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26.5.2007 von Lisa Holtzheimer.
Ich bin schon ziemlich lange Christ. Ich habe vor über 15 Jahren eine theologische Ausbildung an einer Bibelschule gemacht und dort viel gelernt. Ich habe gelernt, wie ich die Bibel auslegen kann, ich habe gelernt, wann bestimmte Menschen gelebt haben, ich habe viel über die historischen Hintergründe gelernt. Ich habe wirklich viel gelernt. … und auch vieles wieder vergessen …
Das ist jetzt mehr als 15 Jahre her, und Christ bin ich noch viel länger. Man sollte also meinen, ich müsste in allem, was Glauben und Gott betrifft, eine Art Profi sein. Vielleicht wirkt es nach außen manchmal so, aber ich selbst empfinde mich überhaupt nicht als „Profi-Christ“. Beinahe im Gegenteil … Denn ich habe zwar in meiner Ausbildung viel theoretisches Bibelwissen, Auslegungswissen usw. gelernt – eins aber fehlte mir lange Zeit, und das habe ich in dieser Ausbildung nicht gelernt – nämlich, was es heißt, eine wirkliche persönliche Beziehung zu Jesus zu haben.
Klar, dass man als Christ betet, musste man mir nicht sagen – und natürlich habe ich das auch getan. Aber viele Jahre lang hatte ich keine Vorstellung davon, was das wirklich heißt. In der Gemeinde, in der ich war, habe ich auch eher „sachliche“ Gebete gehört, und diese Art zu beten, kam auch mir sehr nahe. Meine Gebete hätten auch Geschäftsbriefe sein können, Anrede: Sehr geehrter Herr Jesus …
Zu einem Geschäftspartner hat man nun aber im Allgemeinen keine persönliche, freundschaftliche Beziehung – schon gar keine lebensverändernde. So aber sollte die Beziehung zu Jesus doch eigentlich aussehen … Das Schlimmste aber war vielleicht, dass ich viele Jahre lang selbst gar nicht gemerkt habe, wie sachlich meine Beziehung zu Jesus war – sachlich wie zu einem Fremden.
Vor ein paar Jahren kam ich mit Leuten in Berührung, die eine ganz andere Form von Kontakt mit Jesus hatten. Zuerst habe ich das nur gespürt und konnte es nicht wirklich einordnen. Mit der Zeit hat sich genau dieses Gespür aber mehr und mehr in Unzufriedenheit geäußert. Ich würde unzufrieden mit meinem eigenen Umgang mit Gott – vielleicht sollte ich auch besser sagen, mit meinem „Nicht-Umgang“, denn die sachliche Art und Weise, aus der mein Gebetsleben bestand, war eigentlich kein echter Umgang. Stille Zeit ist bei mir häufiger unter den Tisch gefallen, als dass ich mich dazu aufraffen konnte – das schlechte Gewissen deshalb aber hat sich ständig gemeldet.
Nun lernte ich Menschen kennen, die mit Jesus ganz anders umgingen als ich es kannte. Schon die Wortwahl ihrer Gebete war vollkommen anders als das, was ich so im Laufe meines Christenlebens meistens gehört und eben auch mir angeeignet hatte. Die Gebete, die ich jetzt hörte, klangen oft genug ganz und gar nicht „fromm“. Dafür aber persönlich. Ich habe sehr schnell sehr genau gespürt, dass diese Leute ganz selbstverständlich davon ausgingen, dass Jesus jetzt und hier neben ihnen steht oder sitzt, und dementsprechend haben sie mit ihm gesprochen, als wenn ein Freund neben ihnen sitzt. Zuerst hat mich das nur erstaunt, aber ziemlich schnell auch sehr fasziniert. Und in mir ist eine große Sehnsucht geweckt worden – so eine Beziehung zu Jesus will ich – endlich – auch!
Nun ging das nicht von jetzt auf gleich – meine Beziehung und mein Gespräch mit Gott war nicht plötzlich auf einen Schlag neu und anders. Schön wär’s gewesen … Nein, das ging – und geht immer noch – ganz langsam. Es ist, als wenn ich ein neues, bisher völlig unbekanntes Land, entdeckt hätte, das ich langsam und nach und nach immer mehr erkunde – jeden Tag einen Schritt weiter mit der Neugier, was ich heute entdecken werde. Es ist ein riesengroßes Land, und ich habe die Grenze gerade erst überschritten. Um an die Grenze am anderen Ende zu gelangen, werde ich mein ganzes Leben brauchen. Jeder wird sein ganzes Leben dazu brauchen, dieses Land zu erkunden, alle seine Geheimnisse zu entdecken und die Schönheiten der Natur und die Sonne darin zu genießen.
Jesus sagt zu uns: Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben (Mt 11, 28).
Das ist genau die Erfahrung, die ich mehr und mehr mache, seitdem ich mich auf eine ganz neue Beziehung zu Jesus eingelassen habe. Das klappt längst noch nicht immer so, wie ich mir das wünschen würde – und wie Jesus es sich wünscht. Aber ich lerne und komme vorwärts in diesem neuen Land.
Jesus möchte, dass wir jeden Tag zu ihm kommen. Zu ihm kommen – das weiß ich inzwischen – heißt nicht, sich morgens mal kurz hinzusetzen, 10 min. Stille Zeit machen, ein paar Bibelverse lesen, noch zwei Minuten beten (Jesus, hilf mir durch diesen Tag – oder so ähnlich …). Zu Jesus kommen heißt vielmehr, ihn in alles mit einbeziehen. Ihn um Rat zu fragen und auch auf seine Antworten hören! Das ist es, was mir – immer noch – am schwersten fällt. Hören auf Jesus – ihn wirklich verstehen und wahrnehmen. Aber es wird besser.
Als ich anfing, mich ganz neu auf diese Beziehung mit Jesus einzulassen, war mir überhaupt nicht klar, wie ich Jesus wirklich hören kann. Ich meine jetzt nicht das, was wir wahrscheinlich alle kennen, in der Bibel lesen und hier Antworten auf vieles zu finden. Das ist natürlich legitim, richtig und wichtig. Aber es gibt noch mehr! Jesus will nicht nur durch sein Wort zu uns sprechen, sondern er will ganz persönlich mit uns sprechen.
Als ich diese Erfahrung zum ersten Mal gemacht habe, war ich fasziniert und überwältigt. Dass Jesus tatsächlich ganz persönlich mit mir spricht, direkt in mein Leben hinein, in meine persönlichsten Situationen hinein (die eben nicht immer alle detailliert in der Bibel stehen …) – das hat mich beinahe umgehauen.
Nun bin ich jemand, der sehr aktiv ist, immer 100 Dinge gleichzeitig tut und sich sehr schwer tut, sich einfach mal hinzusetzen und auf Gott zu hören. Das klappt bei mir beinahe nie, auch beim Spazierengehen funktioniert das nicht wirklich. Meine Gedanken lassen sich noch zu leicht ablenken, und schneller als mir lieb ist, bin ich ganz woanders und nicht mehr bei Jesus. Das verletzt ihn zwar, aber er wird niemals jemanden zwingen, mit ihm zu sprechen. Ich selber aber bin höchst unbefriedigt, wenn es so läuft, denn das ist ja nicht das, was ich will. Vielleicht bin ich auch einfach noch nicht geübt genug darin, seine Stimme wirklich auch dann zu hören, wenn um mich herum viel passiert.
Darum habe ich für mich eine Weise herausgefunden, die mir hilft, dran zu bleiben am Gespräch mit Jesus. Meine Leidenschaft ist der Computer. Den Großteil des Tages verbringe ich am Rechner – beruflich ebenso wie privat. Und diese Leidenschaft habe ich mir zunutze gemacht. Das ist nun natürlich mein Weg, der mir hilft – das heißt nicht, dass dieser Weg der einzige und richtige ist. Aber mir hilft es ungemein, mich an den Computer zu setzen und mit Jesus zu „chatten“. Wahrscheinlich weiß jeder, was chatten ist – normalerweise kann man auf diese Weise im Internet mit jemand anders direkt kommunizieren, ohne auf den „Umweg“ eMail zurückgreifen zu müssen.
Und ähnlich mache ich es mit Jesus. Natürlich nicht im Internet, das braucht es dazu nicht, sondern ganz normal in einem Textverarbeitungsprogramm. Ich setze mich an den Rechner und fange einfach an, meine Gedanken aufzuschreiben – als würde ich Tagebuch schreiben. Ist es ja auch irgendwie. Man könnte es auch Gebetstagebuch nennen. Ich nenne es aber lieber „Chat“, weil es letztlich eben nicht nur beim Aufschreiben meiner Gedanken bleibt. Entweder formuliere ich irgendwann auch direkt Fragen an Jesus, oder er schaltet sich auch ohne direkte Frage ein.
Und dann wird aus dem reinen Gedanken aufschreiben ein Dialog. Plötzlich formieren sich Gedanken in mir, die nicht mehr meine Gedanken sind. Plötzlich schreibe ich Dinge, die unmöglich aus meinem Denken entsprungen sein können.
Als mir das das erste Mal „passierte“, war ich fasziniert und verunsichert zugleich. Mir war klar, dass das, was ich schreibe, eigentlich nicht das ist, was ich normalerweise denke. Gleichzeitig war es aber auch total meine „eigene“ Sprache. Mit anderen Worten – die Form war meine, der Inhalt aber nicht. Konnte es wirklich sein, dass Jesus hier anfing, auf diese Weise mit mir zu reden? Anfangs war ich da nicht so sicher, es klang mir vieles eben zu sehr nach mir selbst.
Einen Vorteil hat aber dieses Chatten eben auch – alles ist aufgeschrieben und man kann es nachlesen. Und als ich dann einen Tag später genau das getan habe, erschien es mir schon nicht mehr so ganz unwirklich. Und ich bin dran geblieben. Nicht jeden Tag – leider klappt das immer noch nicht so, wie ich es mir wünsche, aber immer öfter und immer besser. Anfangs waren die Teile im „Jesus-Chat“, die seine Antworten waren, noch sehr kurz. Inzwischen sind meine eigenen Gedankenanteile immer kürzer und sein Reden wird immer mehr.
Möglich, dass mein Hören einfach besser wird – aber auch sein Umgang mit mir passt sich meinen persönlichen Möglichkeiten an. Jesus überfordert niemanden, und am Anfang hätte es mich überfordert, wenn ich plötzlich drei Seiten geschrieben hätte, die nicht meine eigenen Gedanken gewesen wären. Jesus geht sanft und vorsichtig mit uns um. Als ich ihn ganz am Anfang mal gefragt habe, ob das denn wirklich sein könnte, dass dies wirklich seine Worte sind und dass ich mir eher vorkäme, als würde ich in einem Buch einen Dialog zwischen zwei Personen schreiben, war seine Antwort: „Genau das ist es doch. Ein Dialog zwischen zwei Personen. Ich nehme sogar Rücksicht auf deine Tippfehler und rede so langsam, dass du mitschreiben kannst. Es ist ein Dialog, denn ich bin eine Person!“
Inzwischen kommt mir das nicht mehr so komisch vor und ich lerne langsam, seine Stimme besser zu hören und zu verstehen.
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir (Joh 10, 27).
Genauso geht es mir. Ich lerne die Stimme meines Hirten immer besser kennen, lerne, sie zu unterscheiden von vielen anderen Stimmen, die in mir sind und auch etwas zu sagen haben wollen. Immer noch bin ich oft unsicher, ob es denn wirklich sein kann … Dazu hat Jesus mir gesagt, dass ich auch mir selber besser vertrauen darf und soll. Er redet in meine Gedanken, er hat diese Gedanken in mich hineingelegt, und wenn ich immer und immer wieder daran zweifle, ob das denn überhaupt möglich ist (weil ich mich nicht als würdig genug dafür empfinde), dann beleidige ich ihn damit auch ein Stückweit. Er aber will, dass wir als seine Kinder ein gesundes Selbstbewusstsein haben – kein arrogantes, überhebliches Selbstbewusstsein, sondern ein gesundes. Denn in uns lebt der König, wir sind die Wohnung seines Heiligen Geistes, und durch diesen spricht er zu uns – direkt in unsere Herzen, in unsere Gedanken.
Ich möchte euch ermutigen, euren ganz persönlichen Weg zu finden, mit Jesus zu sprechen. Nicht für jeden ist das Chatten die beste Methode, aber für jeden gibt es eine beste Methode. Mach dich auf – ganz persönlich – und finde diesen Weg, der für dich der beste ist, mit Jesus ins Gespräch zu kommen. Und vergiss nicht, ihn zu fragen, welcher Weg für dich der beste ist. Und wenn du auf einmal einen Gedanken hast, der dir seltsam bekannt und gleichzeitig merkwürdig fremd vorkommt – dann höre noch einmal genauer hin, denn dann spricht Jesus mit dir!
© Lisa Holtzheimer
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26.5.2007 von Lisa Holtzheimer.
Diese Predigt hier hören
Vor ein paar Tagen habe ich mir eine alte Serie auf Video angeguckt. Eine Szene spielte um die Weihnachtszeit in einer kleinen Kirche in Österreich. Dort sang ein Chor adventliche Lieder. Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden – zur entsprechenden Jahreszeit und im passenden Rahmen kann das ja auch sehr schön sein. Aber als ich so auf meiner Couch lag und dabei plötzlich weniger die Handlung des Films, als viel mehr den Text dieses Liedes, das der Chor da sang, vor Augen hatte, fand ich die ganze Szenerie plötzlich nicht mehr so schön. Schön alpenländisch-musikalisch untermalt, wurden da „den Hirten die Grüße dargebracht und die Kunde vom lieben Jesulein“ weitergesagt.
Keine Angst, ich halte euch jetzt keine Weihnachtspredigt. Aber es bleibt gar nicht aus, dass man in solchen Momenten – selbst bei 25 ° im Schatten - auch anfängt, über die Weihnachtslieder nachzudenken, die man von Kindheit an kennt. In fast allen – sofern sie nicht gerade von immergrünen Bäumen handeln – ist in irgendeiner Form von Jesus die Rede. Aber in ebenso vielen ist die Rede eben nur von diesem niedlichen, armen, kleinen Baby, das in einem Stall zur Welt kommen musste (und nicht in einem schönen, warmen, freundlichen Kreißsaal) – dem süßen Jesulein. Das wollen dann auch fast alle hören – es ist so stimmungsvoll und rundet die Erwartung an diese Jahreszeit ab.
Mir allerdings ist beim näheren Nachdenken darüber – Verzeihung – beinahe schlecht geworden. Ich habe mich gefragt, wie Jesus sich wohl fühlen mag, wenn alle Menschen in Verzückung geraten über die Kitsch-Darstellung seiner Geburt – und vor allem wie er sich dabei fühlen mag, dass die meisten Menschen genau da stehen bleiben. Den erwachsenen Jesus will unsere Gesellschaft nicht mehr, in unserer postmodernen Zeit „braucht“ man keinen Jesus, der einem Vorschriften macht, wie man zu leben hat - und auch keinen mehr, der einen rettet. Man rettet sich – vermeintlich – selbst.
Doch genau das ist der fatale Irrtum unserer Zeit – na ja, nicht nur unserer, aber vielleicht vor allem unserer. Und darin sind wir den Menschen aus der alttestamentlichen Zeit gar nicht so unähnlich. Damals – als Jesus noch nicht gekommen und gestorben war – war eine der Grundvoraussetzungen, um von Gott angenommen zu werden, das Einhalten der Gesetze. Und da gab es viele … Und sie alle einzuhalten, war nicht nur beinahe unmöglich, es war gänzlich unmöglich. Darum sagt Paulus in seinem Brief an die Galater:
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Gal 3, 10 |
Denn alle, die aus Werken des Gesetzes sind, die sind unter dem Fluch, denn es steht geschrieben: “Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben ist, um es zu tun!” |
Das bedeutet, dass alle, die versuchen, ihre Errettung durch das Einhalten von Gesetzen zu „verdienen“, unter dem Fluch sind, durch den allerkleinsten Fehler – ein einziges Mal – das Gericht Gottes und die Verdammnis auf sich zu ziehen.
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Jak 2, 10 |
Denn wer das ganze Gesetz hält, aber in einem strauchelt, ist aller Gebote schuldig geworden. |
Ein einziges Mal in einem langen Leben einen winzigkleinen Fehler machen – und du bist für alle Ewigkeit verloren. Das ist wahrhaftig ein Fluch, denn niemand, kein Mensch, ist in der Lage, das Gesetz vollständig einzuhalten. Das Gesetz zu damaliger Zeit war ja nicht nur ein politisches Gesetz wie unsere deutsche Verfassung, sondern es waren die 10 Gebote. Und obwohl es so scheint, als ob es gar nicht so schwer sei, diese einzuhalten, hat sich doch erwiesen, dass es schier unmöglich ist, jedes einzelne dieser Gebote in seiner umfassenden Form ein ganzes Leben lang bis auf I-Tüpfelchen einzuhalten. Nicht mal die Phariäser in Israel haben das geschafft – und die waren so etwas wie die „Aufseher des Glaubens“, sie haben penibel darauf geachtet, dass niemand irgendein Gesetz übertritt – oder sagen wir besser, sie versuchten, darauf zu achten, dass niemand ein Gesetz übertreten würde. Denn wie gesagt, niemand konnte das schaffen – auch sie selbst nicht. Weil sie das aber vorgaben und dies vor allem auch vom Volk verlangten, waren sie nicht sehr beliebt und wurden – zu Recht – oft als Heuchler beschimpft.
Die Menschen heute haben aber trotzdem ein ganz ähnliches Denkschema. „Ich habe ja niemanden umgebracht.“ „Ich habe noch nie das Finanzamt betrogen.“ „Ich halte mich an alle Geschwindigkeitsbeschränkungen.“ „Ich tue nichts Ungesetzliches, also brauche ich auch nichts zu befürchten.“ Nicht zu vergessen: „Ich gehe regelmäßig zur Kirche.“ Vielleicht kann man auch noch das „Vaterunser“ auswendig oder das Glaubensbekenntnis aufsagen. Mein Leben ist doch im Großen und Ganzen richtig in Ordnung. Beinahe perfekt. Über die eine oder andere kleine Notlüge wird Gott – an den ich selbstverständlich irgendwie glaube – schon beiden Augen zudrücken. Wozu also brauche ich einen Retter?
Wozu brauchen wir einen Retter? Wovor oder wovon müssen wir denn gerettet werden? Die Aussage aus dem Galaterbrief geht noch weiter:
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Gal 3, 11 |
Dass aber durch das Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar, denn “der Gerechte wird aus Glauben leben”. |
Aha. Wer die Dinge des Gesetzes getan hat, wird tatsächlich durch sie leben. Wohlgemerkt, es geht nicht darum, alle Geschwindigkeitsbeschränkungen einzuhalten oder niemanden umzubringen. Es geht immer noch um die religiösen Vorschriften, um die Gesetze Gottes, um die 10 Gebote.
Keinem Menschen ist es möglich, diese Gesetze bis ins Letzte einzuhalten. Halten wir sie aber nicht ein, stehen wir unter dem Fluch, der unweigerlich in die Hölle führt. Klingt nach einem echten Teufelskreis …
Also brauchen wir doch einen Retter.
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Gal 3, 13 |
Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist um unsertwillen. |
Losgekauft kann man auch mit „erlösen“ übersetzen. Gemeint ist damit das Freikaufen eines Sklaven. Wenn der Sklave selbst oder jemand anders für ihn einen bestimmten Betrag an den Besitzer des Sklaven bezahlte, war dieser ein freier Mann. Weil ein Sklave in den allermeisten Fällen überhaupt nie die Gelegenheit hatte, selbst zu so viel Geld zu kommen (denn er verdiente ja meistens überhaupt nichts oder nur sehr wenig), war er normalerweise darauf angewiesen, dass jemand kam und dieses Geld für ihn bezahlte. Nur so konnte er jemals darauf hoffen, die Freiheit zu bekommen.
Ganz genauso geht es uns. Wir haben von uns aus nicht die geringste Möglichkeit, uns selbst zu retten, zu erlösen. Wir sind vollkommen darauf angewiesen, dass jemand anders kommt und uns freikauft. Ohne dies sind wir auch Sklaven – Sklaven der Sünde, nicht das ganze Gesetz bis auf’s I-Tüpfelchen gehalten zu haben. Ich brauche nur an die letzte Woche, noch nicht mal – es reichen ein paar Stunden – zu denken, dann fallen mir schon genügend Dinge ein, wegen denen ich für alle Ewigkeit verloren wäre, weil ich nicht in der Lage war, das Gesetz – die 10 Gebote – zu halten. Jeder, der ehrlich mit sich selbst ist, wird dasselbe von sich sagen.
Darum brauche ich einen Retter. Ich brauche jemanden, der kommt und mich loskauft von meiner Sünde. Ich habe das Gesetz millionenmal übertreten – die Konsequenz daraus mag ich mir gar nicht vor Augen halten …
Als ich mir Gedanken über dieses Thema gemacht habe, habe ich Jesus gefragt, was ich dazu sagen könnte. Die meisten, die hier sitzen, wissen, dass Jesus uns vor einer Ewigkeit in der Hölle gerettet hat, weil er für uns gestorben ist und uns damit aus der Sklavenschaft der Sünde, der Trennung von Gott, freigekauft hat. Wer sich darüber nicht im klaren ist, darf nachher gerne mich oder jemanden aus der Gemeinde ansprechen.
Aber ich habe Jesus gefragt, was denn seine Rettung durch seinen Tod noch bedeutet. Als Christen leben wir ja nicht nur in der Hoffnung auf eine „gute Ewigkeit“, sondern wir leben im Hier und Jetzt. Wir leben in der Welt, aber wir sind nicht „von der Welt“, steht im Johannes-Evangelium.
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Joh 15,16 |
Sie sind nicht von der Welt, wie ich nicht von der Welt bin. |
Und deshalb muss es auch schon im Hier und Jetzt irgendeinen Unterschied geben zu den Menschen, die nicht mit Jesus leben und auch zu unserem früheren Leben – denn wir alle sind ja nicht als Christen geboren.
Jesus rettet uns nicht nur vor der Ewigkeit in der Hölle – wenn das vielleicht auch vom Ziel her betrachtet das Entscheidendste sein mag. Aber er will uns von weit mehr erretten, als wir es in unserem christlichen Denken eingeplant haben. Unsere Theologie hat Jesus „zusammengeschrumpft“ allein auf die Rettung vor der Hölle. Aber im Grunde ist dies letztlich nur das Fazit der Rettung.
Die Rettung selbst fängt hier und jetzt in diesem Leben an. Jesus will uns nicht nur vor der Hölle retten. Er will uns retten aus unserem ich-süchtigen Leben. Er will uns retten aus einem Leben in Sinnlosigkeit, aus einem Leben in der Sucht nach Macht und Geld. Er will uns retten von unserem Egoismus. Wir alle sind restlos egoistisch, ich-süchtig. Wir alle streben nach Macht und Geld – in irgendeiner Form. Der eine hat Angst um seine Existenz, der andere findet, er wird nicht genügend anerkannt.
Wir machen uns Sorgen ums Geld, weil wir uns davon Sicherheit versprechen. Wir wollen einen gewissen Grad an Macht, weil wir uns nach Anerkennung sehnen. Jesus hat mir gesagt, dass diese Rettung bei uns noch nicht angekommen ist. Denn er ist unsere Sicherheit. Er ist auch unsere Anerkennung. Auch das ist Rettung, dass er all dies für uns ist.
Die Rettung ist das neue Leben, das wir im Glauben angezogen haben:
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Eph 4, 21 |
Ihr habt ihn doch gehört und seid in ihm gelehrt worden, wie es Wahrheit in Jesus ist: |
Die Rettung ist, dass wir in der Lage sind, den alten Lebenswandel abzulegen und den neuen Menschen anzuziehen. Das ist Transformation – wie eine Raupe ihre Haut ablegt und eine neue Haut anzieht. Plötzlich kann sie fliegen. Sie wusste vorher nicht, wie das geht, und bestimmt hat sie sich keine Gedanken darüber gemacht, wie sie das tun könnte. Sie ist einfach in der Lage dazu.
Ebenso sind wir einfach in der Lage dazu, den alten Lebenswandel abzulegen und den neuen anzuziehen, sagt Gott. In Epheser 4 ab Vers 25 wird ein wenig näher ausgeführt, was dieser neue Lebenswandel ist:
Eph 4, 25 |
Deshalb legt die Lüge ab und redet Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten! Denn wir sind untereinander Glieder. |
Das klingt schon wieder nach viel Anforderung und Mühe. Ist es auch, wenn wir dies aus uns selbst heraus schaffen sollen. Uns diese Mühe zu geben, können wir uns sparen, denn wir können es nicht aus uns selbst heraus. Dass wir dennoch dazu in der Lage sind, bewirkt die Rettung durch Jesus.
Wir müssen dazu nur eins tun. Das Einzige, das Jesus uns nicht abnehmen kann.
Der Sklave hat von seiner Befreiung überhaupt nichts, wenn er nicht glaubt, dass ein anderer das Lösegeld für ihn bezahlt hat. Wenn er davon keinen Gebrauch macht, bleibt er ein Sklave. Er muss es glauben und annehmen, dass er nun frei ist. Dann wird er nicht wieder zu seinem ehemaligen Herrn, dem Sklavenhalter, gehen, sondern einen neuen Weg in die Freiheit gehen.
Wir müssen glauben und annehmen, dass Jesus uns nicht nur vor einer Ewigkeit in der Hölle, sondern auch für ein „Leben in Gerechtigkeit und Heiligkeit“ im Hier und Jetzt gerettet hat. Wir müssen ihm vertrauen – blind vertrauen.
Wenn ich eine Bergwanderung mache und dabei abstürze, vertraue ich der Bergrettung, dass sie mich rettet. Ich lasse sie ihre Rettungsmaßnahmen tun und werde mich hüten, ihnen zu sagen: „Lasst mich mal selbst das Seil anlegen – ich will lieber ganz sicher gehen“. Das könnte fatal enden – wahrscheinlich werde ich ein zweites Mal abstürzen, und mich dann schwerer verletzen als beim ersten Mal. Ich muss – und werde – der Bergrettung blind vertrauen, weil ich davon ausgehe, dass sie ihr Geschäft verstehen.
Wenn ich aber wildfremden Menschen schon blind vertraue, mich in einer Situation wie dieser ihnen sogar bedingungslos ausliefere – wie viel mehr kann ich dann Jesus blind vertrauen und mich ihm voll und ganz ausliefern!
Er ist der Retter! Er versteht sein Geschäft! Er hat alles getan, damit ich mich schon in diesem Leben ganz und gar auf ihn verlassen und berufen kann.
Er hat mich gerettet, um in diesem Leben bestehen zu können. Danke, Jesus!
Amen
© Lisa Holtzheimer
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26.5.2007 von Lisa Holtzheimer.
Vor einiger Zeit hatte ich eine „Begegnung der besonderen Art“. Ich wohnte damals in einem Dorf mitten im Westerwald, und dort im ersten - oder letzten, je nachdem - Haus im Dorf. Neben meinem Haus jedenfalls ist nur noch Wiese, und die geht über einen Berg. An dem Tag sitze ich an meinem Schreibtisch und denke nicht Besonderes, als ich plötzlich merkwürdige Geräusche höre - bääh, määh … Zuerst hab ich aus dem Fenster geguckt, da war aber noch nichts zu sehen. Als das Mäh und Bäh aber immer lauter wurde, hat mich nichts mehr gehalten, ich bin hinten auf meine Terrasse und sehe auf der Wiese neben meinem Haus - vor lauter Schafen keinen Grashalm mehr …
Ich bin dann schnell wieder ins Haus gesprintet und habe meinen Fotoapparat geholt - so etwas sieht man nicht alle Tage, selbst, wenn man in einem 199-Seelen-Dorf wohnt wie ich. Irgendwo am Rande der Schafherde konnte ich auch einen Menschen ausmachen (vielleicht waren es auch zwei oder drei, das weiß ich nicht mehr) - aber bei der Menge weißer Wolle - soweit das Auge reichte - wirkte der verschwindend klein - der Hirte, oder Schäfer, würden wir wahrscheinlich sagen.
Der Anblick hat mich fasziniert - und manchmal wünsche ich mir, sie kämen mal wieder vorbei.
Was für eine Vorstellung haben wir eigentlich, wenn wir das Wort „Hirte“ hören? Was assoziieren wir damit?
Wenn wir mal einen Moment die Augen schließen und uns eine Schafherde vorstellen, fällt uns die Antwort bestimmt nicht schwer - ein Hirte ist jemand, der mit einer mehr oder weniger großen Herde - meistens- weißgelockter, niedlicher und friedlicher Tiere durch die Landschaft zieht, hier und da mal Halt macht, bis das Gras abgefressen ist und ein neuer Futterplatz für die Tiere gefunden werden muss. Um das Bild zu vervollständigen, gehört noch ein Hund dazu - ein Schäferhund natürlich - und vielleicht ein Hirtenstab.
All das ist wohl auch richtig - und doch sind es nur die Äußerlichkeiten. Wenn mich jemand in einen langen Mantel steckt, mir einen Hirtenstab in die Hand drückt und einen Hund zur Seite stellt - dann sehe ich zwar äußerlich aus wie ein Schäfer - naja, wie eine Schäferin - aber je nach meinen schauspielerischen Fähigkeiten würde sich das bestenfalls für einen Film eignen. Denn ich könnte höchstens eine Schäferin spielen, auch mit dem besten Outfit bin ich noch lange keine. Die Schafherde würde vermutlich nicht mal auf mich reagieren, wenn ich sie rufen würde - vielleicht würden noch einige besonders neugierige Tiere den Kopf heben - so nach dem Motto: Wer bist du denn?, ein paar mutige mich vielleicht beschnuppern. Aber folgen würden sie mir bestimmt nicht, wenn ich mich in Bewegung setze. Wenn der Hund gut ist und die Schafe ihn kennen - vielleicht würde er das noch schaffen - aber ich sicher nicht.
Warum nicht? Warum würden die Tiere nicht mit mir gehen? Ich bin ein absolut tierlieber Mensch, und die meisten Tiere spüren das und erwidern meine Freundschaft freudig. Warum würden die Schafe trotzdem nicht mit mir gehen?
Die Antwort finden wir in der Bibel. In Johannes 10, 2 - 4 steht: „Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe. Dem macht der Torhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus. Und wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, denn sie kennen seine Stimme.“
Aha - die Schafe hören seine Stimme. Meine kennen sie nicht, darum gehen sie nicht mit mir. Sie kennen die Stimme dessen, von dem sie aus Erfahrung wissen, dass er es gut mit ihnen meint. Er wird sie dorthin führen, wo sie genug zu fressen haben an diesem Tag. Er wird aufpassen, dass sie nicht in Gefahr geraten - hierzulande stehen die Chancen, von einem Wolf gefressen zu werden, nicht so gut, aber die Schafe unserer Zeit müssen Straßen überqueren, mit Stacheldrahtzäunen kämpfen oder vielleicht auch gegen bösartige Menschen, die ihnen statt gutem Futter Gift verabreichen - alles leider schon dagewesen. Schafe können so etwas nicht unterscheiden und sich nicht selbst schützen. Ohne ihren Hirten, der sie liebt und es ohne Einschränkung gut mit ihnen meint, wären sie bei solchen Attacken verloren.
Von den Schafen können wir echt was lernen. Ich glaube nicht, dass ein Schaf sich die Frage stellt, ob es der Hirte wirklich gut meint. „Vielleicht - es könnte ja sein, dass heute nicht so sein Tag ist - vielleicht führt er mich heute nicht auf eine saftige Wiese, sondern auf eine betonierte Straße? Ob ich da nicht vielleicht mal besser vorsorge und gleich auf eigene Faust losziehe und mir lieber selbst eine Wiese suche, auf der es saftiges Gras gibt? Nur so zur Sicherheit …“
Interessante Vorstellung, nicht wahr? Wir lachen - denn uns ist vollkommen klar, dass kein Schaf auf der Welt solche Gedankengänge hat. Ein Schaf vertraut seinem Hirten - ohne Wenn und Aber.
Aber wie ist das mit uns? Wir kennen ja auch jemanden, der von sich selbst sagt: „Ich bin der gute Hirte und kenne meine Schafe und sie kennen mich“ (Joh 10, 14). Der das sagt, ist Jesus Christus. Wenn wir ihm unser Leben anvertraut haben, gehören wir zu seiner Herde. Wir sind die „Schafe Jesu“ - ich finde, das ist ein nettes Bild.
Und? Haben wir dieses blinde, absolut unerschütterliche Vertrauen in Jesus? Dass er es wirklich bedingungslos gut mit uns meint? Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das eben oft doch nicht ganz so ist - darum wage ich hier mal zu unterstellen, dass jeder von euch auch Punkte in seinem Leben hat, wo es ihm ähnlich geht.
Es geht mir gar nicht um das generelle Vertrauen in Jesus - das haben wir wohl alle. Aber in so manchen Einzelsituationen neigen wir menschlichen Schafe doch auch recht schnell mal dazu, „vorsichtshalber schon mal selbst unsere eigene saftige Wiese zu suchen“. Die kann bei jedem ganz anders aussehen.
Ich möchte dich ermutigen - wo immer deine saftige Wiese ist, die dir gerade fehlt, mach es wie ein Schaf. Vertraue blind auf deinen Hirten. Der meint es grenzenlos gut mit dir.
Jesus meint es gut! Wenn wir in den Evangelien nachlesen, wie er mit den Menschen, die ihm begegnet sind, umgegangen ist, dann gibt es letztendlich nur einen Konsens: liebevoll, gut meinend, helfend.
Jesus hat niemanden im Stich gelassen, der sich in seiner Not an ihn gewandt hat. Und das waren wirklich viele Leute. Sein Ruf hatte sich ja in kürzester Zeit über das ganze Land verbreitet, und überall, wo er auftauchte, wollten Menschen Hilfe von ihm. Und was tat er? Hat er jemals zu jemandem gesagt: „Sorry, ich bin gerade müde und abgespannt. Kommt doch morgen wieder.“ Lesen wir auch nur einmal in der Bibel, dass Jesus zu einem Menschen sagte: „Dein Problem ist für mich nicht ‘groß genug’ - versuch dir selbst zu helfen.“?
Im Gegenteil. Überall lesen wir, dass Jesus den Menschen geholfen hat. Wir kennen alle die Geschichte von der Speisung der 5000. Das allein schon ist nicht nur ein Wunder, sondern die reinste Fürsorge. Er hätte auch zu den Menschen sagen können, nachdem er ihnen - wir würden heute sagen - eine Predigt gehalten hat: „Liebe Leute, es war schön, euch zu treffen, danke, dass ihr mir zugehört habt. Aber nun wird es Abend - und wir haben alle Hunger. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend - und ich gehe jetzt in den nächsten Fischimbiss und kaufe mir einen Räucheraal.“
Nein, Jesus fragt seine Jünger, ob sie eine Idee hätten, wie diese Riesenmenge Menschen satt gemacht werden kann. Wie es weitergeht, wissen wir alle. Da war ein Junge, der hatte 5 Brote und zwei Fische - die nahm Jesus, dankte seinem Vater im Himmel und ließ sie dann an 8 - 10.000 Menschen verteilen. Und alle wurden satt, und es blieben sogar noch 12 Körbe mit Resten.
Was mich aber „am Rande“ dieser Geschichte noch viel mehr fasziniert, ist ein Satz, der nur ein ganz kleiner Einschub in der Hinführung zu diesem allseits bekannten Wunder ist:
Und er ließ sie zu sich und sprach zu ihnen vom Reich Gottes und machte gesund, die der Heilung bedurften (Lk 9, 11b).
Hier ist noch nicht mal die Rede davon, dass jemand ihn angesprochen oder darum gebeten hätte, dass Jesus ihn doch bitte heilen möge. Nein, Jesus machte gesund, die der Heilung bedurften. Einfach so.
Jesus sieht deine Not! Er sieht sie, bevor du ihn darauf ansprichst! Er sieht sie sogar schon, bevor du selbst sie vielleicht bemerkst.
Nöte gibt es so viele. Nicht nur körperliche Krankheit. Jesus sieht sie alle - er kennt sie alle. Er weiß um deine Geldsorgen. Er weiß um deine Einsamkeit. Er weiß um deine Krankheit. Er weiß um deine Ängste um deine Kinder. Und er will helfen! Er will eingreifen, er will heilen!
Nicht immer passiert das genauso, wie wir uns das vorstellen. Nicht immer passiert es sofort, wenn wir beten. Und manchmal erhört Jesus unsere Gebete ganz anders, als wir das eigentlich gerne gehabt hätten - und wie oft schon habe ich im Nachhinein festgestellt, dass es ganz genau richtig war, wie „es dann gekommen ist“ - Jesus hat es gewusst und alle Fäden so zusammengeführt, dass „unter dem Strich“ genau das herausgekommen ist, das für mich das Beste war.
Ich möchte dich ermutigen, alles, was dich bewegt, bedrängt, ängstigt, an Jesus abzugeben. „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch“ (1 Petrus 5, 7). Das gilt auch heute noch - jeden Tag, für jeden Menschen in jeder Situation!
Jesus ist der gute Hirte, der für all das sorgt, was seine Schafe brauchen, damit es ihnen gut geht. Er wird sie nicht im Stich lassen, er wird sie nicht in die Irre führen, er wird nicht genervt sein von unseren Bitten und Sorgen - er will für uns sorgen. Lassen wir ihn das tun!
© Lisa Holtzheimer
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