspruch.
In anderen Ländern ist das ganz anders. Wir brauchen gar nicht so weit wegzudenken. Schon Italien oder Spanien, nicht allzuweit von Deutschland weg, EU- und Euro-Länder - also auf vielfältige Weise mit Deutschland verbunden. Doch die Mentalität in diesen Ländern ist eine ganz andere. Die deutsche Genauigkeit wird dort längst nicht so ernst genommen - im Gegenteil, sie wird dort sogar ein wenig belächelt. Nicht umsonst ist die “deutsche Pünktlichkeit” in vielen Ländern ein geflügeltes Wort geworden. Wer einmal in den südeuropäischen Ländern war, weiß, dass man es dort mit dieser Pünktlichkeit nicht so genau nimmt. Oder mit den Verkehrsregeln … Das ließe sich in vielen Punkten fortsetzen. Und trotzdem läuft und “funktioniert” auch in diesen Ländern alles genauso gut wie bei uns.
Und auch dies lässt sich auf die geistliche Ebene übertragen. Hier in Deutschland ist auch das geistliche Leben oft eher “kühl”. Die meisten Gemeinden in Deutschland sind - mal abgesehen von den Landeskirchen - die konservativ-evangelikalen Gemeinden. Die charismatischen Gemeinden sind hier nicht so häufig vertreten und weniger bekannt. Auch das ist in anderen Ländern ganz anders.
Woher kommt Benny Hinn?
Aus dieser Perspektive heraus wird vielleicht schon ein wenig deutlicher, warum die Art und Weise, in der Benny Hinn seinen geistlichen Dienst tut, auf uns “kühle Deutsche” schnell befremdlich wirken kann. Aber Benny Hinn ist kein Deutscher und mit ganz anderen Maßstäben aufgewachsen als wir hier. Geboren wurde Benny Hinn 1952 in Jaffa (Israel). Mit 15 Jahren siedelte die Familie über nach Kanada. Dort bekehrte sich Benny später.
Er wuchs nicht in einer christlichen Tradition auf, und als er mit Christen in Berührung kam, waren diese keine deutschen evangelikalen Landeskirchler, sondern gehörten zu der in Amerika sehr viel bekannteren charismatischen “Richtung”. Das, was besonders auf geistlicher Ebene hier in Deutschland als normal empfunden wird (und damit auch als gesellschaftsfähig gilt), ist in Amerika sehr viel kleiner. Während hier die größten Kirchen die ev. Landeskirche und die kath. Kirche sind, ist besonders die ev. Kirche in Nordamerika nur wenig bekannt. Freikirchen sind dort sehr viel größer. Dasselbe gilt innerhalb des freikirchliche Bereiches. Das konsverative Christentum gibt es dort auch, aber ebenso bekannt und akzeptiert ist dascharistmatische Christentum.
In diesem Umfeld hat sich Benny Hinn bekehrt, seine ersten geistlichen Schritte getan und ist geistlich gewachsen. Er hat von Anfang an die Bibel “verschlungen” und immer wieder “durchstudiert” und dadurch und dabei Gott sehr persönlich kennen gelernt.
Später kam dann seine Berufung in den geistlichen Dienst. Diesen tut er bis heute im Auftrag Gottes - und nicht im Auftrag von Menschen.
Kritik an Äußerlichkeiten
Das, was viele Menschen vor allem in Deutschland ihm oft “ankreiden”, ist seine Art, sich zu kleiden, seine Betonung der Geistesgaben und seine “Arbeit” damit. Doch wenn man mal von Äußerlichkeiten absieht (es gibt keine Bekleidungsvorschriften für Diener Gottes in der Bibel, die weiße Anzüge verbieten …), und das, was er tut, anhand der Bibel prüft, kommt man ganz klar zu dem Ergebnis, dass er nichts tut, was die Bibel nicht unterstützt.
Er legt Menschen Hände auf und sie werden im Namen Jesu geheilt. Das ist wunderbar und nachprüfbar in der Bibel, z. B. in Markus 16, 17: “Diese Zeichen aber werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; 18 werden Schlangen aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nicht schaden; Schwachen werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.”
Dass Menschen durch die Kraft des Heiligen Geistes umfallen, ist nicht unüblich - und wer es einmal selbst erlebt hat, wird nie wieder auf die Idee kommen, dass hier nicht Gott im Spiel war. Wenn Gottes Kraft und seine Herrlichkeit anwesend sind, dann hinterfragt niemand mehr kritisch - dann ist sehr, sehr klar und deutlich, dass es der Herr selbst ist, der handelt.
Und alles, was Benny Hinn tut, tut er in Verbindung mit der Predigt des Wortes Gottes. Und immer wieder führt er Menschen zum lebendigen Glauben an Jesus.
Eine eigene Meinung bilden
Leider habe ich immer wieder erlebt, dass Menschen Hinn (oder andere Evangelisten) kritisieren anhand von Äußerlichkeiten, und wenn man genauer nachfragt, muss man feststellen, dass diese Leute noch nie etwas von der kritisierten Person selbst gehört oder gelesen haben, sondern sich ihre Meinung nur bilden aus Dingen, die sie von Dritten über diese Person gehört haben. Auf Grund vieler Erfahrungen habe ich persönlich mich entschieden, auf solche Meinungen nicht mehr zu hören, sondern mir grundsätzlich selbst ein Bild zu machen.
Im “Fall” Benny Hinn habe ich das getan, ich habe ihn zwar leider bisher noch nicht persönlich erlebt, aber viele Sendungen mit ihm gesehen und Bücher von ihm gelesen. Zum besseren Kennenlernen würde ich das Buch “Guten Morgen, Heiliger Geist” empfehlen, in dem er sehr persönlich über seinen persönlichen und geistlichen Werdegang erzählt.
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23.10.2008 von Lisa Holtzheimer.
Frage:
Kann man Bücher von Derek Prince bedenkenlos weitergeben?
Auf eine kurze und klare Frage eine kurze und klare Antwort: Ja, auf jeden Fall!
Derek Prince war einer der größten Bibellehrer seiner (und auch unserer) Zeit. Er starb 2003 in Jerusalem, wo er lange gewohnt hatte.
Zum besseren Verständnis versuche ich, hier einen ganz kurzen Abriss des Lebenslaufes von Derek Prince wiederzugeben. Geboren wurde er 1915 in Indien, wo er seine ersten Lebensjahre verbrachte. Schon im Alter von 10 Jahren war er in der Lage, Poesie in griechischer und lateinischer Sprache zu übersetzen und auch selbst zu verfassen - eine gute Grundlage für seine späteren Bibelstudien. Doch zu diesem Zeitpunkt war er noch kein Christ. Er war nicht christlich aufgewachsen und absolvierte nach seiner College-Ausbildung ein Philosophie-Studium, das sein Leben zu der Zeit sehr beeinflusste.
Dann kam der Zweite Weltkrieg, in den Prince als Sanitäter ging. Innerhalb der ersten neun Monate beim Militär kämpfte er sich durch die Bibel hindurch und fand sie rätselhaft und verwirrend - völlig anders als jedes Buch, das er bis dahin gelesen hatte. Er sagt dazu: “Ich konnte die Bibel nirgendwo einreihen. War sie nun ein Werk der Geschichte, Philosophie, Literatur, Theologie oder Poesie - war sie vielleicht sogar von Gott inspiriert?”
Im Juli 1941 begegnete er dann dem “Autor” der Bibel in seiner Militärbarracke in Yorkshire. Dieses übernatürliche Ereignis beschreibt er so:
“Auf Grund dieser Begegnung bin ich zu zwei Schlußfolgerungen gekommen, die ich niemals ändern mußte: Erstens, dass Jesus Christus lebt; zweitens, dass die Bibel ein wahres, relevantes und aktuelles Buch ist. Diese beiden Schlussfolgerungen haben meinen Lebensweg radikal und permanent verändert. Plötzlich erschien mir die Bibel klar und verständlich; Gebet und Gemeinschaft mit Gott wurden so natürlich wie das Atmen; die grundlegenden Wünsche, Motive und Absichten meines Lebens hatten sich über Nacht verändert. Endlich hatte ich das gefunden, wonach ich so lange gesucht hatte! Der Sinn und Zweck des Lebens ist eine Person!”
Auf Grund dessen verwarf er seine philosophischen Überzeugungen und distanzierte sich scharf von diesen Dingen und von dem, was er früher geglaubt und gelehrt hatte, da Philosophie und biblischer Glaube sich gegenseitig zutiefst widersprechen.
Beinahe unmittelbar nach seiner dramatischen Bekehrung wurde Derek auf einem Truppentransportschiff nach Nordafrika abkommandiert. Prince selbst sagt, dass er im Zeitraum der nächsten drei Jahre in den Wüstenregionen Ägyptens, Lybiens und des Sudans sein “Jüngerschaftstraining in der Wüste” absolviert habe. Dort ging er seinem Bibelstudium mit dem gleichen Eifer und der gleichen Sorgfalt nach, die er zuvor in seiner akademischen Laufbahn angewendet hatte. In dieser Zeit “entdeckte” er auch die Wirksamkeit des Fastens in Verbindung mit Gebet.
Als ihn dort in Afrika eine hartnäckige Hautkrankheit befiel, machte er zum ersten Mal die Erfahrung, dass Gott wirklich heilt. Die Ärzte hatten die Krankheit als unheilbar eingestuft, doch Prince forschte während seines beinahe einjährigen Krankenhausaufenthaltes in der Bibel und bat Gott um Hilfe. Er wurde geheilt und die Krankheit ist in seinem ganzen Leben nie wieder aufgetreten.
Dies waren seine ersten Erfahrungen damit, dass Gott im Leben von Menschen ganz individuell wirkt und alles, was in der Bibel steht, heute noch ebenso aktuell ist wie vor 2000 Jahren.
… um das hier jetzt abzukürzen: dies war letztlich der Grundstein seines späteren weltweiten Dienstes. Derek Prince wurde von Gott mehr und mehr in den Befreiungsdienst gerufen und hat unzähligen Menschen geholfen, Befreiung in ihrem Leben zu finden.
Gerade dies ist ein Punkt, der in Deutschland gerne an Prince kritisiert wird. Aber Derek Prince hat nichts anderes getan, als die Bibel wirklich für wahr und verbindlich zu halten - von A bis Z. Wenn man ihm in seinen zahlreichen Vorträgen zuhört oder seine Bücher liest, weiß man, dass er täglich viel Zeit damit verbracht hat, die Bibel zu studieren und mit Gott zu sprechen, also zu beten. Sein gesamter Dienst resultiert aus diesem Kontakt mit Gott - Bibellesen und Gebet.
Neben seinem umfangreichen Wissen, seinen ausgeprägten Sprachkenntnissen in mehreren Sprachen (vor allem in den Sprachen des biblischen Ur-Textes, Griechisch und Hebräisch) und seiner tiefen Bibelkenntnis hatte Prince die Gabe, die biblischen Wahrheiten und Inhalte auf leicht verständliche Weise wiederzugeben, so dass auch “einfache” Menschen seine Bücher lesen und seine Vorträge verstehen konnten. Obwohl ich eine theologische Ausbildung hinter mir und viele Jahre in diesem Bereich gearbeitet habe, habe ich durch kaum jemanden soviel Wertvolles gelernt, wie durch die Bücher und Vorträge von Derek Prince.
Wer sich näher über Derek Prince informieren möchte, findet eine ausführlichere Form seines Lebensbildes und seines Dienstes im Internet unter www.ibl-dpm.net.
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